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Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg · 1938-01-16 · 20 (16.1.1938) · p. Seite 183

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg
Volume
14 (1937-1938)
Issue
20 (16.1.1938)
Date
1938-01-16
Page
Seite 183 (sequence 7)
Language
German
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XIV. Nr. 20 Jüdisches Gemeindeblatt für die Israelitischen Gemeinden in Württemberg 16. 1. 38 183 Auch Sachspenden der Jfld. Winterhilfe — abersiflimrtte! Di« Jüdische Winterhilf, in Württemberg übersendet ■BS nachstehenden Aufsatz der Judischen Winterhilf« Kola, dar, wie mix erfahren, ia seinen wesentlichen Teilen auch für die hiesig» Verhältnisse I»trifft. - Zwar sied dar lad. Winterhilfe ia Württemberg noch keine Eisschränks and Kombinationsherde ,,gespendet ' worden, zwar braucht sia keine Ofen, sondern Schranke, Kommoden, Tische, Stuhle, Matratzen {keine Holz, bettstellen ohne Matratzen); aber was son-1 ia dem Artikel «bar Entrumpelung and dergl. gesagt Ist, hat auch in vollem Maße für Statt gart Geltung, and swar nicht Bar für die Zeit dar Winterhilfe, sondern für das (aaxa Jahr. — Dia Jid. Wlntsrkilfs, Kola, schreibt: Wir legen großen Wert auf die Brockensammlung, wir nehmen jeden Abholauftrag entgegen, und wir freuen uns über jede Spende, die in den Bereich dieses Zweiges unserer Sammlung fällt. Wir unterhalten einen Botendienst, wir haben auch alle paar Tage Fahrzeuge unterwegs, aber diese Fahrzeuge fahren oft nur vollkommen unbrauchbare Dinge dahin, wohin sie gehören, zum Müllsammelplatz. Was wir bedürftigen Menschen geben, muH brauchbar und zweckentsprechend sein! Wir können keinem Menschen eine Freude mit einem Trichtergrammophon aus dem Jahre 1896 machen, kein Mensch kann etwas mit Sonnenschirmen tun, die vielleicht unsere Großmütter in ihrer Jugendzeit benutzten. Und wir wissen auch wirklich nichts mit Nachtgeschirren anzufangen, wenn die zur Garnitur gehörenden Waschschüsseln anderweitig gebraucht wurden. So ist es mit den elektrischen Eisschränken, die viele hundert Kilo schwer sind, deren Abtransport 6 Mark kostet, deren Re- ■ paratur einige hundert Mark kostet, und die dann so teuer im Betrieb wären, daß der Wohlhabendste in unserer Gemeinde die Stromkosjten nicht zahlen kann. (Und deshalb erhalten wir ja auch solche „Geschenke"!) Förderung der jüd. Auswanderung durch Kapital-Transfer An dem Transferverfahren, das auf Anordnung der Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung über die Allgemeine Treuhand- Stelle für die jüdische Auswanderung (Altreu) Gesellschaft mit beschränkter Haftung Berlin W 35, Potsdamer Straße 72 abgewickelt wird, können in Zukunft gemäß einer dieser Treuhand-Stelle von der Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung erteilten Genehmigung jüdische Personen teilnehmen, deren Vermögen bei Einzelauswanderung 30 000 RM, bei gemeinschaftlicher Auswanderung von 2 Personen 40 000 RM, bei gemeinschaftlicher Auswanderung von 3 und mehr Personen 50 000 RM nicht übersteigt. Die bei Einleitung des Verfahrens zu berücksichtigenden Einzelheiten sind aus einem Merkblatt der Altreu zu ersehen, welches auf Anforderung vom Hilfsverein! der Juden in Deutschland, Berlin W 35, Ludendorffstraße 20 und dessen Zweigstellen, vom Palästina-Amt, Berlin W 15, Meinekestraße 10 und dessen Zweigstellen, sowie von der Altreu an Interessenten kostenlos abgegeben wird. Diese Stellen sowie die Altreu erteilen auf Wunsch auch Auskunft über die Höhe der erzielbaren Transfersätze. Förderung der Auswanderung minderbemittelter Juden Die Reichsvertretung der Juden in Deufschi land teilt mit: Zur Förderung der Auswanderung minderbemittelter jüdischer Personen ist Was für den Eisschrank gilt, gilt auch für die herrlichen kombinierten