Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg
- Volume
- 15 (1938)
- Issue
- 3 (2.5.1938)
- Date
- 1938-05-02
- Page
- Seite 22 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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22 Jüdisches Gemeindeblatt für die Israelitischen Gemeinden in Württemberg 2. 5. 38 XV. Nr. 3 die Zukunft unserer Kinder zu sorgen. Wir tragen die Verantwortung dafür, daß ihnen auf der Schule der richtige Bildungsgang zu teil wird, und müssen ihnen den Weg ebnen. Dies zu tun - darin licjct das dringendste Gebot der Stunde! Dr. Steiner, Göppingen. * Der Schulausschuß des Oberrats der Israel. Religionsgemeinschaft Würtembergs erwidert: ■ Ks ist außerordentlich zu begrüßen, daß skh die Eltern unserer Schüler mit dem Lehrstoff •der jüdischen Schule auseinandersetzen, und daher sind Darlegungen, wie sie Herr Dr. Steiner in obigem Artikel gibt, sehr willkommene Beiträge zur Klärung des Problems der jüdischen Schule. In ähnlichem Sinn wie Herr Dr. Steiner hat sich aucli das Israelitische Vorsteheramt Ulm gegen die hervorragende Stellung des Hebräischen in der jüdischen Schule ausgesprochen, und auch bei den Elternabenden der Jüdischen Schule in Stuttgart sind gleichlautende Stimmen erhoben Worden. Diese Stimmen sind darum so beachtlich, weil jede Schule ein Ausdruckswille der Gemeinschaft sein muß. Aber den obengenannten Stimmen stehen in überwiegender Mehrheit diejenigen gegenüber, die dem Hebräischen in der jüdischen Schule eine dominierende Stellung einräumen wollen. So fordert z. B. die Reichsvertretung in ihren Richtlinien zu den Lehrplänen 6 Stunden wöchentlich für Religion und Hebräisch. Sie hat einen sehr guten Lehrplan für den hebräischen Unterricht herausgegeben, in dem sie mindestens eine Stunde hebräischen Unterricht täglich fordert. Das ^hajes-Gymnasium in Wien hat unter Lehrkräften 5 für Hebräisch und Religion, und es werden an jeder Klasse 6 Stunden Hebräisch erteilt. Wir kennen so ziemlich alle Aeußerungen von verantwortlichen Körperschaften. Weltanschauungsgruppen, Geehrten und Schulmännern über die jüdische Schule in den letzten Jahren. Alle, samt und sonders reden sie der intensiven Behandlung des Hebräischen das Wort. Die Reichsvertretung geht sogar so weit, daß sie das Englische dem privaten, freiwilligen Zirkel ohne Verbindung mit dem lehrplanmäßigen Unterricht zuweist. Zunächst irrt Herr Dr. Steiner gewaltig, wenn er einen Unterschied zwischen Alt- und Neuhebräisch macht: dieser Unterschied existiert in Wirklichkeit nicht. Wer die Sprache der Bibel, der Mischnah und des Talmuds beherrscht, der kann auch in Palästina hebräisch sprechen, denn auch die neugebildeten Vokabeln sind in Anlehnung an das klassische Hebräisch gebildet worden. Ein feiner Beobachter in Palästina stellt fest: Die Juden aus Deutschland lernen in Palästina Hebräisch, aber sie sprechen es nicht, die Juden aus dem Osten dagegen lernen nicht Hebräisch, aber sie s p r e c h e n es. Sie können es sprechen, weil sie die klassischen Quellen unserer Religion und unseres religiösen Lebens beherrschen. So wollen wir in unserer Schule ganz bewußt in erster Linie das klassische Hebräisch pflegen, denn das ist die Sprache, in der wir unseren Kindern geistige Werte übermitteln können. Die Aufgabe der Schule besteht ja gerade darin, Werte an die Kinder heranzubringen, die nicht nur verstandesgemäß, sondern auch seelisch das Kind ausfüllen. Lernarbeit kann nur fruchtbar sein, wenn sie die tiefsten Schichten im Menschen anspricht. Bialik. — Buber, — Hugo Bergmann, und wie sie alle heißen, unsere spruchbefugten Männer, sie fordern, daß wir unsere Kinder zu den großen Urkunden unseres Glaubens und unsres Seins in ihrer Urschrift hinführen. Das lebendige Wort muß man Stets Eingang letzter Neuheiten in DütnenhÜten, MüUen.^agen Hermann Lein, Manenstr. 12 Ernst Hochberger, Stuttgart N Herdweg 116 Telefon Nr. 23330 Immobilien, Geschäftsverkäufe Versicherungen Speziall Altersrenten-Versicherung an JmUZ&d /ar unt trnitwxxxi Julius Schmidt & Cie. Trikotwarenfabrik e Stuttgart 13 3 Tage Probe Harmonikas - Instrumente RADIO; - I alles für MUSIK stets bei JACOB Inh. H. Schack, Hauptstätterstr. 32a Telefon U4129 gegr. 1873 Platten für Fremdsprachen-Unterricht Carl Augsburger Inn.: Jakob und Karl Vfolfihnmer Horb a. N. Textilwaren III Bucherrevisor Eppstein STUTT GART, Sattlerstraße 2 Femruf 90336 Jüdische Hotels, Pensionen und Gaststätten in Baden und Württemberg Zeichenerklärung: M Mittagstiech. A Abendtisch, L Logis (Zimmer), hl rituell. Baden-Baden Centrai-Hotel Lieblich M, A, L, rit. Frankfurt a. M. Hotel-ReSJaurant Europäischer Hof M. A. L. KroasrlaztsstraBa 44. Ttltfoi 32557. Besitzer Sali» Blee. 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