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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1934-12-01 · 17 (1.12.1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
XI (1934-1935)
Issue
17 (1.12.1934)
Date
1934-12-01
Page
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- 148 - (Richtet) der Gemeinde. Sein Gehalt betrug zwei Rcidisthah-> im Jahr. Daneben hatte er für jeden Pruzc-ß Pr-ukgcld i.Prozeflgobührcn) /u bekommen: desgloidn n erhielt er Gebühren für Vollziehung von f rnuong- >> _ \uch i'i einmal die Unterschrift eines Schliach Zibtir jelimlah ■ Vorbeterl der Gemeinde unter einer hin ti,n.'iinp zu 'eben \|| diesind Svmptomcfür eine blühende Entfaltung. und ein rrgc-s-jüdischcs Leben. in iiii'frem Bericht 'ind verschiedene fragen über 1 i.iii}»t nicht beimndelt. »o vor allem die übe r das V er mögen de! Gemeinde und ihrer Mitglieder, ferner i! <• Hf/iehuii-eil /um Fürstentum. Auf jeden fall kenn -di ' i heute gesagt werden, daß hier noch wert volle Fin/eleieehnisse /u erwarten sind. Aus dm Qememdm 'lüäcUem&etQS. Stuttgart. An insrre Lrsrr! Wir machen heute schon darauf aufmerksam, daß kurz nach dem I h. Dez. der Postbote bei allen unseren Lesern die \b4iniiementi|uittung für das {.Quartal 1935 (Januar bis Mürz.) vorzeigen wird. Die Abonnementgebühr liir das Vierteljahr beträgt KM. 1.25. — Wir bitten heute schon, dafür Vorsorge zu treffen, daß dieser betrag dem Postboten 'prompt bezahlt wird. Wir bitten, bei Abwesenheit um ßereitlegung des Betrages bzw. Beauftragung zur Einlösung der Quittung. Bei Nichtzahlung der Vierteljahresgebühr wird die Zusendung der Gemeindezeitung automatisch eingestellt. Fs liegt also im Interesse jedes Lesers, für prompte Bezahlung besorgt zu sein. Verspätete Erneuerung des Abonnements ist mit Mehrkosten und zeitraubender Mehrarbeit für Leser und Verlag verbunden. Stuttgart. Vnl.iHlich de» vor kilrzem erfolgten Ab 1>, -idi weit über die deutschen Grenzen hinaus |>i i...null r und ab r.ibbini~che Feuchte hoch verehrte., hi'-inger Raws". des Rabbiners Dr. S. Bamf>, „ t- V ater de» Stuttgarter Rabbiners Dr. Simon H. i.iier-erveranstaltete die Israelitische Re- . O n ' g e ' e 1 I > ch a f t am Ala nd des ln. November in ihrer >v oagoge einen I raner- und Gedächtnisgölte -dienst, der eiIIeil erhebenden Verlauf nahm und eitle vrurdige Klirurig des grollen Gelehrten und Men- '.heri be deutete har! k a h n dankte im Namen der V .,r»tain:'cii.ilt der Rcligionsgesellschaft cbm z.ahlieichen Vnwesendc’ii. unter eigne n sich Vertreter des ,i,-|. (ijverrat'. des Israel. Vorsteheramts, die Iler- ’-.-ii R dünner der Stadtgemeinde und Delegierte der 'vn.it ige in dir Roscn'traHt! befanden. für ihr F.rscheiikoii und gelobte Rabbiner Dr. Bamberger. der io den i'.dinen 'eines verstorbenen Vaters weitc-rvcirkt. d; unverbrüchliche Freue der Gemeinde zu den hoben Idealen des ges, Izc-strenen Judentums. Diinn widmete Rabbiner 1/r. Hamberper unter tiefer Ergriffenheit der Hörerschaft dem großem I item, cir: ein wahrer Zaddtk war. einen tief enipinmlem li Nachruf, in dem er nochmals das ganze. ui In -i Inbrunst erfüllte l eben des nimmer u.inii ö streit. i' für Gott, -eine Thora und ihre In iligc n i,4 I- 'ehilderte iiild 'C ine tiefe, auf roli- - V - vsi ' chimg gerichtete Her/en<froriimigkeit Im V! I. : :, r l'taei. Raligionsgesellschaft gedachte Im lauf Rabb: o r I >r. N , u V, i r I h in meisterhafter. V Ul »ir'.