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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1934-09-01 · 11 (1.9.1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
XI (1934-1935)
Issue
11 (1.9.1934)
Date
1934-09-01
Page
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- 92 - Vom Ferienwerk des «Reich*- bunds jüdischer Frontsoldaten", Ortsgruppe Stuttgart. Frohe jüdische Jagend verbringt ihre Ferien in Mitteltal. Der IJ.j.F. in Stuttgart hat in -einer Ski- »nd \\ amlerhiitte. die in Mitteltal iin Schwar/walel an herrliih grünem AA ie-e»ha»g gelegen ist. ein wirklich ideale- Ferienheim geschaffen. Während der Sommerferienzeit si<-IIt der Bim«) die Hütte den .. II.i.F -hindern" /nr Verfügung und gil)t ihnen elueltirch Gelcgenlieit. in schönster Umgebung und aller Lngc/ve nngenlieit die Ferien />> verbringen. — So waren es /„nächst 22 Jungens von Stuttgart, die unter F iilirang von l)r„ H o f m a n u in der Mitteltaler I bitte frohen Fän/ug hielten. Die Knaben v erbrachten inmitten der herrlichen Schve ar/w aldlandsehaft schöne läge. In der Frühe wurde eine halbe Stunde Morgengxmnastik getrieben, dann, gings bei schönem Wetter entweder ins Waldbad nach Oliertal »der man machte Spa/iergänge. Geplant waren auch einige größere \n-fliige. diese litten jedoch unter der Ungunst der \\ itternng. So fand eine größere Wanderung der \elteren über den Kniebis /um Ruhestein /um großen Teil im liegen statt. Aber die jungen Wanderer ließen -ich ihren Frohmut nicht rauben, wenn sie auch, kaum trocken, wieder vom liegen gewaschen wurden. Fälle /weite Wanderung in drei Abteilungen Ije nach körperlicher Leistungsfähigkeit) fand ebenso inei-teiis im licgcndunst statt, und nur dann und wann zerriß der Wolkenschleier, um etwas Aussicht in das lllieintal und auf die Schwar/waldgipfel /u schenken. Die übrige /eit verging mit Sport und Spiel, und nicht zu vergessen sind die handwerklichen Leistungen einiger Begabten, die unter der Aufsicht von Dr. Ilofmann nützliche Fänrichtiingsgegenstandc* für die I liitte schufen. F> muß auch angemerkt werden, daß die Jungens in bestimmtem Turnus den ..Küchen-. Wasser-. Tisch- und Postdienst" zu übernehmen hatten. An Pünktlichkeit und Pflichterfüllung wurden sie so idanvoll gewöhnt. Fälle ..Fuchsjagd“ fand auch einmal statt und löste natürlich hohe Begeisterung aus. Während der Regentage hatte man auch Zeit /um Lesen: es wurde auch vorgelesen, und manche Knaben versuchten sich sogur als „Dichter" und „Schauspieler". So zeitigte eine Aufführung an einem Nachmittag recht nette Firgebnis.se. Die Mahlzeiten wurden meistens an langer Tafel im Freien eingenommen, und es war schön, zu sehen, wie in Disziplin und Ordnung hier die Magenfrage gelöst wurde. So verging die Zeit im F luge, und als die 14 Ferientage vorbei waren, verließen die Knaben nur ungern das liebe Mitteltaler Heim. Alter es warteten bereits die Kinder der Göppinger R.j.F -Kameraden, die acht Tage in Mitteltal verbrachten und jetzt schon wieder einer Stuttgarter Mädchengruppe Platz gemacht haben. So sei denn dem Stuttgarter R.j.F. und insbesondere Max Levi-St rau ß und Dr. Ilofmann für ihr vorbildliches W irken, das unserer Jugend zugute kommt und sie an Leib und Seele stärkt, herzlicher Dank dargebracht. Hohe Anerkennung verdienen auch Schwester Lmmv Lev i (..Schwester Kmmy“). die so hervorragend die hausfraulichen Pflichten in Mitteltal erfüllt, und Fräulein Bür („Tante* Cluire"). welche mit ihrer trefflichen Kochkunst für das leibliche Wohl sämtlicher Hütteninsassen sorgte. tt is.in,ii! ii .i-tatlel .im 12. Sptember Bericht ulier da |,i:nuc' de« ..Verbands der jüdischen Jugendcereine Deutschlands" in Halle cm,2b. August. Diese r.iganu w.ii ca sehr großer Bedeutung insofern, «|N die"..