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Korrespondenzblatt des Verbandes der Deutschen Juden · 1909-07-01 · 5 (7.1909) (Apologetische Sondernummer) · p. Seite 5

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Journal
Korrespondenzblatt des Verbandes der Deutschen Juden
Volume
3 (1909)
Issue
5 (7.1909) (Apologetische Sondernummer)
Date
1909-07-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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— .6 — Sublimierung. Von hier gehen dann die anderen Scheidelinien aus. Es wäre eine Versündigung an der geschichtlichen Aufgabe des Judentums — an der Aufgabe, der gerade die moderne Entwicklung der evangelischen Lehre unfreiwillig eine Apologie geschrieben hat — wenn wir diese Grenzen vorrücken oder verwischen wollten.> Wir müssen es heute so entschieden, wie je, betonen: Es ist ein Herabsteigen von dem höheren religiösen Standorte, wenn fin Jude sich dem herrschenden Bekenntnis, und sei es atich der liberale Protestantismus, unterwirft. Das hat Vorjahren auch ein weitblickender protestantischer Denker, +-v der Jurist A. F. Berner, hervorgehoben .m einer Betrachtung des gebotenen Zukunftsweges seiner Religion. Er sprach es offen aus: „Das Judentum war und c ist zur unwandelbaren Behauptung des reinen Monotheismus berufen. Nur die- \ jenigen Juden können uns fördern, welche sich auf keine Transaktion einlassen, init ihrem Gewissen nicht kapitulieren." } ■ Das wird auch noch für lange gefordert werden müssen. Denn es ist kaum anzunehmen, dass der liberale Protestantismus sich radikal aller der Elemente werde eptschlagen wollen, die für das religiöse Denken des Judentums den An- ■ stoss bilden. Nur eine kirchliche Revolution^ könnte dies bewirken. Und dazu ist der moderne Protestantismus zu historisch gerichtet. Revolutionen werden nur von rein rationalistischen Geistern gemacht. Die letzte Erfüllung der alten Renaissance-Ideen liegt in. weiter Ferne. ■ ■ * .Aber so fern sie auch ist, deutlich sehen wir, wie sehr dem Protestantismus, so oft er die „Rückkehr zu Jesus" sucht, imiger nur die Richtung züm Judentum hin übrigbleibt. Ueber die Geschichte unserer Religion, die nun doch mit - -dem Jahre 70 nicht hatte aufhören wollen, suchte man oft die Stille des Schweigens' ' i auszubreiten. Abermögen auch manche Gelehrten, wie es scheint, das Judentum totschweigen wollen, die vorwärtsschreitenden Ideen beginnen um so lauter von ihm zu sprechen. _ —< c . v I Ca,

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