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Korrespondenzblatt des Verbandes der Deutschen Juden · 1907-10-01 · 1 (10.1907) · p. Seite 3

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Journal
Korrespondenzblatt des Verbandes der Deutschen Juden
Volume
1 (1907)
Issue
1 (10.1907)
Date
1907-10-01
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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— 3 — eine Macht, die sich überall Achtung erwerben und schliesslich auch jeden gerechten1 Anspruch durchsetzen muss. Dass für die deutschen Juden ein Gemeininteresse' bestehtr dass es so wenig klug als ehrenhaft ist, dieses Interesse zu verleugnen, und dass es nichts als den Mut der Selbstachtung braucht, um diesem Interesse seine berechtigte Beachtung zu erkämpfen — das sind die grossen Tatsachen, die zu „erkennen und zu bekennen" der Verband die deutschen Juden anleiten will. . Wenn der Verband diese Aufrichtung eines mutigen Gemeinbewusstsein unter den deutschen Juden erst einmal erreicht haben wird, so wird er damit Jeine Bürgschaft für den Erfolg jeder anderen Bemühung besitzen. fffeS ä Die Korrespondenz; . ■ i .... Als seinerzeit das; vorbereitende Komitee sich entschloss, dem geplanten Ausdruck des Zusammenschlusses der deutschen Juden statt der zuerst vorgeschlagenen Form eines „Judentages" die Gestalt eines „Verbandes" zu geben, da war der Gedanke leitend, dass das Gemeingefühl der deutschen Juden weniger in einmaligen Kundgebungen demonstriert werden, als vielmehr eine dauernde Repräsentation erhalten müsse. Eine bleibende, sichtbare Verkörperung des deutsch-jüdischen Bewusstseins musste an erziehlicher, werbender Kraft nach innen, an schliesslicher Wirksamkeit nach aussen jede noch so effektvolle isolierte Demonstration weit übertreffen. So .wurde der „Verband der Deutschen Juden" gegründet, der durch. die von einer Hauptversammlung zur andern gespannte Tätigkeit seines Ausschusses ein bleibendes Leben erhielt und in seinem geschäftsführenden Ausschuss, seinen Kommissionen, seinem Bureau sich Organe für ein kräftiges konzentriertes Wirken bildete. In der Richtung dieser Organisation wurde nun ein wichtiger weiterer Schritt getan durch den Beschluss vom 13; Mai 1906 über die Einsetzung von Korrespondenten. Wenn der Ausschuss leine ständige, wohlunterrichtete und wohlbereite Repräsentation der deutschen Juden sein wollte, so konnte es nicht genügen, dass er sich alle zwei Jahre von der Hauptversammlung sein Mandat holte und sich im übrigen ganz auf das Wissen und Erfahren seiner Mitglieder verliess; es musste eine dauernde Verbindung geschaffen werden zwischen der Repräsentanz und den Repräsentierten; es musste dem Ausschuss ermöglicht werden, mit jedem Teil der deutschen Judenheit jederzeit unmittelbar Fühlung zu nehmen, ortsansässige, Mitarbeiter überall zu haben, die ihm ständig Kunde vom Leben ihres Bezirks zuführten. So wurden im ganzen Deutschen Reich für die 30 grossen Stadtgemeinden und 52 Territorien (preussische und bayrische Regierungsbezirke, württembergische Kreise, badische Landkammerbezirke, sowie die einzelnen

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