\c uti.dn.ii'idee" des Jnirt nelverbands einer einteln a.len Betrachtung unter/ogen wurde und demealspn eilende neue* I!leieIlinieii anfgi ste llt wurden. \.ila re1ha i aller reden wir -pater mit. De. judi-ehe' Ja-. I.l 's, Iltgansollte wie' aneh | ,|i on B \.\. v. ieile'i ihre n w iiihentlichen I reff- ,, Ulkt "'In II. I n \ '1 aide r sieh cem j e h e r bell ,|||T. iueli-'fi - Bd.'i-r.-'giit /II vermitteln, darf heule i.esoii'h ' '■ i "i 'e i'iMII'l'l liehen. Stuttgart.! II ag. () - k a r Pia w n e : . eh'r irr- * I o ,!■•■ Neuhe lii.iisthkiirseim Jüdischen lelnli .... , in e|ei Sammlung „Praktikus-Platten“ alle k. eh r Ze ntr.-Iste-lle für das ... . jiio-.t,. lnle iriehtswes. il < >tto Sperling in s.,..|o|ipe'|si'ilige Sch i'lplatten mit Ge- |t a.i- .lein täglichen I eII in F.rez Israel I.! e11111 elaniM wohl erstmalig in Old ein' I IllerIid 1' .1 ' Ik ge-chaßell. ela- . r |s|. da- I ileirie n .!' I. .I'iebräi'ihen Sprache I , oie neue padag. -1->^ /„ -tellc'ii. Wir hat- , < ., legelillelt. dl' *e I i.i". - /II heil.Ml. llllel 11111—11, , , I,. daß hier etwa- \ rße.otelc ntliihes geleistet '."'de Die Platte, w i mi on O'kai Plawner in e •>anein-chaft mit ,'W. linieren ausge zeichneten Ken i . i n de s ->iie■ d.i..i-.: i i besproehen. und zcc.ir w u’r- I, n ,|i ii (.e-|o, ' i i der I laiipt'ache die Dialoge ru*s lu'k.iiiiit. . 1 i'iuhs cn Rabbiner Dr. F.mil ( ..hm Bi d. . v. brai-ih schnell ge lernt", zu- -I linde Le1 . ta Spre-chniaschine* scheint -ich mit .In -i i ii einen Mcii'ihcn all' F lei'ch und Bill, aidelii. so deutlich und natitrwahr k.,11,'1 I I ante lie ta ii«. Man braucht nur an der | . an. de, >|)|. ehe I teil/irn hmeoi. ihnen imni. i de, und w leih i /ii lauschen und -ie liach- - all. Ulli sieh einen gt"ßen. für die Aeruend ' . 01 praktischen I eben bei eile fl neiihebräi'theii \\ . ha,/ au/U'Mgne II. Wir iloren so die Gespräche Hausfrau beim I inkaufen. de- Fremden bei F.r- Miii.ligungeii ad. I \u. auf de, Pos,, in der Bahn, in, II. .,. |. beim I ii-i ir kur/, der Inhalt der Platten itaß, dagun/t I luti-eh- \!ltagsleben in Palästina. / I, Il de I Platte gl hör, ein I <xtlieft. da- -o sinnreich aiigi ordnet i-t, daß jeelerm.inii auch ohne wesentliche \oiki Iilni". sieh in die Sprache einarbi'ile n kann. W , i ai-.. \eeih' biai-eh lernen w dl. der greife zu eliesi i neuen I nlerneh,'ine,llode auf 'Schallplatte»! und ea kann gewiß -ein. daß dic-er /or rechten Zeit komme nde Kor -Udou gute I lien-te lei-ten ccirel. Stuttgart. I ii-ei. (.en.'inde hat wiederum den V er In-, I Ol. - ihre, .,m!.',igs,en hier lebenden Mitglieder /1, b. klagen. I rau I nr tu.1 I > ' b. die Witwe devor /•ha lallten c i ,-|. o lii'neii früheren (,e me inde c erst. her- B. n j.niun I oeb. i-1 am Xtigu-i einer infolge . iiii« I nf.ills i nt-,alldem ii sihmer/cllen F.rkrankiitig im \lti I w.,1 ■■ Jahren ' ,legen. Die D.ihing. -du. di ne w.,1 Win -ie -i,h i iffeii tl ich auch nicht |.i tätigt. . . im ii' ii Jüdin, be-eelt um einem wählen B» eliiit'iia W 'hltiin. das -ie in aller Stille iwubt ii.it. on f iel Bildung uml otiiehnunn edlen W. -i n l:u Hm-, neiden hinterlußt in ihrer Familie ,! Ol 111 re': .’