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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1934-11-16 · 16 (16.11.1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
XI (1934-1935)
Issue
16 (16.11.1934)
Date
1934-11-16
Page
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- 136 - gestellt »ein und Gelegenheit zur Ausspradie aber einschlägige Themen geben. Er fand erstmals am 2. November statt und war gut besucht Am 4. November hatte die Jüd. Jugendgemcinschaft zu einem Gemeindeabend eingeladen, der außerordentlichen Zuspruch fand. Fabrikant F rankfurter. Göppingen, führte seinen von uns schon öfters erwähnten Palästina-Film vor und erläuterte denselben in änderst interessanter Weise. Der Film war für alle Besucher ein Erlebnis. Rudolf Kurz dankte dem Referenten für seine Darbietungen mit herzlichen Worten. Bad Mergentheim. Am 2k Oktober wurde' Frau K I a r a t ahn: die' Gattin unseres Bezirksrabbiners Dr. \1. Ikahn. unter srroder Beteiligung zur letzten Ruhestätte nach L'ntcrb.ilbach geleitet. Wie du« Leben Sarahs so war auch das Dasein dieser frommen Rab- Imiersfrau ganz auf ihre Tätigkeit in ihrem frommen Hause gerichtet. Sie war eine liebende Gattin und eine r.-vusorgenele Mutter ihrem einzigen Sohne. Dann aber war «ie Freundin all den vielen, welche als Bekannte kanten oder als Lernende' zu jeder Tages- »lunde eine freundliche Aufnahme bei ihr fanden, sie war Beraterin allen, welche ihres Mannes und ihren Rat suchten, ln den Werken der menschlichen Liebeslatigkeit (25 Jahrelaig war sie \or«tehetin des Erauenvereinst reichte alter ihr W irken weit über die Grenzen ihres /c ites hinaus. So ist »ie. mehr als die meisten ihrer Bekannten w uHten. segnende und gesegnete Helferin ihres Manne» geworden. Ihr Andenken wird «tets in höhen Ehren ge halten werden. Oberdorf-Bopfingen. Unter zahlreicher Anteilnahme aus allen Kreisen der Bevölkerung wurde am 2. No- V einher Frau R e g i n e Sänger in ihrem ^«.Lebensjahre /er letzten Ruhe gebettet. Zwanzig Jahre lang hat »je ul» t. Vorsitzende den hiesigen Frattenvereitt mit Eifer und Umsicht geleitet. Oberlehrer Erle!■ a eh e t schilderte am Grabe ihre innige- F röninngkeii ihren hohen Wohltätigkeitssinn und ihre überall» grolle Friedensliebe. lalheint. Zahnarzt Helmut Mraus. Sohn de» Oberlehrers St rau», hielt unlängst im Erauenverein , men mit grobem Bei all aufgenommt nen \ ortrag aber Die Aufgaben ehr jüdischen Frau in heutiger Zeit". Am ' Nejvemfrer sprach Oberlehrer S t r u u » vor de r ganzen Gemeinde über ..Mose« Montefiore und »ein Werk". Auch elie-ei A ortrag fand eine dankbare Ileirer»ihaft \n beide Veranstaltungen schloff »ich ein gemütliche» Beisammensein an. Heues vom indischen Spott. Stuttgart. Am 4. November fand in Mannheim eine Zusammenkunft der ...Arbeitsgemeinschaft der Jüdischen I um- und Sportvereine Süd-West" statt. Die* \creme waren je weils durch ihre Bevollmächtigten Vertretern. Zu Anfang der Tagung begrüßte der Vorsitzende* der Arbe-itsgemeinschaft die Anwesenden, insbesondere die neu aufgenommenen A ereilte von Pirmasen» sow ie ..H a k o a h“-Stuttgart und R. j F Stuttgart. Sodann gab er die neue Einteilung der Vereine in folgende Gruppen bekannt: Gruppe Nord mit Frankfurt und Umgebung: Gruppe Hessen unel (,rüppe Süd Die beiden hiesigen Ai*teine «ind der Gruppe Süd zugeteilt worden. Die einzelnen Gruppe*n werelen'unter sieh im Punktsystem den Gruppen meister ermitteln, und sodann in eine r Runde* gegen die Meister der übrigen Gruppen den »üdwestdeut- »eheu Meister herausspielen. Aon allen Vereinen nehmen die e rste n und zw *iten Fußballmannschaften an de n A erbandsspielen teil. Durch den Beitritt der bei den hiesigen Vereine wird den Stuttgarter Sportfreunden Gelegenheit geboten, beste A ertreter des jüdischen Sportes in Stuttgart spielen zu sehen. Stuttgart. Zu e inem hochinteressanten sportlichen Ereignis gestaltete sich das am 5. November statttefunclene K e g e 1 t u r n i e r der vier Stuttgarter , üdischen Ke gelklubs „Matadoria". ..Hohe » eh u 1 e". ..Fall u tu!" und ..M.M.