Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- XII (1935-1936)
- Issue
- 24 (16.3.1936)
- Date
- 1936-03-16
- Page
- Seite 188 (sequence 2)
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— 188 — <: namentlich in Osteuropa), kannten sic doch vor allem die Diskrepanz zwischen den Gesamteinnahmen di' Keren Hajessod und den budgetären Aufgaben, die durch die Massencinwanderung der letzten Jahre -bedingt wurden. Die durch diesen KjchluH ermöglichte Aktion des ■'fteren ID -od zut Ansiedlung von Juden ans I i-'m-ehland in Palästina legt der jüdischen Gcmein- ,-chaft «t!>•- titseliland Pflichten aut. deren Erfüllung Autpabe >: . . Jahres n wird. I l,e Weich s Vertretung der Juden in ’;. u t >. h snd und da gr< \-n jüdischen O r g a - : i - a t i o n e Gr-ß cmeinden und Gemeind ent n e iiai . n i:t einem gemeinsamen AuSufe du Bv.u-.ttung des Keren Hajessod für die Judcnh-it D ut-;h: itds .v urdigt und an die jüdische I ieim uisehal'r dm App.-I. gerichtet, das durch den .. . -» || , il t... '-Sitte Aufbauwerk nach Kräften -> II IIINV!'::"." ' Juden sitjd während der letzten drei Jahr aus Deutschland nach Palästina eingew i: rt und haben ich ui das- Wirtschaftsleben des I indes ii gegliedert. \X A re Tausende werden in ,i :i I; Mi taten und Jahren folgen. i er Hi ii mul! darauf gerichtet sein, diesen Mm -Aren eii - .-.esunde Lebensgrundlage in Erez Is- /„ e-!)c ., ihr. beruf iche Gliederung zu normali- •-,:nd ihre jungen und arbeitsfähigen Elemente »r laii-iui.h iftlichen S edlung zuzuführen. Im Diendieser wähl Luft konstruktiven Aufgabe steht die; ihrigi \ktion des Keren Hajessod zur Ansicd- : :n .! |m n aus I! „r-chland in Palästina. Die Anfänge des Keren Hajessod. Von Leo Herrmann. Generalsekretär des Keren Hajessod. I- - .i: i r der zwe: Jahre, nachdem der letzte behun de \V-. Itkrieges gi fallen w ar. der Pulvergeruch Khu .-hti IIä üb r Schlachtfeldern von Europa •und Asien \. r doch > -gan.i schon. \vie Weizmann zu -ar ii e. die Haitische Sec zuzufrieren, es hcuni der Stabil!--.e--.ini -o-ri-zcIL NX as sollten \v:r tiili. wir. d u d i che V o I k V Wir waren in zw aehcr «iefährdui: \ Noch waren wir schwach wie e zu-er Ja. die neue Teilung der Macht mit ihren Folgen von Zersplitterung und Pogrom hatte uns noch mehr geschwächt, als wir bis nun gewesen waren. Das russische Judentum, der Kraftborn des Aufbaus von Erez Israel, war durch den Bolschewismus wie ein operiertes Glied von uns abgetrennt. Osteuropa lag im Fieber des neuen Nationalismus, und die Delegierten aus dem Osten, die zu unseren Konferenzen kamen, teilten ihre Aufmerksamkeit zwischen der Sorge um den schnell zu schaffenden Judenstaat und die Verteidigung ihrer Positionen zuhause. In Rumänien und auf dem Balkan, im Baltikum und in Ungarn, wo immer wir hinblickten, hatten wir eine geschwächte Judenbeit vor uns, aus allen Wunden blutend, keiner starken Anstrengung fähig, von der Hoffnung auf Hilfe und Rettung von außen lebend. Im Britischen Weltreich, in Amerika und anderen überseeischen Ländern waren Zionisten und Juden im allgemeinen nicht zu lange währenden Aktionen bereit. Dieser Gesamtsituation gegenüber hatten die Erfolge unserer Führer, die Baitourdeklaration, Englands Freundschaft und Versprechen eine durchaus übertriebene Illusion erzeugt. Im Zeichen dieser Illusionsstimmung diskutierte man die internationale Anleihe, erwartete, die gesamte Welt werde sich aufraffen, um in Wiedergutmachung tausendjährigen Unrechts dem jüdischen Volk nicht nur die Erlaubnis zur Arbeit am jüdischen nationalen Heim in Erez Israel zu gewähren, sondern auch die finanzielle Voraussetzung hierfür. Resolutionen wurden beantragt, die englische Regierung aufzufordern, den großen Kapitalbedarf des jüdischen NX iederaufbaus entweder aus dem