-r V o: 'Iiriitig für den Entschlafenen clurchgliiliti'i Rede Rabbiner l)r. .-sc-ckel Rambergers der aiil. . in I i ilieit'W ürde mit wahrer V olkstümlich k**il -II - i . r! nr'. I>- - Persönlichkeit vereinigte-, des .. .|,"cn Antlitz Geist und Gemüt in v\ ii: i -i ' i Klarheit leuchteten. Sein Leben, so sdi ’ : Im!. wird in Werk. Namen und Gott f. -t ■ ... i-• is v n Kl / a n g ir mit feierlichem Ernst vorg. ir ig. ,,i.| lüole achanhn" sowie das Kaddischgi-l- > F - - : n die weihevolle Stunde. Stuttgart. \in |o November fand in der Jüdischen schule ■!=■- . t-- I I i cr n i In-nd für die- Eltc-rnschaft des I. 'whulj.- .r •' statt. Vußi-r den Eltern, die durch »ehr / iiilrc-iifii-' I scheinen ihr Interesse an der schule -wiesen, um den Lehrern nahm auch Sanitatsral I ir. Ries an - er V eteustalliiug teil. Der Schulleiter. I >r. G I d ' vh m l d t * begrüßte die Anwesen- 50 Jahre Synagoge in Ludwigsburg« Ludwigsburg. 30. November 1934. Am 15. Dezember darf die hiesige Israel. Gemeinde das 50jährige Jubiläum ihrer Synagoge begehen. Angesichts der ernsten. Zeit hat das Vorsteheramt beschlossen. nur eine religiöse Feier innerhalb des Gottesdienstes abzuhalten. Anders war es bei der seinerzeitigen Einweihung der Sv nagoge. woran laut Meldung der Tageszeitung •vom Dezember 1884 hohe militärische Chargen der Garnison, hohe Staats- und städtische Beamte und v iele. viele andere teilnahmen. Damals zählte unsere Gemeinde, die vor ihrer Gründung am I. Juli 1849 eine Filiale der Isr. Gemeinde in Aldingen war. etwa 45 Familien mit zusammen 210 Seelen. Bei der Gründung waren es 15 Familien, von welchen beim Synagogenbau fast keine mehr hier wohnte. Das erste Vorsteheramt bestund aus Vorsänger Kahn, dessen Witwenoch beute, 101 jährig, in Nürnberg lebt, und Löw. Hirsch und VVolf Jordan. 55 Jahre lang wurde der Gottesdienst in einem unentgeltlich zur Verfügung gestellten Hause eines Geineindemitgliedes abgehalten, bis ein späterer Erbe auf I. September 1883 die Räume kündigte. Sofort stellte Frau Bene den. Darauf äußerte Frl. Stern als Lehrerin des I. Schuljahres eine Reihe von Wünschen, durch deren Erfüllung Lehrern und Schülern die Schularbeit erleichtert werden könne. Es handelte sich z. B. um die Gewöhnung der Kinder an Pünktlichkeit. Sauberkeit lind Selbständigkeit bei der Benutzung von Werkzeugen und ähnliches. Die Diskussion zeigte, daß die Zuhörer diesen leicht nebensächlich erscheinenden Dingen die entsprechende Bedeutung beilegten. F ust alle Anwesenden beteiligten sich an der Aussprache. Es wurden verschiedene wertvolle Anregungen gegeben. Eine Ausstellung von Schriftproben. Schülerzeich ii ungern und Bastelarbeiten gab den Eltern einen Begriff von der V erschiedenbeit der manuellem Fälligkeiten der Schulneulinge. Stuttgart. Auf Einladung des ..Vereins für jüdische Geschichte und Literatur" konzertierten