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Korrespondenzblatt des Verbandes der Deutschen Juden · 1908-10-01 · 3 (10.1908) · p. Seite 7

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Journal
Korrespondenzblatt des Verbandes der Deutschen Juden
Volume
2 (1908)
Issue
3 (10.1908)
Date
1908-10-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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" ■ *"• - 1;'! und Belehrungen über sie geben können. „Was die Juden zu verschiedenen Zeiten und in den verschiedenen Staaten, auf den mannigfachen Gebieten des Kulturlebens geleistet, wie sie durch ihre Umgebung bald gefördert, bald gehemmt werden — das alles sollte gesammelt und geordnet werden, um .bei irgend einem Angriffö das nötige Material sofort zur Hand zu haben, aber äüch^~ um positiven Arbeiten wissenschaftlicher Natur die Unterlage zu bieten." Würde die Bibliothek sich auf . die. Sammlung rein apologetischer .Werke beschränken, so würde ihr Umfang sehr gering bleiben.' Nicht nur auB ^älterer Zeit haben wir, wie schon oben bemerkt, wenige Schriften dieser Art, auch die neuere Zeit bietet deren nicht viel. Von grösseren die jüdische Religion behandelnden Büchern sind nur die verschiedenen Werke von Ludwig Philippson und Samson Raphael Hirsch, die Ethik von Lazarus, dip Apologetik von Güdemann und einige ähnliche Schriften zu nennen. Von speziellen Gegenständen hat nur die Rassenfrage, der Talmud und der Schulchan. Arucb, die Blutbeschuldigung und die Schächtfrage eine eingehende wissenschaftliche Behandlung erfahren. Aber ein weiter Kreis von Belehrung eröffnet sich uns, wenn wir eine Anzahl anderer grösserer Werke durch eine sorgsame Registrierung ihres Inhalts^für uns fruchtbar machten. So^bieten die Werke von Heinrich Ewald insbesondere seine Geschichte Israels und <hje Charakteristiken der Bibel von Niemeyer vortreffliche Zurückweisungen "der vielfachen ungerechten Anklagen, die in neuester Zeit gegen die Personen der Bibel gerichtet werden. Und aus alter wie aus neuester Zeit wären die Würdigungen der Bibel, ihres Inhaltes und ihrer Bedeutung für die ganze Menschheit, wie sio sich in zahlreichen Werken von Philosophen, Historikern und Theologen finden, zusammenzustellen. Sie könnten vielen Juden zeigen, welch' einen Schatz sie besitzen und nicht beachten. Ferner ist die Literatur über die einzelnen Gesetze und Einrichtungen de3 Judentums, über das biblische und das talmudische Recht, die soziäle Gesetzgebung, die Armen-, Kranken- und Wohltätägkeitspflego in der alten Zeit wie in der Gegenwart, über die Medizin, die Speisegesetze und die Beschneidung, den Wert und die Bedeutung der sogenannten Zeremonialgesetze überhaupt, möglichst vollständig zu sammeln. In derjenigen überden Sabbath dürfte die Abhandlung des französischen Sozialisten Proudhomme über den Sonntag, die zugleich eine Verherrlichung des jüdischen Sabbaths ist, ebensowenig fehlen, wie die enthusiastischen Worte des gründlich antisemitischen Professors Lagarde über ihn an mehreren Stellen seiner Schriften* und die feinsinnigen Bemerkungen von Arthur Kahp über die Psychologie der Sabbath- und die der, Sonntagsfeier. . '» ' Eine Fülle vortreffücher Gedanken und 'wissenswerter Tatsachen ist weiter in den vielen kleinen Schriften zerstreut, welche die Empörung über die antisemitische Bewegung hervorgerufen oder die überhaupt irgend eine spezielle Frage veranlasst hat. Kleine Schriften sind Flugschriften, die rasch vergessen werden. Diesem Schicksale können wir sie auch dann nicht entziehen, wenn wir sie in unserer Bibliothek aufstellen und in Katalogen verzeichnen. Aber ihre

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