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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1935-04-16 · 2 (16.4.1935) · p. Seite 19

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
XII (1935-1936)
Issue
2 (16.4.1935)
Date
1935-04-16
Page
Seite 19 (sequence 7)
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- 19 - anstaltung. Auf allseitigen Wunsch sollen die Kurse in bestimmten Zeitabschnitten systematisch fortgesetzt werden. Battenhausen. Tief betrauert von allen, die ihn kannten, verstarb am 25. März Hermann Josef Tannhauscr im 77.Lebensjahre — ein Mann, der zu den Besten unserer Gemeinde zählte. Wie sehr der Verstorbene von allen Seiten geschätzt wurde, das bewies auch seine Beerdigung, an der sich weite Kreise der Bevölkerung beteiligten, ln H.J. Tannhauser verliert die Gemeinde einen Mann, dessen ganzes Leben im Zeichen frommer Denkungsart, hohen Gerechtigkeitssinns und wahrer Friedensliebe stand. Ausgezeichnet durch nimmermüden Berufs- (leifl fand H.J. lannhauser immer noch Zeit, seine Kraft in den Dienst seiner Heimatgemeinde zu stellen. deren Gemeinderat er über 20 Jahre angehörte. Auch als langjähriger Armenpfleger der Rcliflionsgemeinde hat er sich grolle Verdienste erwor- >en. die unvergessen bleiben werden. Am Grabe schilderte Oberlehrer Berlinger den schlichten, frommen Lebensweg des Entschlafenen. dem ein ehrendes Andenken für alle Zeiten gesichert ist. Schwab. Gmünd. Am 51. März fand in der vollbesetzten Synagoge eine M a i m o u i d e s - F e i e r verbunden mit einer Purim-Nachfeier statt. Nach einleitendem stimmungsvollem Harmoniumspiel des Schülers Krnst Heimann begrüßte Gustav Meyer im Namen des Vorsteheramts die Anwesenden. Auf den vom Abiturienten Richard Heimann gesprochenen Prolog ..Gedenket der Großen in Israel!" folgte der sinntiefe Vortrag von Oberlehrer Dr. Wodienmark über Muitnonides. den er als Vorbild für die Judenheit der Gegenwart darstellte. — Sodann führte die Schuljugend zwei kleine Theaterstücke religiösen Inhalts auf. Mit dem Gesang von hebräischen Liedern wurde die eindrucksvolle Veranstaltung beschlossen. Göppingen. \om 28.—51. März weilten 17 Mädels und Jungens mit zwei Lehrern vom ..Landschulheim Herrlingen“ in unserer Gemeinde*, um kleinere Aus- Rüge in die Umgegend zu machen. Die jungen Leute, die aus allen Gauen Deutschlands stammen, sollten so die Schönheiten unseres Landes kennenlernen. Leider waren aber die Fahrten durch schlechtes Wetter stark beeinträchtigt. Der Jugendbund hat sich der Gäste sehr tatkräftig angenommen und ihnen in seinem Heim schöne Abende bereitet. Wochentags wurden die llerrlinger im Hotel Dettclbacher verpflegt. zum Schlafen waren sie bei Gemeindemitgliedern untergebracht, wo sic auch Sabbathgäste waren. Der Sonntag wurde mit dem Jugendbund zu einem Ausflug auf die Albvorberge benützt. Von unterwegs traten dann die jungen Leute die Heimfahrt an. Ihnen wie den Einheimischen leuchtete die Freude über das Erlebte hell aus den Augen. Im Rahmen des zurzeit stattflndenden Bibelkurses hat der Jüd. Kulturausschuß den 800. Geburtstag von Moses Maimonides zum Anlaß eines Gemeindeabends am 51. März genommen. Rabbiner Dr. Tänzer gab in allgemeinverständlicher aber doch tiefschürfender Rede einen Einblick in das Leben und Wirken des großen Gelehrten, dessen unvergängliche Bedeutung er an den philosophischen