Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg
- Volume
- 14 (1937-1938)
- Issue
- 18 (16.12.1937)
- Date
- 1937-12-16
- Page
- Seite 164 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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164 Jüdisches Gemeindeblatt für die Israelitischen Gemeinden in Württemberg 16. 12. 37 XIV. Nr. 18 habe, die des historischen Gedenkfestes und eines Freuden- und Eintrachtfestes. So wie Verwaltung und Schwestern an diesem Abend in Freude vereinigt seien, so arbeiteten sie auch während des Jahres in schöner Harmonie zusammen. Heide haben nur das e i n e Ziel im Auge. Jen Armen und Kranken beizustehen und nach besten Kräften in der Wohlfahrtspflege mitzuarbeiten., I>ie abendliche Feier war umrahmt von seelenvoll vorgetragenen Violinstöcken der Frau Ciaire Nusbaum, von ihrem Gatten auf dem Klavier begleitet, von heiteren und ernsten Gesangs- Vorträgen des Fräulein Ruth Robert, deren kiangvol en Mezzosopran wir Kerne im Konzertsaal hören mochten, und von deklamatorivdien Vorträgen der Herren Rosenstock und l>r. Ries. Gewürzt wurde der Abend dnreji iaimige Reden der Herren Dr. Wolf und l>r. Auerbach, in welchen der I Ojährigen Vorstandstätigkeit von Dr. Gunzenhauser üiid der flc&igcii Arbeit der Schwestern in warmen .Worten gedacht wurde, ebenso durch eneii poetischen Toast, den Frau Dr. k'eif auf die Schwestern ausbrachte. Der Vorstand dankte den .Mitwirkenden und stellte mit Genugtuung fest, daß der Abend einen schönen heiteren Verlauf genommen .und für einige Stunden die Alltagssorgen Verscheucht habe. Stuttgart. Fin Jubiläum besonderer Art konnte der Senior des Israel. Vorsteherkolkgiunis. A r t Ii u r F s s i n g e r. in diesen Tagen begehen. Am 12. Dezember 1012. als«? \ <•: genatt 25 Jahren) w urde er in das Vorsieherkollcgiiim gewählt, dem er seitdem nluie l iiterbrechung angehört. Schon über lo Jahre vorher, etwa seit der Jahrhundertwende. \\ar er Mitglied der Steuerkommis- -sii>n: seit nahezu -Rl Jahren hat er also seine volle Kraft in den Dienst unserer Gemeinschaft gestellt. Wir entbieten dem hochbewfihften Manne auch aus diesem Anlaß unsere aufrichtigsten Glückwünsche. Stuttgart. Religionsoberlehrer i. R. Abrah a m \ d 1 e r durfte; am 12. Dezember seinen ob. Geburtstag begehen, und Religionsoberlehrer i. R. He rt hold Levi kann am 20. Dezember sein 60. Lebensjahr vollenden. Beide Jubtiare w aren in verschiedenen Gemeinden des Landes tätig und haben sich ais Lehrer und Kantoren um unsere Gemeinschaft große Verdienste erworben. Wir entbieten ihnen unsere herzlichsten Glückwünsche. Stuttgart. Frau Susi Krausz-Strauß, unserer Gemeinde von ihrem Auftreten in der Kunstgemeinschaft noch in bester Erinnerung, stellte sieh dem Lausanner Publikum in einem Klavier-Abend vor. Die Lausanner lTje-se rühmt die tadellose Technik und kraftvolle klare Musikalität, mit der die junge Pianistin ihr anspruchsvolles Programm meisterte. Rraunsbach. Am 4. Dezember veranstaltete die Bezirksschule Braunsbach unter Leitung von Lehrer Bernheim eine Chanukkahfeier. bei der auch die Kinder der Gemeinde Dünsbach mitwirkten. Der Verlauf der Feier zeigte, daß trotz einer kleinen Zahl von Kindern sehr viel