-K ade p". mit dem die zwischen den einzelnen Keglervereinigungen zum Teil schon bestehenden «portfreundschaftlichen Beziehungen zu einem festen, alle teilnehmenden Wie Tolstoi Berthold Auerbach kennen lernte. lieber die Bekanntschaft Leo Tolstois mit dem deutsch-jüdischen Dichter Berthold Auerbach erfährt man ein interessantes Detail aus den nachgelassenen Tagebüchern des russischen Dichters, aus denen das Berliner Tageblatt einiges bisher Unbekannte veröffentlicht. Auf einer Reise durch Deutschland, die er im Sommer 1860 unternahm, faßte er plötzlich den Entschluß. Berthold Auerbach in Berlin aufzusuchen, der ein Jahr zuvor seinen Wohnsitz dorthin verlegt hatte. Tolstoi hat oft in seinen Tagebüchern erzählt, daß er seinen Entschluß, eine 8 ch u 1 e für Bauernkinder in Jassnaja Poliana zu gründen und zu leiten, eigentlich den Werken Berthold Auerbachs verdankte. Den größten Eindruck machte auf ihn Auerbachs Roman „Neues Leben“, in dem er seine pädagogischen Ideale aufgestellt hatte. Als Leo Tolstoi in das Arbeitszimmer Auerbachs hereinkam. sagte er kurz: „Ich bin Eugen Baumann." Der deutsche Dichter, vor dem ein Ausländer. ein breitschultriger Russe mit einem ungeflegten Barte, stand, schien verlegen zu sein. Tolstoi eeilte sich daher, hinzuzufügen: „Nein, mein Name ist nicht Eugen Baumann, aber mein Charakter entspricht Ihrem Romanheide n.“ Bald befreundeten sich beide Dichter und plauderten mehrere Stunden lang. Das Hauptthema des Gespräches war, w ie Tolstoi in seinem Tagebuch kurz notierte, das deutsche werktätige Volk, doch berührten sie auch die Religion und Kants philosophische Lehre. Am nächsten Tage besuchte Tolstoi den berühmten deutschen Pädagogen, damals Direktor des A olkslehre rseminars. Diesterweg. Leber seinen Eindruck schrieb er kurz im Tagebuche: ..Diesterweg ist klug, aber strömt Kälte aus.“ Leber Auerbach notierte er aber: ..Auerbach! Der prachtvollste Mensch!“. und versah sowohl diese Zeile, wie eine »weite, mit lauter Ausrufungszeichen. Kegler umschließenden Band geknüpft wurden. Das Hauptverdienst am.Zustandekommen dieses Turniers hatte das Restaurant B 1 o ch . das einen silbernen Wanderpokal gestiftet hatte, um den die genannten Klubs kämpften mit der Bestimmung, daß derjenige Klub, der den Preis dreimal gewinnt. Eigentümer des Pokals wird. Das Kegelturnier — in dieser Form wohl das erste, das in den jüdischen Kreisen Stuttgarts stattfand — wurde io der Weise ausgetragen, daß die siebenköpfige Mannschaft jedes Vereins insgesamt To Würfe „in die Volle" hatte, so daß also jeder einzelne Teilnehmer mit 10 Schüben genugsam Gelegenheit hatte, sein Können zu beweisen. Man sah in der Tat auch ganz hervorragende Leistungen, und wenn ab und zu mal ein „Versager" vorkam. so beweist das Gesamtresultat doch, daß jede Mannschaft nach Kräften um den Sieg gerungen hat. Wenn der Kegelklub „Matadoria“ mit 596 Punkten schließlich den Wanderpokal erstmals gewinnen konnte, so darf dieser Sieg als wirklich verdient angesprochen werden. Dies kam auch in den Ansprachen, die beim anschließenden gemütlichen Zusammensein im Restaurant Bloch gewechselt wurden, wiederholt zum Ausdruck. Nachstehend die Ergebnisse des Turniers: Matadoria: 596 Punkte. M M. Kaden: 578 Punkte. Fall um!: 544 Punkte. Hohe Schule: 558 Punkte. Einzelbestleistungen : Karl Bodenheimer i.M.M.-Kadep) 68-Punkte. Ludwig Tannhauser (Matadoria) 67 Punkte. Manfred Zürndorfer (Fall um!) 66 Punkte- Hugo Kauffmann (Matadoria) 65 Punkte. Ludwig Bodenheimer (Matadoria) 61 Punkte. Hugo Fließ (Hohe Schule) 60 Punkte. Stuttgart Am 4. November standen sich auf dem Sportplatz in Degerloch die ersten Fußballmannschaften der „llakoah“ und des „Jüdischen Jugendbundes“ Heidelberg gegenüber. Nachdem die Stuttgarter gegen „Itus“ München einen klaren Sieg erfochten hatten, lag es an ihnen, zu beweisen, daß dieser kein Zufall war. sondern auf eine Formverbesserung. der ganzen Mannschaft zurückzuführen ist Wenn auch die Heidelberger nicht zu den besten jüdischen Mannschaften Süddeutschlands