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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1934-10-01 · 13 (1.10.1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
XI (1934-1935)
Issue
13 (1.10.1934)
Date
1934-10-01
Page
[Seite] (sequence 7)
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- 109 - R. j. F. - Sportgruppe erstmals gegen Sportklub „Hakoah“ R.j. F. gewinnt den Wanderpokal der »Gemeindezeitung' im Fu&ball. Der 16. September d. Js. stand im Zeichen aktivsten jüdischen Sports. Schon viele Tage vorher sprach man in der Gemeinde von dem Ereignis des 3. Sentcmbersonntags: dein Fußhalltreffen /wischen den 1., 2. und 3. Mannschaften der Sportgruppe des R. j. F. Stuttgart und des Sportklubs „Hakouh“ Stuttgart. Es wurde allgemein freudig begrüßt, daß die beiden nicht ermöglichte, stellte außerordentliche Anforderungen an die Spieler. Nach wenigen Minuten war der schmucke Spielerdreß von regennassem Lehm überzogen — aber keine Partei ließ sich entmutigen. Bis zur Halbzeit war das Spiel vollkommen ausgeglichen. was auch aus dem Resultat von 1:1 hervorgeht. In der zweiten Spielhälfte aber zog die R.j.F.- *4- Stuttgarter jüdischen Sportvereinigungen nach langer. den sportlichen Belangen und den allgemeinen jüdischen Interessen nicht dienender Schwebezeit endlich den eigentlich selbstverständlichen Weg zu einander gefunden hatten. Jedenfalls gereicht es beiden Sportvereinen zur Ehre, daß sie die bisherigen Schwierigkeiten entschlossen aus dem Wege geräumt und für eine ersprießliche, freundschaftliche Zusammenarbeit die Bahn frei gemacht haben. So wie wir jede Bemühung um den Ausgleich innerjüdischer, die Gesamtheit betreffenden Meinungsstreitigkeiten immer dankbar begrüßt und gefördert haben, so ist es auch jetzt unser Wunsch, daß alles darangesetzt werden möge, um die Befriedung unseres jüdischen Sportlebens in,Stuttgurt zu einer dauernden zu machen. Dieser Wunsch hat auch die „Gemeindezeitung" bestimmt, für das Fußballtrelfen am 16. September einen Wanderpokal zu stiften, der alljährlich zwischen der R.j.F.-Sportgruppe und der „Hakoah" ausgespielt werden soll. Wir nehmen vorweg, daß die R.j.F.-Sportgruppe den Wanderpreis für dieses Jahr an sich bringen Konnte, und sprechen der siegreichen Mannschaft auch an dieser Stelle nochmals unseren Glückwunsch aus. Wenn nun im nächsten Jahr die genannten Mannschaften wiederum um den Wanderpokal kämpfen werden, dann möge sich in diesem Spiel aufs neue dokumentieren, was den umfassenden Rahmen jüdischen Lebens ausmachen soll: Wille zur Einigkeit, Lebensmut und die gemeinsame Verantwortung für ein an Leib und Seele gesundes, stolzes und gesinnungsvolles Judentum! * Die Fußballwettkämpfe begannen mit dem Spiel der 3. Mannschaften beider Vereine am Vormittag. Strahlender Sonnenschein lag über dem Spielfeld des R.j.F. im Feuerbacher Tal. als sich die Mannschaften dem Schiedsrichter stellten. Es entwickelte sich bald ein flottes Spiel, in dem aber erst sieben Minuten vor dem Schlußpfiff durch einen sehr schönen Flankenball des Rechtsaußen vom R.j.F. das entscheidende Tor Del. Beide Mannschaften kämpften mit Ausdauer und zeigten einen recht schönen Fußball. Um 2 Uhr nachmittags traten die 2. Mannschaften an. Während, wie schon erwähnt, vorher noch schönstes Spätsommerwetter herrschte, setzte geraume Zeit vor dem Spiel ein heftiger Gewitterregen eit*. der das Spielfeld rasch so aufweichte, daß man fast von einem Morast sprechen konnte. Der schwere Lehmboden, der streckenweise einen sicheren Start gar- Mannschaft alle Register ihres Könnens. Durch schöne Kombinationszüge des R.j.F.