Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- XI (1934-1935)
- Issue
- 24 (15.3.1935)
- Date
- 1935-03-15
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/4904101-5442811-5443393--4317-4908092- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
st recken, fn die allein die städtische nnd industrielle Entwicklung sich ausdehnen kann, seit Jahr und Tag zum grollen Teile dem Privatbesitz entzogen und in den Händen des Jüdischen Nationalfonds, der nach bodenreformerischen Prinzipien Boden in Palästina als unveränderlichen Besitz des jüdischen Volkes zu Zwecken der Kolonisation erwirbt. Der Jüdische Nationalfonds kauft Böden, aber er verkauft sie nicht Er gibt sie nur unter ganz bestimmten, vom Gemeinschaftsinteresse diktierten Bedingungen in Erbpacht So dient sein Bodenbesitz als ein nationales Bollwerk gegen die Entwicklung Haifas zu einer levantinischen Handelsstadt Julius Spiegelihal zum Gedenken. Am 29. März sind es 100 Jahre, dafi Julius Spiegelthal, dessen Name in unserer Gemeinde und überall da, wo man den hervorragenden Menschenfreund kannte, fortlebt, geboren wurde. Dieser einfache, schlichte Mann hat sich besonders um die Jüdische Gemeinde Stuttgart Verdienste erworben, die immer unvergessen sein werden. Vom Jahre 1879 bis zu seinem am 30. August 1909 erfolgten Tode gehörte Julius Spiegelthal dem Vorsteheramt an, an dessen Arbeiten er unermüdlich hervorragenden Anteil genommen hat. Wie sehr dieser von echt jüdischem Geiste erfüllte Mann aber mit unserer Gemeinde verbunden war, das zeigt sich vor allem'in seinem nie versagenden Wirken auf sozialem Gebiete. Er gehörte u. a. jahrelang dem Ausschufi des Ortsarmenvereins sowie dem Verwaltungsrat des Jüdischen Schwesternheims an und hat insbesondere in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des ..Israelitischen Männervereins für Krankenpflege und Leichenbestattung“ (Chewra Kadischa) vorbildlich bis zu seinem Tode gewirkt. Es dürften wenige Beerdigungen während seiner Chewra-Vorstandschaft in unserer Gemeinde stattgefunden haben, an denen Julius Spiegelthal nicht in für ihn selbstverständlicher religiöser Pflichterfüllung teilgenommen hak Unter seiner umsichtigen Führung wurden vom Männerverein die Grundlagen für das Israel. Alters - 207 - heim in Sontheim gelegt. Für den hierzu ins Leben gerufenen Asyl-Verein war Julius Spiegelthal der berufene Vorstand. Die erfreuliche Entwicklung dieses Vereins fand ihre Krönung in der feierlichen Einweihung des Altersheims „Wilhelmsruhe“ in Sontheim im Jahre 1907. Bis zu seinem Ableben stand Julius Spiegelthal, der anläfllidi der Asyl-Einweihung durch den König von Württemberg eine Ordensauszeichnung erhielt, an der Spitze des Vereins. So gedenken am 100. Geburtstag Julius Spiegelthals weite Kreise unserer Gemeinde, insbesondere alle, die sein vorbildliches soziales Wirken miterleben durften, in Liebe und Dankbarkeit eines Mannes, der zu den Besten unserer Gemeinschaft zählte. — Familie Wolf~Stiftung, Stuttgart. Die Firma W. Wolf & Söhne, Stuttgurt-Untertürkheim, hat. Ende des Jahres 1916 dem Israelitischen Männerverein für Krankenpflege und Leichenbestattung E. V„ Stuttgart, zwecks Errichtung eines jüdischen Krankenhauses eine Stiftung gemacht, deren Auszahlung von der Ausführung des Krankenhauses abhängig gemacht war. Der Krankenhausbau ist aber nicht zur Ausführung gekommen und wird nach menschlicher Voraussicht auch nicht mehr zur Ausführung gelangen, nachdem das Stiftungskapital zum grollten Teil der Inflation zum Opfer gefallen ist und sich auch die übrigen Verhältnisse geändert haben. Es ist daher zwischen der Firma Wolf & Söhne und dem Männerverein durch notariellen Vertrag vom 25. November 1934 vereinbart worden, die Erträgnisse des gestifteten Kapitals, soweit es noch vorhanden ist. der Fürsorge für jüdische Minderbemittelte, die durch Krankheit, Krankenhausbehandlung, Erholungskuren u. dergl. hilfsbedürftig werden, nutzbar zu machen in der Weise, dafl das Kapital als „Familie Wolf-Stiftung“ dem Männerverein ausgefolgt, aber abgesondert von dem übrigen Vereinsvermögen durai einen besonderen Ausschufi (Verwaltungsaussdiufl) verwaltdl wird. Die Beihilfen ans der Familie Wolf-Stiftung werden in erster Linie an die Angehörigen der Israel. Religionsgemeinde