Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg
- Volume
- 14 (1937-1938)
- Issue
- 24 (16.3.1938)
- Date
- 1938-03-16
- Page
- Seite 218 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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218 Jüdisches Gemeindeblatt für die Israelitischen Gemeinden in Württemberg 16. 3. 38 XIV. Nr. 24 Nur dann werden schwere Schädigungen des Einzelnen und der Gesamtheit vermieden werden. Wir rufen daher alle Mitglieder der Gemeinschaft auf: Helft uns bei der Durchführung unserer schweren Aufgabe mit Eurem Denken und Eurem Sinnen! Arbeitet mit an unserem Werke! Tretet ein in unsere Reihen und zeigt, indem Ihr unser Mitglied werdet, wie ihr den Ruf der Zeit erkannt habt, damit der Hilfsverein in dieser schweren Stunde jedem Juden in Deutschland Freund und Helfer sein kann. Keiner darf bei uns fehlen. Gerade die, die noch nicht von der schweren Hand des Schicksals getroffen sind, gerade sie haben die Pflicht, ihren Brüdern und Schwestern in tiefer Not nach besten Kräften zu helfen. Werde Mitglied, dann hilfst auch du! Zum Konzert des Orchesters der Jüdischen Kulturbünde Ludwig Grünbaum (Nürnberg) gastiert als Klaviersolist Einen erlesenen Genuß bedeutete die 5. Veranstaltung der Kunstgemeinschaft mit dem Orchester der Jüdischen Kulturbünde (Frankfurt a. M ). So manches neue Gesicht sah man diesmal unter den Musikern — die Zeitverhältnisse fordern auch in diesem Kieise dauernd Veränderungen — aber der Dirigent, Generalmusikdirektor Prof. Julius Prüwer, versteht es, seirie Leute immer wieder zu einem präzis arbeitenden Klang- Jüdisches Handwerk heute Eine bedeutsame Aufgabe unserer Gemeinschaft. Wir sagen gewiß nichts Neues, wenn wir darauf hinweisen, wie groß die wirtschaftliche Not auch bei dem jüdischen Handwerker im Laufe der Jahre geworden ist. Trotzdem ist es aber notwendig, auf diese immer wieder hinzuweisen, denn was der jüdische Handwerkerstand für unsere Gemeinschaft bedeutet — das ist in d eser Zeit jedem einzelnen von uns klar geworden. Heute, da Tausende von Juden ihre alten Berufe verlassen und vor ihrer Auswanderung den Versuch machen, sich wenigstens die Grundlagen eines handwerklichen Berufs anzueignen, erkennen wir so recht, was frühere Generationen auf diesem Gebiete versäumt haben. Umsomehr gilt es, die Existenz des jüdischen Handwerkers mit allen Kräften zu sichern, denn er ist es, der insbesondere jungen jüdischen Menschen die Möglichkeit einer gediegenen Ausbildung und damit die Grundlagen für ihr späteres Fortkommen in der Welt gibt. Wenn so die jüdischen Handwerker mit als Bausteine einer neuen Struktur unserer Gemeinschaft helfen wollen, dann muß an alle Juden die Forderung gerichtet werden: Gebt auch dem jüdischen Handwerker Arbeit — aber nicht Almosen, sondern als Lebensaufgabe unseres Volkes! körper zusammenzuschmelzen. Vom ersten Geiger bis zum Pauker — alles verbindet sich unter der vornehrr.en, auch die feinste musikalische Nüance ausdeutenden Dirigiertechnik Prüwers zu höchster musikantischer Sammlung. Wir dürfen uns glücklich schätzen, in Julius Prüwer einen Orchesterleiter zu besitzen, der alle zeitgegebenen Schwierigkeiten zu meistern versteht und uns immer wieder Höchstleistungen bietet. — Mendelssohn - Bartholdys Ouvertüre zu .Märchen von der schönen Melusine" op. 32, dieses den Geist der romantischen Epoche zutiefst atmende Werk, leitete den Abend ein. Bewunderte man hier schon den vollen Orgelton des Orchesters und nicht zuletzt die reine Intonation der Blasinstrumente aller Gattungen, so wurde es — orchestermäßig gesehen — bei der .Ländlichen Hochzeit- Symphonie" op. 26 von Carl Goldmark so recht deutlich, wie jede Abteilung des Ensembles mit ersten Fachleuten besetzt ist. Uebiigens: ein echter Goldmark, diese „Ländliche Symphonie"! Farbenreich instrumentiert, melodiös, oft auch etwas opernhaft pathetisch — aber immer interessant und von packenden Einfällen getragen. — Höhepunkt der Vortragsfolge war das Klavier- Konzert e-moll op. 11 von Chopin, dessen Klavierpart Ludwig Grünbaum bestritt. Grünbaum ist ein Pianist von großem Format. Bei ihm ist jede angeschlagene Note Ausdruck tiefster Verinnerlicbung. Dabei ist sein auch technisch virtuoses Spiel intelligent und großzügig. Er spürt dem Geiste der 1 Den verehrlichen Gemeindemitgliedern in Stadt und Land I empfehlen sich die Mitglieder ' des „Vereins jüd. Handwerker", Groß-Stuttgart Bäckerei, Conditorei, Cafe Geschw. Haimann, Seidenstr. 6, Telefon 22979 ■ Bürstenmacher J. Meisner, Augustenstraße 75 Damenhüte Mode-Fromm, Tulpenstraße 7 [ Damenhüte Hermann Lein, Marienstraße 12, Telefon 621 66 Damenschneiderin Hilde Kahn, Charlcttenstraße 26, Telefon 24570 Damenschneiderin Manja Kramaroff, Reinsburgstraße 40 Damenschneiderin Geschw. Öettinger, Hermannstr. 11, Tel. 63899 Damenschneiderin Julie Stern, Hohestraße 10 a, Telefon 2339'6 Drucksachen Wilhelm Rothschild, Rosenbergstr. 111,Tel.65676 Herrenu. Damenfriseur Norbert Spielmann, Mariemtr. 2, L, Tel. 62560 Gasu. Wasserinstallation Julius Kahn. Kolbstraße 6, Telefon 70076 Gaststätte u. Metzgerei „Zur Ratstube", Rexingen, Telefon 376 Herrenschneider L. Kanzelsauer, Schloßstraße 33, Telefon 28160 Herrenschneider Hermann Opatowski, Blumenstraße 34 Herrenschneider Ludwig Haarburger, Baisingen Herrenschneider Wilhelm Levi, Horb am Neckar ( Kürschner Pelzhaus Reinbold, Feuerbach, tÄ'"'^! * Maler Moritz Gurfinkel, Reuchlinstr 21, Tel. d. 646 34 Schuhmachermeister M. Katz, Tübinger Straße 27 Schuhmacher N. Neumann, Hickstraße 7, Telefon 42598 Wäscherei Emilie Michelbacher. fSffgS** M Zigarrenhaus Rosa Wallerstein. Kasernenstraße 14 RADI^} 3 Tage Probe Harmonikas - Instrumente alles für MUSIK stets bei JACOB Inh. H. Schack. 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