-Sturms, dem die „Hakoah"-Hintermannschaft nicht gewachsen war—nicht zuletzt war daran wohl die Umstellung der Läuferreihe und Verteidigung schuld — gelangen dem Platzinhaber weitere vier Tore. Resultat also 5:t für R.j.F. Als kurz nach 4 Uhr die t. Mannschaften der Sportgruppe des R.j.F. und des Sportklubs „Hakoah“ den Platz betraten, war die Zuschauermenge auf einige Hundert angewachsen. Herzlicher Beifall begrüßte die Spieler, an die der Sportleiter des R.j.F., Hugo Löwenthal, freundliche Begrüßungswortc rieh tete. Er wies auf die Stiftung eines Wanderpokals von Seiten der „Gemeindezeitung" hin — und kurz darauf begann das Spiel. Die Mannschaften traten in folgender Aufstellung an: R.].F. I. Levl " Marx Werthelmer Samuel Kahn Well Kaufmann Ballin Wolf Aronsohn Oottsdialk Josef If Scher 1 Jolles Josef I Scher II Meyerstein Orflnfeld Dreifuß Cymbalist I Löweniteln Cymbalist II Hakoah L » Den Anstoß hatte die „Hakoah“, er wurde abe r sofort vom Gegner abgefangen. Mit großem Elan trug nun R.j.F. immer wieder den Ball gegen das gegnerische Tor vor. und nur dem sehr guten Torwart der „Hakouh“ war es zu verdanken, daß nicht schon in den ersten Minuten Tore fielen. Kurze Zeit lap dann das Spiel vor dem R.j.F.-Tor. aber bald darauf mußte „Hakoah“ den ersten Treffer einstecken. Das Spiel wurde jetzt immer flotter, und nach schönen Kampfphasen sandte R.j.F. überraschend zum zweitenmal ein. Nach und nach fand sich aber die Läuferreihe der „Hakoah“ immer besser zusammen und vor dem R.j.F.-Tor ergaben sich äußerst gefährliche Momente. Allein die vorzügliche Arbeit der Verteidiger und des Torwarts machten die besten Chancen zunichte. Aber die „Hakoah“ schaffte unermüdlich: zweimal vereitelten Torpfosten und Latte den Erfolg, doch endlich, in der 40. Minute, gelang „Hakoah“ das längst verdiente Tor. Mit 2:1 ging es in die Halbzeit. Wer jetzt glaubte, daß infolge des unerhört schweren Bodens die Mannschaften nachließen, hatte sich gründlich getäuscht. Es darf festgestellt werden, daß die beiden Parteien mit ungeschwächter Kampfkraft in die zweite Halbzeit gingen und rein körperlich schon Außerordentliches leisteten. Angriff auf Angriff rollte vor das R.j.F.-Tor — aber der Torwart hielt die schwierigsten Bälle in ausgezeichneter Manier. Aber auch der R.j.Fi^Sturm war nicht müßig. Bei einem schönen Durchbruch wurde sein Halblinker etwas hart angegangen — und der sehr umsichtige Schiedsrichter diktierte einen Elfmeter. Und der saß prompt! Durch diese Entscheidung deprimiert, ließ „Hakoah“ etwas nach. Unmittelbar darauf sandte R.j.F. zum viertenmal ein und damit schien das Spiel entschieden zu sein. Aber der R.j.F.