.ß'll lii ka l, 11,eil k 1 eM- "i ne -chllier/lich . lal l,. I -i'k. ,!., Andenken wird in unsere, («•- i: Old. : de . : , _ ne : Ideibi II' Stuttgart. \ l. Se|U"nibiM darf die Seh ihwaren- .i..ßli.oi.dui,. Mac i k .i Ii ii. s,h|oß-traße 4*». ihr g'i lahi i-e s Be-iem II!'ie,n Die F irtna' w urile -einer- -• ei, w m I . p .. I ■ i Mac. , nid Alexander K a h ii gegiundi't 'i.'ul ela t f -ich in eie; Branche hohen Anseheni if-. laue Del ledh.aliei! o«i|jolcl Mac er i-t .! |.dl lesl > l-i i.aÜ/le'l aal' O'lll lelll'll gl -lll il 'I h' II. I >. I 0 1,1.1 wie! nioimeh, con Ah X.Inder Kahn an ' w i in; li f u I■: i. AA o w nu-ihe.'i ihr .1 lieh w e ile rr i - n. ged. iloata. I 11iw 11kInI > g ' Stuttgart. I ii*■ , I o.wohm rin Niirnlu rg-. Frau II - > . n . K , h n g. |. i lii sefimaiin. feierte am JA. Auiliie n I " i (. ' I i t » r a g. >tholl anläßlich de- "Ji. (,. Imii-' _ - . I e i |, u la rin einer nahen Aerwanelu i . Il.oi- - s.lign, .nr, Kahn, haben cc ir der wiir- ,i. . t oei-;n _. d iiht. e'n mii g'roßte'ni Iliiere—e noch ■ „ ' dm /> i: i:g ließt und mit hellem Verständnis 'i I -ne ngki iteii Ante il nimmt Darüber ..i :- lolll -!- .dier aoiti i.ir« i “l> j.dl lägen I oehter . u II. u-h. I t.i r bi'iti'ü: feil I nkel und I renke'l 1 as' si. si:iini|ib und ihre Auge II gestalten ihr iio.ti K i ,i/-r i- Le 11.. item I I. I.M. Kahn -lammt an- 'Meppaeh bei Aug'- ii . 11. i...te-Ie m. h L u <1 w i g ' b ii r g . wo ihr ( .. :, i-t . ho i uno Pi. digt-i in der doitige-u jiieli- - e i a '.niiml. c erdii n-t c oll wirkte Nach seinem I ■... In -n |s-s uaifi Niiriebe, g über, cc o -ie niiion. io - i r V» JalireMi lebt.- VA i r entbieten F rau I le b '.- K aI. di ccolil die dt. s|e de Mssein- Jüdin i-t. nuhi'agB! in-.»., her/bdi'ti'ii AA unsche feir einen noch - gnete ll I ebensabend. Deltensee. Av,. md.ingsi -ehon berichtet, -tarli Anfang Juli elaletzte männliche Mitglied der ehemals -O blühe 'Ulli 'I im'lsi'nn (.iMIleinele De'ttiMI'ec. II e* rn ei n n lll '-de 'i einem A ierteljeilirhumlert ccohnten er und seine Schwester, die nun als letzte jüdische Seele in Deltensee übrig geblieben ist. als einzige Juden in ihrem Heimatort. In diesen Jahrzehnten hat Hermann Hirsch treu und umsichtig für die Heiligtümer seiner aufgelösten Gemeinde. Synagoge und F’riedhof. ge-orgt. Die Synagoge ließ er. da weder die Ortsgemeinde noch auswärtige jüdische Organisationen sie zu geeigneten Zwecken übernehmen wollten, cor vier Jahren abbrechen. Den Friedhof nahm die Dorfgemeinde auf seine Vorstellungen in ihre dauernde Obhut. Dafür hatte der Verstorbene ihr die Grundstücke der ehemaligen Synagogengemeinde vermacht. Aus den Resten des jüdischen Gemeindevermögens hatte Hirsch schon kurz vor dem Kriege eine solide Mauer um den Friedhof errichten lassen. — Beim Begräbnis war fast die gesamte Fänwohner- -ebaft de- Dorfes mit dem katholischen Geistlichen zugegen. Lehrer Spier. Haigerloch. hob am Grain* die Anhänglichkeit de- Verstorbenen an seine Gemeinde und -einen Glauben mit schönen Worten hervor. Göppingen. Am 14. August hielt der Leiter der . Arbeitsgemeinschaft für jinli-chc Frbforsch»»g und F rbpflege". Dr. AA . \ u ß h a u in . Berlin, einen Vortrag über „F! r b b i o I og i s ch e Probleme im J ii d e u t ii m". Dr. Nußbattm ging von dem