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Korrespondenzblatt des Verbandes der Deutschen Juden · 1908-10-01 · 3 (10.1908) · p. Seite 8

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Journal
Korrespondenzblatt des Verbandes der Deutschen Juden
Volume
2 (1908)
Issue
3 (10.1908)
Date
1908-10-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Goldkörner sollten wir aus dem verwehenden Spreu heraussuchen, unter bestimmten Rubriken sammeln und sie dadurch für eine künftige Verwertung bewahren. Ebenso verhält os sich mit unseren vielen jüdischen Zeitschriften, die «eit etwa hundert Jahren erschienen sind. Aus besonderen Veranlassungen und unter tiefen Eindrücken haben da Männer und Frauen der verschiedensten Berufsunjl Bildungskreise zahlreiche Artikel veröffentlicht, die über das Judentum, sein Lebaxi und seine Geschichte geistvolle Betrachtungen und Charakteristiken, sowie seltentf'smd kostbare Beiträge zur jüdischen Volkskunde, interessante Mitteilungen und Abhandlungen über die Tätigkeit der Juden, ihren Handel und Wandel, ihre Beziehungen zu den Nichtjuden und die mannigfaltigsten Nachrichten enthalten, die für eine umfassende jüdische Apologetik von grösstem Werte sind. So findet z B. der viel angegriffene Zwischenhandel der Jaden auf dem Lande eine auch objektiv sehr beachtenswert« Verteidigung von jüdischer Seite und zwar — was j£~$B§£b1's interessant ist — zum Teil nach antisemitischen Quellen, nur in " eifMp;$Jumaic rn der , Jüdischen Eresse" von 18S7 und 1894-, sowie in den^beiden Broschüren von Schnapper-Arndt „Zur Methodologie sozialer Enqueten" und von Zuntz „Der Wucher auf dem Lande". Die Existenz dieser Abhandlungen, der Broschüren, wie der Zeitongsblätter, ist heute nur' noch wenigen bekannt. Und doch können sie demjenigen, der sich mit diesem wichtigen Gegenstände beschäftigen will, sehr nützliche Fingerzeige bieten. Es ist überhaupt eine dankbare" Aufgabe, das Wertvolle in unserer Zeitschriften- und Broschürenliteratur zusammenzustellen, die einzelnen Nummern, soweit sie noch vorhanden sind, den Schriften für ein bestimmtes apologetisches Gebiet anzureihen und auf die nur in geschlossenen Jahrgängen sich findenden in den anzulegenden Literaturverzeichnissen hinzuweisen. Das ist eine Aufgabe, für deren befriedigende Lösung aber auch auf die Mitwirkung der noch lebenden Verfasser solcher Artikel, wie auch solcher Leser gerechnet Verden mflss, die sich selbst Sammlungen sie interessierender Artikel angelegt haben. Sie werden durch die Uebersendung derselben oder zum mindesten durch den Hinweis auf, sie und ihre nähere Bezeichnung der anzulegenden apologetischen Bibliothek, wie auch den einzelnen Arbeitern auf diesem Gebiete einen guten Dienst leisten. Ein ausführliches Sach- und Personalregister hat über den Inhalt der Sammlungen genaue Auskunft zu geben, sie dadurch der allgemeinen Benutzung zugänglich zu machen und die Erledigung der Anfragen über einzelne Gegenstände zu ermöglichen. Das heu anzulegende apologetische Archiv ist für die Sammlung und Ordnung/al)eieinigermassen^jw/ichtigen Artikel und Notizen bestimmt, die von jetzt ab in den Zeitschriften ■— den*jüdischen, wie den nichtjüdischen — * erscheinen. Eine solche Sammlung hat viele Jahrzehnte seines reichen und arbeitsamen l«bens hindurch der am ,20. September aus dem Leben geschiedene Sanitätsrat Dr. Salomon Neumann unterharten. Aus den verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften, die ihm zu Gesicht kamen, schnitt er alle ihn interessierenden Nachrichten über die Jaden aus und stellte sie unter bestimmten Rubriken

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