geleistet werden kann. Dem Leiter und den Kindern wurde reicher Beifall gezollt. Lßlingcn. Der Oberrat veranstaltet in kürzeren Zeiträumen immer wieder Fortbildungskurse für seine Lehrer. Sie finden meist an den Schulen in Stuttgart und Eßlingen statt und stehen unter der Leitung von Anstalts- Jirektor Rothschild (Eßlingen). Die letzte fand hier am 22. November statt. Sie galt dem Zeichenunterricht. Lehrer Säbel (Laupheim) sprach über das Zeichnen in der Grundschule. Mit den Grundschülern des In den nächsten Tagen wird der Postbote bei allen unseren Lesern in Stadt und Land vorsprechen, um die Abonnementgebühr des ,..|üd. (iemeindeblatts" für das 1. Quartal 1938 (Januar, Februar, März) in Höhe von RM 125 zu kassieren. Wir bitten hiermit dringend, den kleinen Betrag bcicitzuhalten und bei Abwesenheit eine geeignete Person mit der Zahlung desselben an den Postboten zu betrauen. Wenn Sie auch in Zukunft unser Blatt regelmäßig erhalten wollen, dann müssen Sie dafür Sorge tragen, daß die obige Quartalsgebühr prompt bezahlt wird. — M ir bitten alle unsere Leser, dem ..Geineindeblatt" die Treue zu bew ahren. Dal! wir auf jeden Abonnenten angew iesen sind, braucht nicht besonders betont zu werden. Der Verlag. ■iHHHBHHnHnBH Waisenhauses zeigte er. wie diese Lhiterrichtsdisziplin zu handhaben ist. Prächtige Proben aus seiner eigenen Klasse ergänzten seinen Unterricht. Dann gab er noch sehr wertvolle Hinweise und Anregungen über Wesen und Methodik des Zeichenunterrichtes in der Grundschule. Oberlehrer Berlinger (Buttenhausen) führte mit geschulter' Hand und mit geübtem Auge in die Technik des Wandtafelzeichnens ein und gab den zahlreichen Teilnehmern aus seiner reichen Erfahrung wertvolle Hinweise für diese Kunst. Zeichenlehrer S. Ziegler (München) zeigte in einer reichen Ausstellung Gang und Erfahrung des Zeichenunterrichtes, den er selbst an der .lüd. Schule in München gibt. Ausstellung und Vortrag führten tief hinein in die Fragen dieses wichtigen Unterrichtsfaches. Man spürte in allem den Künstler und sein Ringen mit der zeichnerischen Kraft im Kinde. Fi erreichte in seinem Unterricht eine hoho Stufe technischen Könnens, zeigte die vielfachen Ausdrucksformen der kindlichen Biidsprache und die wertvolle Verbindung mit dem nahverwandten Arbeits- und Werkunterricht. In vier großen Unterrichtskreisen schreitet er von bescheidenen Anfängen zu seiner reifen Ausdrucksgestaltung vorwärts. Doch kommt bei Ziegler die ungehinderte Selbstentfaltung der natürlichen Bildsprache des Kindes zu kurz. Das Zeichnen will natttrliafter Ausdruck einer inneren Entwicklung des Kindes sein. Erst von dieser Wurzel aus läßt sich das bildhafte Gestalten im Unterricht entwickeln. Das kam in der lebhaften Aussprache zum Ausdruck. Aber trotzdem war die Ausstellung und der Vortrag Zieglers äußerst instruktiv. Er verfolgte einen sauberen, konsequenten Gang, er arbeitet mit größter Hingabe in seiner Schule und all sein Wirken ist von einem hohem Ethos getragen. So erreichte er die guten technischen und graphischen Erfolge. Die Lehrer nahmen mit großem Dank die wertvollen Gaben Zieglers entgegen. Der Aussprache wohnten auch der Präsident des Oberrates, Dr. Gumbel. und