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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1934-09-16 · 12 (16.9.1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
XI (1934-1935)
Issue
12 (16.9.1934)
Date
1934-09-16
Page
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100 — Er »ic-lit Berichlen über die Form, in der diese Auswertung seschieht. entgegen. Her licilidcende Brief soll durch die Lehrer den jüdischen Eltern iibrrgeljen werden. Den Herren Rabbiner» und Lehrern geht eine entsprechende \nzahl Vordrucke unmittelbar zu. Der Brief soll aulietdeni am kommenden Ver»ohnung»tag von den Kanzeln /nr \c rlt »ut1g gebracht werden. VielleiHit kann mit dieser Verlesung eine Mahnung zur Sabbath-Heilisuna verbunden werden.“ \\ . \ -n.ll- ■ ■t!hI.i i :,im n.ich-tclicntl den Brief. 11>e \ - )'■ ••liii'ifn-n (Iberrat' durch di“ ji;,. : . -de ti f Ul<-1 ii übergeben werden und n ri - i *i -ii \ i |i |i u : \nn di Kanzeln zur , : . * *ur \s * rden —dl \n die Eltern der jüdischen. Schuljugend in \\ iirtienibera. |). I l'i aelitisehe Oben»! wendet sieh mit einer ern-lt n und dringenden Bitte an Sie. Es gehört -iitn r zu den bedauerliihsten Erscheinungen der t .egenwart. dal! die Heiligung des Sabbathtage» einst eine Quelle höchster Beseligung in den letzten Jahren überall nachgelassen hat. Es muß allen jüdisch empfindenden Eltern daran liegen, dal! ihren Kindern die Heiligung des Sabbathtage*» und der -Besuch des (luttc-shauses-am Sabbathtage selbst nicht vorenlhalten wird. Bisher haben nicht wenige Ellern deshalb, weil sie beiürchteten. dal! ihr, Kinder in ihrer Ausbildung geschädigt werden könnten, diese an; Sabbathtage zur ’s,hule geschickt. Die Einführung des Keiifi'jiigcndtages gibt nunmehr aber den jüdischen Eltern die Möglichkeit, daß ihre Kinder den »ahbatlitag heiligen, ohne daß sie eine Schüdiguiii: int I utei richtsbc*trie^> erfahren. Entspieihc-nd einer Verfügung des Reich'kultmiiii-leis hat der w iirttclnbergische Kultminister in - -ner Verordnung mm 2. August I9»4 den Samstag zum 'thullreien ^ag für die Hitlerjugend -gemacht. Die w ürttemberrgische- Verfügung hat dö-se Verordnung zunächst für die Schüler und Schülerinnen de» liinltenjbi» achten Schuljahr» in den V olkssitiulen und der Klassen eins bi» vier in den Mittelschulen liir daw iirttembergi»che Gebiet ciiigc-führt. Nach dieser Bestimmung erhalten am Samstag die nicht in die lli'lec jugenel eingereihten Schulkinder ptf ichtmälügen > ntfi rieht. der in mindestens zwei l utci i ii htsstunden das nationalsozialistische (“-danken gut behandeln »oll. Von diesen zwei Stunden sind die nichtari'chen Schüler ausdriiehliih bei teil. Wo es möglich ist. »oll an den Samstagen Icir die Knaben eine! Stunde- Werkunterricht. Iiii die Mädchen llnneltirbeit»unterrieht erteilt werden. Die übt ig - /eit! ist de n Leihe-Übungen gewidmet. ( Es ist also (len jüdischen Eltern Gelegenheit geboten. ihn- Kincb-i am Samstag ohne jede S eh ii d i g II n g . i n tl e Aneignung der S ch ii I k e n ii t ii i » - e wi(n l nterricht zu befreien. Der l'iaelitisihe Obei rat' erwartet ccm der jüdischen Elternschaft, daß sie ausnahmslos von dieser Möglichkeit Gehramh machen wird, ihren Kindern die Heiligung des Sahhalhtagc-s und den Besuch des <iottes|iaiisc-s zu ermöglichen nnd sie dadurch in der I n ne zum Juclenlum zu festigen und zu bestärken V\!' - -i I J!.. r 11: i -In in Bett acht koin- -> , I* - n - i »ladt nnd I and nicht > r . : - ' Kinclei d .