eigenen Staatsschatz zu decken oder vom Völkerbund zu beschaffen. Wir waren damals nicht nur große Idealisten, die nichts Reales hatten und sich Stunde um. Stunde auf nichts anderes stützen konnten als auf uralten Anspruch und seine Anerkennung durch die „Deklaration”. Wir hatten auch die Ansprüche derer, die nichts zu verlieren und alles zu gewinnen haben. Es war die Linie des leichteren Widerstandes, alles von anderen zu fordern. In diese Stimmung einer überspannten Illusionspolitik mußte der Geist der Autoemanzipation, der Geist und der Wille zur Selbsthilfe wieder hereingetragen werden. Von uns selbst mußten wir das Große fordern, um etwas zu schaffen, was uns wieder das Recht geben sollte, mit Forderungen an andere heranzutreten. Der Rahmen der Balfourdeklaration war uns gegeben, der Rahmen des Mandats war noch in Arbeit. Diesen Rahmen auszufüllen, sollte unsere Aufgabe sein! In diesem Geist tagte unmittelbar vor der Londoner Jahreskonferenz des Jahres 1920 eine kleine Kommission in London, deren treibende Kräfte Jizchak Naiditsch und Hilel Zlatopolsky waren. Ihre erste Sorge war: der Name. Wie sollte die neue Institution heißen, der neue Fonds oder was immer geschaffen werden würde, um Ausdruck und Instrument dieses neuen Geistes der Selbsthilfe in der Zeit vergrößerter Forderung und Anforderung zu werden? Wichtig war ihnen der Name, denn sie wußten, daß der Name den Inhalt bestimmen könne, wie oft der Inhalt den Namen erzeugt. So fanden sie den Namen: „Keren Hajessod”, da sie glaubten, diese neue Institution werde berufen sein, in unserer Zeit die Grundlage zu legen, die starke, gesunde und dauernde Grundlage des kommenden Aulbaus. Sie waren glücklich, als sie sich auf den Namen geeinigt hatten, von dem soviel Stolz und Aufschwung ausgehen sollte. Etwas Anderes, Größeres kam zu dieser Namensuche hinzu. Man grub den Namen und den Begriff des „Maasser" wieder aus und stellte den Maasser, den altjüdischen Zehent, in den Mittelpunkt. Ob diese Aufpflanzung des Maasser mehr aus dem lebendigen jüdischen Gefühl jener Männer kam oder aus ihrer nüchternen, praktischen Abschätzung ökonomischer Notwendigkeit, mag eine müßige Frage sein. Jedenfalls wurde so der Keren Hajessod gebaut. Maasser wurde die Forderung, die große und schwere Forderung an das jüdische Volk. Zur Selbstbesteuerung, zum Opfer und zur Leistung wurde es aufgerufen, und dieses Opfer sollte das gan^e jüdische Volk um das neue Banner der Verwirklichung scharen. Dies war das Dritte, das den Keren Hajessod auszeichnete. In seinem Zeichen sollte weit über die Zionistische Bewegung hinaus das gesamte Judentum, in Solidarität geeint, durch Opfer und Leistung zur Teilnahme an Rechten, zur Uebernahme der Verantwortung erzogen werden. All das war überlegt und beraten und sollte. von der Londoner Jahreskonferenz 1920 beschlossen werden. Aber diese Konferenz wurde der Schauplatz eines tiefgehenden Zwistes, in dem die Einheit der Zionistischen Organisation beinahe zugrunde ging. An der Schwelle unerhört großer neuer Aufgaben wurde die Bewegung und ihre Leitung in einen schweren Kampf gestürzt. Leidenschaften wur- Sehr wichtig Für Palästina-Auswanderer! r- Frigidaire )er Bosch-Kühlschrank. —'e Wasch-Maschine. Elektr. Geräte, Petroleum- und Benzin-Geräte. DANIEL MILBERG, HAMBURG Vertretung Stuttgart: SIEGFRIED SCHWARZSCHILD Königstr. 43 a (haus Kollmer) / Telefon 28992 Generalvertretung der ai!‘-c von Weissburger am Bollwerk Gartenstr. 48 Tel. 231 84 Anzeigen °°«an in die Gemeinde-Zeitung Alles für Musik! RADIO r irumerte / Grammophon Neue n rj.sche MUSIK Stuttoart-S Hauptmt&tterstr. 32 A Arnold Bernstein Schiffahrtsges. m. b. H,, Hamburg Red Star Linie 6. m. b. H„ Hamburg Palestine Shipping Co. 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