am II. November Orchester und Singkreis der Stuttgarter Jüdischen Kunstgemeinschaft in Karlsruhe und ernteten mit ihrem Dirigenten. Direktor Karl Adler, und dem Solisten Stefan E r e n k e 1 großen Beifall. Bei Abschluß dieser Nummer lag uns ein näherer Bericht noch nicht vor. Stuttgart. Am 13. November behandelte Lehrer Heinz Säbel in gewohnt aufschlußreicher Weise den \V ochenabschnitt. Dr. Martin Gr ü nlierg sprach am 20. November in geistvoller Weise über ..Die geistigen Grundlagen des modernen Judentums". Der Redner gab einen leberblitk über die Lage und religiöse Haltung der Juden in aller Welt vor und während dem Kriege und legte dar, wie weit sich das jüdische Volk von seiner religiös-gesetzlichen Berufung entfernt hatte. Er betrachtete dann die innere Entwicklung der Judenheit unter dem Einfluß der starken zionistischen Bewegung der Nachkriegszeit und stellteals Forderung die Rückkehr zum ..Religionsvolk" auf. Eine Aussprache schloß sich an das Referat an. Stuttgart. Am 18. November fand im Bürgermuseum der Gruppenverbandstag der süelw esteleutsehen Zionistenverbände unter großer Beteiligung statt. Ein Bericht über die Tagung lag uns bei Reduktionsschluß noch nicht vor. Stuttgart. Auch der zweite gemütliche Nachmittag des Israel. Frauenvereins-Frauenbundes vom 20. November war sehr gut besucht. Er war der Berichterstattung über die Nauheimer Tage Lernzeit und Gesamtvorstandsitzung des Jüdischen Frauenbundes — gewidmet. Nach einleitenden Worten von Frau Emma Weil erstatteten Frau Käthe Cohn und Frau M i n n a H i r s ch anschauliche Berichte über die Tagung, deren Vorträge und Arbeitsgemeinschaften auf die Schaffung einer ernsten Erziehung*- und Bildungsarbeit gerichtet waren. Die Redncrinnen verstanden es. nicht nur den gedanklichen Inhalt, sondern auch den Geist, der die Nauheimer Tage beseelte, in treffender Weise wiederzugeben. dikt Elsas ein Zimmer als Betsaal zur Verfügung, während die Gemeinde den Bau eiusr Synagoge beschloß und ausführen ließ. Das damalige Vorsteheruint. aus Vorsänger Schmal, Jakob Isr, «*1, Adolf Levi und Samuel Dreyfus bestehend, wurua durch eine Baukommission, gebildet aus Moses Ottenheimer. Julius Israel. Oskar Weis. Wolf Aron. Joseph Kahn und Isaak Oskar Elsas, unterstützt. Der Bauplatz war rasch beschafft. Der Voranschlag belief sich auf 40 000 Mk. Der Staat gab einen Beiti.vg von 2500 Mieder Synagogenbauverein konnte die Kosten des Bauplatzes von 5500 Mk. fast allein aufbringen. Die Beschaffung der restlichen 35 000 Mk. stieß aber bei der Rcntcnanstalt auf Schwierigkeiten. Auch die Verhandlungen mit der Verwaltung des Interkalarfonds in Stuttgart scheiterten an den gestellten Bedingungen. Da entschlossen sich 24 Gemeindcmitglieder. der Gemeinde 25 000 Mk. zu leihen. Der Rest wurde nun vom interkalarfonds gegeben, und im Dezember 1884 konnte die schön gelegene Synagoge unter den Klängen der von den F amilien Elsas gestifteten Orgel c-ingeweiht werden. Die Synagoge hat in diesen fünfzig Jahren den Unbilden der Natur standgehalten V or einigen Jahren mußte das Dach einen neuen Schieferbelag erhalten, und im Frühjahr d. J. w