Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- XII (1935-1936)
- Issue
- 14 (16.10.1935)
- Date
- 1935-10-16
- Page
- Seite 108 (sequence 6)
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108 - arliril j <1 ■ n angchl. iluli jl-der an ihr Anteil tial und dal! jeder vcrpflit lilct ist. >i<! /u fördern. Von der Stuttgarter Jüdischen Kunstgemeinschaft. Was jedes Gemeindemitgiied von ihr , wissen I muß. i di> \rl.. •! dir S I u[l IjarliT .1 ii d. k im » It*. h : : im lutrin n /mrilfii -Lilir ihr»s ){. ... h? iui!ii nt tlit-MSl-il« wniii kiium inrlir- \ ii - r«I. ' di.- \Yr;in*l:illiin?.vti 1»« - .,i . L,.:[,nh- «l* n int|<»ivn und äulW«n Krl«»k . -,,N, .pni ii r--i«.4iolh:n >. i Iti. hl nur ,1h QusiU- ... , i. i n tii< Mjlr und;iu-*"iirMvjtr KiiiM- . ■; #f;; K' —11, I5-0 ükignng judi^ fu n (rr^rn- _ i : . 1 [ i i d. wirken .ifl« r Meist, r l" - r v ,;|r Tnlll.i;Itli';l H «• r kr.l't* ||||s»*r»T .1 d. u i;iiist|;ii)iinut‘n. \in!i;tiis\\;irls ,, II, r i.rnini, I t|ii s,, ir t'k.'i?h. in» und - j I.iml, i. «Ttd J'■•ii :»»• Aii.'itbrimürn mit t >r- /■■in l eil -dl i ii‘*ri ' . r|, sieh f||. ktjlis! ... •; Mlllvcliii! wiedrf :«n d-x.;; I'- k. run« >t|i!,_..:‘s und XX ürtt«*ml»,*r;'v /ns j!': d.i si: si'-l, n.t, |i den Udit'rdr IV. V!in - i. /u ii» -. ' l» •* I ä n =i i «• n X «‘ri- Ui ., und I• i■ ’ Kt; Ii" * r!*.md d* r .lud. ri |). t‘s Oll/11-!iü, l ' n halle. Oie .;; i j!;i, - .-|» ,J - iid* iiesiinnnun^ 1-1. da ' jf. \\ . * > . «i sj^ Verein- 1m /w . de- Ih ieh-- \!isi de: ihm h ni» Id ix .hihri^eii n: t : V. .u-I ,!ti;i;r4 I d kun-U« Ulrin- . e.,1 5 .ii, im, -d,idl itdi t*v /uniieh-f Mit - d! :;■ ■_• : ■ 111-eh;*• f, /u v- : dn -• Mi -rn I- '!. i s, : d. " xl-mnenten- , i; •’ ii e .: - kl« II I*?-. I'D llt'r!—I l'.t.'i.» '; di. r»; •- i| »* V'«•r.in-:illmiu<,n ’ i 4; Mi: u : trnj ^7; N.-,, kun-lter -ind -ik-i.d . d-T ’- .-iueii tin IVilmn n der ,,, m - 1.;f• ij. h n: h: worden: /. IV d;i- \i. ■ ,|! , .-Irr Hertl t-UHI-i k«T 1 :i: _ :*» r:|limi-ik :! ' >r Sfeinher^ .11- : : n-| nihle m; IV . tu —,-h;iu-[»ie■ - - -• iiof Iterlin d.ikrovMJuard 1, MI AU—i' Ml ^elliMUllleir. -! l.,s,! s. hw.u/j \’t,dilu- und Klavier d r -? .1: n< hev lind die \r i»}in l'nui.i Lind* , - . ri : 1 sj 1 n Mei.!.: j|.; n: *r.:;s. d»-r i*ei unin ' ‘"t,. Mlii. -I e'ie I ide XV! 'Irlt n. a. in. -j.,; (v-ntkih Vir Mil-dieder /;;* . > . II M e r V : ■ j.l T- - .1 1 : 11 11 L' e II /. ik In; e -1.:. •' .n-re d« -i,> lind au-würti^e ..■ > ■» 1-* ■ « :;irMi ..-sdant le7 die X!» «i, \ 1 ,.; 1.. Xn!i .1 u u n «I \ e l . n . : [. e t; sind v■ *: h.!<i ein/ein. N Xut- : 'M •. au de* s : n - und I 11 - I r 11 m n - j t r - * /II ll'Ne s, 1 i I.! s I . -I :■«:»♦' . - sieh da*- a : . In lilrilid« :mu> I» *!;: in l i.i^e •.i>i;iinnt<lrn au-warfi* ^11 XV der der kur itu,' Uiein-ehall wenien. /u* .i. V d : Im iira^ an : r»!! — *1« iden i-J M i I X I i e d in,, i r - . kl he-leht ,a keine >1'»^- : k* /um Ih u- -!