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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1935-01-16 · 20 (16.1.1935) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
XI (1934-1935)
Issue
20 (16.1.1935)
Date
1935-01-16
Page
[Seite] (sequence 7)
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- 175 - Goticftdicnstzciicn flr die Israelitische Gemeinde Haaptiyuajoge HospUalstrahe. 14. -17. Jan. Werktagsgottesdienst 18. Jan. Werktagsgottesdienst Freitagabend 19. Jan. Sabbath 20. Jan. Werktagsgottesdienst 21. -24. Jan. Werktagsgottesdienst 25. Jan. Werktagsgottesdienst Freitagabend 26. Jan. Sabbatb 27. Jan. Werktagsgottesdienst 26. -31. Jan. Werktagsgottesdienst I. Febr. Werktagsgottesdienst Freitagabend 7.30 Ubr morgs. 4.30 Ubr abends 7.30 Ubr morgs. 4.45 Ubr abends 9.00 Ubr morgs- 5.46 Ubr abends 8.00 Ubr morgs* 4.30 Ubr abends 7.30 Ubr morgs. 4.30 Ubr abends 7.30 Ubr morgs* 5.00 Ubr abends 9.00 Ubr morgs. 5.55 Ubr abends 8.00 Ubr morgs. 4.45 Ubr abends 7.30 Ubr morgs. 4.45 Ubr abends 7.15 Ubr morgs. 5.15 Ubr abends ordentlich«* künstlerische Vielseitigkeit. Ks war ein wnhlgelungener Abend. Lanpheim. Am 16. Dezember v. Js. hielt die Bruderschaft „T a 1 tu tt d - T h o r a“ ihre diesjährige Plenarversammlung ab. zu der der weitaus größte Teij aller Mitglieder erschienen war. Der Vorstand. Fritz Hofheimer, eröffnete und leitete die Versammlung in vorbildlicher Weise. Nach einer Begrüßungsansprache und einer Fhrung der Toten gab er bekannt. daß er sein Amt als Vorstand der Bruderschaft wegen seines Wegzuges von der Gemeinde niederlegen müsse und dankte für das ihm entgegengebrachte Vertrauen. Einstimmig wurde bei den Neuwahlen Ludwig Stern zum Vorstand der Chewrah gewählt. Die übrigen Ausschußmitglieder verblieben in ihrem Amte. Lanpheim. Zu einer Abschiedssitzung für den stellvertretenden Vorsitzenden der Deutsch-jüdischen Jufendgemeinsdiaft, Fritz Hofheimer. waren die litglieder der Vorstandschaft auf den 20. Dezember v. Js. eingeladen. Rudolf Kurz bedauerte den Wegzug des so treuen und bewährten Mitglieds des Vorstands und bestimmte als Nachfolger Ernst L e v y, der sich bisher um die Sportgruppe des R. i.F. verdient gemacht hat. Salti Silbermann dankte dann in schönen Worten dem Scheidenden und betonte seine vorbildliche Tätigkeit. Er verband damit die Bitte an den Nachfolger, in gleicher Weise mitzuhelfen an der Gestaltung der Jugendgemeinschaft. Fritz Hofheimer dankte für die ihm gezollten Abschiedsworte herzlich. Talheim. Auf Einladung ihres Lehrers versammelte sich vor kurzem der größte Teil der Gemeinde zu einem gemütlichen Beisammensein. Oberlehrer Straus erfreute die Anwesenden durch einen Vortrag über „Moses Mendelssohn und sein Werk“, der beifällig aufgenommen wurde. Auch die Kinder der Oberklasse zeigten ihren Eltern, daß sie über die Einteilung der Bibel gut Bescheid wußten. Ulm. Am 6. Januar sprach in der Synagoge Universitätsprofessor Dr. Franz Landsberger (Breslau) vor zahlreicher Hörerschaft über „Judentum und moderne Kunst**; an Hand von Lichtbildern führte der Redner in die biblischen Darstellungen des Mittelalters in ihrer prägnanten gotischen. Stilart ein. Er schilderte dann die jüdische Kunst der Moderne mit ihrer oft großartigen Darstellung von Mensch und Landschaft und zeigte auch die Abwege der expressionistischen Gestaltung auf. Das geniale Können eines Liebermann und anderer zeitgenössischer jüdischer Künstler erweckte große Bewunderung, ebenso das Werk Israels und seiner Schule. Auch in der Architektur zeigte sich viel Talent und unverbrauchte f'üdische Kraft. Im Namen des Kulturbunds dankte )r. Ury dem Redner. ' JCotuteti wie Icotzdem Aeicaten? Von Martha Wertheimer. Gestern sind sie mir begegnet. Morgen und übermorgen begegnen sie