-Torwart bekam noch allerhand zu tun. Man glaubte, daß in den letzten zehn Minuten „Hakoah“ noch einigermaßen das Resultat verbessern könnte, allein, die sichersten Chancen wurden von ihrem Sturm nicht ausgenützt. Gesamtresultat: 4:1 für R.j.F. Zum Spiel selbst ist folgendes zu sagen: Die R.j.F.- Mannschaft hat es verstanden, die sich ihr bietenden Chancen durch gutes Zusammenspiel voll auszuwerten, während der „Hakoah“-Sturm die sichersten Torgelegenheiten verpaßte und dazu noch mit einigen schönen Schüssen Pech hatte. Ein abschließendes Bild über das Stärkeverhältnis der beiden Mannschaften kann man vielleicht aber erst gewinnen, wenn die Platz Verhältnisse eine flüssige Kombination und ein Spiel mit allen technischen Feinheiten zulassen. Jedenfalls aber hat die sichere Abwehr der R.j.F.- Hintcrmannschaft und der fabelhafte Angriffsgeist der Stürmerreihe diesmal den Ausschlag gegeben. Dem Rückspiel der beiden Mannschaften, die mit aller Aufopferung um den Sieg gerungen haben, darf man mit größtem Interesse entgegenseben. * Nach Schluß des Spiels richtete der Spielführer der R.j.F-Mannschaft. Ludwig Marx, herzliche Worte an die; „Hakoah“-Mannschaft und gab dem Wunsche Ausdruck, daß das Rückspiel in ebenso fairer und kameradschaftlicher Weise ausgetragen werde. Anschließend überreichte ihm der Schriftleiter der ..Gemeindezeitung". Hans Sternheim, unter Glückwünschen den Wanderpokal, dessen Stiftungsurkunde wir nachstehend im Wortlaut wiedergeben : Stuttgart, 14. September 1934 Stiftungsurkunde. Anläßlich des am Sonntag, den 16. September 1934, stattfindenden Fußballtreffens zwischen der R.j.F.- Sportgruppe Stuttgart und dem Sportklub „Hakoah“ Stuttgart hat die Unterzeichnete als Wanderpreis einen Pokal gestiftet, der folgende Inschrift trägt: " Wanderpreis Dem Sieger R.j.F.-Sportgruppe Stuttgart Sportklub „Hakoah“ Stuttgart 1934 Gestiftet von der „Gemeindezeitung fir die Israel. Gemeinden Württembergs"! Diese Stiftung erfolgt mit folgender Bestimmung: 1. Der Pokal soll jährlich ein Mal ^zwischen den 1. Mannschaften der genannten Vereine aus gespielt werden. 2. Endgültiger Besitzer des Pokals Wird diejenige Mannschaft, die den Pokal entweder drei Mal hintereinander oder insgesamt fünf Mal gewinnt. 3. Endet das Pokalspiel unentschieden, so wird das , Spiel innerhalb des jeweiligen Spieljahres bis zur Entscheidung wiederholt. Die Unterzeichnete hat ihrer Stiftung diese Form gegeben, um ihrerseits dazu beizutragen, daß das freundschaftliche Verhältnis zwischen den Stuttgarter jüdischen Sportorganisationen auch in Zukunft dauern wird. Israel. Verlagsanstalt G. m. b. H. gez.: Unterschriften. Unser Bild IphoL Samson, Stuttgart) zeigt die 1. Manntthaßtn der Rj.F. - Sportgruppe Stuttgart and des Sportklubs Jiekoeh* v nadt dem ersten Treffen. Erfolge erzielt haben, sowie unsere bewährten einheimischen Künstlerinnen Alice Sdinmcklerließ. Poldy Sperling-Donath, die selten gehörte Werke für zwei Klaviere darbieten werden. In Aussicht genommen sind noch die Sopranistin LotteLeonard bezw. der Baritonist Hermann Schey. Berlin, sowie die Pianistin Heida Hermanns. Frankfurt a. M. Selbstverständlich werden in einzelnen Aufführungen wiederum der Sing- und Instrumentalkreis nebst weiteren hiesigen Künstlern mitwirken. Wenn die Möglichkeit dazu