Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- XII (1935-1936)
- Issue
- 20 (16.1.1936)
- Date
- 1936-01-16
- Page
- Seite 156 (sequence 2)
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156 — Zwei große Frauen. Zw, i, r tu -»ridcrs b* ti« utondcr Frauen sei in nsichlulgewlrh. . ,»n uns ,1er Monatsschrift ..Blätter des jüdischen KniiienbiindiV entnommenen LelH*nsbii«ii*rii gedacht:!;rm Henriette - I «I s r h lin <1 t und MiU H n! i >■ t I a S 7 ,, 1,1. Sie sind spreeliemle Beispiele des h. t^\,»rr;ii;enden Wirkens edelsten Frauen hitiis I: r Werdegang «Icr Itciricn Frauen ist grun«Iversehii den v i, es di,* Zeillaute mit siel» brachten. doeli sind > ::t?ten Fndes ghtchc Ziel,. die ihnen den \\ cg w , ej, i -jie-. Sinnen und Denken, die sie leiteten. Di,- Fine. I ran Dr. GohK hinidl. die nieht mehr un- : UNw' dt. gehörte einer anderen Generation an: dies nd uj i;"'. n» Wirkungskreis spre henden Ausdruck. MiU H mr ettn V/,dd. die heute meh mit jugendlicher I ris ie w i kt. geh; aut im Dienste tiir die jüdische lugend r-i *‘U< hteiuh s Vorbild Dir Gegenwart und Zu Min:: th? huldigt die gaNze .Indenheit. 'v in/ •; hm ml t»ir Uid» Frauen aln»r ist eines: M . : I 1.5" t» k - i t Möge soie »e Mütterliehkeit nie. i t:i;r Mitti. nirgends \v« Juden wohnen, fehi- \. . *n Muttern aln r. wie die lieiden genannten :,n.. i , hveit unsere IwVhstc Verehrung, unsere :,I , . e . | jillkl'.l-keil gewidmet. * Ihnrirttf GnUl.schmidt,; i,; *.eei Zeit s.dlte: wir keine Gelegenheit vor- :*i»■ e . i »hne h.!r4.t;riäsender jüdischer Frauen ii ged- n -n «i.e id hl nur kür das Judentum einige thdeiiiunc I »kidern deren Wirken darül»«r hin- -ms den: Vige --iiiw ',i galt: s«»j es aut dem (iehiete der \*»lks, nun«: "-i r des weiblichen Bildungswesens und »s. s.'j ,-s aut sozialem Gebiet oder ii. P-; ik in ‘ ■ halt. — I ine jen« r - .. ni, rinnen, deren Geburtstag sieh am \,r»,t: /ifm ID». Male jährte. war Henriette Golds hmidt. -*! •:. rig -aus Kr«»tox. hin. /weite Haltin des l.eij»/:g* r » den, > > Dr. Goldschmidt. Jener wunderbaren gi : -n;.*ingeist;vn Frai.. die hochl>etugt 1920 jm Arg. -. t, r v -niankt die deutsehe Frauenwelt -inina r- * \irr gungeii zu w ei hl i« her Komniuu l i* I . iiisi . -«»ndere aut den Gebieten der Ar men uh. Wagenpflege und der Fnbriknufsicht. die sie .im De : -me-* an h . i,ste >tet!en und in dtfentliehen V*»ri ■- /a lf-rdi-rn mi« Je! zum andern die Begrün- *r.i;_ : ui w i h i ' h e n B i I <1 u N g s . . . d. > .. T s e h I» r |> t I i e h t i g e n \ / : g ij. s.t-l^sen. Mit ihrem Namen r-: : u d« s V r »i i n *■ t ii r Familient. / i e ' ii n g vor!» Niden. der naeh ihren ii . neu V o I k s k i n d e r g a r I e n . ein , . n 41 ., r i n ii e r. s .» n. i n a r und ein F y - .! I" _ .! nl d n r -i»' dj. spätere Kraueni I . - t|. - ■ -! ,ul l'.:ute. i: ,r• i - i?■ In! i - "e»L die Fr/iehung der drei r-- <..! -1. * /1 aus rrsi-T Ft»e. tuhrteii sie zu inten- -e.a :f gii.ig mit l^rziehungslragen. Aus »liesein n I*t%£c htenkivheraus vertiefte sie sieh in das Studium Fröhelsrher Pädagogik, deren Wegbereiterin sie aus Ueberzeugung -werden sollte. Man mag heute Fröbel als unmodern otder überholt abtun (im vorigen Jahr antwortete mir in Rom die Leiterin einer zwar kleinen, doch ausgezeichneten M^ntessorischule auf meine diesbezügliche l^rage mit entsprechender Geste: ..Froliel ist eine Methode; Montessori ist eine Wissenschaft!'"