Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- XI (1934-1935)
- Issue
- 12 (16.9.1934)
- Date
- 1934-09-16
- Page
- [Seite] (sequence 7)
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Um zu vermeiden, daß dadurch der Apparut zu sihwerfällig wird, muß das vom Oberrat schon längst geforderte Ermächtigungsgesetz angenommen werden, nachdem es. wie Herr L)r. Mcrzbadter mit Recht betont, bei der letzten UandesVersammlung bedauerlicherweise so formuliert und verklausuliert wurde, daß der Oberrat nichts mehr damit anfangen konnte. Wie günstig sich die direkte Verbindung zwischen Vorsteberamt und Oberrat auswirkt, dafür hüben wir in der Gemeinde Heilbronn ein treffendes Beispiel, da der Vorsitzende ihres Vorsteheramtes schon seit vielen Jahren dem Oberrat angehört. Man hat schon daran gedacht, im Hinblick darauf, daß in ganz Württemberg nur noch etwa 9000 Juden loben, eine Verwaltungsgemeinschaft mit Buden einzugehen. wo etwa 20 000 Juden wohnen. Ob allerdings hierdurch erhebliche Vereinfachungen und Ersparnisse erzielt werden können, ist zwe ife lhaft. Es dürfte sich daher empfehlen, diese Kruge zuriickziistellcn. umsomehr als auch die Neueinteilung des Reichs in Gaue beabsichtigt ist. Eher kann durch die Verbindung des Oberrats mit der Gemeinde Stuttgart etvVus eingesnart werden. Man darf diesen Punkt aber ni<ht überschätzen, denn das Personal beim Oberrat ist voll beschäftigt, und Kanzleiräume sind für dieses nach wie vor erforderlich. Im übrigen machen die ganze» Verwaltungskosten des Oberrats nur wenige Prozent seiner Einnahmen aus. Wenn man spuren will, muß man an den großen Posten in erster Linie an fangen, lieber zwei Drittel der Ausgaben des Oberrats erfolgen für Gehälter und Pensionen der Rabbiner und Lehrer. Tatsächlich ist der Apparut von 0 Rabbinern und 29 Lehrern für das kleine Land und die fortdauernd zurückgellende Seelenzuhl viel zu hoch. Audi die Zahl der schulpflichtigen Kinder nimmt ganz rapid ab. Während z. B. im Mürz >934 in Ileilbronn 83 Kinder im Alter von .7 bis 14 Jahren vorhanden waren, werden es infolge des Geburtenrückgangs im Jahre 1940 nur noch 31 Kinder in diesem Alter sein, wobei sogar noch vorausgesetzt ist, daß eine Abwanderung bis zu diesem Jahre nicht eintritt. Dementsprechend wird die jüdische Schülerzuh! auch im ganzen Lande auf wenigeruls die Hälfte binnensieben Jahren zurückgehen. Man könnte bei dieser Sachlage durchaus mit 4 Rabbinern und 18 Lehrern uuskommen. wobei allerdings fast jeder der Beamten nicht nur an seinem Wohnort, sondern auch in seinem Bezirke Religionsunterricht zu erteilen hätte. Immerhin wäre dann noch in jeder Gemeinde mit über 100 jüdischen Seelen der Sitz eines Lehrers, der dort auch die Vorbeterdienste versieht, ln kleineren Gemeinden müßten diese aus den Reihen der Gemeindemitglieder erfüllt werden. — Ich bin mir klar darüber, daß auch diese Einsparungen nicht von heute auf morgen wirksam sind. Nach dem Ausgeführten könnten 16 Beamtenstellen eingehen. dies jedoch nur allmählich, wie sie durch Zurruhesetzung von Beamten usw frei werden. Damit dieses Ziel nicht vereitelt wird, dürfen keinesfalls neue Kräfte auf Kosten des Oberrats herangezogen werden. Man muß mit dem vorhandenen Personalbestand unbedingt auskommen, um einigermaßen mit dem Rückgang der jüdischen Seelenzahl Schritt halten zu können. — 101 - Ob diese Sparmaßnahme, die sich ja erst in einigen Jahren voll auswirken kann, ausreicht, ist allerdings eine offene Krage, denn die finanzielle Leistungsfähigkeit der Einzelnen und damit das Steueraufkommen bewegt sich in stark absteigender Linie, und auf der andern Seite werden an die jüdischen Instanzen heute viel mehr Anforderungen gestellt als je, gleichgültig, ob dies nun das Gebiet der Wohlfahrtspflege, der Jugenderziehung oder sonst einen Aufgabenkreis betrifft. Aber bei gutem Willen und Hintansetzung aller persönlichen Momente in den in Krage stehenden Körperschaften kunn man mit Sicherheit damit rechnen, daß auch in uiiperem württembergisdien Bezirke diese Aufgaben trotz der Not der Zeit weiter erfüllt werden können. Gotiesdienstzeiten für die Israelitische Gemeinde Stuttgart. 17. September Werktagsgottesdienst 7.00 Ubr morgs. 