Korrespondenzblatt des Verbandes der Deutschen Juden
- Journal
- Korrespondenzblatt des Verbandes der Deutschen Juden
- Volume
- 4 (1910)
- Issue
- 6 (1.1910)
- Date
- 1910-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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B. Preussische Baubeamten. ÄnstellungSrMonat und Jahr des nach dem Dienstalter , -' I ältesten. jüngst en christlichen! jüdischen getauften christlichen jüdisch en getauften Baumeisters . . « Mai Ol * Juni 01 jsl - ~ | ' i } •> . Dez. 00 April 06 ' Bauinspektors . Juli 6!» (s. Aprü-80. Bau-Insp.^ März 86 v{Jiini 96). Mai 90 (März (h) Juni 05 fjuii m Xov. ( (Dez t 8 »7) Dez. Ol (März m Das Resultat springt^in die Augen. Offenbar verhält es sich hier ebenso wie bei der Militärverwaltung mit der Aufnahme der bürgerlichen Offiziere in die technischen Waffengattungen; man setzt sie nicht zurück, weil man für diese Posten gerade die Tüchtigsten braucht, und sieht nicht darauf, ob sie bürgerlich oder adlig sind. Und bei den technischen Verwaltungen nimmt man im allgemeinen nur Rücksicht darauf, ob Tüchtiges geleistet wird, gleichviel, ob von Juden oder von Christen. Während nun früher jeder nach seinem Examen Qualifizierte ohne Unterschied angestellt wurde, ist seit einigen Jahren infolge des grösseren Andranges und zur Erzielung eines günstigeren Avancoments eine Aenderung dahin eingetreten, dass nur-die tüchtigsten Kräfte in den Staatsdienst aufgenommen werden; aber auch unter den gegenwärtigen Verhältnissen scheinen Unterschiede nach dem Bekenntnis nicht gemacht worden zu sein, sodass auch heute eine gewisse Anzahl neu angestellter jüdischer Bauführer und Baumeister im Dienst sind. Auffallend ist es immerhin, dass sich,unter den 158 Prdvinzialbaubeamten, die. bei der obigen Statistik nicht berücksichtigt sind, kein einziger Jude, aber übrigens auch kein Getaufter, befindet. | Mit dem Ergebnis stimmen auch die Aeusserungen der jüdischen Beamten aus: jenen Verwaltungen überein, die ziemlich allgemein dahin gehen, dass bei dem gewöhnlichen Avancement Unterschiede aus dem Grunde der Konfession nicht zu bemerken sind. Wie dem äber auch sein mag, das steht jedenfalls fest, dass hei den für die Juden ungünstigen Verhältnissen im höheren Schulwesen ebenso wie bei den günstiger liegenden Verhältnissen der Baufächer eine Bevorzugung der Getauften nicht in die.Erscheinung tritt. . Bernhard Breslauer.