urde das Innere außer der Kuppelwand einer Renovierung unterzogen. Die Seelenzahl der Gemeinde ist aber indessen von 210 auf 150 gefallen. Stuttgart. Zu einem erlesenen künstlerischen Ereignis gestaltete sich der Konzert-Abend, den Alice S ch in u ck I e r - H e fl (Klavier) und ihre Schwester Fränne Schmuckler (Geige) am 20. November im Kleinen Saal des Oberen Museums veranstalteten. Die zahlreiches Freunde wahrhaft kultivierten Musi zierens oind insbesondere die Verehrer der großen piunistischen Kunst von Alice Schmuckier-Iieß hatten sich eingefiinden. gespannt aber auch auf die Frankfurter Geigerin F ränne Schmuckler, von der man bisher leider! — in Stuttgart nur dem Namen nach Kunde hatte. Und da dürfen wir gleich vorwegnehmeii: Fränne Schmuckler ist eine Geigerin großen Formats, wobei sich dieses Gesamturteil ebensosehr auf die rein technische Seite als auch auf die ganze musikalische Haltung der Künstlerin bezieht. Wer so hinreißend klar und aninutvoll Mozart zu spielen weiß und mit dem gleichen künstlerischen Instinkt eine sich oft zu dramatischer Tonsprache steigernde Sonate von R. Strauß (Es-dur. op: 18) zu meistern versteht, ohne auch nur einen Sch ritt ins rein Pathetische zu tun (wozu diese mit unerhörten klanglichen Energien geladene Strauß-Sonate insbesondere im 5. Satz geradezu drängt), der kann etwas. Diese innere seriöse Einstellung zum Werke gab dem Abend überhaupt sein Gepräge. Das Publikum spürte bald den tiefen künstlerischen Ernst dieses Geschwisterpaares. fühlte, daß hier technische Virtuosität nur das Mittel für eine großzügige stilgetreue Gestaltung war. Diesen Eindruck gewann inan vor allem auch bei der Wiedergabe des Brahms-Walzers op. 39 für Klavier durch Alice Schmuckler-Heß. eine ungemein leichtbeschwingte, aber doch von innen heraus kraftvolle Interpretation. Die Künstlerinnen spielten neben der C-Dur-Sonate von Mozart noch die Variationen in G-dur über das Lied -La berge re Siliniene" (schon mit diesem reizvollen, wenig gehörten Kabinettstückchen Mozart sehen Genies bekannt gemacht zu haben, ist ein Verdienst). Hier mußte man immer wieder die großartige Präzision des Zusamraenspiels bewundern, das sich oft zu orchestraler Leuchtkraft steigerte. Der prächtige blühende Geigenton Fränne Schmuckiers. klar und tragend bis in die höchsten Lagen, kam dann in den drei, das Programm abschließenden kleineren Stücken (Andante v. Lahlo. Tanz weisen e-moll von Dvorak-Kreisler, Danses Tzigunes von Radimaninoff) nochmals zu herrlicher Entfaltung. Ganz groß hier der Radimaninoff mit seinen furiosem Tcmpis und interessanten Klangwirkungen de's Klaviers ungemein eindrucksvoll aber auch das Andante aus der Spanischen Symphonie des Franzosen Lahlo. Die Hörerschaft war begeistert. Immer wieder rief nichtendenwollender Beifall die Künstlerinnen hervor. die ihrerseits durch Zugaben dankten. Es ist nur zu hoffen, daß Alice Schmuckler-Heß. bevor sie uns Berichte über Chanukka- Veranstaltungen können in den nächsten Nummern nur veröffentlicht ater den, atenn sie auf die aller kn ajspsie form gebracht sind. 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