Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- XII (1935-1936)
- Issue
- 16 (15.11.1935)
- Date
- 1935-11-15
- Page
- Seite 122 (sequence 2)
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122 — Juden und Judentum in den Kleingemeinden N, ' Heinrich Stern. Berlin. rk<*H wurilc in d«*i (iciiieindczoilung ,|, . .»ft k;il:i>lrM|»tuil« ti Rückgang «Icr jiidi^ hfti KTT*in^> •-»« ii.'t' ti gesprochen und «lie Notvven«l»gkeit b**- I,?,! . kleinen t.eniein'leu ini l..in«le in no enge X {•«nrlu:.- 11*it d, II ju«lix< lu*o t, r o ti g e ui i n «I ,* n ,n i-im:.. . .! •;> .,in f: X! . in d, n pnliselien Lehen> inh'-..g.' und thmuil l'ur «len m*Iiw«t«m» K , ,.j r Uiu di. \ulii i hierluiltung ihrer religiösen und n: iT»:ri, ir-n «>i umthigen gextärkt %v«r«len. Im <»e ,1», ind-d* ai: <i■! .Indi'“-ln n Genieimle zu Berlin’* zeigt Hf« II i ti t h s[rrn di, Probleme d»T nidiH, |*.-u k *• innnle und ihr«* B. «I. oliing tür dir Iihiünn«' d-* .lrid.-n'.u::>> nun nt», hiii.il?» in *«» zwin : U i-», tut du!> \\ ii unser, n. I.ivni v,»n «liesen |<niriiN<!' ,i A ii xf: i Ii rii ui»',-h Kennlnix gelten wollen. 111 xI<t•x<»i;<I*•;, di.;itn vhliikd,*s Artikel* gegebenen Viii-,^ui!ti«,n v rtlt,*n* n .m. in Wurlönihcrg h," hsfe T. ' H- . iv\ . Il> üni. >i rn *el»f«Mbt: :ii |.;iu; d r '/t, h /w!i:> he ich;iut iji. . ‘i■ ui f i ii*. XV. g di: . |» l> nt*< hl.ui«!. eine gr.'ße \» /.d.i mitllis» r und .tiein kleiner <i«‘moin«h*n f.i nn.-Til. nu n dn'. In, :«>:geii<lcn Z,il,*n iHTuhen ..X.. ,i(11 eigeic * Ahseii.itiung. wobei freilich dir Pin ' hi .mkiiiu.' /i : o V-n i>' *• du> hi«T gczei« hnr!,' Bi d nur «in dm- ',*• finnili In s i*t. d;i> 7um (iiilen ndrr >>!d. . h'.rn i» n -.drr nud. rm tiein indr sii | , f 11. }i d i ' . .' und «I, s vv.inrii. ihiß .dir l.n! vkuuu h' rl nu Kluß i*l. *l;iß X «»ruiis S. ir tu..: N : i Jloigeru-liJt n V.,|, ,, Ute durch I;d\\ i. kmiij.'■ > .r nn*ru’» I» >i lum uh : i dt srin kfmlh ir In. u. x XuxsJt rh ■!,«» drr jnd:-*• li**n klrinim•;11.:, : .xi ni. 1x1 dur ■ di. hr, ijni>xr «Irr i i i / •. 11 .1 d i. , i ■ t i Jrf i. \; . w^r«: n. Vhat. /umnl im d.!!»s. |i. . «ix'.'n V' h-»n in drn TCit J;di’'',n rinjir^rtzt und in i.iitn r > hi;.,d« r i.t l luü I ,»rsx. hriNr ^rmarhl \i, )11 nur uirtx.l d‘i; di« Krviiu’iiiuvn. dir Iridrr nirht ,:unw in >'n:- - d« r L.dialtunu jiuli^rlirr tirmrinx. hau n Min: x.-iuhm au« h rc hl,*', und irrrl. 1'in f, x >tnd»*r» i.... ixir^. r um! >. 'di>, hrr Kort hddunj Val, ■ und (ir**«d;iirr «lanialx in di« u'r- > n Madtr! «i x,-r Xh\s andrrun^ fiankrn v ir 1, j-idix. h. l>,, Ii,d. >' in -n Ul, hl u1im.vn I rii dirrr 1. il« n I. n l’. xfuui. hk- I« n. und , x wir<l mir itnmrr in I ntiii! in^! n v. r - ui rinr; X ,-r^ainm luiu’ d i V*;. i.'Uiii: :u: d.fx . ix-hhrrad .ludmtum . "U M' i I? - d i xta‘ > - rn dr. aus IMrx, h,*n in lVx« n m nur d« : Ihr l.r-M^uixs. x,-d l hnhui di* i lin ht aux d< n l\l’in;vm!•:. :ur, .dxi.l.rii •:: t - rrdrnl I? h Im*- x. htruni^i fix : : M dir uhr! ^t. und trriwilliirr di«? ■»;:: wt ■ Bauu.ni!!.' .•!?-: jtidix.dur kultiirjüaf/.;• il ki-i n inTn« ir-n ti ^.*trrh*n lx| ln '•■hr \ir.n un»! k. .u, n (irinrindrn trhlt rx '< Immi h u:- ...iikMin. n an .liiiu'. kadrmikrrn: ihnrn iii'l d>.- jinw'« r.udix, a* n An^rxiflltrn und jun^m Xlad- U: n > i da - " ir Iridrr \ i»*I»:i, Ii rin X .t.uuin tu drr (n iif.ilmt, zujxihrn und 40 Jahrrn I ,1-ii. WTlx. h rMi-rn \'r; häi-nixx.- und lamiliarr Notu .-ndiu'k.-it« j» ti <hrn Iridrr;iu, Ii andrrr 7.