Stuttgart, in zweitel Linie an die Angehörigen der sonstigen Israel. ReHgioasgemeinden von Württemberg vergeben, wobei! vorzugsweise der verarmte Mittelstand berücksichtig wird. Die Gesuche um Unterstützung sind schriftlich unter Beifügung eines ärztlichen Ältestes beim Verwaltungsausschufi, z. H. des ObmannsJ Herrn Max Wolf, einzureichen; auf Verlangen sind weitere Nachweise beizubringen. u Die ■ Gesuche müssen vom Kranken selbst oder einem nahen Angehörigen desselben eingereicht werden; es können aber auch Gesuche, die für einen Kranken vom Vorsteheramt oder einem Wohltätigkeitsverein, von einem Rabbiner oder einem Refigionslehrer gestellt sind, berücksichtigt werden. Die aus der Familie Wolf-Stiftung gewährten Beihilfen sollen nach dem Wortlaut des Gründungs- Statutes und der Auffassung des Verwaltungsausschusses grundsätzlich eine Entlastung der bestehenden jüdischen Wohlfahrtsvereine und Fürsorgeämter n i ch t bedeuten, vielmehr wird damit eine zusätzliche gesundheitliche Fürsorge für den jüdischen Mittelstand beabsichtigt. Dr. Bruno Weil Ober „DerWed der deutschen Juden". Eine Gemeinschaftsveranstaltnng des R.jJ. C.-V. und „Ring“. Am 27. Februar sprach Dr Bruno Weil (Berlin), der stellvertretende Vorsitzende des Central- Vereins, über „Der Weg derjdeu t ich e n Juden“. Die von den Stuttgarter Ortsgruppen des R.j.F., C.-V und „Ring“ veranstaltete Versammlung wurde vom 1. Vorsitzenden des C.-V., Dr. Manfred S i ch e 1, eröffnet, der eine vielhundertköpfige Hörerschaft begrüflen konnte. Sein besonderes Willkommen galt dem Redner des Abends, einer in der ganzen deutschen Judenheit hochgeschätzten PersönTich- Am Sonntag, den 17. März 1935, 20.- Uhr, spricht im Groben Saal des Oberen Museums in Stuttgart, Kanzleistr. 11, nad> seiner Rückkehr aus Palästina Herr Dr. Michael Traub, (Benin) geschfiftsführendes Präsidialmitglied des Keren Hajessod über das Thema: »Die Zukunft Erez Israels" Palästina 1900 -1935 -1950 Hierzu laden wir die ganze Gemeinde ein. - Zur Deckung der Unkosten wird ein Beitrag von 50 Pfennig für Erwachsene, 20 Pfennig für Jugendliche, erhoben. Vorverkauf: Buchhandlung Levi, Calwerstr. 25 - Zionistisches Büro, Sddobstrabe 27, Telefon 90367. t Zionistische Ortsgruppe Stuttgart. Unsere Kameraden und Sportkameraden weisen wir darauf hin, dafl am Samstag, den 16. Mira, vormittags 9 Uhr, ln der Synagoge, HospitalstrmSe 36, Im Qottesdieust unserer gefallenen Kameraden in feierlicher Welse , gedacht werden wird. Am Sonntag, den 17. März, 12 Uhr mittags, findet unsere traditionelle | Qe^aUeaen-Qedmkfeiec am thetnmat auf dem JscaeiilischtH statt. — Die Teilnahme aller Kameraden und Sportkameraden sowohl am Gottesdienst wie an unserer Gefallenen-Gedenkfeier ist Ehrenpflicht. Wir laden gleichzeitig sämtliche Mitglieder und Organisationen der Israel. Gemeinde Stuttgart zu unserer Gefallenen - Gedenkleier vom 17. März herzlichst ein. Kddufeui IMüdier rrsaH—iitfi Ortsgruppe Stuttgart Dt. Sportgrapp. de« R.J.F. tritt M.in.ar erat um II S# Uhr an, nicht 8.45 mama.r Uhr wl. unprOnglldi mltgeteUL hnal Inrtemtentttmtiwrati 8.1. Sonntag, den 28. April, 10 */■ Uhr, im Gemeindehaus, Hospitalstraße 36 SS. ticBcndversammlBiii) Tagesordnung; Bericht des Vorstands Rechenschaftsbericht des Schatzmeisters Neuwahlen von Ausschufimitgliedern Verschiedenes Wir laden unsere verehrlidten Mitglieder u. Freunde unseres Vereins hOflichst ein und bitten um zahlreiche Beteiligung. Der Vorstand: Adolf Kops Fördert die Jüdischen Vereinei BEBTHOLP AUEBBflCH-VEBEIW Samstag, den 30. Mira, Stuttgart - Loge, Gartenstr. 30, abends 8.15 Uhr, Manfred Sturmann (MOacfcna) liest ans eigenen Werken. Eintritt für Mitglieder dr« B. A. V. und der dem LancteeeussdiuS ange- Dienstag, den 38. Man, HoCel Westbelmer, Hotestr. 3, abends 8.19 Uhr, spricht Dr. Julius Well, Syndikus des C. V. Bbsr „Dl* ImaiKlpatlon11 (Geschichte u. Bedeutung) Wir bitten um sahbeidies Erscheinen Vered zu FtrfciuMes lutfvots fes lirinlus ntor In IsrfeL ti IWt Die 36. Mitglieder- Versoomilimü findet Mitte April 1935 statt Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht 2. -Kassenbericht und Entlastung 3. Neuwahl des Ausschusses Der Vorstand. Zahlreiche Beteiligung jetzt schon erbeten, Gäste willkommen. IMPFEHLEN DIR UNSER BlLATT WEITE*