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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1934-12-01 · 17 (1.12.1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
XI (1934-1935)
Issue
17 (1.12.1934)
Date
1934-12-01
Page
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'Ghetto, wo die Speyers zeitweise eine erheblich größere Rolle spielten als die Rothschilds. Zur späteren Bedeutung wurde freilich I erst der Grund gelegt, als Angehörige der uralten Familie tur etwa 100 Jahren nach den Vereinigten Staaten gingen und zunächst in der damals üblichen Mischung von Waren- und Bankgeschäft die Grundi läge zu einem gewaltigen Vermögen legten. Die große | Stunde der Specers schlug im amerikanischen Bürger! krieg: Der Verkauf amerikanischer Staatspapiere zu ' l.idierliihen Preisen in Frankfurt erwies sich damals als ebenso rentabel wie prestigeerhöhend. Das außerordentlich gestärkte Haus vermochte in der nun an- I,ebenden \e a der Fisenbahnfinanzierung ein Faktor i; werden' man baute Hilfspunkte in London 1>pever Hr.ithef'i. in Amsterdam (Tevgira de Vlattosl aus und :-intzte 'ich :ii Deutschland neben der alten frankinner Muit, rfirma in Berlin auf die Deutsche Bank. | deren damaliger erster Direktor Gwinner eine Spever ■i i (• . hatte. Freilich, der geschäftliche Höhepunkt „ ,, I -reits vor dem Krieg überschritten, da manche I' der I.inis u.nen in Amerika iFriscobaliul lind in London 11 iidergroundl zunächst viel Lnttänsdiungen |> acht, und der fraglos überragend gescheite Senior umr New Vnrker Firma ein äußerst schwer zu he o clelnd, r Finspänner war. In Krieg führte die unzweideutig deutschi r i ii nd 1 i dl e HaltTiTnf des Londoner ( hefs zur -ihlielbmg der dnr/isi : Niederlassung Dus frankierter Haus litt na.l lern Krieg naturgemäß, wie fast I. de (leiitschen BansVn. inter den Wirkungen der Inllatioti. ttotziii : -ygermle in dieser Zeit sich eines ungewöhnlich i.dn-vn ’artners in der Person des Iban, Luc - ■ . .d erfreute. | ii,. i, t.nd-.ere Zentralisation der deutschen H irt~ili. fi tu Berlin und der Wunsch, sein altes via nun ho wieder zu aktivieren, Ix‘«tiinnitc den tlik-' latiiri-i o i Beherrscher de- Specerschen Gebildes, den d . -ih ui gekennzeichneten James Spever. von N, ■■ k . Lehernahme einer Berliner Firma zu t-.f-'ti:- .! Die inter seiner Mitwirkung erfolgte Wahl ifi , . die Firma Schlr-inrer - Trier, deren h aktiv, inhalier al'e persönlichen und geschäft- I . I, Ligenschaften de- Nachkriegszeit in sich ver- „ :igten. Nach kurzer Zeit der Scheinerfolge war vom _ iien Ruf and vom guten Geld des stolzen Hauses ein onipfindlicher 1 eil vc-rloreu Wiederum griff rück - tu - sichtslos der amerikanische Senior ein und erzwang rechtzeitig vor der Krisis persönliche und geschäftliche Reinigung mit dem Erfolg, daß Schlimmeres vermieden. allerdings auch die Aktivität der Firma gelähmt wurde. Lazard Speyer-Ellissen. war infolgedessen eines der ganz wenigen Häuser, die beim Zusammenbruch des deutschen rinanzgebäudes 1931 keinerlei Auslandsschulden sich stunden lassen mußten. Vielleicht hätte James Speyer die Wiederbelebung seiner väterlichen Firma verfügt und das Haus mit den nötigen Mitteln ausgestattet, wenn nicht die Ereignisse des Jahres 1933 ihn auf das Tiefste erschüttert hätten. Kr. der jedes Jahr mindestens einmal die Stätte seiner Jugend besucht und in der schlimmsten Zeit der Inflation reichlich Geld nach Deutschland gesandt hatte, hat seitdem die Grenzen nicht mehr überschritten. Das ist verständlich, wenn man bedenkt. daß die Speyersche Familie seit Generationen ihren Reichtum dazu benutzt hatte, um kulturell und sozial ihre Heimatstadt zu fördern: Die Entstehung der Frankfurter Universität ist teilweise ihm zu verdanken und das Salvursan wäre kaum erfunden worden, wenn nicht Georg Speyer dem genialen E h r 1 i ch die