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Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg · 1938-01-16 · 20 (16.1.1938) · p. Seite 184

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg
Volume
14 (1937-1938)
Issue
20 (16.1.1938)
Date
1938-01-16
Page
Seite 184 (sequence 8)
Language
German
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184 Jüdisches Gemeindeblatt für die Israelitischen Gemeinden in Württemberg 16. 1. 38 XIV. Nr. 20 Vom Ruhen u. Arbeiten Geh zur Ameise, du Fauler, sieh ihre Weise an und werde klug. Sie, die keinen Fahrer, Vogt oder Herrscher hat, bereitet im Sommer ihr Brot, sammelt in der Erntezeit ihre Nahrung. Wie lange, du Faulenzer, willst du liegen? Wann wirst du von deinem Schlafe aufstehen? „Noch ein wenig Schlaf, noch ein wenig Schlummer, ein wenig die Arme verschränken zum Ruhen." Aber deine Armut kommt wie ein Begleiter, und dein Mangel wie ein Schildträger. — Sprüche Salomo 6, 6—11. Gedenke des Sabbattages, ihn zu heiligen! Sechs Tage sollst du arbeiten und all dein Werk verrichten; aber der siebente Tag ist ein Sabbat dem Ewigen, deinem Gott. Da sollst du keinerlei Werk verrichten, du und dein Sohn und deine Tochter, dein Knecht und deine Magd und dein Vieh und dein Fremdling, der in deinen Toren ist. Denn in sechs Tagen hat der Ewige den Himmel und die Erde geschaffen, das Meer und alles, was darin ist, aber am siebenten Tag hat er geruht; darum hat der Ewige den Sabbattag gesegnet und ihn geheiligt. 2. Buch Moses, 20, 8. (llbmann). Theodor C. Hirsch. Oberrech-;nungsrat Meyer. Rudolf Singer. Kalturabteilung: ■ Leopold Marx. Rabbiner Dr. Auerbach. Hans Mayer. ü n te r r i c fi t sa b te i 1 at, g: Rabbiner Dr. Auerbach (Obmann), loset' Brockel. Moritz Marx. Obvrrechnuaesra.t Meyer. Spor t a b te i I n n g: Theodor C. Hirsch (Obmann). Siegfried fuautkopf. S c Ii w .i r / w a I d hei m: Josef Brücke! (Obmann). Leopold Gokischmidt. Rudolf Sinj£c r. Letzterer soll, solange Oberrechnungsrat Meyer abwesend ist. zu den Beratungen der Fin.mzahteiliing eingeladen werden. In den (ürtsschiilrat tritt Hat:s Mayer als neues Mitgliedern. - her Vorsitzende gratulierte nun dein Senior des Kollegiums. Arthur Essinger, anläßlich seines 25jährigen Vorsteher jubiläujns mit herzlichen Worten, für die der Geehrte ebenso herzlich dankte. Aus.den laufenden Mitteilungen des Vorsitzenden hellen wir folgende Angaben bzw. Hi Schlüsse liervor: Das Vorstcheramt wird den Oberrat erstehen, die Stelleeines Rabbiners in der Israel. Religionsgemeinde Groß-Stuttgart auszuschreiben. —' Die Relclisvertretiing bezuschußt die Jüdische Schule in Stuttgart mit RM nionatlich. D.'s indische Lehrhaus in Stuttgart erhielt vom Oberrai eine Zuwendung von RM KKr. . . Der Vorsitzende machte dam; noch Mitteilungen votr Stiftmigen und Dauksehreiben. Iii eine- Aussprache wurde die Frage der Benachrichtigung der Getnemdemitglieder bei $terbe?älk-n und der Grabnflege-Stiftungen behandelt. Eine nklitöftentliche Sitzung schloß sich an. _- 4 Wir erfahren noch. (laß als Nachfolger des Oemeiudepflegers I »r. C o h n . der in nächster Zeit auswandert, einstimmig Th e o d o r C. H i r s!: bestellt « urde. Theodor C. Hirsch wurde außerdem zum X stellvertretenden Vorsitzenden des Gemeindevorsteheramts einstimmig gewählt. Stuttgart. Die Retehsyenretung der, Juden Iii Deutschland teilt mit: In der Sitzung des WandertHtgsausscIiBSses der Reichsvertretung der Juden in Deutschland vom 13. Dezember WM w urde die Notwendigkeit einer Verstärkimg aller Bemühungen zur Förderung der Auswanderung festgestellt und die hierzu möglichen Maßnahmen erörtert. Angesichts des starken Auswanderungsbedürfnisses und-der nur beschränkt vorhandenen Auswanderungstnöglichkciten müssen alle Kräfte angespannt werden, um die vorhandenen AuswanderuiiKsmöglidikeiten wahrzunehmen und neue zu erschließen. Nachdem sich die Zusammenarbeit der im Wandeningsausschul der Reicbsvertretung der Juden in Deutschland zusammengeschlossenen Wanderlingsorganisationen bisher voll bewährt hat. bestand Einmütigkeit darül>er, daß künftig noch stärker die gesamte Planung der jüdischen Auswanderung zentral zusammenzufassen ist. Es wurde daher im WanderungsaussciiaB der Reichsverfetung der luden in Deutschland