dem oder jenem. Immer sind e* zwei frische*, junge Menschen, jüdische Kinder, die mit dem Gleichschritt guter Kameraden Arm in Arm daherkommen, und immer ist cs die gleiche bange und oft genug bittere Frage, die sie erwägen: „Können wir trotzdem heiraten? Dies Trotzdem ist durch die Situation unserer jüdischen Jugend in Deutschland bedingt. Die beiden da — die hunderte da — sind tapfere, bescheidene Menschen, jetzt noch beide auf ihren Arbeitsposten, sparsam, aber auch bei den weit verringerten Einkünften immer noch an einen gewissen Standard gewöhnt. auf die Wahrung eines gewissen kulturellen Niveaus bedacht. Solange hier jeder für sich allein verdienen kann, geht's noch. Aber wie soll das werden, wenn sie beide von dem einen Verdienst des Mannes leben müssen? An Doppelverdienen ist besonders bei Angestellten, und wenn nicht ein Eheteil in einem freien Berufe tüchtig ist. kaum noch zu denken. Dazu kommt die Unsicherheit in der wirtschaftlichen Lage des jüdischen Arbeitnehmers, ja auch des jüdisdiien Arbeitgebers — und so formt sich die Frage mit dem lastenden: „Können wir trotzdem heiraten?** Trotzdem! Ist dies „Trotzdem" nicht doch noch einzusdiränken? Ist nicht noch vieles, noch sehr vieles einzuschränken möglich? Ks ist .ja heute nicht mehr so. wie es einmal wur: das junge Mädchen geht ja nicht mehr in den Ehestand mit der Gewißheit, daß es nun auf Lebenszeit „versorgt“ sei. Sie wissen alle, daß sie nicht mehr mit Verhältnissen rechnen können, wie sie sie immer nodr im Elternhause haben durften. Sie haben heute alle, jüdische junge Mädchen und jüdische junge Männer — von ein paar Unbelehrbaren abgesehen *— andere Auffassungen von einer kompletten Aussteuer und dem, was „Mitgift“ heißt. Wo früher unbedingt mindestens fünf Zimmer und ein Innenarchitekt hergemußt hätten, da tut's heute die Siedlungswohnung mit hübschen, leicht zu pflegenden Möbeln. Bedienung, gesellschaftliche Verpflichtungen und was sonst alles sein „mußte“ — das ist ihnen heute nur noch ein Achselzucken wert. Ihre Begriffe vom Standard sind wesentlich andere geworden. Aber — Kunstgenüsse. Kino. Bücherkaufen. Blumen im Hause haben, sich nett und modisch anziehen. Heues vom indischen Spoct. Stuttgart. Der Sportklub „Hakoah“ bittet uns. mitzuteilen. daß die als Olympia-Kandidaten in letzter Nummer genannten jüdischen Sportler Orgler, Schattmann und Sternlieb Mitglieder des Deutschen Male kabikreises sind. lfeilbronn. Mit großem Interesse sah incyn hier dem Spiel der 1. Fußballmannschaft der „Hakoah“ Stuttgart entgegen. Es entwickelte sich bis zum Schlußpfiff ein rassiger und abwechslungsreicher Kampf, der erst fünf Minuten vor Schluß zu Gunsten von ..Hakoah“ entschieden wurde. Die knappe 2 : I-Niederlage stellt dem prächtigen Kampfgeist der Heilbronne r Elf das beste Zeugnis aus, denn die Stuttgarter hätten sicherlich nicht geglaubt, daß ihnen der Sieg so schwer fallen würde. Daß Stuttgart nur zu zwei Toren kam. lag in der Hauptsache an dem aufopfernden und hervorragenden Spiel des Heilbronner Sdilußdreiecks und des sehr fleißigen Mittelläufers, die es in meisterhafter Weise immer wieder verstanden. die geschickt vorgetragenen Angriffe von „Hakoah" in letzter Sekunde abzustoppen. — Gegen R j.F. Mannheim hatten die Heilbronner kennen guten Tag. Durch ganz schlechte Boden- und Wetterverhältnisse kam kein rechter Fluß in dieses Spiel, das von Mannheim mit 5 :3 gewonnen wurde, nachdem die Gäste bei Halbzeit bereits mit 1 :0 in Führung lagen. Recht gut schnitt dagegen die 2. Mannschaft von Heilbronn ab, die Mannheim verdient nach besserem Spiel 2 : 1 abfertigte. L. B. Geschenke machen — das gehört einem doch! Darauf kann inan doch nicht ganz verzichten! Und dennoch wird mun's müssen um dieses „Trotzdem“ willen. Es braucht