- - zu geben. - - i i- . _i - t ■ iil 11 1 g loser K raft ' i b ' Teure Verwaltung? - Ei ifi>- lt Dr. »theia-r. Hc-ilbroan. Die naciilolgenibcn Ausführungen stellen im Erwideiung auf den in letzter Nummer veröffentlichten Artikel von Dr. Hermann Vler/baih>-r. Stuttgart, über ..Die Verfassung der i-r. Religionsgemeinschaft W iirttembergs und finanzielle Notwendigkeiten" dar. Die Schriftleitung. -A I- : ■-!! . > ein der letzten \ . --.i . - - ' i - : “t - di-“in der Ncu- ' .•_ -i.i-.iti- -. -;■• M ,- ahi f zur/eit aktuell. - w -! . in-.. . n - a-E Haiitntig mehr bc»trita ii ■ i. e, i. - ,-.i - ’:, , ■,.... -1. tu a. der deutschen Jude! I-Illc 1>! lg’ e- •!-'•! .!. i-l. HII’. alle Kräfte all- ZU»|- aeit. I'- : :i: :! die erheblich gowach» i V ilg.d" a ii Cieuieiiideii iil /iik.ir rt c-i'.iif« Im /ii-ai - aerii ,.:ig imii.i: < -i ineimle Berlin '.er-ilil.l. : i 1 _ - i -i “ lie' lieiih'V i rtrciiing zu bek -i-iii! ii. , i- - :,11 sind mich dein erwähnten Vitiki ami: ii-.-w- - . ci im Gange, der Gemeinde ' t ii i t g i ' t - n: V orsu-bc-ramt beim VV ijrttembi-rgi-ila n : '[-■ . r. i - n sidc!it-u Ein .flul! /it w‘r'ch.if|eii. |-s ist diiritiaiirichtig. -i “ ■ a +"> Prozent der v lirttcjnberg'i'cfien Judei 1 - Wm n«itz in .Stuttgart h.-bi-n und gemäß ihren Eiuk- eit»- und V ermögen*- w rli iltnis'c-n auch mehr i- 'Gifte der wiirttembc rgi'ihen [.andc-'iimlagcc*. n. Dagegen sind die einzelnen Gemeinden de« I - durch die Beiträge zu den (,e-bältc*rn für ihre l| .inner und l.c-hrer noch — '.Inders belastet, und dies Isacbe. daß Stuttgart iie niedrigste Ortstimlnge!Ii . . zeigt, dal! die Mitglieder dieser Gemeinde in Verhältnis weniger Kirchensteuer zahlen al« die- Mitglieder der übrigen ■ .• ineiiulc-n ib ■» I ancles. Mit dier I!ichtig«telhiHg will eil jedoch nicht in Zweifel ziehen, daß die Größe der »i-ittgirtc-r < I -meinde diese* zu einer >oiicler-tc*IIcicIg belechtigt. l imsobiic* hat sie aber bereit« innc*. denn der Obiir-It hat sieben \l i tl g I ie d <■ t. Darunter be- Zum Jom Kippur-Gottesdienst im Gustav Siegle-Haus. Man schreibt ans: Seit Jahren besuche ich an den hohen Feiertagen den Gottesdienst im Gustav Siegle-Haus. Da mache ich nun schon lange am Jom Kjppnr eine Wahrnehmung, die wahrhaft betrüblich ist: Wenn die Seelenfeier zu Ende ist nnd das N’iloh- Gebet beginnt, ist der große Saal immer mit andächtigen Betern bis auf den letzten Platz besetzt. Nähert sich aber das Schlnßgebet seinem Ende, dann tritt unter den Besuchern des Gottesdienstes eine merkliche Unruhe ein und zwaf dadurch, daß manche, die möglichst rasch nach Hause wollen, ohne Riidcs i ch t auf /fic* anderen Beter ihre Plätze verlassen und zur Garderobe eilen. Dieser Aufbruch vor Beendigung des .Niloh-Gebets ist eine unverzeihliche Störung des Gotte sdienstes. Wer ein Gefühl für die unvergleichliche Erhabenheit hat, die in der den heiligen Tag abschließenden Rezitation des „Sch ma Jisroel" und der sich anschließenden Heiligung Gottes durch das Bekenntnis seiner Einzigkeit liegt, der vermag es nicht zu begreifen, daß jüdische Menschen vor diesem Bekenntnis der gesamten Gemeinde den üetsaal verlassen, l'nd noch etwas: Nach den „Scheines“ und dem einmaligen Schofarton folgt das übliche Abendgebet Es ist schon vorgekommen, daß — wie man so sagt — dabei „knapp“ Minjan war. mit anderen Worten: Von den 120« Menschen, die znm großen Teil am Jom Kippur den ganzen Tag am Gottesdienst teilnehmen, sind beim Mariv-Gebet noch kaum ein Dutzend anwesend. Ich verstehe, daß man nach Hause* will, wenn man 24 Stunden gefastet hat. Kann es aber am höchsten Feiertag des jüdischen Jahres auf die.wenigen VIinuteil noch ankommen. die das Mariv-Gebet erfordert? Möge diese Mahnung von allen, die es angeht, gehört werden! K. * I.etiler mußte» wir »elb»! be im diesjährigen Haii'ih- ILisciiiniii-Gotti-'ilieust im Gustav Siegle--!laueinige Beobachtungen machen, die auch Vnlalt zu ausgiebigen Diskussionen innerhalb der Gemeinde gegeben haben, nnd zu denen liier kurz Stellung genommen werden soll, weil sie für unser Gc-iiiciiidelc-bi-ii lind, die Institution eines geordneten Gottesdienstesvon größter Bi-di-iitting sind. Eine jüdische Zeitung schrieb dieser läge anläßlich des Neujahrsfeste« mit Recht, dal! ..die großen Festtage*, an der Schwelltde« Herb- "«tt*« die I age de« stärksten und intensivsten j ii tl i « ch e n I. e h t* n s u n cl I ii Ii I c n « « i ii tl“. Diese; wertvollen Inhalte liegen nun in e rster l.ittie in unserem Gottesdienst selbst, und an« dieser Feststellung ergibt «ich mit Selbstverständlichkeit, daß dieser Gottesdienst in seiner äußeren Form erhaben und weihevoll sein muß. um der (ic-ineinde zum s e e- I i s ch e n E r I tb tu - und religiösen Krufts p c* n de r zu werden. I.t-itler muß gesagt werden, dal! der Neujahrs- Gottesdienst im Siegle-Han« die -er Eorderung nur finden «ich vier Stuttgarter. Die Tatsache, daß. abgesehen von dem theologischen Beirat kein Mitglied des Sftittgurter V erstehe ramlc-s im Oberrat sitzt. Ivedeutet zweifellos einen erheblichen Leerlauf. Dieser Hehler hätte durch entsprechende Vorschläge bei Wahlen n«w. natürlich vermieden werden können. Herr Dr. Mer/bacher schlägt zur Hielte Innig dieses Fehler« eine Verbindung und Eingliederung der Stuttgarter Gemeindeverwaltung mit der Verwaltung des Oberrats vor. Wenn dies im Wege einer Vt-rfussungsreform geschehen soll, so wäre dazu nach Wenig entsprochen hat. W ir wissen sehr wohl, daß in großen Räumen, die von Natur aus profanen Zwecken dienen, der Gottesdienst immer irgendwie ein Problem ist, glatt he II über, daß diese Frage ohne größere .Schwierigkeiten gelöst werden kann, wenn die Organisation aller mit dem Gottesdienst zusammenhängenden Fragen vorher bis ins Dc-tuil überprüft und durchgeführt wird. Von den Hunderten Besuchern de;! Gottesdienstes haben sich heuer wieder viele gefragt, warum bei dem das Rausch-Huschono-Fest einleitenden Ahenilgottesdienst nicht auch im Siegle-Haus eine Predigt gehalten wird. Diese Fragt* scheint uns berechtigt zu sein, umsomehr, als gerade beim Eingang des neuen jüdischen Jahres eine besonders aufgeschlossene Betergomeinde versammelt ist. die in der heutigen. für uns Juden so bedeutungsvollen Zeit uuf ein tröstendes und. aufrichtiges Wort ans des Rabbiners Munde geradezu wartet. Das größte Befremden hat aber der C hor licrvorgeruft'ii. Wir sind weit davon entfernt, an die Leistung dieses Chores ..musikkritistlie“ Mnßstübe atiziilegen und uns mit der Feststellung zu begnügen, daß er in großen Teilen versugt hat. Das E n t s ch e i - cl e n de bei der Behandlung dieser Frage ist vielmehr folgendes: In weiten Kreisen der ivtegle-llaus-Besucher