Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg
- Volume
- 14 (1937-1938)
- Issue
- 18 (16.12.1937)
- Date
- 1937-12-16
- Page
- Seite 163 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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XIV. Nr. 18 Jüdisches Gemeindeblatt fflr die Israelitischen Gemeinden in Württemberg 16. 12. 37 163 und Tiergeschichten und Bücher aus der Welt der Technik. In erster Linie wurde das jüdische Kinderbuch berücksichtigt. Unter den mannigfaltigen Erscheinungen auf dem Gebiete der jüdischen Kinderliteratur wurden mit besonderer Sorgfalt die bestempfohlenen Werke ausgewählt. — Daneben ist aber die allgemeine ältere und neuere Kinderliteratur in ihren Standardwerken vertreten. — Es ist vorgesehen, bei entsprechender Benützung der Lesestube diesen Grundstock weiterhin auszubauen und allen gerechtfertigten Wünschen der jungen Leser nach Anschaffung neuer Bücher möglichst zu entsprechen. Die Kinderlesestube befindet sich in den Räumen des Jüdischen Jugendheims. Qartenstraße 30 I., und alle Kinder von 7—14 Jahren sind zu eifriger, unentgeltlicher Benützung herzlich eingeladen. Lesestunden sind Montags und Donnerstags von 3—6 Uhr. Während der Lesezeiten sind freiwillige Helferinnen anwesend, die sich dazu erboten haben, sich den Kindern in liebevoller Weise zu widmen und sie bei der Auswahl der Bücher zu beraten. Ausdrücklich sei erwähnt, daß die Bücher, nicht nach Hause ausgeliehen werden können. Es ist geplant, von Zeit zu Zeit Vorlesungen, Märchennachmittage usw. zu veranstalten und den jungen Lesern allerhand fröhliche Ueberraschungen zu bereiten. Auf nun, alle Buben und Mädel, freut euch über diese schöne neue Einrichtung und macht eifrig davon Gebrauch! Aus den Gemeinden Württembergs Stuttgart. Anläßlich des Chanukkahfestes veranstaltete die Jüdische Schule Feiern, die Lehrer, Schüler, Eltern und Freunde der Schule in froher, erhebender Gemeinsamkeit vereinte. Sämtliche Klassen hatten fleißige Vorarbeit geleistet — und so sahen die vielen Anwesenden ein gehaltvolles Programm, das für den Geist, in der unsere Schule ihre Kinder erzieht, schönstes Zeugnis ablegte. Selbst Erstklässler durften ihr Können zeigen, und sie traten zur größten Freude der Eltern in einem reizenden Stückchen. ..Chanukkah im Puppenladen", auf, bei dem die kleinen Buben und Mädel brav ihr Sprüchlein aufsagten und das Weihefest auf ihre köstlich-kindliche Weise grüßten. Man konnte es den Kindern an den Augen ablesen, wie beglückt sie waren, das Fest der Lichter auf so schöne Weise begehen zu dürfen. So recht für ein Kindergemüt geeignet war auch die Darstellung des Midraschs vom Fuchs und Wolf, den Lehrer Felix David szenisch bearbeitet hatte. Es war viel mehr wie Spiel, als die Kinder an der festlichen Sabhathtafel saßen und die schönen Freitagabendlieder anstimmten, in die sich dann die Schreckensrufe ob des plötzlichen Eindringens des grimmen Wolfes mischten . . . Echtes jüdisches Leben war es vielmehr, das da schon im Kinde seinen Ausdruck fand! Und als der böse Wolf gar im tiefen Brunnen bleiben mußte, während das schlaue Füchslein mit den Worten der Bibel weise feststellte, daß der Gerechte aus dem Gefängnis befreit wird, und Gott den Frevler an seine Stelle setzt, da erfuhren alle Anwesenden aus Kindermund eine tiefe Weisheit. Mit Recht durfte Schulleiter Dr. Goldschmidt, der auch ein Gedenkwort für Don Jizchak Arbabanel sprach, sagen, daß auch in diesen Aufführungen sich ein Stück Schularbeit dokumentiert; denn, was unsere Kinder aus solchen Stücken zutiefst lernen, das weiß der am besten, der selbst ein Kind in unsere Schule schicken darf. — Die größeren Knaben führten Szenen aus dem Schulstück ,.Antiochus Epiphanes" von Valier-Großmann auf. Und mit welchem Temperament taten sie das! Die gar nicht leichten Szenen wurden von den