Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg
- Volume
- 14 (1937-1938)
- Issue
- 24 (16.3.1938)
- Date
- 1938-03-16
- Page
- Seite 224 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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224 Jüdisches Gemeindeblatt für die Israelitischen Gemeinden in Württemberg 16. 3. 38 XIV. Nr. 24 Stuttgart. Der Isr. Frauenverein-Frauen- .bund lädt zu einem „Heiteren Purimspiel" am 20. März ein. Auf diesen gewiß sehr anregenden Nachmittag weisen wir unsere Leser hin. Stuttgart. Dieses Jahr feiern die Kinder zweimal Purim. Zuerst natürlich an Purim selber, dann aber am Dienstag, den 22. März, in der Kunstgemeinschaft. Da kommt nämlich Jani Ball an aus Berlin! Was der alles bringen wird: Er ist ein großer Zauberer, Bauchredner, macht Spiele, Scherze, Allotria aller Art, Kasperletheater. Mehr wollen wir aber nicht verraten. Das wird eine Freude geben! — Als im letzten Herbst das Kasperle in der Kunstgemeinschaft erschien, konnten viele Kinder keinen Platz bekommen, trotzdem sie zu dreien und vieren sich auf zwei Stühle setzten. Deshalb wird „Onkel Ballan" gleich zweimal seine fröhlichen Kunststücke zeigen. Darum all Ihr großen und kleinen Kinder, die Ihr Euch am lustigen Hokuspokus erfreuen wollt, kommt, aber besorgt Euch schnell schon jetzt Karten, denn auch die beiden Vorführungen werden rasch ausverkauft sein. Stuttgart. Am 27. März spielen die Schüler unserer einheimischen Geigerin Ruth Hamburg vor. Wir machen auf diese Veranstaltung besonders aufmerksam. Göppingen. Im Rahmen eines^Eltern- .abends der Jüdischen Schule referierte Lehrer Fritz Erlanger über Berufswahl und Berufsümschichtung. Er warnte vor den bisherigen Berufen, welche für unsere Jugend nirgends in der Welt aussichtsreich seien. Chancen hat heute nur ein manueller Arbeiter, vor allem der Handwerker und der Landwirt, und auch diese nur bei gründlicher Vorbildung. Der Redner hob sodann die einzelnen im In- und Ausland heute gegebenen Ausbildungsmöglichkeiten hervor und beleuchtete im besonderen Hachscharah undJugend- Alijah. In der anschließenden Aussprache wurde von verschiedenen Seiten unter allgemeiner Zustimmung festgestellt, daß der Lehrplan der Jüdischen Schule falsch aufgebaut sei und an einer unfruchtbaren Uebersteigerung des Hebräischen kranke. Demgegenüber bedürfe der Unterricht in der englischen Sprache dringend eines wesentlichen Ausbaus und der gründlichsten Intensivierung. Dieser Einsicht sollten sich auch die zuständigen Stellen nicht verschließen, sondern im Interesse von Kindern und Eltern raschmöglichst die notwendige Reform durchführen. Göppingen. „Scholom AJechem, ein jüdischer Humorist; sein Leben und sein Werk*4, so lautete das Thema des Vortrags, welchen Dr. B. P 1 a w n e r , Eislingen/Fils, am 22. Februar auf Veranlassung des Isr. Vorsteheramts hielt. Der Redner schilderte den Lebenslauf des Dichters, der in den 57 Jahren seines Lebens gar weit in der Welt herumgekommen und zum fröhlichen Darsteller des Ghettos geworden ist. Nicht umsonst wird Scholom Alechem „der jüdische Marc Twain" genannt. Sein Humor ist ein wahrhaft goldener und echter. Plastisch stellt er alle Gestalten in ihrer Umgebung vor uns hin. So. vereint er uns mit diesen Menschen und führt uns in die Dörfer und Städte, in denen sie leben und von einem unverwüstlichen Lebensmut beseelt sind. Bei Scholom Alechem kommt Wichtige Mitteilung! In den nächsten Tagen wird der Postbote bei allen unseren Lesern in Stadt u. Land vorsprechen, um die Abonnementgebühr des „Jüd. Gemeindeblatts" für das 2. Quartal 1938 (April, Mal, Juni) In Höhe von RM. 1.25 zu kassleren. Wir bitten hiermit dringend, den kleinen Betrag bereitzuhalten und bei Abwesenheit eine geeignete Person mit der Zahlung desselben an den Postboten zu betrauen. Wenn Sie auch in Zukunft unser Blatt regelmäßig erhalten wollen, dann müssen Sie dafür Sorge tragen, daß die obige Quartalsgebühr prompt bezahlt wird—Wir bitten alle unsere Leser, dem „Gemelndeblatt* die Treue zu bewahren. Daß wir auf jeden Abonnenten angewiesen sind,braucht nicht besonders betont zu werden. Der Verlag. es in uns nicht zu dem bittern Nachgeschmack, der das heitere Lachen in seiner befreienden Wirkung einschränkt. Mit wundernetten Kostproben aus dem Schaffen des Dichters illustrierte Dr. Plawner seine treffliche Charakterisierung und erntete warmen Beifall. Dem herzlichen Dank für den wohlgelungenen Abend gab abschließend Dr. Wallach Ausdruck. Halgerloch. Am 20. Februar verschied unerwartet Religionslehrer i. R. Hermann Adler im 78. Lebensjahre. Fast 52 Jahre — davon 25 allein in Haigerloch — war er als Religionslehrer und Kantor tätig. Auch im Ruhestand bezeugte er für alle Gemeindeangelegenheiten das regste Interesse. Im Jüd. Gesangverein „Liederkranz" war Adler lange Jahre eifrigster Sänger, und noch bis vor wenigen Monaten wirkte er auch im Synagogenchor mit. Sein Andenken bleibt allezeit unvergessen. — Im Kulturbund gab Paula Lindberg-Salomon einen Liederabend. — Als Gast der Zionistischen Arbeitsgemeinschaft sprach Rabbiner Dr. Lothar Rothschild (Saarbrükken) über das Thema „Der Judenstaat, Idee und Bemühung". Eine Aussprache behandelte die aktuellsten Palästinaprobleme. — Im Jugendbund und Frauenverein gestaltete Lehrer Spier eine Feier zu Ehren Martin Bubers. Er leitete auch in beiden Vereinen anläßlich der Einweihung der Marannen-Synagoge in Oporto eine Arbeitsgemeinschaft über die Geschichte der Marannen von 1391 bis zur Jetztzeit. Heilbronn. Im Kulturbund gab vor kurzem Paula Lindberg-Salomon, begleitet von Erna Klein, einen Liederabend, der für alle Anwesenden ein Erlebnis bedeutete. Anläßlich d^s Auftretens der Künstlerin in Göppingen und Ulm haben wir ihre Darbietungen schon eingehend gewürdigt. Erfolg durch Insertion in dem Gemeinde- Blatt I Jlerztliches JCur- und familien/feim für Jfervöse Aufnahme von 4 GSiUn. 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