erforderlichen Millionen für seine Forschungen zur Verfügung gestellt hätte. Die Schließung des alten würdigen Hauses beraubt zahllose charitative und fortschrittliche Einrichtungen eines zuverlässigen Mäzens. Die rassische Zusammensetzung der Berliner Acrzteschaft. Das ...V e r z t e b 1 a 11 für Berlin“ vom 25. August beschäftigt sich in einem Aufsatz von Dr. Löll kennt der rassischen Zusammensetzung der Berliner Aer/teschaft. Der Aufsatz knüpft an die letzte Zählung vom 14. Febr. 1934 an und sagt weiter folgendes: ..Am 3|. Juli 1934. also 5t4 Monate später, betrug die Gesamtzahl der im Aerztekammerbezirk der Stadt Berlin vorhandenen Aerzte 6188. Es hat sich also in diesen 5*-j Monaten die Gesamtzahl um 15 vermindert. so daß von einem gewissen Gleichbleil>en der Menge der Aerzte in Berlin gesprochen werden kann. Jedoch ist innerhalb der Aerzteschaft noch eine beträchtliche zahlenmäßige Bewegung vorhanden, wie aus der folgenden Zusammenstellung ersichtlich ist. Rassisch setzt sich die berliner Aerzteschaft aus 3639 58,8 Prozent Ariern und 2549 — 4IL Prozent Nichtariem zusammen. In die Zahl der Nichtarier sind 98 Aerzte mit nichtarh'hen Ehegatten einbegriffen. Die Verminderung der Gesamtzahl der Aerzte um 15 setzt sich zusammen aus einem Gesamtzugang der Arier um 197 3,2 Prozent und einem Gesamtabgang der Nichtarier um 212 — 3.4 Prozent der Gesamtzahl der Berliner Aerzte. Der Zugang der Arier errechnet sich auch einem Zugang um 348 und einem Abgang um 151; der Gesamtabgang der Nichtarier setzt sich aus einem Abgang von 256 und einem Zugang von 44 Aerzten zusammen. Es ist bezeichnend, daß auch im Verlauf der letzten 5*4 Monate noch 44 nichtarische Aerzte zu Praxis zwedeen nach Berlin gekommen sind, woraus wieder einmal die international verbreitete Nachricht, die akademischen Nichtarier im Deutschen Reich würden in ihrer Bewegungs- und Arbeitsmöglichkeit in brutalster Weise unterdrückt, Lügen gestraft wird. Während die Zahl der in Berlin zugelassenen Kassenärzte im Februar 1934 3144 betrug, sind am 31. Juli 1934 3041 Kassenärze gezählt worden. Es hat sich also die Zahl um 103 vermindert. Diese 3041 Kassenärzte umfassen 1640 53.95 Prozent Arier und 1401 — 46,05 Prozent Nichtarier. Unter den Nichtariern befinden sich 49 Mischehen. Es ist beachtlich, daß wie bei der vorigen Zusammenstellung im Februar d. Js. so auch bei dieser die.Zahl der nichtarischen Kassenärzte verhältnismäßig höher ist als der Huudertsatz der überhaupt in Berlin vorhandenen nichtarischen Aerzte. Von Interesse dürfte es sein, daß einzelne Bezirke der Stadt Berlin ein erstaunliches Mißverhältnis zwischen arischen und nichtarischen Kassenärzten aufweisen. So befinden sich z. B. im Bezirk Berlin- Mitte 157 nichtarische Kassenärzte gegenüber 91 arischen; im Bezirk Charlottenbnrg stehen 265 nichtarische 185 arischen Kassenärzten gegenüber. Das dürften, auf die Dauer gesehen, natürlich unhaltbare Zustände sein . . .“ T>a& „Cocset" istVedcauenssacke meine Barnen! . - w»rk«ieh« Feehmam i.e . : 0 - » e «s d<« ’h«ut g«Mod« 0es_3lö * *e" f cn .«Mr«u«nsvon *r das Spezialgeschäft ..i’iiu, co“'«*«ff e:$ r< ■ •- -.f*c Strümpf« — £'<•- V-V? ßu-fl . q ö e “ i t e « " H.GREVE K6nlgstr.43b, c s,»", s.» •»»e. Jeden Einkauf bei unseren Inserenten! .dann hab’ ich mir bei Herrn Marx, Inhaberder Firma S. Gutmann, eine kleine Reiseschreibmaschine gekauft. Mach' es genau so und geh’ doch auch zu ihm! Du kannst dort fast alle Systeme kennenlernen und wirst bestimmt gut beraten. - Falls Du die genaue Adresse nicht kennst, dann merke Dir: S.Gutmann BUROEINRICHTUNGEN Stuttgart, Marlanstr 10, Tal. 60447 JJhcjceqes Jutecesse wird gewiss meine Meue Hasche mit u. xrfuie 3$otf=Addern finden. Dieselbe kann auch als Muff getragen werden, (ges. gesch.) Nur zu haben bei GEO.D. 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