Kohlen- und Gasherde. Wenn für Sie ein solches Instrument zu teuer im Verbrauch ist, überlegen Sie doch bitte, was soll denn nun die Jüdische Winterhilfe damit tun? Wem könnte sie damit eine Freude machen? Dasselbe trifft für das zu, was unserer Kleiderkammer mitunter gespendet wird. Unsere ehrenamtliche Mitarbeiterin, die rührige Leiterin unserer Näh- und Flickstube, Frau Leo Wolff, zeigt gern einmal dem einen oder anderen, was sie so täglich direkt aus den Abholpaketen in den Lumpensack steckt. — Und so hoffen wir, daß diese Zeilen dazu beitragen, die Jüdische Winterhilfe von einer Aufgabe, die ihr nicht gegeben ist, — der Müllabfuhr — zu befreien. Damit hören dann auch jene Klagen auf, die immer von denen stammen, die um jeden Preis billig entrümpelt sein möchten. Was wir brauchen, sind: brauchbare Möbel und kleine Oefen jeder Art, Einrichtungsgegenstände und Spielsachen, ferner Anzüge, Hosen, Joppen, Mäntel für Frauen, Männer und Kinder, Schuhzeug für groß und klein. Wollwaren usw. — Unsern wirklichen Freunden, die immer wieder in jeder Beziehung ihre Güte und ihre Gesinnung unter Beweis stellen, wollen wir hiermit öffentlich im Namen Vieler dafür Dank sagen. Aus den Gemeinden Württembergs Stuttgart Die Oeffentliclie Sitzung des Israel. Gemeinde vorsteheramts Groß-Stuttgart vom 6. Januar wurde vom Vorsitzenden. Karl L e v i. eröffnet, der insbesondere den vom Vorsteheramt kooptierten neuen Vorsteher Rechtsanwalt R udieReichsvertretung der Juden in Deutschland in der Lage, Darlehen zum Zwecke der Durchführung der Auswanderung zur Verfügung zu stellen, sofern nachweislich die Auswanderung nur durch Bereitstellung solcher Darlehen vollzogen werden kann. Einzelheiten sind einem Merkblatt zu entnehmen, das bei dem Hilfsverein der Juden in Deutschland, Berlin W 35, Ludendorffstraße 20 und dessen Zweigstellen, sowie beim Palästina-Amt, Berlin W 15, Meinekestraße 10 und dessen Zweigstellen erhältlich ist. Transferverlahren für jüdische Auswanderer Die Presse-Abteilung der Reichsvertretung der Juden in Deutschland teilt mit: Da noch nicht feststeht, wann das Transfer- Verfahren wieder aufgenommen werden kann, das von der Allgemeinen Treuhand- Stelle für die jüdische Auswanderung GmbH. (Altreu), Berlin W 35, Potsdamer Straße 72, auf Veranlassung der Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung im November vorigen Jahres zur Förderung der jüdischen Auswanderung aus Deutschland eingeleitet worden ist, wird die Altreu, von ganz besonders dringlichen Fällen für kleinere Beträge abgesehen, neue Anträge bis auf weiteres nicht entgegennehmen. Eine etwaige Wiederaufnahme des Verfahrens wird in den jüdischen Blättern bekanntgegeben werden. d o 1 f Singer begrüßte. Nach der Verpflichtung desselben gab der Vorsitzende die neue Zusammensetzung der verschiedenen Abteilungen des Kollegiums unter Berücksichtigung der in der Zwischenzeit eingetretenen personellen Veränderungen bekannt. Darnach setzen sich die Abteilungen wie folgt zusammen: Finanzabteilung: Theodor C. Hirsch (Obmann), Moritz Marx, Hans Mayer, Oberrechnungsrat Meyer, Dr. Paul Tänzer. Friedhofabteilung: Leopold Goldschmidt (Obmann), Josef Brückel, Leopold Marx, Oberrechnungsrat Meyer. Gottesdienstabteilung: Rabbiner Dr. Auerbach (Obmann), Leopold Goldschmidt, Siegfried Krautkopf, Moritz Marx. Oberrechnungsrat Meyer. Jugendabteilung: Dr. Paul Tänzer Danksagungen ins Gemeindeblatt! Mazzenbestellungen für Pessach 1938 bitten wir uns sofort nach Erhalt dar Bestellkarte, spätestens bis 21. Januar 1938, aufzugeben, da wir nur dann mit pünktlicher Lieferung rechnen können. Bäckerei, Kondltore.1 und Cafe Stuttgart, Saldenstr. e, Tel. 229 79 Cunard White Star, Berlin Unter den Linden 37 Cunard White Star. 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