Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- XI (1934-1935)
- Issue
- 24 (15.3.1935)
- Date
- 1935-03-15
- Page
- [Seite] (sequence 6)
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keit. Dr. Weil hatte schon mit! seinem im Mär/. 1932 gehaltenen Vortrap weiten Kreisen unserer Gemeinde durch seine pedankentiefen. sachlichen und rednerisch hervorragenden Vukfiilirungen tiefe Lindriid«’ \<*nnittrlt. Vun wiir or. wie t)r. Sichel im*- tonte, nach langer, sehicksalsreicher /eit wieder nach Stuttgart gekommen und auch diesmal wic'der fesselte er seine Hörer Ins /um letzten Wort. Dr. Sichel hatte recht, wenn er fe«i«irllle. daß die Gemein schaft-all»,! den deoiMh-.indikhen Organisationen ^tultüorls mit diesen. \ ortragsahend ihren 1 leihe nnkl erfahren hatte. Denn llie Darlegungen de- , Heiners, die historisch uni w|i««c-ii'chaftlich ausgezeichnet fundiert waren. -tellDii eine überaus w. rlc olle Bereicherung des ,|eul'cl|-jueli«iheii lilceiigulc-« cor allem durch die \«|iekte dar die Dl. Weil rein, com Geschichtlichen all' eröffnetc. Im ganzen sehen w ar. da» Beferul ein B die Situation clei deutschen l mbruchs an In» in unsere von Dr. W e il unterstrichenen Beurteilung, doch von dei übe starken (Iptiini'inii« getragen gab in »eine! I.inleitiing eia f ntwickluiig der jüdischen Deutschland. Heule, »o 'teilt ec tienschaft'bericht übet Jeden von der Zeit des läge dei aber, bei aller ’roblematik 'jedweder 'engenden Kraft eines war. Der Redner l eberblick über die ileveilkernngs/iffer in e er fe~t. betrügt die Zahl der Juden in af'o seit lüg" um t'ihl-ind: 4b3 IHN» : n ler ileiitilllg l't sie hat -ich Ich» niilvei ringert \on grüßlic nbbrati' hohe Ziffer de» loch »eit einem Jahr Menschen mehr al» diestarke Ahwandelelin bis beute haben Judün d 1)1 I ' dl Cr Maat'ange- \ater!:md verlassen. Durch die prozenv|oii Männern i«l der ■.-Hit'a stark eesfie sterben jüdischkommt Ja In •sterbe-1 ebersih u"i zehnt Jährlich ' 4'-ne geboren w et i;. D-i/ii *rung der letzt, u zwei allein giiiio Ou.ripkeit . mal gr > >'. r.- \l>vv .indei img I eb.-i'ciiui an jüdischen I I ).|s „nlon.ati'cfie Absinken insbesondere dei \erlnst au geb' idiesem . l»ev iilkeriingspol son.leis ernste Note Ln: ->- Jugend danken, die gewillt ist setze ihren I ebrii«rauiu mit gen. d -i (.eluirlskui v. lind j lg. »dlinien Menschen tischen ftild eine be iiieln 'darf man der im Rahmen der Geller Knergie zu verteidigen und damit den Grundstein' für den Neuaufbau des deutschen Judentums zii legen. Denn in .oller Ansehung <i.-i indiv i.lucU.ii Bedingtheit der Kiuzelaiiswattde-rung besteht dodt ein stärkstes Inter der hrhultiinp ein.' lebenskräftigen den! /u'atnnienhung ging I- Aii'wnnderiing'lumi II .-' keinen deutsefn-n d nicht ,111 Bc-deiilung ..iincii habe. Die offi- I die bisherige- Lu« uis DeutschluniL auf o<!l> nacfi Angabe des tigc-liiirigkc-il Ixv'ußen. i-'Se all - ch c-n Jud.-ntums. In diesem! Ir. Weil auch auf Palästina naher ein. wobei r betonte. Juden gebe, füi den dieses I,u und innerer W ert'.hatzuni: g. ztelle zionjstis.fie Ziffer bemi Wanderung nach Palästina 1, I3U42 Personen, cm denen H Redner' di. deutsch.» Staat- Diese Zahlen b.-weis.-n, v.i fihrte Dr. Weil weiter aus daß von Palästina keinetotale und auch nicht ■ me w.-sentluhe I eillo-nng dei deutschen Juden frag.- erwartet werden kann. Der Redner ging dann auf den entscheidenden Faktor naher eil), der zu der Wende uii'i-i- - staatsbürgerlichen Stellung führte das Rassenj.robi.-in. das. nebe« den Juden, nach seiner Schätzung fiii ungefälu j Jiio ix.ü Noo utifl jiichtjüdische Nicht..lit t von größter Bedeutung geworden i't. Kr sprach dann im'ein/elnj-n von den Kin-chrankungen in der V I i.-rgi-sc tzgehjing. wobei er II. a. die Verhältnis«.