!. für damalige' Zeit waren seine Kindergärten und die ßeschäftigungsspielr, die er anregte, etwas ganz Neues, galt seine pädagogische Lehre als bahnbrechend. Henriette Golds« hmidt hatte bis ins hohe Alter Fühlung mit den von ihr | ins Le Iren gerufenen Instituten. Fine Bekannte, die dunrh ihre Schule gegangen ist und stets voller Verehrung von ihr sprach, erzählte häutig» mit welchem Jul>el die Kinder sie umringten, wenn sie dann und wann im Kindergarten erschien. Trotz ihrer jugendlichen Frische, die sie sich bis ins hohe Alter bewahrte, muü sie mit ihren Silberlöckchen auf die Kleinen einen höchst greisenhaften Findruck gemacht haben. Anders" läßt sich jene kindlich-kuriose Frage ..Tante Goldschmidt. Wann stirbst Du eigentlich?", mit der sich ihr eines Tages eines der Kinder näherte, nicht erklären. Henriette Goldschmidt war auch eine der Mitbegrün- «lerinnen des Allg. Deutschen Frauenvereins |1867j. Mit Luise Otto-Peters und Auguste .Schmidt setzte sie sich gemeinsam für Frauenrechte und Frauenbildung ein, doch wandte sie stets ihr Hauptinteresse den Krziehungsidecn zu, weil sie im Erziehungsheruf den Kulturberuf der Frau sah. Ihre Verdienste um die sächsische Volkserziehung hat man glücklicherweise zu ihren Lebzeiten zu schätzen gewußt. Nicht nur. daß ihr anläßlich ihres 80. und 90. Geburtstages hohe Ehrungen zuteil wurden, sondern der .sächsiche König verlieh ihr auch die, Karola-Medaüle. und im Leipziger Rathaus stellte man eine MarmorhüMe von ihr auf. L. * Hrnrirtta Szold. ..Als ich uufstand, eine Mutter in Israel. Ein Zweig des Jüdischen Volkes ringt in dieser Stunde um die Zukunft seiner Kinder. Es sucht Raum für die Entwicklung der jungen Kräfte, für Lebensmöglichkeiten schaffender, wirkender Arlx'it. Seine Augen sind, in die Welt geriehtel. die. unerschlossen. neuen Kräften keinen Raum mehr zu hielen vermag. Da werden ihre Blicke gefesselt von einer Straße, die über Land und Meer in die Heimat ihrer Väter führt, und aut der Hunderte \<>n Jugendlichen heimkehren zu aufhauender Arlkdt. Schwer wird «len Eltern der Entschluß, «las Liebste vom sorgenden Merzen zu reißen, aus dem Elternhaus in die Welt zu sehicken, in der wirbligsten Entwicklungszeit des Fetjcrganges von der Kindheit zum Reittum: und dankbar ergreifen sie die Hand der Frau, die um ihr Leid und um ihren Kummer weiß, und die ihre Kinder sorgsam hineinführt in «las neue Lclicn. sie behütet und umsorgt, wie nur Mütter zu hüten und zu umsorgen verstehen. Diese Frau weiß um das Leid der Fitem ihres Volkes im fernen Lande, sie kennt ihre Not. und verbunden mit ihnen in diesem Wissen hütet sie den teuersten Schatz, den ein Volk sein Eigen nennt: Seine Jugend. Vor dieser Frau neigt sich heute das jüdische Volk in unerschütterlichem Vertrauen, im Vertrauen zu der Führung dieser Persönlichkeit, die im Anfang der jüdischen Renaissancebewegung unserer Zeit die Bedeutung einer Heimstätte für das jüdische Volk erkannt und im Augenblick dieser Erkenntnis sich mit der Unbedingtheit. die ihr Wesen bestimmt, in den Dienst dieser Idee gestellt