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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1937-04-16 · 2 (16.4.1937) · p. Seite 12

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
XIV (1937)
Issue
2 (16.4.1937)
Date
1937-04-16
Page
Seite 12 (sequence 4)
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— 12 — Jtem $uifyafotedufo “Lna in gtofiUt Auswahl Dorndorf das Hans der riesigen Auswahl Bad Cannstatt Se«lb«rgstr. 7 - Tal. 603 80 Auswahlsandungen auf telefonischen Anrufl Orazie und Witz stehen über dem ganzen reichhaltigen Programm, und welche Nummer der Clou ist, laßt sich schon gar nicht sagen: eine ist besser als die änderet Nicht vergessen werden darf auch Walter Lajtai-Lazarus, der sowohl als feinsinniger Begleiter wie auch in seinen Solo-Vorträgen am Flügel seinen Mann stellte. So flog nur zu schnell die Zeit vorüber, in der jeder von seinem Alltag völlig losgelöst war und Frohsinn atmete. Oöppingen. Am 21. März veranstaltete die Zionistische Ortsgruppe im Hotel Dettelbacher einen Vortragsabend, zu dem die Mitglieder der Israelitiscncn Gemeinde Göppingen eingeladen waren. Einleitend wies der Vorsitzende, H. Frankfurter, darauf hin, daß die Zeit und die Einstellung des Judentums in Deutschland erfreulicher Weise zu einem gewissen Ausgleich der Gegensätze geführt habe; gewollt oder ungewollt sei heute fast jeder Jude in Deutschland mehr oder weniger „zionistisch”. Trotzdem finden wir bedauerlicherweise hier und da noch Ueberbleibsel einer überholten Einstellung, gegen die sich der Zionismus mit aller Schärfe wenden müsse; besonders sei die* da der Fall, wo sich Juden den gemeinschaftlichen, großen Aufgaben entziehen; der Zionismus kenne kein Mußjudentum, sondern trotz aller Schwierigkeiten nur die freudige Mitarbeit an der Renaissance des Jüdischen Volkes. Dann ergriff der Redner des Abends, Rechtsanwalt I)r. Kern, Heilbionn, das Wort zu dem Thema „Politische Entwicklungen im Vorderen Orient". In fesselnder Weise entwarf er ein Bild der politischen Situation in den Staaten rings um Palästina und schloß seine interessanten Ausführungen , mit dem Hinweis, daß ^die Leitung der Zionistischen Organisation ihre Politik in der nächsten 'Zeit außer auf England auch auf diese orient-politischen Gegebenheiten einzustellen haben werde. Dem Redner wurde reicher Beifall zuteil. Am 27. März veranstaltete das Vorsteberamt der Kr. Gemeinde gemeinsam mit der Jüdischen Schule und der Zionistischen Ortsgruppe einen Sederabend, den Rabbiner Dr. Wallach (Laupheim) und Lehrer Erlanger in vorbildlicher und erhebender Weise gaben. Heilbronn. Ein Mann, der sich große Verdienste um unsere Gemeinde und um das jüdische Leben in Württemberg erworben hat, verließ unlängst seine Heimat, um nach Erez Israel auszuwandern: Adolf Steckelmache r. Seit über 10 Jahren war er als Vorsitzender der Jüdischen Nothilfe in ganz hervorragender Weise tätig, und unermüdlich war er in seinem idealen Streben, den Bedrängten ein gütiger Helfer zu sein. Auch im Vorsteheramt und in der Jüdischen Winterhilfe kam seine selbstlose, nur auf die Erfüllung der freudig übernommenen Pflichten gerichtete Arbeitskraft zur Geltung. Am 23. März veranstaltete das Vorsteheramt eine Abschiedssitzung, in der dem Scheidenden der Dank der Gemeinde wiederholt zum Ausdruck gebracht wurde. Als schönster Ausdruck dieses Dankes wird Adolf Steckeimachers Name in das Goldene Buch unseres Volkes in Erez Israel eingetragen werden. Oberlehrer Krämer hat sich bereit erklärt, das schwere Amt Steckeimachers zu übernehmen. — Bezirksrabbiner Dr. H e i m a n n, der kurz vor Pessach von seiner zweiten Palästinareise zurückgekehrt ist, hielt im Auftrag des Vorsteheramts einen Vortrag über die auf dieser Reise gewonnenen Eindrücke in wirtschaftlicher, kultureller und politischer Beziehung. Die Hörer waren von dein hochinteressanten Vortrag umsomehr befriedigt, als der Redner die Verhältnisse in Palästina mit vorbildlicher Sachlichkeit darstellte. Heilbronn. Am 7. Pessachtage fand in der Synagoge die vom Israel. Oberrat angeordnete Schulentlassungsfeier statt. Bezirksrabbiner Dr. H e i m a n n gab 2 Knaben und 3 Mädchen herzliche Worte mit auf den Lebensweg und überreichte ihnen zur Erinnerung an die Feier ein Buch. Frau Hedwig Kahn, die bewährte Solistin des Synagogenchors, verschönte die Stunde durch ein stimmungsvolles Lied. Heilbronn. Am 5. April gastierte Dela Lipinsk a j a im Kulturbund. Es kann festgestellt werden, daß sich dieser Abend zu einem ganz großen Erfolg festaltete. Wie überall so riß auch in heilbronn Dela ipinskaja ihr Publikum zu Beifallsstürmen hin. Heilbronn. Unter Hinweis auf die in der Ausgabe vom 16. März erschienene Besprechung des Kammermusik-Abends vom 13. Februar teilt uns die ausführende Kammermusikvereinigung (Thalmessinger, Haas, Löwe) mit, daß das Programm drei jüdische Komponisten (von insgesamt sechs) enthielt und zwar Salomone Rossi Ebreo, Franz Neruda und Karl Haas. Die Kammermusikvereinigung hat der Schriftleitung gegenüber betont, daß sie es sich zum Prinzip gemacht hat, in jede ihrer Vortragsfolgen jüdische Komponisten aufzunehmen. Ulm. Das Wohltätigkeitskonzert zu Gunsten der Jüdischen Winterhilfe nahm einen guten Verlauf. Sonja Ziegler, München, von ihrem Gatten Josef Ziegler verständnisvoll begleitet, trug als Solistin viel zum Erfolge bei. Sie verfügt über eine reife, geschulte und klangvolle Stimme mit großer Ausdrucksfähigkeit und einwandfreier Tongebung. Diese wertvollen Eigenschaften zeigten sich schon in den Arien aus „Rinaldo” und „Elias”, entfalteten sich aber zu besonderer künstlerischer Höhe in den jiddischen Liedern. Der Zyklus „Mädchenlieder”, mit Liebe und Hingebung gesungen, war ein Sondererfolg für Josef Ziegler, der sich damit und mit der „Chassidischen Andachtsstimmung” als Komponist mit eigener Note und beachtlichem Stilgefühl vorstellte. Der Kulturbundchor Ulm, der erst wenige Monate besteht, zeigte durch Beachtung des Bülowschen Wortes „Im Anfang war der Rhythmus”, daß er auf dem rechten Wege ist. Aeußerste Präzision der Einsätze überraschte schon bei dem eingangs gesungenen 100. Psalm von Lewandowski. Auch in der Auswahl und Gruppierung der Chorgesänge zeigte Rudolf Loewy Erfahrung und guten Geschmack. Der Gesamteindruck der vorgetra- 0. V. 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