Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- XI (1934-1935)
- Issue
- 16 (16.11.1934)
- Date
- 1934-11-16
- Page
- [Seite] (sequence 7)
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richtungen, die aus dem jüdischen Wohl fahrtsleben Stuttgarts nicht mehr wegzudenken sind und die von der ganzen Gemeinde bereitwilligst gefördert werden. M. R. Stuttgart. Auf Einladung der Sportgruppe des R.j.F. sprach am 10. November der Jugendleiter der Sportuppe ..Schild" in Frankfurt a. hl.. Paul Yogi a y e r. über das Thema „Juden und Leibesübungen". Maver. der zu den besten jüdischen Sportlern Deutschlands zählt und als gesinnungsvoller Redner die Ideen wohl des grollten Teiles der deutschjüdischen Jugend vertritt erstattete ein Referat das, weit über die thematische Begrenzung hinausgehend, einen Versuch darstellte, die Leibesübungen aus der Enge des sportlichen Begriffs in eine Betrachtungsweise zu erheben, die im Sport nicht mehr allein eine auf die Höchstleistung gerichtete körperliche Betätigung, sondern ein neues — auch s e e 1 i s ch - geistiges — jüdisches Lebenselement sieht. — Der 1. Vorsitzende der R.j.F.-Ortsgruppe. Rechtsanwalt Albert Mainzer, begrüßte die Anwesenden, und hielt neben dem Redner insbesondere den ..Bund deutsch-jüdischer Jugend“ willkommen, wobei er dem Glauben — trotz allem — an eine jüdische Zukunft im deutschen Vaterland, an der alt und jung einträchtig arbeiten soll, unter großem Beifall Ausdruck verlieh. Der Redner des Abends entwarf dann ein Bild von der Entwicklung des jüdischen Sports von biblischer Zeit, wo er wehrhafte nationale Ertüchtigung bedeutete. bis in unsere Tage, da jüdische Sportler von Weltruf in allen einschlägigen Kategorien mit an der Spitze stehen, ging kurz auf die Gründung des ..Reichsausschusses der jüd. Sportverbände" sowie die zahlenmäßige Stärke des R.j.F.-Sportbundes und des Makkabi-Kreises ein, und schilderte dann in anschaulicher Weise, der man die innere jugendliche Begeisterung für die Sache anmerkte, die Aufgabe, welche die Leibesübungen in dem uns zugewiesenen Lebensraum zu erfüllen haben. Letzter Zweck dieses jüdischen Sports ist es, so fassen wir darnach zusammen, die Idee der Kameradschaft und des persönlichen Einsatzes so aus den Leibesübungen herauszuentwickeln, daß dieser Geist der gemeinsamen Verantwortung die Jugend befähigt, einer neuen deutsdiiüdisefaen Zukunft zu leben und in eine neue jüdisdic Lebensform hineinzuwachsen, die aus der tiefen Sinn haftigkeit tausendjährigen jüdischen Seins auf deutscher Erde ihre besten Kräfte zieht Dieses Anfassende Erneuerungswerk muß aber, so betonte der Redner, einer ebenso einsatzbereiten und opferfreudigen älteren Generation sicher sein, einer Aelterenschaft für die es Verpflichtung sein muß. z. B. arbeitslosen jüdischen Menschen Betätigung und damit neuen Lebensmut zu geben, um sie stark zu machen in ihrer Treue zur deutschen Erde. Gerade diese beachtenswerten Ausführungen des Redners weiteten sich am Schluß seines Referats nochmals zu einem packenden Appell zum Verständnis für die Lebensnotwendigkeiten der jüdischen Jugend aus, welche die Verpflichtung hat. aus ihrer Verbundenheit mit deutscher Heimat und deutscher Geschichte ihren Standort in Deutschland zu halten und erst zu gehen, wenn ein göttliches Geheiß oder die konkreten Erfordernisse sie abberufen. Den von tiefem Idealismus getragenen Darlegungen Paul Yogi Mayers, die noch manches bemerkenswerte sportliche und ideologische Detail brachten, wurde stürmische Zustimmung gezollt, die R.-A. Mainzer in seinen Schlußworten unter besonderem Hinweis auf die Forderungen des Redners bezüglich der Verpflichtung den jüdischen Arbeitslosen gegenüber nachdrücklich unterstrich. Göppingen. Am 4. Oktober beging Frau Hatty Rothschild ihren 60. Geburtstag. Die Jubilarin steht schon seit vielen Jahren mit an der Spitze in der charitativen Tätigkeit. Sie ist seit etwa 25 Jahren als Schatzmeisterin und noch längere Zeit im Ausschuß des Jüdischen Frauen Vereins tätig; ebenso ist sie Kassiererin des Landesverbandes der jüdischen Frauen vereine. Der hiesige Frauen verein nahm daher freudig die Gelegenheit wahr, seine langjährige, tatkräftige