Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- XII (1935-1936)
- Issue
- 15 (1.11.1935)
- Date
- 1935-11-01
- Page
- Seite 117 (sequence 7)
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117 - sichert, <luU mail von Stuttgart aus bemüht sein werde, für alle Bedürfnisse auf dem Lande Rat und Hilfe zu schaffen, soweit dies irgend möglich. Krl. Wolff führt noch zu der Frage der Haehsrharahstellen aus, daB in diesen Fällen nicht so sehr auf hohe Löhne gesehen wird, als auf das Verständnis der Hausfrauen dafür, daB neben der praktischen Schulung im Haushalt genügend Freizeit gewährt wird für die geistige Vorbereitung für Palästina. Ländliche Haushalte gellen bis jetzt nicht als Hachschnrahslellctt. Dies soll jedoch noch erreicht werden, da in solchen Betrieben evtl, (iarlenhau, Geflügelzucht, manchmal auch Viehhaltung gelernt werden kann.. Noch mancherlei Anregungen werden gegeben, die für die neuen Hinrichtungen verwertet werden sollen. Hs wurde dann noch darauf aufmerksam gemacht, daB Frauen und Mädchen, die zu den verschiedenen Hilfsdiensten bereit sind, sich la,i I rl. Kauffmann mehlen sollen.' Mit einem Dank an die so zahlreich Hrschicnencn schließt Frau Weil di|- Versammlung. Feierliche Eröffnung der jüdischen Kulturarbeit in Stuttgart. Zu einem verheißungsvollen Auftakt der jüdische», kulturarlH'it in Stuttgart gestaltete sich die Hröffnungifeier. die das .1 ii d i s e I, e L e Itrhaus zusamme», mit de» Stultgarlur jüdischen Organisationen am -0. Oktola'r im Festsaat unserer Schule veranstaltete. 1 >er Raum war bis auf den letzten Platz besetzt, als Stadtrabbiner Dr. Rieger die Anwesenden willkommen hieß. Mit eindrucksvollen Worten wies Dr. Rieger auf das jiimchas Thora-Fest hin, das an diesem Ala »d zu Hude ging, und betonte, daß die Thora für das Judentum der Inbegriff von Kultur, Kunst und Wissen iijt. Der Redner gab dann der Hoffnung Ausdruck, daß die Teilnehmer an der Feier über den Abend hinaus Ircije Mitarla-iter des Lehrhauses sein werden und schloß mit herzlichen Wünschen für das Gelingen der Veranstaltung. Diese Wünsche hala-n, wie wir gerne fcs|lstellen, Krffillung gefunden. Ein jeder ging voll tiefer Eindrücke nach Hause, in der Seele ungesprochen vi^n erhebenden künstlerischen Darbietungen in Wort uijd Ton. Nach dem Vortrag eines Kammerorcheslcrs f- „Allfranzösische Tänze”, gespielt von Rosel GoI|h-i|i. Karl Haas, Gerhard Löwe. Kurt Süßkind. Marie Elisa Thalmessinger und Richard Ziirndorfer — war die rechte Feierslimmung da. Mil tiefer Sammlung lauscli teil dann die Gäste drei Szenen aus Richard Beer-Ildlniaiins großflächigem Drama .,1) er jung e I) a v ■ <1 . Ida Ehre (die das Ganze einstudiert hat leb M a » G r I I h o r n. Sanitätsrat Dr. Karl Ries und Fritz S o m m e r f e I <1 gestalteten diese Lese aus einem großen dramatischen Werk mit fein abgetönten rczitatoriselie» Mitteln und ernteten stürmischen Reif. II. Höhepunkt dieser Szenenfolge war «las gedunkenliete Zwiegespräch zwischen dem Knallen Abjalhar und seiner Pflegerin Tim nah iKIiro und Sommerfeld), in ilihn an die letzten Dinge dieses Leliens im Meisterwprt Beer Hofmanns gerührt wurde. Zum Schluß sang ein gemischter Chor unter Leitung Karl Adlers, der für den musikalischen Teil des Abends zeichnete, die Simchas Thora-Weise „Ogi! w’esmach" in der chassidischen Formung und brachte so den frohen, beschwingten Ausklang. Im Anschluß an die Feier fand eine Ordentliche