Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- XII (1935-1936)
- Issue
- 14 (16.10.1935)
- Date
- 1935-10-16
- Page
- Seite 107 (sequence 5)
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— 107 — un! Wir wollen, dass die Juden eine Aufgabe sehen, damit sie nicht verzweifeln. Die allen Programme müssen zerrissen werden, und die jüdischen Menschen sind aufzurufen zu neuer nationaler Tat. Ich wünsche, so schloss der Redner, dass hinter allem Leid dir Kraft der Väter, des alten Judcnvolkcs und das Vertrauen auf Gott stehen. Juden können nur untergeben, wenn sie nicht mehr an ihre Zukunft glauben. Juden können in Ehre und Anstand unter den Völ kern der Welt leben, wenn sie das Antlitz des Juden zum ewigen Menichenuntlitz wandeln. * Am Schlüsse der Rede von Joachim Prinz, die mit stürmischer Zustimmung aufgenommen wurde, erholten sieh die Hunderte. Die Jugend stimmte die „Hatikwah” an — und wenn die Hymne des jüdische» Volks auch nur von einem .kleinen Teil milgesungen und verstanden wurde, so flutete das Lied der jüdischen Hoffnung doch in die Herzen aller und einte sie in erschütternder Weise. Hier spürte jeder, dliss ein Neues zu wachsen beginnt, dass wir zurückfinden zu den Quellen unserer Kraft. — Lehrhaus — früher und jetzt. Im Jahre 1926 wurde in Stuttgart das Jüdische Lehrhaus gegründet. Der Kreis seiner Gründer war klein: eine Reihe von Menschen, die erkannt hatten, «laß jüdische Selbstbesinnung d a s war, was uns am meisten nottat. Im Lehrhaus sollten sich Juden jeder Richtung und Lebensauffassung, die „mit ihrer ,Zfil und sich selbst nicht mehr einverstanden waren^.jzu jüdischer Arbeit zusammenfinden. Meute wissen wir alle, auch die, die früher dem Lehrhausgedanken fernstanden, daß cs eine wirkliche Lücke ausgefüllt hat. Das offenbarte sich vor allem, als es — vor zwei Jahren — gebraucht wurde und heute erst recht, wo es zu neuen Aufgaben berufen ist. Heute ist es nicht mehr nötig, darauf hinzuweisen, daß es keinen anderen Halt für uns gibt als den Halt im Judentum, und daß man vom Judentum etwas wissen muß, uin in ihm zu bestehen. Das Lehrhaus ist der Ort, das zu finden, was uns hier fehlt. Aber wir dürfen und wollen auch die Verbindung mit dem Kulturkreis nicht verlieren, in dem wir leben. Wir brauchen E r s u t z für Bildungsmöglichkeiten, die uns sonst heute versperrt sind. Der neue Arbeitsplan des Lehrhauses ist getragen von einer Zusammenarbeit aller maßgebenden jüdischen Vereine und Körperschaften.-Sic verzichten weitgehend auf eigene Kulturarbeit und machen diese so zu einer Gcmcinschaftsnufgabe der ganzen Gemeinde. Damit gewinnt die Arbeit des Lehrhauses eine viel breitere Grundlage. Zum ersten Mal sollen Arbeitsgemeinschaften eingeführt werden, die sich nur über 2—3 Abende erstrecken und deren Besuch unentgeltlich sein wird. Natürlich können sie nur Theinenkreise umfassen, die sich für eine solche Behandlung eignen. Sie sollen die längeren Kurse ergänzen, nicht ersetzen. Nach Gelingen und Bedürfnis wird diese Arbeit fortgesetzt und erweitert. Auch einige Al»cndc unterhaltenden Charakters sind geplant. Feierstunden, soweit wir solche in Zukunft werden halten können, sollen weiterhin in der ta wahrten Zusuminemirl>eit mit der Kunstgemeinschaft veranstaltet werden. Schon l>ei der Gründung des Lehrhauses sprachen wir von der L'cliersteigerung des Intellekts, von der Einseitigkeit