Mitarbeiterin zu ehren. Unter Führung der I. Vorsitzenden. Frau Rechtsanwalt Steiner Wwe.. begab sich eine Abordnung des Vereins in die Wohnung der Jubilarin, um ihr den Dank für die uneigennützigen, großen Dienste nicht nur durch eine inhaltsreiche Rede auszuspre- - 135 - Vacsckau auf kommende Veeansiattunqen. Stuttgart. Die deutsch-jüdischen Organisationen Stuttgarts, der Central-Yerein, der „R e i ch s - bund jüdischer Frontsoldaten“ und der „Ring" (Bund deutsch-jüdischer Jugend) veranstalten am 24. November eine gemeinsame Kundgebung unter dem Motto „Deutsch-jüdische Gegenwart — Deutsch-jüdische Zukunft". Sprecher ist der {.Syndikus des G V, Dr. Alfred llirschberg, Berlin, in weiten Kreisen des deutschen Judentums auch als Hauptschriftleiter und A.ll.-Leitartikler der C.-V.- Zeituug aufs beste bekannt. Wie wir erfahren, werden ein Sprechchor und eine musikalische Darbietung die Ausführungen Dr. Hirschbergs umrahmen. Unsere Leserschaft sei auf die bedeutsame Veranstaltung hiermit besonders aufmerksam gemacht. Stuttgart. Im Hinblick auf das Chanukka- Fest sind unsere jüdischen Vereine heute schon eifrig an der Arbeit, um ihren Mitgliedern und Freunden an den Chanukka-Tagen einige Stunden froher Unterhaltung zu bereiten. Den Reigen der Veranstaltungen eröffnet die Sportgruppe des R.j.F. am 1. Dezember. - Am folgenden Abend hält der Sportklub „Hakoa h“ eine Makkabäer-Feier ab. — Der Berthold Auer bach-Verein veranstaltet, wie wir hören, am 4. Dezember eine interne Chanukka-Feier. — Den Schluß macht der Jüdische Jugendkreis mit einer F eier am 8. Dezember. Auf sämtliche Veranstaltungen sei heute schon hin gewiesen. Nach den getroffenen Vorbereitungen zu schließen wird diesmal Außerordentliches von allen \ eraustaltern geboten werden. Stuttgart. Unsere meisterhafte einheimische Pianistin Alice Schinuckler-Heß veranstaltet mit ihrer Schwester, der Geigerin F'ränne S ch m u dt - ler. am 20. November einen Klavier-Violin-Abend, den sich kein Freund ebenso virtuoser wie kultivierter Kunst entgehen lassen sollte. Es werden an diesem Konzert-Abend hervorragende Werke klassischer Prägung zu Gehör gebracht. Man darf also auf einen wirklichen Kunstgenuß rechnen. Stuttgart. Die nächsten Veranstaltungen des Berthold Auerbach-Vereins sind ein Vortrag von Dr. Martin Grünberg („Die geistigen Grundlagen des modernen Judentums“) und die Erläuterung des Wochenabschnitts durch Lehrer Berlinger; auf beide Abende sei hiermit nochmals aufmerksam gemacht eben, sondern sie auch durch Errichtung einer „Hatty Rothschild-Stiftung" zu ehren. Die Stiftung besagt daß alljährlich am 4. Oktober, dem Geburtstag der Geehrten, die Zinsen aus dem Kapital der Stiftung, welches gleichzeitig von der Jubilarin und Familienangehörigen erhöht wurde, für „Ihre Bedürftigen“ Verwendung finden sollen. Dankbar wurde die Stiftung übernommen mit dem feierlichen Versprechen von Frau Rothschild, auch weiterhin ihren sozialen Grundsätzen treu zu bleiben. Von vielen Gemeindemitgliedern wurde ferner der Dank an die hochverdiente Frau durch herzliche Glückwünsche zum Ausdruck gebracht. Göppingen. Am 14 Oktober veranstaltete der Verein „M e r k u r i a“ im Rahmen seines kulturellen Programms eine Omnibusfahrt nach dem schönen, romantisch gelegenen II a i g e r I o ch . um der dortigen Gemeinde einen Besuch abzustatten. 60 Teilnehmer fanden sich zu der schönen Fahrt über Kirchheitu u. T„ Tübingen, iHechingen und am Hohenzolleru vorbei ein. Kurz vor Haigerloch empfing Lehrer Spier die Gäste und machte sie auf die landschaftlichen Eigenarten aufmerksam. Man besuchte dann den inmitten eines Tannenwaldes gelegenen, etwa 400 Jahre alten früheren jüdischen Friedhof und machte einen etwa zweistündigen Rundgang durch Haigerloch und das dortige Judenviertel, wozu Lehrer Spier stets wertvolle Erklärungen gab. Der Eindruck des Gesehenen war allgemein ein überwältigender. Nach diesem Rundgang begaben sich die Gäste in das jüdische Gasthaus „Zur Rose“, wo sie noch einige gemütliche Stunden mit der Haigerlocher Gemeinde verbrachten. Der dortige jüdische ..Liederkranz“, der 9rit«chlcr Synagogenchor und ein gemischter Chor brachten jüdische und deutsche Lieder aufs beste zu Gehör, und Lehrer Spier hielt noch einen kurzen geschichtlichen Vortrag, so daß die Stunden nur zu schnell verflogen und alles bedauerte, sowohl die Einheimischen wie die Gäste, nicht mehr länger verweilen zu dürfen. Es war ein selten schöner Tag, der jedem Teilnehmer zu einem Erlebnis wurde. Göppingen. Die hiesige Ortsgruppe ejes C.