Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg
- Volume
- 15 (1938)
- Issue
- 2 (15.4.1938)
- Date
- 1938-04-15
- Page
- Seite 12 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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12 Jüdisches Gemeindeblatt für die Israelitischen Gemeinden in Württemberg 15. 4. 38 XV. Nr. 2 den verflossenen Monaten zu leisten hatte. Nun ist es insbesondere wieder die Jüdische Nothilfe, die sich unserer Bedürftigen annimmt und die vor allem aus den Erträgnissen der „Blaue-Karte"-Sammlung Mietbeihilfen. Lebensmittelunterstützung und vieles andere ffewährt Auch dem Berufsausbildungswerk der Jugend wie den Auswanderern läßt die genannte Institution ihre Unterstützung zuteil werden. Wir weisen darauf hin. daß es auch in Württemberg zahlreiche jüdische Notstandsgemeinden gibt, die nur durch den Einsatz der Jüdischen Nothilfe ihre Hilfsbedürftigen durchhalten können. Jedes Gemeindemitglied muß deshalb die „Blaue Karte*' besitzen und so an den großen Aufgaben mitwirken, die der Jüdischen Nothilfe gestellt sind. Die Red. Die Zählung der hilfsbereiten Juden in Deutschland, die die Jüdische Winterhilfe am Sonntag, den 27. Februar 1038. in Form einer H a u s s a m m! u n g in allen jüdischen Gemeinden des Reiches durchführte, diente der Aufgabe, den Juden in den besonders notleidenden Klein- und Mittelgemeinden eine zusätzliche Hilfe zu bringen. Die Not in vielen Klein- und Mittelgemeinden hat sich in diesem Jahre außerordentlich verschärft. Der fünfte Teil der von der Jüdischen Winterhilfe Unterstützten könnte von ihr ohne Hergäbe zentrale/ Mittel nicht versorgt werden. » Eine starke Abwanderung ist in vielen Gemeinden zu verzeichnen. Wenn auch die absolute Zahl der Hilfsbedürftigen in diesen Gemeinden im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen ist. so ist doch eine Zunahme des Anteils der Hilfsbedürftigen an der jüdischen Gesamtbevölkerung zu beobachten und somit eine Zunahme der Not Es betrug der Anteil der Hilfsbedürftigen 1936/37 1937/38 In Schleswig-Holstein..... 19,6 % 31,1 °/o In Pommern........ 25,1 % 29.1 <>o in OstpreuBen....... 30,9 35,8 ° o In Hessen-Nassau...... 28,7 °/o 36,1 °/o im Landkreis Friedberg-Hessen 29,3 °/o 45,6 o/o In einzelnen Kleingemeinden sind weit mehr als die Hälfte, in einem Fall fast 90% der Gemeindemitglieder hilfsbedürftig. Hierfür seien einige Beispiele angeführt: Alt-Landsberg 140 Gemeindemitglieder, davon 70 Hilfsbedürftige; Johannisburg/Opr. 59 Gemeindemitglieder, davon 54 Hilfsbedürftige; Neidenburg 60 Gemeindemitglieder, davon 45 Hilfsbedürftige; Krojanke 61 Gemeindemitglieder, davon 38 Hilfsbedürftige; Neuruppin 35 Gemeindemitglieder, davon 30 Hilfsbe- ' dürftige; Bezirk Trier 504 Gemeindemitglieder, davon 203 Hilfsbedürftige. Die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Ikutschland, die neben der Leitung der gesamten Jüdischen Winterhilfe insbesondere der Versorgung der Juden in den Notstandsgemeinden ihre Aufmerksamkeit zuwendet, ist nicht imstande, die Hilfsbedürftigen in die- Pessach steht vor der Tür Der Ropschitzer kam einst müden Schrittes vom Bethaus heim. „Was hat dich so erschöpft?", fragte ihn seine Frau. „Mit der Predigt", sagte er, „mußte ich mich so abmühen. Ich hatte von den Armen und ihrem vielfältigen Bedürfen für das kommende Pessachfest zu reden, denn Mazzot und Wein und all das andere ist in diesem Jahre überteuer geworden." „Und was hast du mit deiner Predigt erwirkt?", fragte die Frau weiter. „Die Hälfte des Nötigen ist gesichert", gab er zur Antwort, „die Armen nämlich sind bereit zu nehmen. Wie's um die andere Hälfte steht, ob nämlich die Reichen zu geben bereit sind, das weiß ich noch nicht" Aus Martin Hubtr, Da* vtrhorgtn* IMnt. sen Gemeinden ausreichend zu versorgen, wenn sie nicht zusätzliche Mittel erhält. Die Zählung der hilfsbereiten Juden in Deutschland am 27. Februar 1938 diente der Aufbringung der erforderlichen zusätzlichen Mittel. Diese Zählung knüpft an an das Gebot der * ..Zählung des Volkes (II. 30, 8—13)". das in dem Wochenabschnitt enthalten ist, der am Sonnabend, den 26. Februar 1938, verlesen wurde. „Jeder, der gezählt wird, soll ein Sühnegeld, geben, ohne Unterschied, ob arm, ob reich." Alle die jüdischen Männer, Frauen und Kinder, die selbst oder für andere einen Spendenschein erwarben, wurden als „hilfsbereite" Juden gezählt. Stets Eingang letzter Neuheiten in DCLttlßtlhÜtßtl, Mütien,SKragen Hermann Lein, Marien**. 12 ADOLF HIRSCHHEIMER SPERRHOLZ Stuttgart - N Wolframstr. 50 Telefon 28429 CED SCHUHE Immer gut! Immer preiswertI erhaltlich bei Schuh-Katz Stuttgart, Leonhardsplatz Telefon 24864. Lumpen Hier Art, sowie Hllpapler und *heelesrt« Ftkten unter Garantie des Einstampfen!, kaufen laufend Gebr. Schlüsselberg Bad Cnnalatt Stuttgart Brückeristr. 42 Rosenstr. 17b Telefon 501 34 Für Strümpfe und Damen- Wäsche k Fried •tattsjatrt. RADIO mm ^1»^_/J 1 ede Marke Unverbindliche Vorführung In eigenem Heim. Kupfer «& Co. |04>t. Garienstr.32 M *Z*J* - Telefon ZOO lO Mari« Rothschild Kern erstraf»« II, II. / Telefon 42104 Qirdinen- und Oeajken-Spmr.are* Langjährige praktische Erfahrung. Erste k.lerenaea. Auch auawlrdge Auttrlge werden prompt erledigt. 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