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Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg · 1937-11-16 · 16 (16.11.1937) · p. Seite 138

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg
Volume
14 (1937-1938)
Issue
16 (16.11.1937)
Date
1937-11-16
Page
Seite 138 (sequence 2)
Language
German
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138 Jüdisches Gemeindeblatt für die Israelitischen Gemeinden in Württemberg 16. 11. 37 XIV. Nr. 16 Gemeinde übergebe, als Ausdruck dafür be trachtet werden, daß gerade in der Bedrängnis unserer heutigen Lage die Kunst, die vielfach nur als nebensachlicher Schmuck, als Ausdruck des Ueberflusses gewertet wurde, in ihrer Notwendigkeit erkannt wurde, weil sie seelische Spannungen zu lösen im Stande ist. weil sie Kraft in sich trägt und spendet. Möge die Begeisterung des Künstlers Hermann Pecheribach. dem wir dieses Werk verdanken und dem wir uns verpflichtet fühlen, durch die ausgestreckten Hände von Moscheh rabbenu allen Beratungen hier in diesem Räume oder wo sonst einmal das Bild sich befindet. Kraft und Würde verleihen. In diesem Sinne übergebe ich das Bild der (iemeinde m Besitz und Obhut. Zum Chanukkafest 5698 Am 28. November werden die Lichter erstmals entzündet. h'ine Welle warmer Begeisterung überströmt den treuen Juden, wenn das Chanukkafest wieder herannaht; denn dieses Fest kündet ihm den großen, machtvollen Makkabäerkampl (167—140 v. u. Z.). Hoch preisen wir die Helden, welche die Kraft entfaltet haben, die an Zahl vielfach - überlegenen Heere der Syrer in einem langen, zähen Ringen immer wieder zu überwinden, bis sie schließlich die religiöse und politische Unabhängigkeit erreicht hatten. Und ihre Leistung strahlt um so höher, als sie sich nicht um Macht oder Reichtum opferten, sondern um Religion und Vaterland. Allein innerhalb dieser Grundstimmung scheiden sich zwei Auffassungen unseres Festes. Dem religiösen Gefühl sind hier Gott und der väterliche Glaube das Entscheidende. Mattathias und seine fünf Söhne, nämlich Juda der Makkabäer und seine vier Brüder, die Führer des Aufstandes, sind Priester; sie empören sich mit leidenschaftlicher Erbitterung, weil in Judaea der Götzendienst herrschen sollte, während die Verehrung des Finig-Einzigen, der Sabbat und andere Vorschriften unterdrückt wurden. Und von diesem Gesichtspunkte aus war das Ziel erreicht, als nach wenigen Jahren das Nationalhe-iligtum in Jerusalem wieder im Besitze der luden war und von ihnen dem Ewigen geweiht werden konnte. Deshalb führt unser Gedenktag gerade den Namen: Chanukka ..Weihefest*- und nicht „Makkabäerfest". Und zum Bilde dieses Festes gehört das göttliche Wunder von dem Oele in dem kleinen Krüglein, welches für acht Tage gereicht hat, wie die Kraft unserer Helden sich durch Gottes Hilfe dem viel größeren Feinde gewachsen zeigte. Dazu gehört auch das Lichtzünden mit den Worten: „Gepriesen seist Du, Ewiger. . . . welcher Wunder getan hat an unseren Vätern in jenen Tagen, zu dieser Zeit.'" Dazu gehört das glaubensstarke, klangschöne Lied ..Moos zur", in welchem diese Wahrheit der göttlichen Rettung an vier Beispielen aus der israelitisch-jüdischen Geschichte bewiesen wird, an dem Auszug aus Aegypten, der Errichtung des zweiten Reiches Juda, der Rettung der Juden in Persien unter Führung von Mordechai und Esther und unserem Chanukkaereignis. Neben diesem altüberlieferten religiösen Standpunkt hat sich in der Neuzeit der weltliche immer mehr ausgebreitet. Nach ihm sind diese gewaltigen Erfolge Leistungen der Makkabäer mit ihren Scharen und ihnen als Verdienst anzurechnen. Hier vor allem leuchtet ihre wunderbare, grenzenlose Tapferkeit im Strahlenglanze der Ewigkeit und diese Tapferkeit gilt dem Ideal der Nation, der Freiheit des jüdischen Volkes und seiner höchsten Werte, zu denen damals die Religion gehört hat. Mit stärkster Eindringlichkeit offenbart sich hier ein völkischer Heroismus im Handeln wie im Leiden von unsäglichen Martern für den Glauben der Väter. Und eigentlich ringen miteinander Griechentum und Judentum, der schimmernde Zauber heidnischer Körper- und Sinnenkultur mit der äußerlich schlichten und strengen, jedoch geistig-sittlich reichen und erhabenen Kultur des jüdischen Wesens. Die letztere erringt hier den Sieg und rettet damit das jüdische Volk vor der Auflösung ins Heidentum, welcher etwa fünf Jahrhunderte vorher die zehn Stämme des Nordreiches Israel verfallen waren. Und dann dauern diese Makkabäerkämpfe noch lange nach der Eroberung des Tempels fort. Es kommt auch zu Niederlagen unserer Helden und es verbluten nacheinander die Hasmonäerbrüder Juda und MAX ADLER (Stammfirma J. 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