Korrespondenzblatt des Verbandes der Deutschen Juden
- Journal
- Korrespondenzblatt des Verbandes der Deutschen Juden
- Volume
- 3 (1909)
- Issue
- 5 (7.1909) (Apologetische Sondernummer)
- Date
- 1909-07-01
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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V?&* ' - 12 -* Auel) aus allermiflcster Zeit -ist eine Beurteilung der jüdischensozialen Tätigkeif aus dem-Munde eines 'deiiYscken Parlamentariers und Stadtobel'hauptes zu erwähnen: t < '• .Der Oberbürgermeister- GÄshcimrat FürbringBr, Mitglied des* preuss. Abgeordnetenhauses, sagte bei der Einweihung des neuen jüdischen Waisenhauses in Emden am -1 . April l!)0lf: -Von neuem habe ich (daraus (aus der Weihrede des Landrabbiners I>r. Loebj erkannt,.welcher Opfersmn^und welcher Idealismus bei Ren*Juden wohnt, und ich bin in meiner seitherigen Hochachtung vor den jüdischen_ Siaatsb'ürgeVn^heute noch mehr bestärkt worden . . . ." Aber auch die Grundsätze,der jüdischen Religion-haben mich stets mit Bewunderung erfüllt; ich habe eine, alte lahdrabhinatlichc Instruktion zur Hand, aus welcher ich gelernt habe, auch die ethisch-soziale Seite des Judentums'zu würdigen. Von Schriftstellern sind Schrattenholz- und Ncfn* zu nennen. Josef Schrat tenholz bemerkt in seinem -Antis.eaiiiteii-Hammer11 (S. 29j: -Die jüdische Bevölkerung beteiligt sich aj> allen guten, öffentlichen Werken ohne Kücksicht auf das ' Religionsbekenntnis erwiesenerniassen in hervorragender Weise." '. . *'• ".•■»• Der philosophische Schriftsteller Xoire'sagt (in „Briefe berühmter christlicher Zeitgenossen über die Judenfrage" herausgegeben von J.' Singer,-S. 5): ..'Die herrlichste Frucht des Judentums-, ist .die stets opferwillige Wohltätigkeit. Nie. nie haben, sie ihre.Hand verschlossen, nie die Gabe! geschmälert, nie es uns vergelten—lassen, was wir ihnen angetan, meine jüdischen Freunde, wenn ich für humane Zwecke Beiträge sammelte. Und ich ^gewann die Ueberzeugung. dass das Gebot des göttlichen Meisteis von ihnen in schönstem" und reinstem Sinne befolgt wurde, das Gebot, das. da lautet:« Segnet die, die euch fluchen, tuet Gutes Plenen, itie'euch verfolgen." . Wenn Noire sodann fortfährt: ..Dieses tiebot aber ist christlich,"' so. ist hierzu zu bemerkejD. dass schon das Alte .Testament das inhaltlich gleiche Gebot in anderer Fassang an mehreren Stellen enthalt, so IL Mos. 23, 4 and*«. „Wenn du 'einen deinem Feinde gehörenden Ochsen oder Esel findest, der sieh verirrt hat, so sollst du ihm denselben zurückbringen. Wenn du sieust, dass -der. .Esel deines Feindes unter seiner Last zusammengebrpclien jsy s*o sollst du davon abstehen, ihn im Stiche zu lassen, soadern sollst ihm helfen, den Esel zu befreien-^ und Sprüche 25, 21: ..Hungert (kint-n Hasser, so speise ihn mit Brot, und dürstet ihn, so tränke ihn mit Wasser." ■ Der Hoffnung möchten wir noch Raum geben, dass die obige Zusammenstellung manches *Yoi urteil 'gegen die jüdische Religion und ihre Bekenner (beseitigen werde, und» dass (He soziale Fürsorge, welche schon von alters her im .Iridentuni .-o herrliche Früchte gezeitigt hat. auch bei den anderen Konfessionen, auf dem-weiten Erdenrnmle^tdeh immer niehr verbreiten und so für die gesamte McllSehhe.it segensreich erw eisen möge. r *