wurde die Auffassung vertreten, daß die zuständigen Stellen, für die Ausgestaltung des Filialgottesdienstes im Siegle-Haus eine geringere Sorgfalt verwenden, als für den Gottesdienst in der Hnuptsynugogc. Wenn nun — und das ist geschehen — diese Auffassung im Eifer des Meinungsaustauschs, selbstverständlich unzutreffend. mit „gesellschaftlichen“ Wertungen begründet wird, dann kann man verstehen, daß radikale Abhilfe unbedingt not tut: clfiiii die* sich hier entwickelnden Spannungen sind dazu ungetan, den Geineintlofrieclen empfindlich zu stören. Das Wesentliche lie gt aber in der Tatsache, daß durch die chorischeu Fehlleistungen die rechte Gebetsweihe nicht uiifkommen kiinn. daß also der Gottesdienst seinen eigentlichen Zweck, seelische Erhebung und religiöses Gemeinschaftsgefühl zu vermitteln, verfehlt. Eine entschiedene Rückkehr zu einer Liturgie, die auch der Gemeinde die Möglichkeit gibt, in Form des Gemeindegesangs uktiv am Gottesdienst mit/iiwirken, könnte hier sicherlich von großem Nutzen sein. Eine nicht zu verstehende Tutsache ist es mich. daß. wie aus der obigen Einsendung schon hervorgeht, immer eine Anzahl von Besuchern den Schluß des Gottesdienstes nicht ahvvarten kann und in Massen zu den Aiisgungstiireti strebt, wenn das Schliißkacldisch gerade gesagt wird. So standen heim Schluß des Morgengottesdienstes im Siegle-Haus viele Menschen mit kaum verhehlter Ungeduld an den Saalttiren. um nur so schnell wie möglich die Garderoben zu erreichen. W ir sind nun der Ansicht, daß der hermetische Verschluß der Ausgangstüren durch hierzu beauftragte* Beamte nur die Symptome zu heilen versucht. nicht aber — und darauf kommt es an — die „inneren“ Ursachen, die das Verhalten dieser allzu Eiligen bedingen. Wenn der Rabbiner bei seiner Predigt uuf diese unerfreulichen Dinge einmal einginge und die Gemeinde ermahnte*, an die Würde des Gottesdienstes zu denken, so könnte er des Dankes aller jener gew iß sein, die auch mit den Herzen heim Gottesdienst sind nnd sich für alle Fragen des jüdisch-gemeindlichen Ueben mitverantwortlich fühlen. dein Kirchengesetz die Zustimmung des Kuitmiiiisteriums erforderlich. Fs ist also zweckmäßig, diese Verbindung zwischen Olverrut und Grofigemeintle lediglich im Wege einer Verveultungsgeineinschaft ins Auge zu fassen, also etwa in der Weise, daß eine Anzahl Mitglieder des Stuttgarter Vorsteherumtes an den Sitzungen des Oherruts teil nehmen. Richtig ist. daß durch diese Verbindung eine Stärkung der Autorität des Oberrats erfolgen kann, und daß daneben ein Zusammenarbeiten dieser beiden Behörden gewährleistet ist. Erfolg durch Insertion in der GeieiUeleituü Verlangen Sie unsere Preisliste Nr. 1 jeder Art zu billigsten Etagenpreisen la Maßanfertigung, Aender., Reparatur. ms StoU KAUFT BEI UNSEREN I NSERENTENI Dimei-Vnme nl -Mittel Silberburgstrafte 135 - Telefon 82130 na di Maß preiswert bei SANITÄRE INSTALLATION Wälder & Pfeiffer STUTTGART Bestelle (Ziegelei KneoHiQ Zuffenhausen StraSe nach Kornwestheim Benzin - Oele Hermann Lein Stuttgart-W, Marienstraße Nr. 12 Schafs / MOtzan / Schläfer / Neuhaitan Umarbeitungen werden sorgfältig dusgefGhrt / Zeitgemäße Preise £leg.ante DafnettAiUe Der Herbst 1934 bringt die achBnitaa MauhaHan in CorselBts Corsets BOstenhMltam Wäsche Strümpfen In größter Auswahl und entzückender Ausführung. 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