Korrespondenzblatt des Verbandes der Deutschen Juden
- Journal
- Korrespondenzblatt des Verbandes der Deutschen Juden
- Volume
- 3 (1909)
- Issue
- 5 (7.1909) (Apologetische Sondernummer)
- Date
- 1909-07-01
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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behörde die Veranlassung erhält, für. einen armen Israeliten die Angehörigen desselben zu seiner Versorgung erst anzuhalten oder denselben gar in öffentliche Unterstützung zu nehmen." Von Diplomaten „und Parlamentariern haben sich' über die Wohltätigkeit bei den Juden Karl Schurz und Augu.-iii.i Peilet günstig ausgesprochen. . \ *' | " / Der in den Vereinigten Staaten von Nordamerika-, populärste Deutsehe Karl Schurz, der berühmte Staatsmann «nd politische Schriftsteller, sagte im Jahr 1880. in einem Aufruf an die Deutschen in New" York zur/Unterstützung des Deutsehen Hospitals folgendes: „Vor allen'aber sehen Sie sich einmal die Wohltätigkeitsanstalten \an, die hier in unserer Mitte von den judischen Mitbürgern gegründet wordjen sind und erhalten werden...../Wir finden also, dass eine Klasse von Bürgern, nicht ein Drittel so stark an Z/ihl, in ihren" Beiträgen zu Zwecken der öffentlichen "Wohltätigkeit mindestens dreimal soviel an jährlichen Beiträgen leistet als die Deutschen. Und dabeiist nicht ausser Acht, zu lassen, dass bei den Deutschen "Wohltätigkeitsunternehmungen dieselben "Juden vielfach mit freigebiger -Hand mitgeholfen haben." / ■ Im Jahre 1890 wurde das „Montefiore-Heini" in New York eingeweiht, und Kail, Schurz ergriff das Wort. Er äusserte sich in einer längeren Eede folgender- ^nassen: „Wo immer Not und Elend seine Stammesgenossen heimsuchten, war er (Möses Montefiore) zu helfen bereit, indem er nicht nur mit Vollen Händen von seinem Ueberflusse gab, sondern selbst hinauszog zu sehen, zu prüfen, zu raten, zu helfen— nicht einmal, sondern wieder, wieder und immer wieder von England nach Marokko, nach Konstäntinopel, nach Syrien, nach Jerusalem. Ob Christ, ob Heide oder Jude'sie alle fanden seine Börse offen, sein tiefes Mitgefühl, seinen weisen Rat, seinen mächtigen Einfluss tätig und hilfsbereit. Selbst die Feinde seines Glaubens bezwang die Hochherzigkeit und Milde des wunderbaren, Mannes, und als e» ein Hundertjähriger starb, da wob der Glanz seiner unzähligen Wohltaten einen-Glorienschein um sein Haupt, umstand die Liebe und" Verehrung der Gcsamtmensehheit seine Bahre. Wahrlich, er darf der Fürst Jsraels genannt werden, ein leuchtendes Vorbild für die Christenheit, ein Stolz und eine Zier des Menschengeschlechts! ... Es ist dies (das Montetiore - Heim") nicht das einzige Denkmal, das die Juden New Yorks ihrer Wohltätigkeit und ihrem Gemeinsinn gesetzt haben .... Also für die Brüdergemeinde der Menschheit ist es geschaffen. — Dazu (zu den Lehrstätten und. Krankenhäusern der amerikanischen Republik) haben die Juden ebensoviel beigetragen, wie irgend eine. Klasse der Bevölkerung, ja, ich darf hier wiederholen, was ich oft in Gegenwart anderer gesagt, die Juden haben im Verhältnis zu ihrer Zahl viel mehr getan."- Angustin Pcrier, Mitglied der französischen Kammer, sagte im Moniteur vom \i. Dezember 1880: „Ihre (der Juden) Elementarschulen vermehren sich, und man weiss, mit welchem Eifer sie der' Dürftigkeit ihrer Glaubensgenossen zuvorkommen und sie mildern." (Vergl.iAd. Jellinek, Franzosen über Juden, Wien 1880). V