Mitgliederversammlung des Lehrliauses statt, die Sladtrabhiner Dr. Rieger eröffnete. Rudi B a c Ii gab einen Rückblick über die Kulturarbeit des Vereins, der, nachdem Kunstgemeinschaft und Jugendheim aus seiner Obhut getreten sind, sich wieder seinen eigentlichen Aufgaben widmen konnte. Der Redner gedachte dann der verdienstvollen Arbeit Karl Adlers und Dr. Gustav Feldmanns, und schloß seinen Bericht mit dem Hinweis, daß Wissen vom Judentum erstes , Erfordernis unseres Daseins sei. Dr. Rieger rühmte die Treue und Sachkenntnis, mit der sich Rudi Buch für die Kulturarbeit des Lehrhauses eingesetzt hat und erteilte dann Frau Marga Engländer das Wort zum Kussenliericht, dem, wie den vorausgegangenen Ausführungen, von der Versammlung zugestimmt wurde. * An dieser Stelle sei nochmals nachdrUekllehst auf den Arbeitsplan hingewiesen, den das Lehrbaus und die mit ihm jetzt zu gemeinsamer Arbeit verbundenen Organisationen in dieser Nummer veröffentlichen. Die Kurse, Arbeitsgemeinschaften, religiösen Feiern usw. sind so vielflltig, daß jeder unserer Leser, dem es um seine Weiterbildung auf jüdischem und allgemein wissenschaftlichem Gebiet ernst ist, wertvollste Belehrung und Anregung finden kann. Jetzt ist es an den Mitgliedern unserer Gemeinde — jung und alt — diesen Bestrebungen mit Verstindnis entgegen zu kommen und durch einen regen Besuch der Abende zu beweisen, daB wir auch in dieser schweren Zeit den lebendigen Zusammenhang mit der jüdischen und allgemeinen Kultur nicht verlieren wollen. Die jüdische Kulturarbeit muB von der ganzen Gemeinde getragen werden. Sie wird erfolgreich sein, wenn jeder sieh als Träger jüdischer Verantwortung und als Glied einer Gemeinschaft fühlt, die das Wissen von jeher zu Ihren höchsten Gütern gerechnet hat. Wir weisen noch besonders auf die Kurzarbeitsgemeinschaften in der ersten Novemberhßlfte hin. Es sind dies: Rabbiner Dr. Hahn (Essen) über »Wege zur Religion”; Rabbiner Dr. Schlesinger über »Geschichte des Zionismus”; Kapellmeister Emil Kahn über »Jüdische Musiker” (mit Muslkbrisplelen). Aus den Gemeinden Württembergs. Stuttgart. Der Mangel an geeigneten Hausgehilfinnen und die durch die neuen Gesetze geschaffene Situation bereiten insla-sondere den allen jüdischen Ehepaaren und alleinstehenden Personen große Sorgen wegen der Weiterführung ihrer Haushaltungen. Diesen wird es eine große Beruhigung sein, daß, wie wir hören, zwischen dem Isr. Gemeindevorsteheramt Stuttgart und Nahmaschinen H. Car sch Sott 1889 OarteMtr. 80 (BoltwertO R p m r m t u rwe r k t At t für «Ile System« dom „Isr. Landes-Asyl- und L'nterslulzungsverein" zur Zeit Erörterungen im Gange sind, um das in Sontheim befindliche Altersheim weiter nuszubauen und den hiesigen Heimen Wagenburgstrabe 26 und 2H noch weitere a 11 z u g I i e d e r n. Es wird hierbei, wie wir erfahren, sowohl an Heime für minderbezw. unliemittcltc Juden gedacht als auch für Personen, die sich durch entsprechende finanzielle Leistung oder durch Einkauf einen ruhigen Lebensabend sichern wollen. Wie weit sich die Plane verwirklichen lassen, hangt davon ab. ob es gelingt, die finanzielle Grundlage dafür zu schaffen. Dieses Ziel könnte vielleicht leichter erreicht werden, wenn sich unter den Anwesen von Glnuliensgcnossen, die unsere Gemeinde zu verlassen laabsichtigen, ein geeignetes Objekt finden liebe. Stuttgart. Der Hilfsverein der Juden in Deutschland hat soeben die neue Nummer des „korrespondenzblatles über Auswanderungs- und Siedlungswesen” her- I ausgegelien, das die vielseitigen Erfahrungen wieder spiegelt, die der Hilfsverein mit seinem weitverzweigten Korrespondentennetz und durch seine Beratung von Tausenden von Auswanderern gesammelt hat. Die neue Nummer ist noch vielseitiger als die bisher erschienenen Hefte. Sie zählt IW Seiten im Quartformat und la handelt die allgemeinen Verhältnisse und die Berufsaussichten in 76 Landertu darunter insl»esondere sämtliche europäischen Länder, die Vereinigten Staaten. Argentinien, Brasilien, Chile, Equador, Kolumbien, Paraguay, Südafrika und Australien. Ein l»esolideres Kapitel ist den Siedlungsmöglichkeiten in Argentinien und Brasilien gewidmet. Jedes Gemeindemitglied, da» sich mit Auswanderung«»bsicliten trägt, findet in dem j neuen ..Korrespondenzbiatt" des ..Hilfsvereins wert- ’ vollste Hinweise. . Wie der Stuttgart. Am 9. Oktober wurde im Hahmen der Stuttgarter Jüd. Kunstgemeinschaft unter dem Vorsitz von Sanitätsraf Dr. R i e*s eine Laie n s p i e I g r u ppe gegründet. Der gute Besuch des Gründungsal»ends bewies, dab diesem neuen Zweig unserer Kunstgeniein- Schaft ein grobes Interesse entgegengebracht wird wir unlängst schon mitgeteilt halten, sollen in Laien-Spielgruppe die Werke dramatischer Dichter — insliesondere jüdischer Autoren — mit dem Ziel erarlieitet werden, zu. einem späteren Zeitpunkt ein,Büh nenwerk aufzuführen. Naturgeniäb wird dies sige Kleinarlieit erfordern. Aller auch die Teilnahme der Gruppenmitglieder ist, \Vie jetzt schon festgestellt werden darf, so rege, dab dieses Ziel erreicht werden^wird. Vor allem ist ja auch zu lieriicksichtigen, dab schon die Beschäftigung mit dem. dramatischen Stoff allein auUemrdentlieh wertvoll ist und gleichzeitig eine oft sehr notwendige Sprachübung be deutet. Wir können allen literarisch Interessierte^ nur I empfehlen. Mitglied der Laien-Spielgruppe, die vofci Dr.j Ries tatkräftig und verständnisvoll geleitet wird, zu werden. ein. Büh eine eminnere eKcilfaonn a. Jt, R.Rosenfeld Turmstr. 2, Tildon 4814 Eier, Battsr, Kies bei, Obst Bäckerei HAHN WIIMmtlr. r/t TUtf. 110t erwartet auch Sie! 0ottcsdienft3citcn für die Synagoge in tzeildronn 1. Not». Freitagabend 4.46 Uhr 2. floo. Sabalhmorgen 9.00 Uhr Sabbathnachm. 3.00 Uhr Sabbathaurgang 5.46 Uhr 3. Tloo. Sonntag früh 7.45 Uhr rin den Wochentagen: ’ morgens 7.00 Uhr abends 6.00 Uhr 8. Noo. Freitagabend 4.30 Uhr 9. tloo. Sabbalhtnorgen 9.00 Uhr Sabbathnachm. 3.00 Uhr Sabbathausgang 5.35 Uhr 10. not». Sonntag früh 7.45 Uhr fln den Wochentagen: morgens 7.00 Uhr abends 6.00 Uhr 15. not». Freitagabend 4.30 Uhr 16. Noo. Sabbalhtnorgen 9.00 Uhr Sabbathnachm. 3.00 Uhr Sabbathausgang 5.26 Uhr Gebrüder Henle VORNEHME HERREN-MASSCHNEIDEREI HEILBRONN s. N. Klarastraße 6 / Fernsprecher 4182 BETTEN UND WEB WAREN Bettfedernreinigung JACOB D. REIS Hellbronn a. N. beim Wollhaus yilllllMMIIIIIMMIIIIIIMMMIMIMIIIMMIIIIIMIMIMIIIIIIIMIMIIIMIHIItUUIIIIMIIti | GEBRÜDER SCHEUER j 1 Heilbronn a. N. Telefon 2243 | | EISENGROSSHANDLUNG | ÜlHMIIMIIIIIIMtlllMMIMMIMIIIIIIimilMlltmilMimilimiMIMIIKMIHIIIIMMItlS KAUFT bei unseren Inserenten I bei Hugo J. SAngar Hlllkreee «. Sfllm.ratr. 42 Seiden-Wäsdie Strümpfe yteii&cofmec SchäesenfaAeik LUDWI0 MAIER & CIE. Hallbronn a. N. GEBR. VICTOR HEILBRONN a. N, Jhreüezugsquelle: Brüder Landauer Gro6« Auswahl In Herrenu. 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