und religionswissenschaftlichen Werken des „Rambam“ aufzeigte. Zum Schluß würdigte der Redner noch das Wirken Maimonides' als Arzt und medizinischer Schriftsteller und hob hervor, mit welchem Stolz wir Juden heute noch erfüllt sein müssen, einen Menschen hervorgebracht zu haben, dessen Wirken nach 800 Jahren noch fühlbar ist und von fast der ganzen Welt anerkannt und gefeiert wird. Der Vortrag wurde durch vollendet zu Gehör gebrachte Klaviervorträge und den Chorgesang des „Jigdal“, der die Glaubenssätze des Maimonides enthält, umrahmt. Heilbronn. Am 19. März veranstaltete die Zionistische Ortsgruppe eine Purim -Feier für die Gemeinde, die sehr zahlreich besucht war. Mit stets sich steigerndem Beifall wurde ein Theaterstück: ..Die Z.O.G. fährt nach Erez“ in fünf Bildern vorgeführt. Um die gelungene Aufführung hat sich Heinz Gum bei große Verdienste erworben. — Vor kurzem wurde auch die Keren Hajessod-Aktion hier durchgeführt, wobei auch d i e Kreise gewonnen wurden. die seither dieser Idee noch fernstanden. — Am 25. März berichteten Herr und Frau Dr. Scheuer vor den sehr zahlreich erschienenen Gemeindemitgliedern über ihre Eindrücke auf ihrer vor kurzem erfolgten Palästinareise. Zehn Jahre Hebr. Universität Jerusalem. Die folgenden Ausführungen, die wir einem Kommunique des Büros der Universität Jerusalem entnehmen, zeigen, welche außerordentliche Entwicklung die zentrale geistige Bildungsstätte Erez Israels seit ihrer Eröffnung im April 1925 genommen hat. — Die Judenheit der ganzen Welt entbietet der Universität in Jerusalem ihre hoffnungsvollen Wünsche. Die Schriftleitung. Bei der Eröffnung der Universität hatte das J u daist i s ch e Institut nur drei Lehrkanzeln Heute umfaßt es die folgenden Lehrstühle: Talmud. Neuhebräische Literatur, jüdische Geschichte, Palästinaforsdiung, jüdische Philosophie, hebräische Sprache, talmudisches Recht, gaonüisdic und rabbinische Literatur, spanisch-jüdische Poesie, Bibel und Bibel-Exegese, jüdische Soziologie. Kabbala. In Verbindung mit dem Institut steht die Archäologische Abteilung, die iin Laufe des verflossenen Jahrzehntes sehr schöne Ausgrabungen gemacht hat. Das Judaistische Institut ist nur ein Teil der Geisteswissenschaftlichen Fakultät. Diese umfaßt heute außer den judaistischen Fächern noch das Institut für die Wissenschaft des Orients, das sich insbesondere auch mit arabischer Sprache, Literatur und Geschichte befaßt, sowie mit der Archäologie und Zivilisation des Nahen Ostens: außerdem noch Philosophie, klassische Sprachen, allgemeine G e s ch i ch t e und einen Teil der romanischen Sprachen. Das Mathematische Institut ist vorläufig der Geisteswissenschaftlichen Fakultät ungegliedert worden. Parallel mit der Geisteswissenschaftlichen Fakultät ging die Entwicklung der Natur Wissenschaft- I i che n Fakultät. Palästina ist für den Biologen ein besonders begünstigtes Forschungsgebiet. Die Fauna und Flora des Mittelmeergebietes treffen sich hier mit denen des großen .Wüstengürtels, der von Marokko bis Turkestun reicht. Im Jordantal finden wir sogar echte tropische Einflüsse. Von den schneebedeckten Abhängen des Hermons bis zu diesen tropischen Oasen oder der reinen Wüste sind nur wenige hundert Kilometer. Der Einfluß äußerer Faktoren auf die Verbreitung und Begrenzung der Lebewesen kann bei so schroffen Uebergängen besser untersucht