zählen, so sind sie doch kein zu unterschätzender Gegner. In der ersten Halbzeit gelang es ihnen auch, das Spiel offen zu halten und die Stuttgarter mußten sich tüchtig anstrengen, um eine 3 : (-Führung zu erzielen. A\ as die letzteren an Zusammenspiel besser waren, ersetzten die Heidelberger durch großen Eifer. In der zweiten Halbzeit merkte man doch, daß sich die Heidelberger verausgabt hatten, und so erzielte „Ha koah“ norit sechs weitere Tore. Den Heidelbergern gelang nur noch ein Treffer, so daß Stuttgart mit 9 : 2 verdienter Sieger blieb. Bewahrter Schiedsrichter war Wiesengrund („Bar-Kochba". Frankfurt). Stuttgart Resultate der Fußball-Verbandsspiele, erste llälfte November 1934: 4. Nov.: R.j.F. Heilbronn 1 gegen R.j.F. Stuttgart 1 0:6. R.j.F. Heilbronn II gegen R.j.F. Stuttgart 11 0:7. II. Nov.: llakoah Karlsruhe I gegen R.j.F. Stuttgart! 1:2. Hakoah Karlsruhe II gegen R.j.F. Stuttgart II 0:8. R.j.F. Stuttgart III gegen R Jh. Mergentheim I I : 4. Rj.F. Stuttgart Jugend gegen R.j.F. Mergentheim Jugend 6:0 (Privatspiele). Stuttgart. An den vom „Bar-Kochbu“ im Stadion zu Frankfurt a. M. am 11. November durchgeführten Endspielen um den Pokal des Deutschen Makkabikreises im Handball und Fußball nahmen von der „Hakoah“ Stuttgart im Fußball Bernhard Grünfeld, im Handball Konstantin Cym- I) a I i s t teil. Im Fußball blieb Gruppe Süd nach Verlängerung mit 3:1. im Handball mit 6 : 5 über die Berliner Mannschaften Sieger. In einem Bericht der „Frankfurter Zeitung“ werden besonders das produktive Spiel des „wurfgewaltigen Stuttgarter Mittelstürmes Cymbalist, der allein fünf Tore schoß“, sowie das ..trickreiche Spiet des glänzenden Mittelstürmers Grünfeld“ erwähnt. Wie die „Frankfurter Zeitung" erfährt, soll Cymbalist in die engere Wahl für die deutsche Makkabia-Mannsdiaft (Makkabia Tel-Aviv 1955) gezogen werden. Uns selbst wurde noch mitgeteilt, daß das gleiche für Grünfeld gilt. Stuttgart. Im Rahmen der Verbandsspiele der Grüfte Süd finden am 18. November sowohl auf dem R.j.r .-Sportplatz im Feuerbacher Tal als auch auf dem Platz der „Hakoah“ (Sportvereinigung Stuttgart) in Degerloch interessante Fußballwettkämpfe statt, die in dieser Nummer näher angekündigt werden. Heilbronn. Nach der Niederlage gegen Frankfurt frischte am 28. Oktober die Alte Herren-Mannschaft des R.j.F. Heilbronn ihren Ruf wieder auf. indem sie nach wechselvollem Spielverlauf die Senioren vom R.j.F. Mannheim verdient mit 3 : I schlagen konnte. Bereits nach zehn Minuten Spielverlauf lag Heilbronn durch zwei schöne Tore von 8. Maier mit 2 :0 in Führung. Ulm. Am 27. Oktober fanden auf dem Sportplatz des R.j.F. zwei interessante Handballwettkämpfe zwischen den Stuttgarter und Ulmer Damen- und Herrenmannschaften statt, die die Ulmer Damen mit 9 :6. die Ulmer Herren mit 6 :0 verdient für sich entscheiden konnten. Bei den Ulmer Damen war der Kampfgeist das Entscheidende, denn sie ließen sich auch durch die schon in den ersten Minuten von Gretel Bergmann. Laupheim (die für Stuttgart spielte) geschossenen drei Tore nicht entmutigen und kämpften unentwegt weiter. — Bei den Herren gab das bessere Zusammenspiel der Ulmer den Ausschlag. Heue ^Buchet. Dr. Alfred Kupferberg: „Deutsche Juden im jüdischen Land.“ M Leßmann Verlag, Hamburg. Das vorliegende Buch ist unseres Wissens das erste, das in die allgemeine Schilderung des rastlos arbeitenden und stetig wachsenden Erez Israels den deutschen Einwanderer und sein Wohl und Wehe in der neuen Heimat in besonders sorgfältiger Beobachtung bei unseren InserentenI Werbet für die Gemeinde- Zeitung I lüaeum wollen Sie durch Belegung dieses Platzes nicht jtuut JCiutden meebe*t? Kombergstraße Nr. 4S IK-MÜLLER IMURMBIITIN Jeder Art werden gpt u. preiswert ausgefflhrt Ente Referenzen. PFITZENMJUIIK 4 KAPP Stattgart, ROmerstmBe 88/87 / Tel. 70388 lüäsdiecei Jute, Jotstee Stuttgart, Lahanstr. 20 / Farnruf 734 49 Qroto, fr#U und soan-JO Tfcfcfiptttz» / Abholung Zuotoliung bcctafttos / BHHgof« Boroefcnu**. 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