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Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg · 1937-05-16 · 4 (16.5.1937) · p. Seite 26

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg
Volume
14 (1937-1938)
Issue
4 (16.5.1937)
Date
1937-05-16
Page
Seite 26 (sequence 2)
Language
German
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26 jüdisrhes Gemeindi blatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg 16.5.37 XIV. Nr. 4 Angebote auf Chiffre-Anzeigen sind beim Verlag abzuholen. werden; und so kam m.in darauf, eine Institution wieder einzuführen, von der schon das jüdische Altertum Kunde gibt. Man weiß, da« in alter Zeit jeder Jude aulicr halb Palästinas und schon damals gab es eine umfangreiche jüdische Diaspora — \ erpflichtet war, jährlich •einen Beitrag /um Heiligtume in Jerusalem /u leisten; das war der sogenannte ach ekel, eine Münze von bestimmtem Wert, wörtlich; „das Abgewogene", in Erinnerung an eine Zeit, iii der das Geld noch nicht die Münz forin hatte, sonders reines Edelmetall war, das in bestimmten Quanten gewogen wurde. Diese Ein richtung des Schekels wurde nun vom Zionismus in neuer Form und Bedeutung wiederhergestellt Das Wahlrecht zum Zionistenkongreß sollte jeder Jude ausüben dürfen, der zum Zeichen seiner Bejahung des Baseler Programms den Schekel zahlt, einen Beiträg, der je nach der Währung der einzelnen Länder verschieden festgesetzt wur de, in der Regel aber ungefähr dem Werte einer Mark entspricht. Ein bestimmter Quotient wurde ferner festgesetzt, und mit dessen Hilfe wird die Zahl der Delegierten, die auf jedes Land entfällt, nach der Zahl der in jhm aufgebrachten Scheka- ■lim errechnet. Die üröße der Delegation also, die die Judeiilieit in Deutschland auf dem XX. ZiolUStenfcoagreB in Basel im August des Jahres vertreten wird, kann sie selbst bestimmen. Je geschlossener "und machtvoller sie die Schekelaktion durchfuhrt, desto mehr Delegierte wird sie entsenden können. Vi eshalb ist in diesem Jahre, wo nach Ht Jahren der XX., ein Juhiläums-Zioiifstenkongreß, tagen wird, die Größe der Delegation au-s D e U t S c h I a n<d so besonders w ichtig? Zw ei Gründe sind hierfür zu nennen, deren Gewicht und Bedeutung jeder Jude, jede Jüdin einsehen werden. Vor allem ist es wichtig, daß in der Zeit außenpolitischer Schwierigkeiten, in der das Palästina- Werk sich gegenwärtig befindet, das gesamte jüdische Volk einmütig und geschlossen zusammenstehe um sein historisches Recht auf Erez J israel. verankert in Balfour-Deklaration und Mandat, zu verteidigen. Der Zionistenkongreß ist das Forum, auf dem dieser Wille am machtvollsten in Erscheinung treten kann. Die Judenheit in I icutstlilaud hat die Pf.icht. Hüter Aufbietung ihrer ganzen Kraft diesen Willen zu starken. Sodann gebietet es die Einsicht der Judenheit in Deutschland in die Notwendigkeiten ihrer eigene;! Lage, am Zionistenkongreß vertreten zu -ein. um bei der zukünftigen Behandlung der W a n - dernngs - und Siedjungs fragen selbständig mitwirken zu können. Die „Zentralstelle zur Ansiedlung von Juden aus Deutschland in Palästina", die in den letzten vier Jahren eine erhebliche kolonisatorische Leistung geschaffen hat, soll auch weiterhin ein integrierender Bestandteil der zionistischen Palästina-Kolonisation bleiben. Die Alijah aus I >eutschland hat dem Aufbauwerk neue und wertvolle Kräfte zugeführt. Ihre Interessen und besonderen Bedürfnisse, in selbstverständlichem Einklang mit den allgemeinen Notwendigkeiten, zu vertreten und wahrzunehmen, ist natürliche Aufgabe einer Delegation aus Dcu'schland auf dem Zionistenkongreß. Der