6.00 Ubr abends 18. September Werktagsgottesdienst 7.00 Ubr morgs. Mincfoab 2.00 'Ubr nachm. Versöhnungstag: Synagoge und Gustav SieglcHaus 18. September Vorabend - 6.45 Ubr abends Predigt: Synagoge, Rabb. Dr. Auerbach Predigt: Gustav Siegle>Haus,4fetadtrabbiner Dr. Rieget 19. September 8.30 Ubr morgs Predigt: Synagoge, Stadtrabb. Dr. Rieger Predigt: Gustav Siegle>Haus, Rabbiner Dr. Huerbach 11.30 Ubr morgs. Gedächtnisfeier für die Verstorbenen 4.30 Ubr nachm. Schluß 7.10 Ubr abends 20. September Werktagsgottesdienst 21. September Werktagsgottesdienst Freitagabend 22. September Sabbatb 23. September Werktagsgottesdienst 7.00 Ubr morgs. 6.00 Ubr abends 7.00 Ubr morgs. 6.00 Ubr abends 8.30 Ubr morgs. 7.03 Ubr abends 8.00 Ubr morgs. Laubhüiienfcsi: 23. September 24. September 25. September 26. und 27. September Halbfeiertage 28. September Freitagabend 29. September Sabbatb 30. September Werktagsgottesdienst Hoschano rabbo 30. September Schlußfest 6.00 Ubr abends 8.30 Ubr morgs. 6.00 Ubr abends 8.30 Ubr morgs. 6.57 Ubr abends 7.00 Ubr morgs. 5.45 Ubr abends 7.00 Ubr morgs. 5.45 Ubr abends 8.30 Ubr morgs. 6.49 Ubr abends 8.00 Ubr morgs. 5.45 Ubr abends Aus den Gemeinden 'lüücUemAecQS. Stuttgart, Wir bitten unsere geschätzten Leser hierdurch nochmals dringend, daran zu denken, daß w ährend der nächsten Tage der Postbote die Abonnementgebühr für das vierte Quartal 1934 (Oktober—Dezember) in der Höhe von RM. 1.25 kassieren wird. Sorgen Sie also dafür, daß der obige Betrag prompt bezahlt A-ird, damit die Zustellung der „Gemeindezeitung" keine Unterbrechung erleidet. Wenn Sie abwesend sein werden, dann beauftragen Sie bitte eine geeignete Person mit der Zahlung an den Postboten. Sie ersparen uns hierdurch viel zeitraubende Arbeit und sichern sich stets pünktliche Zustellung der „Gemeindezeitung". Der Verlag. Stuttgart. Noch den Durlcgungc» in der letzten Mitgliederversammlung will sich dnsjiidische Lehr hu n s auch im kommenden Jahr in besonderem Muße der künstlerischen Gestaltung von f eiern im Zusammenhang mit unseren f este,, anuelimen. ähnlich, wie dies hei der ( lianukkali-fCier zliin Ausdruck kam. Als erste derartige Veranstaltung flachet am 2. Oktober im Gustav Siegle-Haus eine S i m ch a > Th o r u- K cier statt, die von der Stuttgarter Jüdischen Kunstgemeinschuft ansgeführt wird. Es soll versucht werden, die Eeier aus dem Churukter dieses jüdischen Festes heraus zu gestalten: so stehen auch fast alle Durbietungen — Singen. Spielen. Tanzen. Sprechen — in lebendiger Beziehung zum f est. \on I»-- sonderem Reiz wird sein, zu hören, welchen Ausdruck das Simchas Thorn-fc‘st in den verschiedenen jüdischen Kulturen der Welt gefunden hat. Um" allen Kreisen den Zutritt zu ermöglichen, werden Kurten u n e n t g e 11 I i ch abgegeben. Eine beschränkte Anzuhl nummerierter Plätze steht gegen Entgelt zur Verfügung. Bei dem zu erwartenden Andrang empfiehlt sich rasche Besorgung von Eintritts, kurten, denn ohne solche ist der Zutritt grundsätzlich nicht gestattet. Stuttgart. Nach dein Erfolg der letzten Veranstaltungen. die uns allen Kreisen der Gemeinde besucht waren, gibt die S t u t t g a r t e r J ii d i s ch e K u n s t - g e ui e i n s ch u f t ein neues A b o n n e m e n t heraus. Diese gilt jetzt für sechs Veranstaltungen, nachdem mit den Aufführungen, die bis Frühjahr 1935 dauern, schon im Oktober begonnen werden kann. Wiederum ist ein abwechslungsreiches Programm vorgesehen, das allen künstlerischen Anforderungen entsprechen wird, zugleich aber auch durch Eingünglichkeit seiner Werke Entspannung bringen soll. Die Pflcjge der grossen Musiker unserer Vergangenheit ist ebenso selbst, verständlich w ie die Be rücksichtigung zeitgenössischer jüdischer Persönlichkeiten. j Es sind eine Reihe-ausgezeichneter Künstler zur Mitwirkung vorgesehen. Wiederum weriden in einzelnen Verunstaltungen der Singu n tl Instrum eil t u I k r ei s mitwirke». Es ist zu hoffen, daß dir Abonnements w ieder aus allen Kreisen der Gemeinde gezeichnet werden. Näheres folgt. Stuttgart. Am 23. September spricht Rechtsanw alt Dr. W u I t e r S t r a u ß im Berthold Auerbach-Verein 25. Sept für die nächste Nummer vom Oktober Familienj anzeigen Gemeinde- Zeitung I gehören Balbtnbenncnflr. 11a ffernfptctbet 70100 Alleinverkauf der Weltmarken Bally Angulus Domdorf Edox-Sdtuh-Co. 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