Oberrechnungsrat Wißmann bei. Eßlingen. Die Chanukka-Feiern im hiesigen Waisenhaus müssen einen besonderen Reiz haben. Von Jahr zu Jahr wächst die Zahl der Besucher. Der geräumige Speisesaal kann die zahlreichen Freunde und Zuhörer kaum fassen. Es ist wohl die jüdische Nöte, die diese Feiern auszeichnet und die Jahr um Jahr die große Anziehungskraft ausübt. ..Der Aufbruch" von Wolfskehl und „Der ewige Weg"* von Stefan Zweig führten mitten hinein in das jüdische Schicksal von heute. Und als die Lichtlein brannten, als das alte Chanukkalied erklang, spürten alle den ew igen Zauber dieses Festes, den ergreifende Chanukkagedichte noch vertieften. Alles Leid milderte sich, und ein heller Schimmer grüßte von Perne, wie es in dem schlichten Gedichte von Awrohom Reisen heißt: ..Wenn ich die Lichtlein zünd'. die acht". Ein hebräisches Spiel nahm den Chanukkagedanken nochmals auf und trug ihn in die Herzen-der andächtig Lauschenden. Freudig spendeten die Kinder ihre reichen musikalischen Gaben auf allerlei Instrumenten in Liedern und besonders in der lustigen „Chinesischen Kinderkapelle". Hunte Reigen, rhythmische Darbietungen, turnerische Leistungen zeigten den guten Stand körperlicher Ausbildung der Kinder. Ein Schlußlied nahm noch einmal den Chanukkagedanken auf, den eine feine Rede des Vorstandes. Dr. Alfred Schweizer, iür jung und alt weiter spann. Der ew ig junge Louis Hirsch sprach den Dank an Vorstand und an Kindern aus. Nachdem die Kinder so aus ihrem Gabeuscfiätz willig und freudig gespendet hatten, durften sie die wertvollen Geschenke in Empfang nehmen, die ihnen liebende Hände und gütige Herzen auf den Gabentisch gelegt hatten. Es war wieder schön bei der Chanukka- Peier in Eßlingen. Chanukka im Herzen und auf den Lippen trennte man sich von den Kindern und den schönen Räumen des Hauses. Haigerloch. Der Jüdische Frauenverein leitete seine Winterarbeit mit einem Rezitationsnachmittag von Frau E d i t,h Goldschmidt (Stuttgart) ein, die über „Ernstes und Heiteres im jüdischen Schrifttum" sprach und in mitreißender Weise ausgewählte Stücke las. — Bei seinen regelmäßigen Vereinsabenden behandelt der Frauenverein das Thema „Das Jahr des Juden". Am Chanukkah veranstaltete er für seine Mitglieder ein gemütliches Beisammensein. — Am 4. Dezember fand für die Gemeinde und zahlreiche Gäste aus nah und fern eine Chanukkahfeier statt. Die Kinder brachten Theaterstücke und einen Tanz flott zur Aufführung. Besonders starken Eindruck machte der Sprechchor ..Das Makkabäer-Spiel" von Joachim Prinz. Bewirtung und Bescherung der Kinder schlössen sich an. Die Lieder des Synagogenchors umrahmten die stimmungsvolle Feier. Heilbronn. Die diesjährige Chanukkahfeier der Zionistischen Ortsgruppe unter der Leitung von Philipp Rypinski erwies, was der Dirigentenstab dieses Vollmusikers al'es aus den ihm zur Verfügung stehenden künstlerischen Kräften unserer Gemeinde herauszuholen versteht. Zum erstenmal trat das von ihm geschaffene Orchester der Kulturgemeinschaft mit der Ouvertüre zu „Joseph in Aegypten" und dem Kriegsmarsch aus „Athalia" auf. Streichinstrumente, Klavier (Elsa Rypinski) und Harmonium (Frau Melitta Eisig) vereinten sich in klangvollem Zu-