die Zentralstelle' für die jüdische Auswandern n g geschaffen.' die in engster Zusammenarbeit mit den wie bisher selbständig bleibenden Wanderungsorganisationen die einheitliche Lenkung und planvolle Förderung der Einzel- und der Gruppenwanderung gewährleiste:. Der Wanderlingsausschuß wird der jüdischen Oeffentlicbkeit über seine Arbeiten Bericht erstatten. In den Wanderungsausschuß wurden zugewählt: Die Herren Jakob Levy. Dr. Leo Löwenstein und Josef Schmeidier. Damit sind alle i:: der Reichsvcrtretung der Juden in Deutschland zusammengefaßten jüdischen Organisationen auch im Wanderungsausschuß vertreten. Stuttgart. Der ..Hilfsverein der Juden in Deutschland" gibt folgendes bekannt: In letzter Zeit häufen sieh die Fälle, in denen Ausw anderer dadurch schweren Schaden erleiden, daß sie es versäumt haben, sich rechtzeitig an sachkundiger Stelle zu informieren. Dies führt sehr leicht zur Außerachtlassung wichtiger gesetzlicher Formalitäten, die zur Erteilung eines Visums vom Einwanderungslande gefordert werden, und somit mindestens zu Zeit- und Geldverlusten für den Auswanderungsw iiiigen. Häufig werden aber auch bei der Einwanderung selbst in Unkenntnis der Zollvorschriften oder der wirtschaftlichen Verhältnisse im Einwanderungslar.de Fehler begangen, die den Einwanderer außerordentlich teuer zu stehen kommen. Aus solchen Gründen liegt es im dringendsten Interesse des Auswanderers selbst, sich bei den zuständigen Beratungsstellen des Hilfsvereir.s sorgfältig vor seiner Ausreise zu erkundigen, und zwar gerade auch dann, wenn er eine finanzielle Hilfe nicht benötigt. Die Berater des Hilfsvercins verfügen über eine Fülle von Informationen, die für jeden Auswanderer von Wert sind. Stuttgart. Der Landesverband Württembcrg-HohenzolIern des Reichsbunds jüdischer Frontsoldaten e. V. hielt am 8. Januar unter dem Vorsitz des stellv. Landesverbandsvorsitzenden. Adolf Emrich, eine Sitzung ab. Der Vorsitzende. Rechtsanwalt Albert Mainzer II, war verhindert, an ihr teilzunehmen. Alle großen Ortsgruppen des Landes waren vertreten. In der Sitzung wurden wichtige Fragen der jüdischen Kriegsopfer- Fürsorge und der Unterstützung bedürftiger Kameraden behandelt. Es wurde als dringend notwendig erachtet, daß alle jüdischen Kriegsopfer, und zwar nicht nur die kriegsbeschädigten Frontkämpfer sondern auch die Eltern gefallener jüdischer Soldaten. Kriegerwitwen und Kriegerwaisen, der Kriegsopfer- Abteilung des Reichsbunds jüdischer Frontsoldaten beitreten. Eine diesbezügliche Aufforderung wird in dieser Nummer veröffentlicht. Stuttgart. Am 16. Januar darf unser Gemeindemitglied Juwelier Albert Feit, Inhaber der gleichnamigen altbekannten Finna in der Rotebühlstraße, seinen 70. Geburtstag feiern. Die vielen Freunde und Bekannten des Jubilars benützen gerne diesen Anlaß, um dem immer frohgemuten Mann ihre Wertschätzung zu bezeugen. Albert Feit, der im Ruf eines hervorragenden Fachmanns steht, ist lange Jahre im Auftrag der Handwerkskammer Meisterprüfer gewesen. Noch heute leitet er in alter Frische sein schon über 40 Jahre bestehendes Unternehmen. Wir entbieten dem Jubilar unsere herzlichsten Glückwünsche! Stuttgart. In diesen Tagen versendet das Jüdische Lehrhaus seinen neuen Arbeitsplan für die Monate Februar bis Mai 19,38, den wir der besonderen Beachtung unserer Leser empfehlen. Der Arbeitsplan zeigt wieder jüdische Kurse, allgemeine Kurse, Sprachkurse und einen Stenographiekurs an. Wir machen besonders darauf aufmerksam, daß das Lehrhaus diesmal verbilligte Sammelkarten für die Sonderveranstaltungen herausgibt — eine Neuerung, die sicherlich lebhaft begrüßt werden wird. Wir fordern alle Gemeindemitglieder auf, die bedeutsamen Bestrebungen unserer zentralen jüdischen Bildungsstätte durch regen Besuch der Kurse und Sonderveranstaltungen zu fördern. Stuttgart. Der nächste Hausfrauennachmittag des Israel. Frauenvereins—Frauenbunds findet am 18. Januar statt. Wir machen auf diese Veranstaltung hiermit aufmerksam. Stuttgart. Wir weisen hierdurch nochmals auf die Jahresveranstaltung des J.S.V. ,.S c h i I d" am 22. Januar im großen Saal des Gustav-Siegle-Hauses hin, die, wie wir erfahren, geeignet ist, unseren Lesern einige

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