- in Oberschl.-'i.-n, und in Danzig vom Gesichtspunkt'der inti-rnatiom]l.-n Verträge bezüglich - 208 - des Minderheitenschutzes aufzeigte und im Hinbjick auf die im Saargebiet geschaffene Lage — die Ariergc-setzgc billig wird dort erst ab l.März 19% eingefiilirt der Hoffnung Ausdruck gab. daß doch eininal eine Angleichung unseres gegenwärtigen Reditsziisiunds an einen günstigeren Rechtsstatus kommen möge. Sehr inteiessant hier die* Parallele, die Dr. Weil zm I niaiizipatioii. der Juden in f rank reich, die regional in drei Klappen erfolgte, zog. Ganz besonderen hindruck auf die Versammlung machte aber die Darstellung de» Jüdischen Wegs in der Welt überhaupt. Ilic-I zeigte Dr. W eil. wie gerade die Zerstreuung uns vom historischen Geschick der einzelnen Völker in der Welt in einer Weise löste, daß der Rlivthmus unserer Geschichte wohl oft wesentlich gestört, unst-ie historische Lxisten/ aber in wund.-ibarer Weise gesichert wurde-. Dus Volk der Bibel hat 'ich so zw i-chc-ii' Wellenberg und Wellental bis auf den heutigen lag erhalten. Zum Schluß ging Dr. Weil noch in fesselnder Weise auf die Minelerheiten- Dc batte de« Jahre« 19% im Völkerbund ein. in deren Vii'gang er einen Beweis dafür erblickte, daß die hman/ipatioii in der Welt nicht znsammengebrochen sei Die letzten Sätze des Referats, dessen vielfältige Geilankeiigänge leider nur in großen Zügen wiedergegeben werden können, stellten ein starkes Bekenntnis zum alten Optimismus jüdischer Weitend I <->»-,isbc-trachlIIng dar. die auch das Hoffen auf den lug det Gleichberechtigung umschließt, jener Rechtsgleichheit, deren wir uns ein Jahrhundert erfreut lind nicht unwürdig erwiesen haben. Dr. Sichel unterstrich nochmals den stürmischen Beifall, der dem Redner gezollt wurde, mit warmen Worten lind schloß damit die an Kind rücken reiche Versammlung. Grete Sultan und Otto Bernstein in der Kunstgemeinschaft. Zur 4. V eranstaltung am 10. März. Du- 4. Veranstaltung der Stuttgarter Jüd. Kunstgeineiii'thaft machte mit zwei interessanten Künstler- |KT'cMilichkciten bekannt: Grc-te Sultan, der ausgezeichneten Berliner Pianistin, und dein Rezitator Otto B cr n s i ci n (Dresden), dessen Name einen guten Klang hat. Dieser inusikalisch-rc-zitatorische Vbend bedeutete eine Iregriißeii'Werte Abwechslung in den \ eraii'taltjiiigen der Kunstgemeinschaft vor allem durch die Mitwirkung Otto Bernsteins, der ein tieffiichcr >precher ist. Im Mittelpunkt seiner Rezitationen stunden einige Chassidische Geschichten Martin Ruber«, deren Wortschönheit und tiefes Lthos tnimer wieder auf« neue ergreifen. Ganz hervorlageiid. wie Otio Bernstein diese schlichten L’eberliefertingen de« osteuropäischen Judentums wiedergab: Die ganze kindliche Inrtrgkeit. mit der der dias- 'idi'cfic- Jude zu Gott spricht, mit der er bittet, fordert und um Vergebung der Sünden Israels fleht -ickam in der kle ine n Geschichte G o t t e s T e f i I - I i n” zum Ausdruck, die vor einiger Zeit schon einmal in der ..(ic-meiiidezcitung" zu lesen war. Bern- 't^-iii' ic-zitatoriscfie Stärke' liegt überhaupt wohl in der Darstellung schlichter besinnlicher Dinge. Sein Organ i-I klangvoll, biegsam und fein abgetönt, es i't geradezu prädestiniert für den Vortrag einer Prosa oder l.v rik. die nicht unter der vom Stoff her. koipmencli'ii Forcierung der dramatischen Steigerung «teilt. Bei der Bezitation des fetzten Kapitels aus dem I. Band der großen Trilogie „Die Geschickten Jaakobs“ von Thomas Mann, in dem Rahels Tod bei der Geburt Benjamins so großartig geschildert wird, wurde dies-besonders deutlich; Alle lyrischen Inhalte wurden von Bernstein feinnervig bis in die zarteste Stimmungsnuance mit plastischer Sprechkunst ausgedeutet — den schweren dramatischen