hat. Das Schicksal der jüdischen Flüchtlinge aus Rußland, das sie in ihrem Elternhaus in Baltimore erlebte, erweckte in ihr das Bewußtsein der Verbundenheit mit ihrem Volk; sie schloß sich der Zionistischen Organisation an. die «len Aufbau der Jüdischen Heimstätte in Palästina erkämpfte, und versuchte, in dieser Bewegung der Idee den Boden zu bereiten und die Ein Wanderung der Pioniere zu verwirklichen. Bei ihrer ersten Reise nach Palästina im Jahre 1909 erkannte Henriettu Szold. daß die Verwirklichung der nationalen Idee in Palästina nicht nur die Ebnung der Wege für das Volk in das alle Heimatland erforderte, sondern daß die Pflege und der Schutz des Einwanderers vor den gesundheitlichen Gefahren «1er neuen Umwelt eine Aufgabe war. der sich die jüdische nationale Bewegung widmen mußte. Die Verbreitung der Krankheiten im orientalischen Land,!>«»sonders der Trachom- Erkrankungen bei den Kindern der Bevölkerung, veranlaßte sie. die zionistischen Kreise in Amerika zur wirksamen Mitarl»eit an dem Schutz der Gesundheit des jüdischen Volkes in Palästina zu beteiligen. Sie gründete in Amerika die Hadassah-Frauenorganisation für gesundheitliche Hilfe im Jahre 1912 und wurde nach dem Ende des Weltkrieges zur Durchführung eines umfassenden Gesundheitsschutzes nach Palästina berufen, wo der Sechzigjährigen 15 Jahre segensvollsten Wirkens für den Aufbau des Landes beschieden waren. Das Wirken dieser Frau im Lande, das der Gesundheitsfürsorge (1920—1927) durch die Hadussah, der Erziehungsarbeit (1927—1930) durch die Exekutive und der Wohlfahrtspflege (seit 1930) durch den Waad Leumi gewidmet war, zeigt den Weg für die Erfüllung der regenerativen Aufgabe, dessen Grundlage ihr tiefstes Verstehen um die Entwicklungsgesetze ihres Volkes war. Die Gesundheitsfürsorge der Hadassah hat sich unter ihrer Leitung zur produktivsten Sozialhygiene entwickelt. In unermüdlicher Kleinarbeit führte sie die großen Entwicklungslinien für die Bevölkerungspolitik durch Schutz für Mutter und Kind, für die Bekämpfung der Volkskrankheiten —- vor allem Malaria und Trachom — durch Gesundheitsstationen und Forschungsinstitute. für die Krankenpflege durch Schaffung der Krankenhäuser und der Schwestern-Ausbildungsanstalt. In der Erziehungsarbeit galt ihr Mühen, dem jüdischen Kinde im Lande einen Schulplatz zu sichern, um es dndurch zur Mitarbeit am Aufhau der Volksgemeinschaft zu befähigen, und in der Wohlfahrtspflege suchte sie die Familie als kleinste, unentbehrliche Zelle jedes Gemeinschaftslebens zu schützen und zu stärken. Die große Zahl der in den 15 Jahren ihrer Wirksamkeit geschaffenen Einrichtungen geben Umfang und Aufhau der sozialen Tätig- L. M. Bernheimer Das grosse Modehaus Safomon örfanger Woll- und Seidenstoffe, Modewaren üfsui >;er Marke „Hassia-Sana Brüder Dannhauser Ulm a.D. Mech. Wäsche- und Schürzenfabrik ‘Ulm a.2. Heinrich Blaeser Nacht. G. m. b. H. ULM a. D. Kunitwolli-, Kumtbaumwolli- Putzwollofabrlk Hidfrn-Sortiinnitilt Ludwig Martin Lederwarenfabrik ULM Donau Schoko ladanhaus Czisch Haftnbad 7 Tolofon 7532 Das richtige Haus für Sie! 'ß«sudit di» jüdisdi«n VorDin«! gnsiauiawHWimiTHUtnuaMiuHiuuHHBnimmDnimiiiimiuntHitniittuHtimimiM^ I L G. 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