gar nicht immer der restlose Verzicht zu sein. Es kann auch da mit persönlichem Geschmack und Talent vieles, wenn auch abgewandelt, erhalten bleiben. Aberj^enn die Frage schon gestellt wird, wenn die beiden da. Arm in Arm. im Gleichschritt der guten Kameradschaft, den Weg durch die kommenden Lebensjahre gehen wollen, dann müssen sie sichdas Ersehnte, das Beieinander, das Heim, die Gemeinschaft von Arbeit und Feier eben verdienen. Und du.es im Wirtschaftlichen schwer geworden ist. da sie beide mit schmalen Summen aus dem Erwerb des Mannes zu rechnen haben, so müssen sic ihre Arbeit und Tüchtigkeit eben an einem andern Ende ansetzen. Ilausfraiientüchtigkeit. Sparsamkeit. Geschmack, Verzicht auf gesellschaftlichen Schein, Redlichkeit der Situation gegenüber und gegenüber den Menschen, die sie in dieser Situation sehen. — ach. es gibt eine ganze Reihe von Talenten, die sich als gute Helfer einstell^n. wenn es nur ernstlich darum geht, dies „Trotzdem" zu bejahen. Nur müßte noch eins von außen dazu kommen, etwas, was das junge Puar nicht allein schaffen kann: das Verständnis der Umwelt. Das jüdische Haus war durch all die Jahrhunderte hindurch der Ort. aus dem uns allen die Kräfte des Widerstands gegen Not. Schmach und Kränkung kamen, die Kräfte der Bejahung unseres eigenen Wesens und seiner Werte. Jüdisches Haus, jüdische Familie zu gründen und zu erhalten — das ist eine Aufgabe, die man nicht dem jungen Paar allein überlassen kann. Nicht nur der junge Mann und die junge Frau müssen umlernen — auch die Eltern und Schwiegereltern, auch die Freunde. Man darf den jungen Leuten keine wirtschaftlichen Belastungen durch Einladungen und Schenkverpflichtungen aufhalsen, man muß diesen schönen Dingen, wieder alle Freiheit und Freiwilligkeit einräumen.! Man darf nicht über Gewesenes jammern, nicht jtöricht vergleichen. Sondern man muß mit den Augen der beiden Glücklichen werten, die sich und ihr'Heim haben: d. h.: was an Schein und Schimmer und! „Standard“ fehlt, das sei reich ersetzt durch die Lebenstüchtigkeit. die Tapferkeit, den Zukun'ftswil- 1 e n und die Liebe. Heilbronn. Am 30. Dezember v. Js. spielte die Tischtennis-Abteilung der „Hakoah“ Stuttgart gegen den T.T.C. „B 1 a u - W e i fi“. Die Stuttgarter, die zurzeit durch Abwanderung'einiger Spieler geschwächt sind, mußten sich den überlegenen Meilbronnern 3 :9 beugen. Bad Mergentheim. Am 25. Dezember I v. Js. folgte die I. Fußballmannschaft des R.j.F. Bad Mergentheim einer Einladung des „Itus“ Aschaffenburg zur Austragung eines Freundschaftsspiels, dafc nach einem Halbzeitresultat von 2 :0 mit 3 :2 für Mergentheim durch einen Elfmeter entschieden wurde. — Am 26. Dezember stund Mergentheim „Itus“ Langenselbold als Gegner gegenüber. Audi! aus diesem Spiel ging Mergentheim mit 3 : 1 als Sieger hervor — im ganzen also sehr bemerkenswerte Resultate für die noch junge Mergehtheijner Mannschaft, die immer noch keine Trainingsmöglichkeiten hat.I Mit diesen Spielen nahm der vorzügliche Mergentheimer Mittelstürmer Julius Kahn von seiner Mannschaft Abschied. da er inzwischen nach Amerika ausgewanclert ist. " ' > Au alle £esee richtet die Schriftleitung die dringende Bitte, alle zur Veröffentlichung bestimmten Einsendungen schnellstens zu übet_ senden und diese auf die allerknappste Form zu bringen. BRUDER LANDAUER ULM graa. damit / I larvo IT Uganda Latatungutarogkutt Sie unser Blatt weiter! KAUFT bei den Inserenten der Gemeinde- Zeitung I Hiiilfinei-Viiaeni ■ MILII STAHL ZdtMemetr. 2a - Telef. M Flr Im Htm: BafcnboCplttt. Edu OifMtr. im Friseursalon Mohren-Apotheke Aligust Heiss Allopathie ✓ Homöopathie QroBet 8pezi«#itlten Leger Fernsprecher Nr. 2298 and Toilettehartikel Schneidermeister Ulm a. 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