besteht, ist auch eine Veranstaltung in der Synagoge und ein Konzert der vereinigten Orchester Mannheim-Stuttgart vorgesehen. Diese Ankündigung spricht so sehr für sich selbst, daß es eigentlich kaum eines empfehlenden Hinweises bedarf. Stuttgart, In der ersten Oktoberhälfte veranstaltet der Berthold Auerbach - Verein einige Abende, die allgemeines Interesse verdienen und auf die hiermit besonders aufmerksam gemacht werden soll. Am 3. Oktober spricht Dr. Chanan Lehrmann (Sohn unseres Gemeindemitglieds Ch. Lehrmann)) der, wie seinerzeit mitgeteilt, offiziell beauftragt wurde, an der Universität Lausanne demnächst über „Die Judenfrage in der jüdischen Literatur“ zu lesen, über „Der Ewige Jude im Spiegel der Literatu r“. — Am 9. Oktober behandelt Lehrer W. B e r 1 i n g e r den Wochenabschnitt, und am 16. Oktober referiert Schulleiter Dr. Emil Golds ch m i d t über „A lte und neue Schul e“. Dieses Programm spricht für das unentwegte Bemühen des B.A.V., wertvollstes Bildungsgut weiten Kreisen zu vermitteln. Man sollte es ihm durch aktive Mitarbeit danken! Stuttgart. Im Rahmen einer Veranstaltung des Vereins „b rcundc der Jüdischen Schule“ wird Anstaltsdirektor Theodor Rothschild. Eßlingen. am 6. Oktober über „Die religiöse Erziehung des jüdischen Kindes" sprechen. Eine Aussprache wird sich anschließen. Wir machen auf die Veranstaltung besonders aufmerksam. Stuttgart. Dr. Hans Friedenthal vom Präsidium des Deutschen Makkabikreises. eine in der jüdischen Sportwelt bestens bekannte Persönlichkeit, spricht auf Einladung des Sportklubs „H a k o a h“ am 6. Oktober über das Thema „Eine Zeit stirbt — eine neue wird geboren!" Diese Veranstaltung stellt den geistigen Auftakt zu den am darauffolgeiiden Sonntag stattfindenden Repräsentativ- Auswahlspielen dar. über die wir unter unserer Sportrubrik näher berichten. Schon in Anbetracht der sich jetzt erfreulicherweise im ganzen Reich anbuhnenden Zusammenarbeit zwischen den jüdischen Sportverbündon aller Richtungen sollte diese Veranstaltung von allen jüdischen Sportlern und Sportfreunden zahlreich besucht werden. j — Stuttgart. Der Isr. F rauenverein-F rauenbund veranstaltet am 7.Oktober eiqe gemütliche Kaffeestunde mit musikalischen Darbietungen, zu der jedermann herzlichst eingeladen ist. Did künstlerische Mitwirkung von Charlotte Massen bürg und Alice Sthmuckler-Hefl wird dieser Veranstaltung eine besondere Note verleihen. Wie wir hören, sollen solche Kunstnachmittage regelmäßig veranstal- Goflesdlensfzetlen für die Synagoge in Heflbronn 1. Okt. Montag früh 9.00 Ubr Schlußfest (Predigt) nachmittags 3.00 Ubr abends 5.45 Ubr Simcbas Thora (Jugendfeier) Dienstag früh 8.30 Ubr nachmittags 3.00 Ubr Husgang 6.35 Ubr an den Wochentagen: morgens 6.45 Ubr abends 6.00 Ubr 5. Okt. Freitagabend 5.45 Ubr Sabbatbmorgen 9.00 Ubr Neumondsverk&ndung Sabbatbnachmittag 3.00 Ubr Sabbatbausgang 6.30 Ubr Sonntagfrfib 7.45 Ubr an den Wochentagen: morgens 6.45 Ubr abends 6.00 Ubr 12. Okt. Freitagabend 5.30 Ubr Sabbatbmorgen 9.00 Ubr Sabbatbnachmittag 3.00 Ubr Sabbatbausgang 6.15 Ubr Sonntagfrfib 7.45 Ubr an den Wochentigen: morgens 6.45 Ubr abends 6.00 Ubr

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