unserer Berufsschichtung und der Notwendigkeit einer Förderung des Handwerklicher In unseren Reihen. Die Zeit gab früher Antwort als damals einer geahnt hatte, und das Lehrhaus hat schon seit zwei Jahren Bastei- und Garlenbaukurse einge führt, die die Grundlage zu handwerklicher Geschicklichkeit legen sollen. I Die Zeitumstände bringen es mit sich, dsiß viele von uns sich auf Auswanderung einzurichten jmben. Dazu brauchen sie S p r a c h k e n n t n i s s e: das Lehrhaus vermittelt sie ihnen. In seinen Hebri isch- Kursen tut es. mehr: es hilft am inneren Auf wu des Judentums durch die Wiederbelebung der Sprache unserer Väter, die für viele die Sprache ihrer KinJer sein wird. * ' Alle diese Arlnül kann nicht ohne Mittel geleistet werden. Das Lehrhaus wird von einem Verei i .getragen, dessen Mitgliederzahi für seine Aufgaben viel zu gering ist. Ware jede Familie unserer Gerne» ide. die HM. — Jahresbeitrag aufbringen kann, Mitglied des Lchrhauses, so könnte es schon damit sehr fruchtbare Artreit leisten. Erhält es von denen, die mehr gelrcn können, ab und zu einen größeren Betrag als Sonderspende, so kann es mehr tun: es kann führende Menschen hierher kommen lassen, deren Wort uys. heute mehr denn je nottut: es kann in den Festzeiten des jüdischen Jahres Federn ausgestalten, die vielen ja drängten Herzen einen Lichtblick ladeuten: es kann die Zahl der unentgeltlichen Kurse vermehren und {zugleich Menschen, die etwas zu sagen, nlarr ihren Krw|<*rh verloren haben, eine Arla'itsmögliehkeit schaden.> I Wenn so heule wieder einmal die jüdisch» {Oelf, nt lichkcit aufgerufen wird, so geschieht es nichtj um für den Lehrhausgedanken zu werben. Denn das waire ein Armutszeugnis für lande Teibr- Ks geschieht tlelmehr. weil klargelegt werden muß, daß jüdische Aiidungs- STATT KARTEN Statt gartj Oktober 1035 Johannes« tr. 47a Danksagung Für die liebevolle Teilnahme an unserem grossen Schmerz anlässlich des Hinscheidens meines guten Mannes, unseres geliebten Vaters, Bruders, Saiwagers und Onkels Fritz Gattmann sprechen wir unseren Innigsten Dank aus. In tiefer Trauer: j Ela« QattMann mit Söhnen Kart «ad Vslttr Famllla Jaliaa Oattmaaa LOTTE WOLF LUDWIG MARX VERLOBTE >T UTtlc FRANKFURT a. M STUTTGART Rausch Haschonoh 5696 STATT KARTEN LISE EINSTEIN | HERBERT LINZ VERLOBTE l STUTTQART-W STUTTGART-N Augult.nstr. 43 H.rdw.p 110 12. Oktob.r 1935 S t . t t K r t r Lis Epstein Otto Poletsdielc V•rIo bf SfuMgarl-W Hdldarllnttr«^« 5) U I m *. D. Ostl. MOAihrpkii 23 Isr. Waisan- und Erziehungsanstalt „Wilhelmspflege* Esslingen Eine [ ausserordentliche 1 Mitgliederversammlung findet am Sonntag. 27. Oktober 193$, vormittags 11 Uhr pünktlich, im Gemeindehaus, Hospitalstr. 36, Stuttgart, statt. Wir bitten um zahlreiche Beteiligung; i 3üb. Tischtennis-Meisterschaften 1935/36 in Heilbronn a. N. Der Tischtennis Club .Blau Melk", Heilbronn, veranstaltet anlätzlich seines 5iädriaen Bestehens am S. November in seihen Räumen dt« TDfirtt. Tischtennis - Meisterschaften 1935/36. — Beginn der Kämpf« 9.00 Uhr morgens. TettRahmeZerechtigt: Sämtliche Clubs sowie Einzelspieler, auch du keinem verein angehären. Rnstragnng: Meisterschaften in Herren Einzel Hl I u.II / vamen-Einzel Kl. 1 u. II / Herren-Voppel KI. A / Sem.-Doppel KL A , StartgebShr: Einzelspiel« —.25, Doppelspiele —.59. Mel仫g«»r bis spätestens 28. Oktober an Sigmund Stobezki, Heilbron», Kramftr. 