Korrespondenzblatt des Verbandes der Deutschen Juden
- Journal
- Korrespondenzblatt des Verbandes der Deutschen Juden
- Volume
- 3 (1909)
- Issue
- 5 (7.1909) (Apologetische Sondernummer)
- Date
- 1909-07-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Baden-Baden aus zum Jubiläum: „Ich freue rnjch, zu demfünzig-jährigon Bestehen einer Anstalt glückwüjischen zu können, deren Wert ich eturc*n persönliche Kenntnis schätze, und die berufen ist, auch in ferneren "Zeiten segensreich für die Mitbürger Berlins zu wirken.'. Ich übersende der Anstalt beifolgend da$ Bild des Rainers.". — Am 16. September 1883 äusserte steh die Kaiserin dem Rabbiner Dr. Appel in Homburg gegenüber, den sie zii sich befehlen liess, mehrere Male sehr anerkennend über die Wohltätigkeit sbestrebungen der Israeliten. Besonders hob sie die israelitischen Wohltätigkeitsanstalten Berlins nnd Frankfurts rühmend hervor. — Im Herbst 1883 kam aus .dem Kabinet der Kaiserin an den Vorstand des Vereins der Berliner Volksküchen von 1866 ein Schreiben als Antwort auf einen Brief, in welchem Frau Lina Morgonsterfr (Jüdin) dor hohen Protektorin der Volksküchen angezeigt hatte, dass sie infolge des über das Vermögen ihres Mannes ausgobrochenen Konkurses sich veranlasst sehe, ihr Amt als Vorsitzende des Vereins niederzulegen. In dem Kabinetsschreiben heisst es, dass die Kaiserin die Veranlassung - dieses Entschlusses bedauere, jedoch glaube, „dass dieser beklagenswerte Vorfall keineswegs auf' die Fortdauer der Leitunglder seit Jahren bewahrten Volksküchen Einfluss üben kann, und dass diu Kaiserin hoffe, dass es dem Vorstände gelingen werde, die Vorsitzende und Begründerin dieses gemeinnützigen Werkes in ihrer bisherigen Tätigkeit! zu erhalten." — Am 18. Mai 1887 richtete die Monarchin unter Beifügung eines Ge^henkes von 500 Mk. an den "Vorstand des jüdischen Krankenhauses in Berlin folgendes Schreiben: „Ich habe mit vieler Teilnahme die Donkschrift „Zur G« schichtender Krankenpflege in der jüdischen Gemeinde zu Berlin" entgegengenommen, welche aus Anlass des 25jährigen Bestehens der Krankenverpflegungsanstalt der jüdischen' Gemeinde verfasst worden ist. Ich kenne aus eigener Wahrnehmung die vortrefflichen Einrichtungen derselben und ¥reue mich, dem Vorstande meinen Glückswunsch zu dem Gedenktage aussprechen/zu können, der die Fürsorge der Gemeinde für ihre Kranken in ehrenvoller Weise veranschaulicht." — Bei ihrer Anwesenheit iji Stettin am 14. September 1887 sagte sie zu dem Vertreter der dortigen 'jüdischen Wohltätigkeitsanstalten Rabbiner Dr. Vogelstein: „Ich freue mich dass ich auch hier wiederum Gelegenheit habe, meine vollste Anerkennung Ihres Wohltätigkeitssinnes aussprechen zü^Nkönnen. Ich bin Ihren Glaubensgenossen auf diesem Gebiete oft liegegnet und habe stets edle Gesinnung, Opferwilligkeit und hir/gebonde Liebe bei ihnen wahrgenommen. Auch hier zeigt sich, wie ich zu meiner Freude vernehme, dieselbe menschenfreundliche Gesinnung in den zahlreichen Wohltätigkeitsanstalten, und ich spreche Ihnen meine wärmste Teilnahme an diesen Bestrebungen aus, deren Gedeihen mir sehr am Herzen liegt. In Berlin habe ich die jüdischen Wohltätigkeitsanstalten besucht und immer gefunden, das» sie geradezu, musterhaft sind. Ich wünsche, dass es Ihnen gelingen möge, Ihre Anstalten, auf diese Höhe .zu biingen, und sehe, dass ja hieran die schönste Aussicht vorhanden ist. Fahren Sie so fort, meine wärmsten Wünsche begleiten Sie bei Ihren Liebes werken!"!