Korrespondenzblatt des Verbandes der Deutschen Juden
- Journal
- Korrespondenzblatt des Verbandes der Deutschen Juden
- Volume
- 2 (1908)
- Issue
- 3 (10.1908)
- Date
- 1908-10-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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V - 10 - Auf einer solch breiten und wohl fundierten Grundlage endlich kann sich erst eine umfassende, ihres Gegenstandes würdige und jedem Angriffe standhaltende jüdische Apologetik aufbauen. Denn die redliche und wahrhafte Apologetik ist keine advokatorische Kunst, keine Verteidigung der übernommenen Aufgabe um jeden Preis, kein einseitiges Lichtbild gegenüber einem Schattenbilde. Sie ist die Zurückweisung grundloser Anklagen, die Rechtfertigung des zu Unrecht Beschuldigten, die Darstellung des wirklichen Wertes der vertretenen Sache, die Würdigung und Erhebung des Verkannten, oder nicht genügend Beachteten. Sie wendet sich an einen gerechten, die Verteidigung wie die An- , klage prüfenden Richter, oder sie appelliert von dem schlecht unterrichteten an das besser zu unterrichtende Publikum. Auch sie steht im Dienst der Wissenschaft und der Wahrheit, und muss auf Gründe und Beweise igich stützen. Und da, wo sie solche nicht vorbringen kann, muss der warme Hauch dejr eigenen tiefen Ueberzeuguug aus ihr sprechen. Dann wird sie bei denjenigen an die sie sich wendet, wenn auch nicht immer vollständige Zustimmung^ so doch jedenfalls Achtung und Anerkennung sich erwerben. - N Aus der literarisch-apologetischen Kommission. f) ie Aufgaben der Kommission sind ini einzelnen nicht begrenzt worden. Entsprechend den Aufgaben des Verbandes wurde die Kommission als ein Mittelpunkt für alle diejenigen Arbeiten gedacht, welche sich mit der Verteidigung des Judentums gegen wissenschaftliche und literarische Augriffe beschäftigen; es wurde als ein Mangel empfunden, dass die zahlreichen auf diesem Gebiete tätigen Schriftsteller ohne genügende/vorarbeiten das Werk gewisserma'ssen in jedem Falle von neuem beginnen und die mühsame Vorarbeit anderer nicht genügend nutzen können. Es wurde in gleichem Sinne als Missstand empfunden, dass nicht blos die heranwachsende Jugend, sondern auch weite' Kreise des gebildeten und treu zum Judentum haltenden Publikums eine gonügende Kenntnis * der jüdischen Geschichte und Literatur nidht besitzen, um selbst kritisch den geschichtlichen, philosophischen und namentlich natur-philosophischen Angriffen der modernen Zeit auf die Geschichte und Gotteslohre des Judentums gegenüberzutreten. L >.