-! V-. ran-I i ariden. Aud« n k: is. i MifiTli«*de we il« n -i«!; /w dlelh»- w jeder e lOlMlent» n eiu/el« e,|l' n *i <lif )l» f--' I» t ührtiii^: ■ M l s f 1; II» 'h v ti *- 1V‘*L!: ■ r: : s d> ku n-l gemein-' lud! Aus den Gemeinden Württembergs. Mulltfarl. Xu den IfidAni I ei. rhlu'eN ver-ammeUe 1. - i 1 1 nde in d»d;!il-\oliei ShiHiuniij: in . I ,i.r|edi;it:-el ll. In A e! l : tunk' dt - leider IHM h I . h* 11 Ntadl“al»l»it.. \{Metliclen - aud« r Kal»*! ' >r. \u- V ' h |l<.d»l»in:il-kaiidida( Harry } : ü Xu^-Inir^ und Ke/irk-rahl»iner Or. T;i n- / -,M-'.'. ahw >-i h-eijnl in >v nak'"-'» und Sie^le- V ii - ' ,1a: -.eidi«!en Xn-;.- .e h, n hiuleriieüeii lh-i -h ‘,i - a|, u-l' -in In rn fi| t-te Kindnn ke. Ke—«n- t* ui »r darl v. rim-rkl w. rd» n. dal* der 1.h,»r im s! .•- di 1 ' u.d ^an/ hn.-l -eine Aul^ahe - Xiü X. r.Mi i-iuilk' |l« - I-I. V,.-rMeheran»|s tun- 1::^'-:- i .-den Ja V d l r Slutl^arl Inll-wei-iu . . k M-ivdler Sti^nme In-^alMer \’*»rheter in -vis. ..«a». l»al-r. Xlor-!» herand m.h hie in die u :f• 1 •- et-lenrnd .jen X'er-Ueh. die Kinder an : V- ’?: ' *i< M.lkVIl 7fl h' — 'llder n .1 llv’i-lld- *• 1 e nie:,/u.a.—.-ri Xi* den reiern nahmen Mi . s:! II. di -«?i.1!)»lli« l,i i^en kindei hi- 711111 i’_* I.e1 :,* 11: t l. ii. Oie d . iei -Iund.-n wurd*-n I»11 :k,i*l Mi s r-L.'-t .-ndi'l . Oivker geleitet. -- Oie kindi-r ui s i- Judi—i,.*n y, Im(|. waren eiu-|M In i «h l Ar- I* •: -ie :>. |,-n iftdei der Xnleihiiu» ihrer Kehrer au» h li*-s -s 1,1.t -- ieeine .Nlikkoh'. Oie selidtu- Kaul»' ititile I; k.ndiieheift WjtktleiU /u verdanken ist. K-T!-.t ' I \\’es|ai|-;*alli» der ^ynak'Ok'e 711 s l eilen. Helft den Bünden! Oje Selhsthitfekfruj>pr der jii- 'V hen Künden in I M iilsel l.md hat im er-ten Jahre d.». s lh-teh.'iidiireh Kinrif htunk’ eine?» Krhohints- Ih-hiifür KliiUle man« heu, ihrer K« hi, k-:ilse,-lahrlen U'eladten. Sie k',,hl j«*t7t <h|ran. ein jüdi-ehes Blimh-njahrhu« h (Jiidiv her Blindtfnkalender* herai!-7UkrelH*n. O.is Kuch enthält au—er einem jiidi-rlu-n und allgemeinen Kalender eine Novelle Von Stefan Zwei;:, eine Keihe l»eIIe1riMi-, her Slin ke üIkt Blinde von Blind«*n und Sehendeh. sowie einen Artikel, der ül>er den Stand «It r jiidi-eh« n KÜmh iifür-org«* unterriehtel. Dazu kommen Auf-ät/e uU-r jii<iis< h« Klimh-nanstalten. uln r die Künden in der Liter.itur. die Kes« haltigung von Blinden in «ler Industrie und ein kurzer, alter inhaltsrei«-her Aufsatz liher Statislik der Blinden. Oie Selhslhillegriijisie will mit diesen Jahrburh InüTesse an den Abessinisches Märchen in Amerika Von Rechtsanwalt Dr. Rosenak, Bremen. Aujrenbluklich ist Abessinien zu einem Mittelpunkt ih>s (Milit i-then \\ eltintercsses geworden. Abessinien, Acthiupien. afrikanisches Kaiserreich — in roniantische. soiioendurchelühte ferne schweifen die Gedanken. fs war.im Mcirz 1951, jetzt vor vier Jahren. Seit fast drei \\ochen war ich in New »ork und am fol- L'eiiden läge wollte ich »ad, huropa zuriickreisc-n. Mel Interes-antes hatte ich in dieser ungeheuren Stadt, in welcher etwa 2 Millionen Juden wohnen, ge- >ehen und erlebt. Noch am Vormittage dieses letztem Tage, hatte ich Rabbiner Dr. Krank kennengelcrnt. den einzigen jüdischem Polizei-Kaplan der Welt, des- M-n Gemeinde ausschließlich aus den jüdischem l’oli/eilwamten und -Offizieren, sowie den jüdischen Detektiven der Stadt New York be-teht. jetzt eben kam ich von dem liebenswürdigem Dr. de Sola Pool, eleni Rabbiner der portugiesischem Gemeinde der alte.k ii Amerikas. Kr batte mich in den NachmittagsaoitrsdictM 'einer Gemeinde geführt und dort sal! ich in dem allen, mit der Jahreszahl 1655 versehenen Gc'tuhl. allgeweht von dem Hauch längst vergangener Jahrhunderte. Am Abend.zuvor balle ich ein jiddi'chcv. lliealer in di r 12. Straße bc-'iicht. Dort trat ein New Yorker Rroaclw jy-Star. Moilv Pit oll. in einer jieldi'chen Po'se. d. Ii in einem 1 heaterMück auf. das in W irkliibkeit »o traurig war. dal! die Zuschauer ab und zu die l.i'tht-Htiicher zücken mnürtm. Hinterher fuhr dann die gefeierte Molly Picon zur Wahl der.Königin K'tlier. iii die »er grollen Pnriin-Y eranstallung. an webber zirka JiMHlo Juden teiliiahmen. sollte sie im SihieiUrichierkolb giiim milw irke n. Recht viel!niere''aii|es halle-ich also schon erlebt, aber ein Krlebni' war mir noch Vorbehalten. Ich hatte ,i hört, dal! Profe'Sor I a a mral h K m a n u e I. der i.oFirer der judi-ilten Jugend in Abessinien, der fulladii'chen Jugend, in New Dirk 'ei. woselbst er sich >i,> die Aii'hildiing weiterer Lehrkräfte bemühte. arcfi d.i' Ru io de.- damal' an- New »ork ubwesemn < Iricnlfor'thers Dr. Jacques Knillocitch hatte ich schon vcTMicht. eine Verbindung zu ihm lier/u- 'telleri. Da« war mir aber nicht gelungen. Nun fuhr ich also in dem mir zur Verfügung gestellten Auto eines Bekannten die lange Lexinglon- Aveniic entlang, um zur Metropolitan-Opera zu gelangen. Ich war in die von dcmt'chcm Sängern ge- 'pieite ..Götterdämmerung" eingeladen. Da komme ich an dem eindi mk'v ollen Hochhaus der 1 oitng Men llcbrew \"o< lation IJüdischer Verein junger Männer, vorbei und 'ehe einen leibhaftigen afrikanischem Juden, vv ie ein Sekundaner klein und schlank, das gc'i'tvolie braune Gesicht mit dem strahlenden Augen 'linderbar umrahmt von einem tiefschwur/cn Bart, die Meinfliellc ii liiiumf'teigsm. Mir fährt es durch den Kopf: d.i' i't laaniruth kmanticl. der berühmte Lehrer der falla'thakinder. aus Addis-Abeba. der Hauptstadt di ' Kui'cr' von Abessinien. Line Minute später hatte' er 'db't es mir bestätigt, daß er es sei. laamrailt hmunucl und ich. wir saßen lange in der prächtig eingerichteten großen Halle der I.VIHA. in '/honen woiihcn Klnb'e'seln. wie man sie sicherlich in Addi'-Y beba auch heute noch nicht kennt, und ich lait'chte der Liziihlung des Kallascha-Professors. Die fallii'cha' sind die Juden Abessiniens, die dort vv old ', it der Zer'törung des cr'ten Tempc'Is leben, 'ich -lite'a Israel" lilaII' Nraelsl nennen und die bis vor etwa 5u Jahren sieb für die einzigen noch lebenden Juden in der Welt gehalten haben. Erst Dr. Kail loviteh. der eben schon erwähnte Orientalist, welcher u. a. unter Lörderung de s ..llilfsvereins der deutschen Juden" und mit tatkräftiger Knterstütznngdes Rarons l.dmttnd von Rotit'child bereits 1904 eine Expeditionsrcise nacfi Ab,'sinien unternommen und dort die Lallaschas entdeckt batte, überbrachte ihnen den berühmten. von 4A namhaften Rabbinern der Welt unti’r/eichneten Brief, in dem sie über ihre Zusammengehörigkeit mit der übrigen Judenheit unterrichn-uw indem. Es war dies ein Sithfinden von Glaubiii'brüdi-rn die einander buchstäblich s e i t Jahrtaus c* n d e ti aus den Angern verloren hatten, wie c-' in der Weltgeschichte wohl einzig desieht: und wie iimreheuer groß die Erschütterung eb r Gemüter war, geht aus dem Antwortschreiben der abessinischen Juden liorvor. welches geschrieben war „von den (.roßen und Notabein der israelitischen Gemeinden der Provinzen ßelessa. Semien. Armafscheho, Taqoas'u und Da nt best** und in welchem über das ganze Leid und das ganze Glück dieser versprengten Glaubensgemeinschaft in ergreifender Primitivität und in gedrängten Worten bl ichtet wird. In diesem Briefe. i.t teilweise wie ein Dokument aus der biblischen r/eit anmutet, heißt es u.a.: ..Gepriesen sei Gott, der Herr Israels, der Herr allrn und allen Fleisdiesf Schreibern, gesandt aus Abessinien, von den israelitischen Gemeinden, gerichtet an unsere Brüder, die israelitischen Gemeinden der ganzen Welt. Heil, Heil Euch. Brüder in Israel! Wie geht es Rlinil.n cTwcckeii. und mit dafür sorgen, dass in den Kreisen der Sehenden das Mitleid für die Blindem der fördernden Hilfe weicht. Sie will aber vor allen Dingen durch den Verkauf des Jahrbuchs, das nur M 0.90 kostet. Mittel beschaffen, um ihren Schicksalsgefährten weiter zu helfen. Das Jahrbuch, das hoffentlich eine sehr weite Verbreitung findet, ist zu liezichcm durch die jüdischen Buchhandlungen und Herrn Bugen Krohn. Berlin-Wilmersdorf. Badenscheslrasse 21 der auch alle Anfragen beantwortet. Stuttgart. Der Isr. Kraufnverein-Fruurn- Ii u n d hatte für den 8. Oktober zu einer Krauemver- Eudi? Die Nachrichten von Eurer Existenz waren bisher für uns nur Fabeln: jetzt haben wir darüber Gewißheit und