-V. hielt am 5 November hier durch den Syndikus des Württ. Landesausschusses. Dr. Julius Weil, Stuttgart Sprechstunden ab, in denen für alle Mitglieder der hiesigen jüdischen Gemeinde Gelegenheit zur Besprechung juristisch-wirtschaftlicher nnd sonstiger Fragen aus dem Arbeitsgebiet des C.-H und zur Einsichtnahme in die neueren Erlasse und Entscheidungen geboten war. Die Beratung erfolgt, kostenlos und soll in regelmäßigen Abständen wiederholt werden. Eine stattliche Anzahl Fragesteller heben von der Einrichtung bereits Gebrauch gemacht.1 Heilbronn. Die Sportgruppe des R.j.F'. veranstaltete am 27. Oktober im Saal der Adlerbrauerei einen In ter ha It un gssbend. der sehr gut besucht war. Die einleitenden Begrüßungswort? sprach Sportleiter Direktor Kirchheimer. Hervorragender Ansager des Programms war Walter Bär. Die Kindersymphonie „Eine lustige Schlittenfahrt“ einstudiert und dirigiert von Oberlehrer Krämer — mit eingelegten russischen lanzen (Ruth Lindner. F'riedl Schloß. Olga Elsner. Lisi Scheuer) wurde von den kleinen Künstlern unter exakter Klavierbegleitung von Lise.Henle und Ruth Dreyfuß prächtig wiedergegeben. Die jüngsten Handharmonikaspieler (Kurt Major. Lotte So bezki, Paul Mendelsohn) sorgten zwischen den einzelnen Nummern für Abwechslung. Turnerische Darbietungen von Margot Schwarzwälder. Eva Kahn und Peter Schwarzenberger sowie Tänze von Inge Rypinski vervollständigten mit meisterhaft gesungenen Volksliedern Hermann Kerns das Programm. Humorvoller Höhepunkt des Abends bildeten die Parodien auf den hiesigen jüdischen Sportbetrieb von Edith Kern und Lisel Victor (letztere als charmante „Carmen“). Frau Rypinski und Hermann Wolf walteten als Begleiter am Klavier. Den überaus gelungenen Abend beschloß ein Tänzchen. Heilbronn. Im Rahmen d&r Jüdischen Kulturgemeinschaft fand am 3. November ein Vortrag von Hermann Wolf über das Thema „Was will die Jüdische Kulturgemeinschaft?“ statt. Der Vortragende schilderte das Entstehen des Kulturbundes, der u. a. auch den Zweck verfolgt, arbeitslos gewordenen-jüdischen Künstlern Brot und Betätigung zu geben, und ing dann auf die Fehler und abzustellenaen Mängel er Berliner. Organisation sowie der Theater- und Konzertagentur in Hannover ausführlich ein. (Das Entstehen einer ähnlichen Organisation in Heilbronu ist in erster Linie der Initiative des Vorsteheramts zu danken, das Hermann Wolf mit der Gründung beauftragte.) Der Referent setzte sich dann noch d(B1t der Kritik auseinander, welche auch hier bezüglich der seitherigen Darbietungen einsetzte. Unter Hinweis auf das vielversprechende Winterprogramm der Kulturgemeinschaft sprach Hermann > Wolf schließlich den Wunsch nach einem guten Besuch der Veranstaltungen aus und bemerkte, daß der Ausschuß Wünschen weitgehendst entgegenkommen werde. Lanpheim. Um den jungen Leuten, die in den Büros und Geschäften arbeiten. Gelegenheit zu geben, von Zeit zu Zeit den Freitagabend-Gottesdienst za besuchen, hat das Isr. Vorsteheramt auf Anregung der Jüd. Jugendgemeinschaft beschlossen, alle vier Wochen einen zweiten FreitagabenVGottesdienst mit Chorgesang und Ansprache zu veranstalten. Dieser Gottesdienst soll ausschließlich auf die Jugend ein- Sikotc WmlmmS Die Marke höchster Qualität FAMUtte FUMST tu i_ raUIRBÄCM- STUTTOART Osyflndst lBp4 *ir« JoUeäen.*Artikel kaufen Sie au Original - Pi »Inn bei Ihrem Priteur: Norbert Splolmann MarlenstiaBe 2,1.Stock, Telefon 82560 «matt» iimm U. Titnet von Seeger STUTTQAKT O, Adotfstrste 10 TsMon 40720 Febrlk In I lam. Ihre Oberhemden, Un- I na£, trocken oder «krankterwisdie, Arbettt-AnsOge I fertig bei torfflUtifer Bewaedien, bügeln u. flicken | Handlung n Dill. Preleen ** •“issss? Spezialität > Kragen aal neu wasdian and bügeln. HetBmangel sur gell. Benutzung. Abholung u. Zustellung der Wüsche kostenlos. 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