Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- XI (1934-1935)
- Issue
- 8 (16.7.1934)
- Date
- 1934-07-16
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/4904101-5442811-5443361--4161-4907951- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
- 67 - Tlarticiditen aus xLet Gemeinde Stuttgart. Stuttgart. Sitzung des Vorsteheramts am 2 7. Juni. Der Vorsitzende der Finanzabteilung, Karl L e v i, berichtete über eine ErmäBigung von 15—20% anf die letztjährigen Preise der Synagogenplätze. Dr. Markus Maier plädierte für einen einheitlichen Preis aller Plätze, was Karl Levi zwar als begrüßenswert, aber aus mannigfachen, besonders finanztechnischen Gründen für schwer durchführbar erklärte. Der Vorsitzende, Oskar Rothschild, befürwortete die Anregung, deren Durchführung allerdings für das laufende Jahr nicht mehr in Frage kommt. Er schlug vor, die Weiterbehandlung der Angelegenheit der Finanzkommission zu übertragen. Es wurde in diesem Sinne beschlossen. Zum Hauptpunkt der Tagesordnung „Schulneubau“, erstattete Dr. Merzbacher ein ausführliches Referat, in dem er eingehend über das Ergebnis der bis jetzt geführten Unterhandlungen, Besichtigungen anfebotener Baulichkeiten usw. berichtete. Nach Prünng aller sich für und wider ergebenen Fragen kommt er zwingend zu dem Schluß, daß der projektierte Neubau im Garten des Anwesens Hospitalstraße 76 das Gegebene sei. Der Neubau, dessen Kosten auf 60 000 RM. veranschlagt sind, wird drei große und zwei kleine Schulräume umfassen. Regierungsbaumeister Bloch erläuterte hierauf an Hand des genehmigten Bauplans den beabsichtigten Neubau. An der nun folgenden Aussprache beteiligten sich Dr. Markus Maier. Stadtrabbiner Dr. R i e - ter, Karl Levi, Dr. Merzbacher, Rabbiner Dr. Auerbach, Sanitätsrat Dr. Ries, Fr. L. Kiele und Dr. Strauß. Dr. Rieger betrachtet den beabsichtigten Neubau als einen Notbehelf und setzte sich für einen Neubau großen Stils an Stelle des Verwaltungsgebäudes ein. So sehr man die von ihm anfettihrten Gründe würdigte, erachtete man es doch ür nicht angebracht, sich auf so weitgehende Plane einzulassen. Schließlich wurde mit 6 :1 Stimmen bei einer Stimmenthaltung beschlossen, den Neubau w ie beantragt auszuführen und mit der Durchführung des Beschlusses die Finanzkommission zn betrauen. Einstimmig wurde beschlossen, die BauaiAführung dem Architekten B 1 o ch zu übertragen. Stuttgart. Der S>ndikus des C.-Y. Stuttgart. Dr. Julius Weil, sprach am 26. Juni vor einem zahlreichen Hörerkreis, auf Einladung des B e r t h o I d Auerbach-Vereins über ..Die Situation d e s d e u t s ch e n Judentums. R ü ck b I i de und Ausblick“. Iq klarer Darstellung, deren Objektivität besonders zu rühmen ist. schilderte der Redner die soziologische Struktur der deutschen Juden, ihre religiöse und jüdisch-parteiliche Gliederung bis zum Jahre 1933 und legte dann im einzelnen dar. welche Veränderungen durch die Gesetzgebung des letzten Jahres innerhalb der deutschen Judenheit vor sich gegangen sind. In diesem Zusammenhang sprach er von ihrer grundsätzlichen Umstellung im Hinblick auf die Bewertung der handwerklichen Berate und der damit verbundenen weitgehenden beruflichen Umschichtung insbesondere der Jugend. Dr. Weil zeigte dann die inneren Veränderungen — neue religiöse und jüdisch-kulturelle Entwicklung — auf und stellte anschließend die Frage, welche Forderungen die neue Zeit an unsere Gemeinschaft stellt. Der Redner stellte den zionistischen und deutsch-jüdischen Weg in den Mittelpunkt seiner Betrachtung und forderte. daß der Einzelne seine Entscheidung selbst, aber in wahrhafter Nüchternheit treffen müsse. Er kam bei voller Würdigung des palästinensischen Aufbauwerks zu dem Schluß, daß den Juden audi in Deutschland die Aufgabe gestellt sei, um eine bessere Zukunft zu ringen und das von ihnen erwor¬ Gottesdienstzeiten für die Israelitische Gemeinde Stuttgart. Hauptsynagoge Hospitals trage. 