Sicherheit erhalten. Unsere Herzen sind gekräftigt und wir sind getröstet. Wir sind in tiefer Trauer; habet Mitleid mit uns und betet für uns! Bis jetzt harren wir in unserem Glauben bei dem einzigen Gott, bei dem Gesetze Moses aus: wir sind dafür Gott, dein Herrn Israel'. dankbar. Früher haben wir unendlich viel Unheil und Mißgeschick erlitten und eine große Anzahl bat zwangsweise das Christentum angenommen ... Dadurch, daß wir keine Schulen haben, unsere Bücher vernichtet sind und die christlichen Missionare die Bücher ihrer Religion an unsere Brüder verteilen, haben sie dieselben zum Abfall verleitet. Jetzt, wo wir. Gott sei Dank. Nachrichten von Euch erhalten Italien, empfinden wir große Freude ... Wenn wir Bücher, Schulen und Lehrer erhalten, damit unsere Kinder unterrichtet werden, dann werden wir sehr zufrieden 'ein ... Die Israeliten in Abessinien hoffen . Der Herr, der Gott Abrahams. Isaaks. Jacobs und Moses schirme lind schützeden Prof Jacob Noall. den Sollt! des Moses.“ Früher einmal müssen die l allaschas eine große Bedeutung in Abessinien gehabt haben. Bis um das Jahr 1600 Italien sie eine gewisse politische1 Selbständigkeit. Ihre Könige waren Herrscher der Sague- Dvnastie. die durch die Königin Estlier-Sugiie. ehe Tochter des Königs Gideon und der Königin Judith, begründet vcar. Dieses Königspaar soll schon etwa im 10. Jahrhundert im Kampfe gegen die Salomonische Dvnnstie gestanden Italien. Heuteaber leben, wie* mir Laamrailt Emaiiut-I erzählte. nur noch 60—"0000 Lallaschas in Nordlind Zentral-Abesstnten. meistens Ackerbauern und Handwerker. Das Lund selbst hat etwa II Millionen Einwohner und der jetzige Kaiser Heile- Selessi L, ..I.ciwe aus dem Stamm Juda, der Erwählte Gottes. König der Könige von Ae-lhiopien". leitet, evie die ganze herrschende abc-ssinische Kaiser-Dv nastic-, seinen Stammbaum unmittelbar vom König Salomou ab. Während früher die Lallaschas unter religiöser UnduldsamM-it seitens ihrer andersgläubigen Mitbürger zu leiden hatten, ist Heile Selessi I. ihnc-ji wohlgesinnt. Das Judentum der Lallaschas ist primitiv und gewissermaßen tirbiblisdi. Sie halten den Sabhath. Die Speisen werden um Freitag bereitet und im Tempel von den Priestern, die dort die ganze Nacht im Gebete verharren, gesegnet und unter die Gc-mt-indc-mitglieder verteilt. Ihre Gebete sprechen sic in ultacthionischer Sprache und während des Gottesdienstes bringen die Priester in den dem salomonischen Tempel nachgebilelcten Gotteshäusern Opfer dar. Auch Mönche und Nonnen gibt es. die in Orden leben. Vor dem Tode wird gebeichtet. U.a. am Montag, Donnerstag. am Neumondstage, um Tage vor dem Pessach- Leste und um \ ersöhnungstagcfasten die- L allaschas und streng halten sie die Speise-Gesetze. Erst jetzt, seit neuerer Zeit, lernen die Lallasehu- Kinder