Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg
- Volume
- 15 (1938)
- Issue
- 1 (1.4.1938)
- Date
- 1938-04-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Jüdisches Gemeindeblatt für die Israelitischen Gemeinden in Württemberg 1. 4. 38 XV. Nr. 1 aufruft, ihm durch Spenden die Mittel für den rirwerb von Nord-Palästina zu geben. Dieses Unternehmen des Keren Kajemeth Lejisruel gewinnt seine aktuelle politische Bedeutung insl>esondeTe. durch die Tatsache, daß in allen Vorschlägen der englischen Kommissionen über die zukünftige Gestaltung Palästinas uns de r Teil des Landes zugesprochen worden ist. in dem wir bereits mit unseren Menschen auf dem Boden sitzen. Der Emek Jesreel und der Fmek Beth Schean werden uns bei keiner, wie auch immer gearteten Rechtsform des zukünftigen jüdischen Palastinas verloren gehen. Es kann'uns immer nur das Gebiet versagt werden, in dem wir noch keine Stützpunkte besitzen. Wenn wir also heute Galiläa erwerben und damit vor der endgültigen Beschlußfassung der jetzt ins Land gehenden „Technischen Kommission" der englischen Regierung neue Tatsachen schaffen, so sind wir aus der reichen Erfahrung der Palästina-Kolonisation davon überzeugt, daß uns Galiläa niemals streitig gemacht werden wird. Die Zeit eilt, morgen kann sich schon die politische Gesamt-Konstellation in Palästina verändert haben. Das jüdische Volk muß begreifen, daß es daher in der Gegenwart auf entschlossenes, großzügises und tatkräftiges Handeln ankommt. Haben wir das Galil, so haben wir Kolonisation, haben wir Kolonisation so haben wir Alijah, haben wir Alijah, dann haben wir glückliche Menschen, die in einer trüben Galuth wieder eine Zukunft vor sich sehen, um derentwillen es sich lohnt, als Jude zu leben. Geistige Grundlagen des Palästina-Äufbaus Ein Nichtziontst über Palästina Für seine zweite Sonderveranstaltung hatte das Jüdische Lehrhaus Dr. WernerCahnm a n n, München, zu' einem Vortrage über das obige Thema verpflichtet. Stadtrabbiner i. R. Dr. R i e g e r eröffnete den Abend mit Begrüßungsworten an Dr. Cahnmann, der ungefähr folgendes ausführte: Seit der Tempelzerstörung ist das Zentrum des jüdischen Lebens der Galuth, das Zentrum des jüdischen Denkens Erez Israel. Im letzten Jahrhundert ist die religiös-profane Einheit des Judentums auseinandergefallen, und seit der Emanzipation ist die Aufklärung nach Osten vorgedrungen. Aber während sie im Westen individualistisch auflösend auftrat, wirkte sie im Osten national sammelnd. Mit den Namen: Achad-Haam, Pinsker, HerzI, Jabotinsky, Brenner, der Organisation „Chowewe Zion" entwickelte der Redner dann deren Ideen von Palästina als geistigen Sammelpunkt der Galuth über den politischen Gedanken der jüdischen Mehrheit auf beiden Seiten des Jordans zu der religionsfeindlichcn Gemeinschaftsidee und dem Begriff des humanen Nationalismus. Dieses Bündel von Ideen stößt jetzt mit der uneinheitlichen palästinensischen Wirklichkeit zusammen. Das Jüdische Volk in Palästina existiert aber noch nicht; es ist Eorderung, nicht Wirklichkeit — Drei Typen des palästinensischen Menschen fallen vor allem ins Auge: der orientalische Jude, der auf dem Standpunkt vor der Emanzipation steht, der westliche Jude auf dem Standpunkt der Nachemanzipation, und der osteuropäische Jude, der die Auffassung vertritt, Emanzipation i s t der Aufbau Palästinas. — Das wesentliche innere Problem liegt in der Auseinandersetzung von Religion (= Tradition) und Sozialismus. Besonders die Jugend strebt nach Befreiung von überkommenen Bindungen, deren Erfüllung nicht als „Mizwa", sondern als Zwang empfunden wird. In vielen Siedlungen gibt es kein „Beß haknesset". Aber schon machen sich Strömungen bemerkbar, die wieder nach den Quellen zurückführen und we- MAX ADLER (Stammfirma J. Adler, gegr. 1827) Weine - Spirituosen S t u ttga rt-8, Ernst - Weinstein Str. 21 b Telefon 70217 WEINBERG-BENDHEIM Packpapiere / Pappen Leichtbau- PI alten STUTTGART Simon Berg & Cie. TUCHGROSSHANDLUNG Stuttgart, Charlottenstraöe 26 Gebr. Bloch TUCHGROSSHANDLUNG Stuttgart/Eberhardstraße 20 Herrmann Stern gegr. 1857 TUCHGROSSHANDLUNG Stuttgart SeestraBe Nr 7 Gebrüder Steiner Ulm a.D. Baumwollwaren-Ausrüstungsgeschäft S. KRAUTKOPF Strickwarenfabrik STUTTGART RADIO 3 Tage Probe Harmonikas - Instrumente alles für MUSIK stets bei JACOB Inh. H. Schack. Hauptstätterstr 32a Telefon 24)29 gegr. 1873 Platten für Fremdsprachen-Unterricht W. 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