XX. Zionistenkongreß wird ein Jubiläums- Kongreß sein. Vor 40 Jahren erwachte im jüdischen Volke wieder der Wille zu nationaler Gestaltung des eigenen Lebens. Das heue jüdische Palästina legt von diesem Willen ein eindrucksvolles Zeugnis ab. Für sein Wachstum einzutreten, ist Pflicht des gesamten jüdischen Volkes. Die Ungewißheit des Augenblicks, in dem wir mit innerer Erregung die Entwicklungen verfolgen, drV die Patästiuapolitik seit einigen Wochen zu nehmen seheint, darf uns nicht in lähmende Resignation versetzen. Alles kommt darauf an, den XX. Zionistenkongreß zu stärken, der allein berufen <ind imstande ist, für das ganze jüdische Volk die Stimme zu erheben und bei der Gestaltung der Zukunft mitzuwirken. Jeder Jude, jede Jüdin hat in dieser Stunde Teil an der Verantwortung. Die Stunde der Entscheidung muß einen Zionistenkongreß vorfinden, der unsere Verbundenheit mit Erez Jisrael eindrucksvoll verkörpert. Deshalb gilt das Wort: Schekel zahlen ist jüdische Pflicht! Gedanken aus Jerusalem. Von Dr. Gustav Feldmann (Jerusalem.) Diese in einem Teil der jüdischen Presse er schienenen Ausführungen unseres geschätzten früheren Gemeindemitglieds haben mit Recht lebhaften Widerhall gefunden. Auch unsere Leser werden aus diesem Beitrag starke Eindrücke empfangen. Die Schriftleitung. Letzte Woche habe ich zwei Abhandlungen von lgnaz Maybaum gelesen, seine Broschüre „Parteibefreites Judentum" und seinen Aufsatz im „Morgen" über die Organisation der Diaspora. Da Maybaum vieles über Palästina sagt und da er ganz besondere Ansichten hierüber hat, möge es einem Palästinenser aus Deutschland gestattet sein, sich dazu zu äußern. Wir haben alle sehr viel umlernen müssen in den letzten Jahren. Begriffe, die nach unserer Meinung für alle Zeit feststanden, sind wesenlos geworden, Fundamente, die uns felsenfest dünkten, haben sich als Gleitsand erwiesen, und alles das hätten wir <v:ssen können, wenn wir unsere jüdische Geschichte nur ein bißchen mehr überdacht und die mehr als 20Ü0 Jahre alte Weisheit des Kohelet gehabt hätten: Was geschehen ist, wird wieder geschehen, und nichts Neues gibt es unter der Sonne. Maybaum ist einer der wenigen, die den Mut haben, laut zu sagen, was das Judentum der gan. zen Welt dem zerbrochenen und sich auflösenden Judentum in Deutschland verdankt; er zeigt, was das liberale Judentum im recht verstandenen Sinn heute erst recht leisten kann und leisten muß. Er fragt, ob der Antizionismus wirklich immer der kleinbürgerliche Protest der Sicheren und Satten war oder ob er nicht in seinen besten Vertretern ein Protest gegen eine durch Politisierung entstehende Umformung des echten Judentums war. Da darf man vor allem Antizionisten und Palästinagegner nicht verwechseln, und man darf nicht vergessen, daß es in Palästina zwar zionistische Parteien und zionistische Gegenparteien gibt, daß aber in Erez Jisrael kein Raum für den Begriff Antizionismus ist. Die Leute in Deutschland, die heute noch sagen: „Ich gehe überall hin, nur nicht nach Palästina", oder die Leute, die sagen: „Ich unterstütze jede gute Sache, aber nach Palästina gebe ich keinen Pfennig", über die braucht man nicht zu streiten: es lohnt sich auch nicht, ihnen zu predigen, denn Ihre Einkäufe: Bitte bei unseren Inserenten! Gaststätte Arthur Schloß Mannheim 0 2, 16 * Tel. 21535 Vorzogt. Mittag- und Abndtinh ran 90 Pfg. an. Gemütliche! Familim-Cafi / Cigant Konditern In- und aueländuche Zeitungen IsSdB-, ImmJüK OUTC UNURWASCHf Julius Schmidt & Cie. AG. TrikotwarenfabrikeStuttgart 13 W.Wolf & Söhne Baumwolle u. 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