in der ..Talmud Thora" von Addis-Abeba, deren Direktor laamratli Emannel ist, die Gebete in der w ie-dergefnmlcnen teuren Sprachtder Urväter: in der hebräischen Sprache. Professor Tuumruth L.inanuel selbst wurde im Anfang des Jahrhunderts von Dr. Faitlovitch nach Europa gebracht und unterrichtet. Er ist einer der wenigen Gebildeten unter den Lallaschas und spricht fließend Deutsch. Französisch. Italienisch und Hebräisch. Die abessinischc Kirche hat im übrigen v iele Riten des jüdischen Kultes beibehalfcn. die Subbathhc-iligung, Beschneidung (am achten Lage nach der Geburt) u.a. mehr. Die Abessinier alle, Juden und ( hristeu, eint die Hoffnung auf die einstige Rückkehr nach Jerusalem. Mit liebenswürdiger Bereitwilligkeit und mit den Lorine-n eines vollendeten Weltmanne s sprach Taumrath Emannel von den Dingen und Menschen seines Landes. Mit großer Höflichkeit ging er auf allemeine L ragen ein. Nur als ich ihm eine Zigarre anbot. lehnte er ab und erklärte mir. daß das Rauchen bei ihm zu Hause streng verpönt sei. Bei dieser Gelegenheit sprach er auch davon, daß es bei den FallaxJias re-Jijnüse Kompromisse nicht gebe, unter den Fallaschas gehe es nur Orthodoxe oder Getaufte, etwas dem religiösen Liberalismus Vergleichbares sei nicht vorhanden. des Lloyddampfers. Lange stand ich an der Reeling. Langsam und allmählich versank die ungeheure arnertkanische Stadt mit ihren spukhaften Wolkenkratzern. Langsam tauchte, als wäre alles ein Traum gewesen, die neue Welt unter im Dunst des Spüt-Märznachmtttages. Und während mich das stolze Schiff von Amerika nach Europa zurücktrug und die Märzsturme des Atlantik an die Lenster meiner Kabine schlugen, war — seltsames Gefühl des Herausgehobensetns aus Zeit und Raum! - die Erinnerung an ein Stuck Afrika in mir, die Erinnerung an Taamrath l.inanuel. den kleinen, dunklen Fallascha-Profcssor aus Addis-Abeba in Abessinien, den Mann, der von der Vorsehung als erster aus einer vielleicht mchrt,t ttsendjuhrtgen Abgeschiedenheit herauszutreten v'lt-c.1 Pn wa,r '? "e.ldle scin versprengter jüdischer volln vvT <l,,1rd,1.fi" tinergründlidu-s. geheimnisvolles Walten der Geschichte geraten war. Sammlung ciiigc-ladt-n, die von den jüdischen Frauen Stuttgarts und des Landes überaus zahlreich hc-sucht war. Die Versammlung nahm unter der ausgezeichneten Leitung der Vorsitzenden des Fraut-nvereins- Frauenhunds, Frau Emma Weil, einen harmonischen Verlauf. Nach einleitenden Worten der Vorsitzenden nahmen Fri. Thekla Kauffmann, Frau Lucie L ev i, Frau Dr. Lotte Baer (Künzelsau) und Frl. Ilse Wolff in vorzüglich orientierenden Referaten zu den Gegenwartsaufgaben der jüdisthen Hausfrau Stellung und gaben u. a. die Grundzüge einer weitgespannten Organisation auf dem Gebiete der gegenseitigen Hilfe der jüdischen Hausfrau bekannt.