10. Fördart dan JQd. Sport! Statt Karton Leonhard Cymbalist Lore Cymbalist ■ •b. Or.yfuss VERMÄHLTE Stuttgart, 2 2. 0 k t ub r 1 9 3 5 Rfttaatr. 6. I. ALFRED LEW HERTA LEW g b. G o 11 hti I f VERMÄHLTE STUTTGART Schallb«rgstraOa 33 TRAUUNG: 22. Okt. 1 935 WORZBURG. Harf«natr. 12 Für dia uns anls^lid) unserer Varmahlung erwiasanan Aufmerksamkeiten dankan wir harziubst Max Maas und Frau Ilse gab. Hirtdiliaifwr OLh*., IMS Stuttgart Für die mir antef)liJi mainas 70.'Oeburtslagas arwiasanan Aufmarksamkaifan danka Ich harzllchst. Eva W ei 11 Stuttgart, Saastr. 57 Statt Kartaa für dia not ontaootkk dt Gebart untto* zwoüm Sohau WAL TER io $o rtkbom Mast zttgogeegonon QIQckwborcbo ragti wir htzUchttio Daoh. Max Rai* und Frau Grat»! gob. ittüogt H• ilbreatt, Uutf Ro—obtgrtr. Berthold Auerbach-Verein Dienstag, 22. Oktober, Jugendheim, Qartenstr. 30 l„ abends 8.15 Uhr, Ausserordentliche Mitgliederversammlung Tagesordnung: a) Gamainschafisprogramm dar Stuttgarter jOd. Vereinigungen b) Varschiadanas. Wir bitten um zahlreich* Beteiligung nr, Frauenuereia-Fnueniitinii Frauen und Mfldchen des jüdischen Mittelstandes, die gewillt sind. Handarbeiten bei der von uns beabsichtigten Messe zum Verkauf zu stellen, werden gebeten, sich bei Frau Paula Krautkopf, Hauptmannsreute 88, Fernsprecher 61054. und Frau Thilde Loeb, Reinsburgstraße 109, Fernsprecher 63306, zu melden. Der Isr. Frauenverein-Frauenbund veranstaltet Hauswirtschaftliche Kurse (Kodien, Nahen, Flicken, evtl. Bügeln) für Frauen und Mfldchen. Anmeldungen baldigst erbeten ian: Frl. Alice Haarburger Dannedcerstraße 36 Telefon 26605 JUd. Lehrhaus Stuttgart1 und die | Stuttgarter jüdischen Organisationen Eröffnungsfeier , 1 am Sonntag, 20. Oktober 193^, (Simchas llholra), abends 20.15 Uhr pünktlich, im Festsaal der Jüdischen Schule, Hospitalstrasse:! | Musikalische Darbietungen Lattung : Dir. Kerl Adler j Szenen aus „ Der jung« David “ 1 von Richard Beer-Nokrnenn I < Leitung: Freu Id» Ehrt-H«yd« Im Anschluß an die Feier findet die jährliche Ordentlich« Mitglieder-Versammlung des Vereins Jüdisches Lehrhaus statt, zu dir 'alle Freunde und Mitglieder des Lehrhauses, eingeladen sind. Der Arbeitsplan des Lehrhauses wird in der nächsten Nummer der „Gemeindezeitung“ veröffentlicht. Kein jüdisches Haus ohne 1 den Israel. Kalender für die jüd. Gemeinden Württembergs 1935/36! Er enthält die GoHesdienstzeiten für das ganze jüdische Jahr und koste! nur RM. 1—. 1 M/ir bitten höil. um Aufgabe der 9eslellungen, die sofort ausgeiührt werden. Israel. Verlagsanstalt G. m. b. H. Stuttgart, Kasernenslrasse 13 Postscheckkonto Stuttgart 362 58 . Stuttgarter Jüdische Kunstgemeinschaft An die Mitglieder der Gemeinde Stuttgart und der auswärtigen Gemeinden, auch an alle bisherigen Abonnenten, ergeht die Einladung a) zunächst Mitglied der Kunstgemeirischaft zu werden; Jahresbeitrag mindestens RM. 1.25, I b) neue Abonnements zu zeichnen; für sechs Veranstaltungen wie seither: offener Platz RM. 6.-, numerierter Platz RM. 9.-. | Die Veranstaltungen können' nur von Mitgliedern besucht werden. Nähere Auskünfte bei der Geschäftsstelle, Garte str. 301., Tel. 264 t 3. kittzeiebnungeelellen: Geschäftsstelle s. o Buchhandlung Levi. Calwerstr Musikhaus Jacob, HauptstÄiterstr. 32: Julius Meyer, Kirchstr. 16, Buchhandikng Paul Neff, Marienstr. 32; Schuhhaus Josef, Bad Cannstatt Seelbergstrasse 7. r j».