Kindern in einfachen, aber sehr wirkungsvollen Kostümen so lebendig und flüssig gespielt, daß ihnen hohes Lob gebührt. Ein Glanzpunkt der Vortragsfolge war die Aufführung des Weihespiels „Die Lichter sprechen" von Leopold Marx, zu dem Hugo Adler (Mannheim), der Komponist von „Balak und Bilam", die stilvolle Musik geschrieben hat. Bei dieser Uraufführung waren der Dichter und Komponist zugegen, und sie durften mit der Interpretation ihres Werkes hoch zufrieden sein. Unter der mitreißenden Stabführung Karl Adlers vereinten sich ein durch Lehrkräfte verstärkter Jugendchor, ein aus Mitgliedern des Instrumentalkreises der Kunstgemeinschaft und Schülern gebildetes kleines Orchester und jugendliche Sprecher zu einer erhebenden Gemeinschaftsleistung. die einen außerordentlich tiefen Eindruck hinterließ. In diesem Weihespiel wird in sinntiefer Weise dem lebenspendenden Lichte gehuldigt, jenem Strahl, der den Menschen von der Geburt bis zu seinem Ende begleitet, der als Seele in unserer Brust leuchtet, als Offenbarung Israels gewährt wurde, als Verpflichtung und tröstliche Gewißheit auf ihm ruht. Nach jedem Spruch entflammte ein Licht mehr an der Menorali — uns als im vollen Schein des Leuchters zuletzt die Chanukkah-Hymne erklang, da hatten die Gäste ein Werk erlebt, das seinen Schöpfern sowie allen Mitwirkenden zur Fhre gereicht. Im Namen aller, die durch die Feierstunden beglückt wurden, sei unserer Schule hiermit herzlichster Dank gesagt. Stuttgart Die Jüdische Winterhilfe hatte am 28. November die Kinder der Betreuten aus Stuttgart und Freudental zu einer Chanukkah-Feier eingeladen, deren Vorbereitung in vorbildlicher Weise durch den Frauenverein, insbesondere Frau Josef Schwarzschild, übernommen worden war. Die Kinder wurden mit Kakao und Kuchen bewirtet und fanden auf ihren Tellern auch noch Obst und Schokolade. Der unterhaltende Teil wurde von Leo Adler geleitet, der den Reigen der Darbietungen mit kurzen Worten eröffnete. Hans Fröhlich trug ein Chanukkah-Gedicht vor, Frau Dr. Bamberger würdigte die Bedeutung des Festes in einer gehaltvollen Anj spräche. Die Harmonika-Gruppe Ignaz Ziegler machte Musik. Eine kurze Szene, die den Streit zwischen Chanukkah und Purim darstellte und von Leo Adler einstudiert war, leitete zum Entzünden der Lichter über, worauf das „Moaus zur" folgte. Nach einer kurzen Pause tanzte Erna Feuerlicht den Rosenkavalierwalzer und den Schluß der Darbietungen machte der Zauberkünstler Fritz Landauer, der mit seinen Kunststücken Alt und Jung verblüffte. — Vor dem Auseinandergehen wurden die Chanukkah-Gaben verteilt, die bei allen Beschenkten helle Freude auslösten. Der Tag machte sichtlich großen Findruck auf die Kinder, was zum Teil durch begeisterte Briefe über den glücklichen Verlauf der Feier bestätigt wurde. — Stuttgart. Eine in allen Teilen wohlgelungene Chanukkafeier beging das Jüdische Schwestern heim in seinen Räumen am 30. November. Der Vorstand, Dr. Gunzenhauser, hob in seiner Begrüßungsansprache hervor, daß das Chanukkafest für das Schwesternheim eine doppelte Bedeutung Wärmende Trikotagen Strümpfe und Strickwaren mMME Kaufhausges. m. b. H. Stuttgart, TUbingerstr. 6 Jeden Einkauf bei unseren Inserenten! Auch Ihre Familien-Anzeige in das Gemeindeblatt. CUNARD WHITE STAR NACH AMERIKA D. „Queen Mary" 81 235 t Regelmäßig wöchentliche Abfahrten mit den bekannten Riesenschnelldampfern „Queen Mary" „Berengaria" „Aquitanla" sowie mehrmals wöchentlich mit den großen Kajütschiffen „Britannic" „Carlnthia" „Franconla" „Georgic" Günstige Durchbuchung ob Homburg. Bremen usw.. und nach Inlondsplofzen in USA. Bordakkreditive Auskunft und Prospekte kostenlos durch Cunard White Star, Berlin Unter den Linden 37 Cunard White Star, Stuttgart Königstraßa 12 Ihre Schiffskarten durch: Siegfried Schwai Stuttgart, KBnlgstrtBe 43a / zschild Tel. 28992