-ntri|H laltki.ilt* n di n k M inu'rni.iud.n hin" ^^rriimnl. Mir xind Källr lH-kannl. in denen Kamilieii. Ihm «elehen die (iemrindearbeil in der drillen und vierten Cienerufion t;ewi>M*rm:iÜen, erblich war. sich schweren Herzens von der Heimat lösten. Dieses Scheiden führender Familien hat dann nalur^emäU auf die Gesamlentwirklung der (»omeindc einen äuUerst nachteiligen KtnlluÜ ausgeüht. Ks gibt freilich auch andere glücklichere Fälle, die mir begegne! sind. Gerade solche jüdischen Gemeinden haben sieb am liesten gehalten, in denen keine iN-x.mderx retrhrn und keine besonders armen Familien lebten, sondern in denen der Durrhsehnill dem kleinen Mittelstand angehörte. Hier hat man auch utsueht. die Jugend Ihm sieh zu In halten, sie in die \iiterlichen Positionen uarhrürken zu lassen, mul das ist zum Teil gelungen. tirurullegeiul geändert hat sieh seit l‘.KX3 Ireilieh ülH*rall das Verhältnis zur nichljüdiseben l mwell. I>as gesellige Xusa mmcnlcbcn. wie cs sich in «len kleinen Städten, namentlich in den Vereinen, abspielte, ist fast völlig zerrissen. Jahrzehntealte Bindungen lösten sieh. Freundsehnften zerbraehen. und die gemütliche und geistige Anregung, die jüdisehe Familien aus lieselligkeits-, Theater- und Literaturvereinen, aus Skat- und Lesfkränzehen zu holen pflegten. niuUten sie sieh anderswo t>esehaffen. Aus Vorstehendem ergibt sieh zwangsläufig, von welch uncrmeliliehcr Bedeutung nicht nur die äußerliche Befestigung des Zusammenhaltes der Juden in der Kleinstadt untereinander geworden ist. sondern wie sehr die l'mwandlung einer (»emeinsehafl von Juden in eine jüdische Gemeinschaft notlut. Aeußere und innere Hemmnisse waren dabei zu überwinden. In vielen Gemeinden fehlt einfaeh die räumliche Möglich keit des Zusammentreffens. Jüdische Gemeinde- und X’ercinsräume. vor allein al>er auch die Häuser jüdischer Gastwirte haben für diesen Zusammenschluß eine ungeahnte Bedeutung erlangt. leh ha Ix* vor kurzem in einer schlesischen kleingemeinde. in «ler noch cm jüdisches Hole! besteht, einen Vortrag gehalten und dort gesehen, wie sich «lic Juden aus vier bis fünf Na, hhargemcinde(i in «h in jüdischen Lokal zu xammenfainlen. sieh dort nicht nur gesellig zusammen luten, sondern au, h s, hr eriisthalte jüdische Pro Meine miteinander l»esj>re, heil konnten. Das zweite Hindernis, das immer lioeh nicht ganz überwunden ist. ist in man« In n G‘Miiein«len der Kastengeist, der «len Menschen nach Aeußcriichkcitcu aldaxiert. nicht .iIht nach dem inneren XX’ert. Hier hat aller«lings die jiolische .lugen«! sehr olt mit eisernem Besen ausgekehrt. S« hhmin sind in man« hen Gemeinden aueli noch «lie inoerjüdischcn Zerkliittung« n. Ks gibt noch (»emeinden. in «lenen die Zeit es niiht vermoeht hat. Zionist,*n un«l Niehl-Zionisten an einen Tis« h zu bringen. >«> «laß der von außen komm ende eine in zwei- Lager geteilte, fast leindlieh sh h gegenüber steb«-n«h (iemetiwle vorlindet. All «lies, Hemmnisse sin«l nur von innen aus zu iilH-rvyinden und zum größteh Teil schon überwumlen. Das wirkliche un«l entscheidende (iegcnwartsprohlem ist heut«* nicht mehr allein «lie wirts« haftli« he und soziale Krhaltung. tiir «lie alles Möglh'he getan wird. son«lern «lie Frage, wie man «lie geistige Verödung uIntwin«let. welche, auf jüdischem Gebiet in den kleinsten und kleinen Splitlergenieinden. in denen 20 bis 100 Juden no« h leMui. Platz greift. So ertreulieh aueli die Wirkung von Kinzelvorträgen und Veranstaltungen ist. die Vereine, Organisationen und Landesverbände — _oft nur allzu systemlos — von außen her in die Gemeinden hineingetragen —: das wesentliche