Akzenten (so Jaakobs uralte Menschheitsfrage an Gott „Herr, was tust du da Rahels Leib vom Geburtsschmorz durchwühlt wird und der Tod langsam iht Angesicht zeichnet) war aber die letzte zwingende Formung versagt. Dennoch war diese Darstellung (wiealles übrige frei aus dem Gedächtnis) eine bewunderungswürdige Leistung. Sehr gut liegen Bernstein auch heitere Sachen. Die hier von ihm getroffene Auswahl war aber im meisten wohl für ein recht anspruchsloses Publikum gedacht. — Lud nun zu Grete Sultan. In ihr lernte man eine Ix deutende Pianistin kennen, die mit perlender Leichtigkeit die größten technischen Schwierigkeiten meistert und mit immenser inusikantiScher Konzentration um das Werk ringt. Wenn Grete Sultan spielt spürt man geradezu die tiefen seelischen Kräfte, denen ihre musikalische Produktion entströmt. Der Vortrag dieser, ernsten, vornehmen Gestalterin steht ganz im Zeichen souveräner Könnerschaft, die jede effektvolle Geste entbehren kann. Jede musikalische Phrase wird du mit einem natürlich-edlen Pathos tonlidi geformt, einheitlich, aus einer strengen, ja fast allzu strengen Grundaiiffassung entsteht die Komposition.-Grote Sultan ist eine wundervolle Künderin besonders der Beothoven'schen Gedankenwelt. Seine Sonate in Es-Dur op. st a w ar musikalischer Beginn und Höhepunkt des Abends. Die Ballade in g-Moll von ( hopin. großzügig und stilistisch aus einem Guß gestaltet, war aber in den beschwingten, stimmungsvollen Partien wohl etwas zu sehr von jenem Ernst überschattet, der wie ein feiner Hauch immer auf Grete Sultans Spiel liegt. Bei aller spielerischen Leidi tigkeit. mit der sie die D-Dur-Sonate von Mozart erklingen ließ, vermißte man so auch hier die letzte heitere Anmut der Mozart sehen Tonsprache. Fine große Hörerschaft spendete den Künstlern stürmischen Beifall. H.St. Aus dem QetneUideH WutUem&eegs. Stuttgart- Wir bitten unsere geschätzten Leser hierdurch nochmals dringend, daran zu denken, daß w ährend der nächsten Tage der Postbote die Abonnementsgebühr für das zweite Quartal _ 1955 (April—Juni) in der Höhe von RM. 1.25 kassieren wird. Sorgen Sie also dafür, daß der obige Betrag prompt bezahlt wird, damit die Zustellung der „Gemeindezeitung“ keine Unterbrechung erleidet. Wenn Sie abwesend sein werden, dann beauftragen Sie bitte eine geeignete Person mit der Zahlung an den Postboten. Sie ersparen uns hierdurch viel zeitraubende Arbeit and sichern sich stets pünktliche Zustellung der „Gemeindezeitung“. Stuttgart. Wie alljährlich, so wird a.uck anläßlich des Helden-Gedenktugs vom 17. März unserer Gefallenen in feierlicher Weise beim Sabbath-Gottesdienst vom It». März gedacht werden. — Am 17. März wird die Ortsgruppe des R i. E. die im Weltkrieg gebliebenen Sonne unserer Gemeinschaft durch eine IMMOBI LIEN/VERSICHERUNGEN ERNST HOCHBERGER Stuttgart,’ Lahanatr. 20 Para ruf 734 49 8ro6«, und toftftigG TroekfnpiAtz« / Abholung und ZvciGtlung / SltHgstg Bruchnuno. Wäscherei 3ette ioeslee Saubar und schonend wäscht unter fachmännischer Leitung dl« P/idmx~Nähmaschinen iind Radio Anden Sie io reicher Auswahl bei Kupfer & Co. r GmrtensirAße 19 s Tel. 6103& Reparaturen »Amtlicher Systeme HEILBRONN a. 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März Montagfrüb (Fasten Ester) 7.00 Ubr Montagabends, Purim 6.30 Ubr an den Wochentagen: morgens 7.00 Ubr abends 6.00 Ubt 23. März Freitagabend 6.15 Ubr 23. März Sabbatbmorgen 9.00 Ubr Sabbatbnacbmittag 34)0 Ubr Sabbatbausgang 7.10 Ubr 24. März Sonntagfrüb 7.45 Ubr an den Wochentagen: morgens 7.00 Ubr abends 64)0 Ubr 29. März Freitagabend 6.30 Ubr Sabbatbmorgen 9.00 Ubr Sabbatbnacbmittag 3.00 Ubr Sabbatbauagang 7.20 Ubr 30. März Sonntagfrüb 7.45 Ubr an den Wochentagen: morgen* 7.00 Ubr abends 64)0 Ubr