Gesichtspunkt au-, daß eine* Gemeinschaft wie die jüdische, die in heutiger Zeit unter anihre>>u>Ie,gischen Gesichtspunkten Iietrachtct werde*, auch die Pflicht habe, sich mit diesen Problemen, selbstverständlich ohne alle Politik, aiiseimineler/iiset/en. Dajüdische Volk hat. so führte* der Redner aus. in seiner Jahrtausende langen Wanderung in den verschiedensten Teilen der Welt -ein Gesicht nicht unerheblich verändert. Fänw irkiingen der U mwelt, wie* Klima und Lebensweise sowie aticb Kreuzungen, haben die biologische -Struktur der Juden, ihrem Wohnsitz genijiß. differenziert. So haben auch die anthropologischen Untersuchungen, welche die* .Arbeitsgemeinschaft au O-tjuden. norddeutschen. Würzburger mul scpliardischiMt Juden vorgenommen hat. ergeben, daß -ich diese Gruppen nicht nur voneinander unterscheiden sondern, daß die eingesessenen und besonders dieili'iit'chen Juden Merkmale aufwie-en. die* berechtigen, sie zu einem -ehr Indien Prozentsatz als Zcuitraleuiropüer zu he/eichncn. Die F rage, welche Fället irkiingen diesen Aorgang besonders beeinflußt liabeii. ließ, der Vortragende unbeantwortet, da eine* intensive Forschung diese Probleme noch zu klären balle. Fälle umfassende F.nquete der alteingesessenen Familien Deutschlands ergab aus über I >00 F amilien, daß der Stamm und Kraftqucll der deutschen Juden die ' ii cl d e ii t s cb e n Juden sind. An einem ansgewühlten l ichtbilelmateri.il erläuterte der Vortragende* seine Ausführungen. Der Vortrag fand bei der zahlreichen Zuhörerschaft regstes Interesse. Fi ne öffentliche und private Aussprache beschloß den Aliend Der bekannte Historiker der w iirttembergischen Juden. Rabbiner Dr. Tänzer, v» ies zu Beginn auf die Bedeutung der Forschungen für alle Kreise hin. Rottweil. Mit Befriedigung und Stölz kann die Firma Gabriel I) e g g i u g e r . Manufaktiirwaren und Konfektion, in diesem Jahre auf ihr hundertjähriges Bestellen znriirklilickeii. Aus kleinen Anfängen hat sie sich durch Flerfi und streng solide Geschäftsführung ihrer Inhaber zu einem bedeutenden Geschäft in hiesiger Stadt entwickelt. In der Herrenkonfektion nimmt die* Firma sogar eine führende Stellung ein. Die Inhaber Max und Louis B ru ii - d e n b ii r ge r. sowie des letzteren Sohn Gustav, genießen das volle Vertrauen der Kiiufersxhaft. Sie sind nicht nur in hiesiger Stadt, sondern in weitem Umkreis beliebt und angesehen. Möge die Fürma Degginger auch in Zukunft blühen und gedeihen! GEBET Mein Gott, ich komme nichts von dir zu bitten Als dieses eine, sei mir wieder nah. Sieh: diese Seele hat sich müd gelitten, Groß war das Weh, das ihr geschah. Ich kam von dir, du, Gott, in meinem Blute Singt meiner Väter großer Schlachtgesang. Sie waren stark. Gib, daß auch mich durchglute Die Melodie, die ihren Tag durchklang. So mache mich wie diese Erzgestalten, Die heiligen Cherubim gleich. An deinem Throne treue Wache halten. In ihrem schmerzverschloßnen, ernsten Reich. Gib meinen Schultern ihrer Schultern Stärke, Laß mich ein Glied in ihrer Kette sein Und laß mich weiterführen ihre Werke, Auf daß ich sei im großen Bau ein Stein. (Aus Fritz Rotsnthsl; Dt* LisHer dss ewlgsn Brunnens. Verlag R. L&wit, Wien und Leipzig. 1934 ) Wir bringen ZUR NEUEN HERBST-SAISON die größte Auswahl ausgesuchter Modelle Ueberzeugen Sie sich unverbindlich! Stuttgart / Königstraße 1 (Marstallbau)

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