ist, Persönlichkeiten zu finden, die in der Lage und bereit sind, geistige Führer zu werden und die oft schon völlig abgestumpften Glaubensbrüder und -Schwestern aus der Lethargie aufzurütteln. Menschen mit Zu kunftsglauben sind glücklicherweise noch vielfach zu linden; junge und alte Männer und Frauen, die die Verpflichtung in sich fühlen, für die Erhaltung der Gemeinschaft etwas zu tun; — es fehlt ihnen nur ander Möglichkeit, sich systematisch in jüdischer Beziehung zu bilden. Die Stellung der Bczirksrubbiner und Lehrer auf dem Lande — sie müßten um ein Vielfaches vermehrt werden können — nimmt so eine gar nicht hoch genug zu schätzende Bedeutung an. Gemeinden, die kaum eine Schncllzugsslunde auseinanderliegen sind im Abslerhen oder Aul blühen, je nachdem ein Lehrer oder Rabbiner da ist. der anregt, belehrt, zu saiumenhält und aufrichlet. Aber es wird Ihm allein guten Willen an Menschen und an Mitteln fehlen, um üIhtuII Rabbiner und Lehrer hinzusetzen, wo es Imitate. Man wird auf die Laien zurüekgreifen müssen und zu versuchen hallen, sei es über «lie Jugemlhünde. sei es üIht «lie Provinzialverhän«le der (»emeinden und des Frauenbundes, in jeder Gegend Deutschlands, in der jüdische Klcingomcinden noch in größerer Dichtigkeit beieinander sind, Kurse in Gestalt eines sogenannten wainlcrnden Lehrhauses einzuriehten. Diese Kurse sollen dazu dienen, um «lie Menschen, welche ihm h den Beruf in sich fühlen, zu lernen und ihr Wissen ucilerzugeben, auf den Weg eigener Fortbii- «iung zu bringen. Wir halx n noch eine ganze Menge derartiger lernvvilliger und lehrfälliger Mens« hen aus allen Berufsschi« Illen und Altersklassen. So verdienstvoll auch die SihatTung sog. Leselmgen zur ßelhslerziehung sein mag. wie sie die Reichsvertretung jetzt hrrauszugelKMi ln ginnt, das wesentliche bleibt «las ge spnuhene Wort, «lie Einwirkung einer großen Lehr persönti« hkeil. Hier ist eine Gesanitaufguhe für alte, die an der Aufre« hterhallung jüdischen Leliens in Deutschland ein Interesse haben. Man müßte ein Dützen«! Persönlichkeiten linden, in der Lage und gewillt, künftige Führer heranzuziehen. Mail müßte sie von anderen Verpflichtungen entbinden, ihnen eine bescheidene Kxisteiizmöglie hkeit shhern und sie. zu Dreien oder Vieren vereinigt, in die einzelnen Lande* g« g, nden. von Tilsit bis Konstanz, von Cleve bis Ra tjhor entsenden. Den Gemeindevorstehern in den einzelnen (,emeinden läge es oh. wenigstens je einen Mens« hen. der nicht immer der lH»rufsmäßige Erzieher und Prediger zu sein braucht, herauszufinden, auf den die Gemeinde hören würde. Kommen so in jeder Provinz 40 Ins 00 Hörer zusammen, um an einem vielleicht i bis 4 Wochen dauernden Kursus teilzunehmen. so wird ein Strom ständiger geistiger Anregung, jüdischen Wissens und jüdischen Zukunftsglauhens in unsere Gemeinden zuriickstrünien. und so sehr sich «lie soziale und geistige Führung der lieuligeii Juden in die Großgemeinden verlagert hat. Filme den sländigen Zustrom jüdischen Le 1h*ns aus «len Kleingemeinden werden auch «lie (»roßgemeinden allmählich verö«len. und vor allem w ird das echte jüdische Gemein scliaftsdasein. dessen Aufr« chlerhaltung für uns alle ein LelHMisln-dürfnis ist. versiegen. Judentum ist Ler- | /jj\ A.«W.Levi Sfuittari j Eberhards*:’ 71. Steck / Telefon 27715 A \ iifi/ia//n{e r^usmah/ in Oc-Aorat.onss-offen / Möbelstoffen / Drellen repn c ien Bettvorlagen / Divandecken usw. Kauft bei unseren Inserenten! %ltt\ a. Ä. BRÜDER LANDAUER F«rnspr*eh«r Nr 2215 ULRN a. 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