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Korrespondenzblatt des Verbandes der Deutschen Juden · 1908-10-01 · 3 (10.1908) · p. Seite 6

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Journal
Korrespondenzblatt des Verbandes der Deutschen Juden
Volume
2 (1908)
Issue
3 (10.1908)
Date
1908-10-01
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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— 6 — harren noch viele weitere Fragen der jüdischen Apologetik ihrer Erledigung, Fragen ans alter nnd Fragen ans jüngster Zeit, Fragen, welche die Religion selbst, ihre Urkunden nnd Zeugnisse, ihre Lehren, Gesetze nnd Einrichtungen betreffen, wie solche, welche die Juden in ihrer Rasse, Abstammung, und gemeinsamen Eigenschaften, in ihren Anlagen und Leistungen, ihren sozialen, politischen - und Erwerbsverhältnissen, in ihrer Geschichte im Grossen, wie in der verschiedenartigen Entwicklung einzelner Teile berühren. Als der Verband der deutschen Juden begründet wurde, bezeichnete er es auch als einen Gegenstand seiner Fürsorge, dass aufklärende und apologetische Schriftjen in die Lande gesandt werden, welche über das Wesen des Judentums und über seine Ethik Aufschluss geben. „Wir müssen", sagte auf dem ersten Verbands^age Justizrat Dr. Eugen Fuchs in seiner Darlegung der Aufgaben des Verbandes, „das Wissen vom Judentum unter den Unwissenden vermehren, mit der Fackel der Wahrheit hineinleuchten in die Finsternis des Aberwitzes, aber auch' in das im Gewände der Wissenschaft einhergehende Obscurantentum, das die Quelle fälscht und das Schriftwort seinen Wünschen anpasst. Was Schwarmgeister über Rassen und Rassendefekte, über Völker- . minderwertigkeit und Völkertugenden fabeln, darf nicht unwiderlegt bleiben und es darf nicht gewartet werden, bis diese Schwarmgeister von aller Welt als Ignoranten erkannt worden sind". Auf die speziellen Aufgaben einer jüdischen Apologetik ging sodann in den weiteren Verhandlungen des Verbandstages Rabbiner Dr. Jacob in Dortmund näher ein. Ohfte von den früheren 'Vorschlägen Jellineks eine Kenntnis zu ■ .haben,' beantragte er, ähnlieh wie dieser, die Errichtung eines Lehrstuhls für diese Disziplin und eines Seminars zur Weiteren Heranbildung tüchtiger Kräfte für die Abwehr antisemitischer Angriffe, die Einrichtung einer apologetischen Bibliothek und die Schaffung eines ausführlichen praktischen Handbuches der jüdischen Apologetik, aus dem sich jeder über jede Frage, in der das Judentum angegriffen wird und der Verteidigung bedarf, erschöpfend Auskunft holen könne. K L ~ Diese Vorschläge wurden sodann von der literarisch-apologetischen .Kommission des Verbandes eingehend beraten, i Den Vorschlag der Errichtung eines Lehrstuhles musste sie ablehnen, nicht nur aus praktischen Gründen, sondern vor allem, weil der Verband eine solche Lehrtätigkeit nicht anordnen könne, ohne sich für eine bestimmte religiöse, Richtung zu entscheiden, was milfc seinen Statuten nicht vereinbar ist. Wohl aber sollte er zu allen wünschenswerten apologetischen Arbeiten die Anregung und Unterstützung geben und für sie ein gründliches und umfassendes Material beschaffen. Für einzelne Aufgaben sollte er sich auch an die ihm angeschlossenen Vereine wenden, in deren Arbeitsgebiet sie fallen. , { Demgemäss wurde faunächst die Errichtung einer Bibliothek apologetischer Werke" beschlossen und diejenige eines Archivs in Aussicht genommen, das; alle irgendwie bemerkenswerten Angriffe gegen Judentum und Juden, wie auch ebenso alle Nachrichten und Mitteilungen sammelt,, die richtige Vorstellung

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