werden, als an vielen anderen Stellen der Erde. Die Bot os«ii k hat ihre erste Aufgabe bereits im großen erfüllt. Auf Grund des sehr umfangreichen Herbariums der Universität ist eine hebräische Flora Palästinas erschienen (eine englische Ucbersetzung ist in Vorbereitung), welche den Bestand der Blütenpflanzen und ihre Verteilung auf den palästinensischen Raum fast erschöpfend behandelt Auf einem kurzen Ausflug zum Toten Meer sind sechsmal biogeographische Grenzen zu überschreiten, und häufig ist der Nordabhang eines Hügels von gänzlich anderer Tier- und Pflanzenwelt eingenommen wie sein Südabhang. Der Kamm des Oelberges, auf dem die Universität steht, ist selbst Scheide zwischen mediterraner und eremischer Flora. Der neu begründete botanische Garten der Universität hat sich zur Auff*abe gestellt, den alten Waldwuchs des hiesigen Bergendes in seiner Unberührtheit wieder herzustellen und sämtliche Zerstörungsformen bis zur nackten Felswüste aufzuweisen. In den trockenen Gebieten Palästinas steht der Wasserhaushalt der Pflanzen im Mittelpunkt der pflanzenphysiologischen Forschung. Für den Besucher wird die Sammlung im Museum für biblische Botanik und palästinensische Plantlore von besonderer Anziehung sein. Nähmaschinen H. Carsch Qertaeetr. *0 (BoiKmHi) Satt IM» Napiriturwarkalltl« fOr all« •yalac In der Zoologie sind wir noch weit (vi)n einer^ Uebersicht der Tierwelt Palästinas entfernt. Nur über ^Wirbeltiere, Mollusken und einige kleinere* Insektengruppen besitzen wir eine erste Uebersicht, über ihre Lebensweise aber wissen wir fast gar nichts Das ganze Jahr über durchgeführte regelmäßige Untersuchungen an kleinen Beobachtungsflüchoii von den Tel-Awiwer Dünen bis zum Ufer des Jürduns bei Jericho gestatten zum ersten Male eine Uebersicht über die Tiere dieser Flächen und ihre Verteilung im Jahreswie Tagesverlaufe. Besondere Aufmerksamkeit wurde der bereits in der Bibel erwähnten Wanderheuschrecke (Schistoeeru gregaria) anläßlich ihres letzten Auftretens geschenkt. Das wissenschaftlich^ Zentralproblein des hiesigen zoologischen Laboratoriums besteht in der Grundlegung einer allgemeinen tierischen Bevölkerungslehre. Im Museum liegen die ersten Anfänge zu einer wissenschaftlichen Sammlung der palästinensischen Tierwelt vor. Die Geo Logic* trügt ebenfalls ihr Scherfleiu zur- Lösung dieser biologischen Probleme bei. Sie gestattet eine Analyse des Klimas von Palästina seit seiner Festlandwerdung (Miozän), und auf dieser Basis läßt sich die Geschichte der Besiedlung unseres Landes mit Pflanzen. Tieren und Mensche i voll verstehen. Neben den Aufgaben der biologischen Landesaufnahme. der Lösung der Wasserversorgung, den angewandt geologischen Problemen (Pho iphatlager. Petroleumquellen usw.). bietet z. B. das Jordantal eine einzigartige Gelegenheit zum Studium allgemeiner Fragen der Tektonik wie der GrapenbrücJu*. Mannigfach sind die wissenschaftlichen Aufgaben, welche den Forscher locken und mannigfadi die praktischen Probleme, welche die Erschließung les Landes erfordert. Auch die chemische Forschung ai der Universität bestrebt sich, den Erfordernissen des Landes zu dienen. Die Natur des Landes, seine! Exodukte. sein Boden, seine Pflanzenwelt usw. lieferst dazu das erw ünschte Material. Die heute bestehenden, modernsten Fragen der Bodenbildung und Bodencheinie. der künstlichen Dünger (Kalisalze des Toten Meeres. Phosphate), der .Eiw eißchemie, der Enzymleaktionen. der pflanzlichen Atmung, alles Probleme der modernen physikalischen Chemie. Biochemie und Kolloid chemie. stellen die"dominierenden Objekte der Tätigkeit auf diesem Gebiete dar. Sie liefern auch den Studierenden der höheren Semester die Themen ihrer Spezialausbildung. Heute hat die Naturwissenschaftliche Fakultät folgende Studien- und Forschungsfächer-aäfzuweisen: Botanik, Zoologie. Biologische. Chemie. Bakteriologie und Hygiene und Parasitologie. Ein anonymer Spender hat die Einrichtung von Laboratorien für Krebsforschung ermöglicht. Die entsprechenden Pläne sind bereits aiisgearbeitct worden und zwei Laboratorien'werden, im Frühjahr 1955 mit ihrer Tätigkeit beginnen: das eine, für Zellularphysiologie, wird von Dr. Doljansi. das andere, für Radiobiologie, von Professor Ludwig Halber Städter geleitet werden.! Die zionistische Frauenorganisation iji Amerika „Hadassah“ und das jüdisch-amerikanische Aer'Ttekomitec haben Vorbereitungen getroffen, um ein Universitätskranke n h aus zu errichten. Die Mandatsregierung hat eine — in ihrer Höhe noch nicht genau festgesetzte — Beteiligung an dem Baufonds zugesagt. Das Krankenhaus soll den Namen Rothschilds tragen und in der Nachbarschaft der Universität errichtet werden. Laupheim. Einen genußreichen Abend bot der Gemeinde der bekannte Schriftsteller Alfred Auerbach (Frankfurt a. M.). der in fesselnder Weise aus seinen eigenen Werken las. Zu einem großen Erlebnis für die Hörerschaft wurde die Vorlesung aus dem Hörspiel „Börne, Heine, Mendelssohn". Der zweite Teil des Abends war mit einer Lese aus den köstlichen schwäbischen Dichtungen des Dichters ausgefüllt. Alfred Auerbach, dessen prachtvolle Gabe, seine Hörer für einige Stunden den. Ernst des Alltags veressen zu lassen, wir hier schon so oft gewürdigt aben, wurde stürmischer Beifall gespendet, der durch den Dank des. Vorstands der Jugendgemeinsdiaft. Rudolf Kurz, noch unterstrichen wurde. Oberdorf-Bopflnyten. Vor kurzem führte Heinrich Frankfurter (Göppingen), »einest hochinteressanten Palästina-Film vor, den er in packendem Vortrag erläuterte. Rottweil. Seit Herbst vergangenen Jahres hält Hauptlehrer W a r s ch e r einen Kurs in N(euhebräisch und einen Bibelkurs mit wöchentlich je zwei Stunden ab. In letzterem werden die biblischen Bücher gemeinsam gelesen und vom Leiter erläutert. — Im Anschluß an die Vorlesung der Megillah fand an Purim, in der Synagoge eine von Hauptlehrer Warscher vorbereitete Kinderfeier statt. Nach einem aufmunternden Prolog trugen vier Schülerinnen cjin heiteres Klein- Anzeigen stets in unser Blattl Jaffa-Orangen 10 StDdc RM. 2 —, 1.86, 1.— Kistenweise billiger. Ferner Palermo Blut-Orangen, Spanische Blut-Orangen, sowie sSmtlldies Tafelobst Spexlalgescfc. f. gepO. FrOcbte, RolebOhlstr. 11 b. d. KOnlgstr. Trleton M72B. Prlvai-Ntef-Aafo mit u. ohne Fabier, last alle Fabrikate Q es di ftftgfährten, Auflage, Hochzeiten, Beerdigungen. Kronenstraße 2a Telef. 91020 LT Spültische und ■InrlchtMNeM in Teakholz mit Metallu. KrnaHlebedksn, auch für GroßkOchenanlagen intiat Hell Mllil-ß.lM»eianni>me Ga Pfister, IdiralaanaatoUr, Stuttgart / Eugenstr. 3 / TeL 24860 HMtUer MefclMiSlllI!!BtUiaMUÖUna 2 Karat, modern, feuriger Stein, billig su verkaufen. 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