16.—2Q. Juli Werktagsgottesdienst 16.—19. Juli Werktagsgottesdienst 20. Juli Freitagabend 21. Juli Sabbatb 22. Juli Fasten Zerst. Jerusalems Fasten ende 23. -27. Juli Werktagsgottesdienst 23.-26. Juli Werktagsgottesdienst 27. Juli Freitagabend 26. Juli Sabbatb 7.00 Uhr morgs. 7.00 Uhr abends 7.00 Uhr abends 8.30 Ubr morgs. 9.08 Ubr abends 8.00 Ubr morgs. 7.00 Ubr abends 9.07 Ubr abends 7.00 Ubr morgs. 7.00 Ubr abends 7.00 Ubr abends 8.30 Ubr morgs. 8.57 Ubr abends 29. Juli Werktagsgottesdienst 8.00 Ubr morgs. 7.00 Ubr abends 30. Juli-3.flug. Werktagsgottesdienst 7.00 Ubr morgs. 30.Juli-2.Sug. Werktagsgottesdienst 7.00 Ubr abends bene deutsche Kulturgut zu bewahren. — Auf Anregung des Vorsitzenden begründete anschließend Dr. Weil eingehend den deutsch-jüdischen Weg. Die Forderung, diesen zu gehen, ergibt sich, so führte der Referent aus. aus der Tatsache, daß Palästina nur eine, über nicht die Chance ist. Er verwies hierbei auch auf die innerjüdische Situation Palästinas, in der er zum Teil eine Wegentwicklung von den geistigen Grundlagen des Judentums sieht, auf die Arabergefahr, die Gefahr der Verstädterung der palästinensischen Judenheit usw. Die Notwendigkeit, den von ihm empfohlenen Weg zu gehen, begründete Dr. Weil auch mit dem Hinweis, daß auf deutscher Erde Juden kulturelle Großtaten geschaffen haben; diese schöpferische Tätigkeit werde aber, in der besonderen Erscheinungsform der deutsch-jüdischen Leistung gehemmt, wenn Palästina in das Zentrum der Wegweisung gestellt werde. — Die Anwesenden dankten für das vorzügliche, Referat mit lebhaftem Beifall. Stuttgart. Am 3. Juli setzte der B e r t h o I d A u-e rbach-Verein die regelmäßige Lektüre des Wochenabschnitts fort. Diesmal besprach Dr. U a s g a 1 1 „Pinchas“ und erläuterte dann die zugehörige Haftarah aus Micha, deren hohes Ethos auf alle Anwesendem eitlen starken Eindruck machte. — Im Anschluß erstattete Schriftleiter Hans Sternheim einen allgemeinen Bericht über die letzten jüdischen Ereignisse. Wie die Lektüre des W ochenabschnitts, wird auch die jüdische Presseschau regelmäßig fortgesetzt. Die um 6. Juli stuttgefundene Freitagabend- Feier stund unter der Leitung von Rel.-Oberlehrer Leo Adler. Zuerst gelangte der diesmalige Wochenabschnitt zur Besprechung. Im weiteren V erlauf des Abends wurden noch einige humoristische Suchen vorgetragen. Die gut besuchte Feier nahm einen schönen Verlauf. ' Stuttgart. Sanitätsrat Dr. Sigmund Weil beging am 7. Juli sein > f) j ä h r i g e s D o k t o r j u b i I ä u m. Er wurde zu diesem Tage von der Medizinischen Fakultät,München durch die Erneuerung seines Doktor' Diploms ausgezeichnet, das ihm mit einem in den ehrendsten Worten gehaltenen Glückwunschschreiben übersandt wurde. Dr. Sigmund Weil, am 27. Mürz IS60 geboren, kam bereits in seinem dritten Lebensjahr nach Stuttgart. Nach bestandenem Abiturientenexamen widmete er sich 1878 dem Studium der Rechtswissenschaft, wandte sich aber nach Ablauf seines Militärdienstes dtmi Studium der Medizin zu. Er promovierte 1884 in München. ging daön zur weiteren Ausbildung nach Wien, war hierauf als Volontärarzt in Schussenried und in der Stuttgarter Hebammenschule tätig. Vor Ausübung seiner eigenen Praxis war er Assistenzarzt am Katharinenspital bei Dr. von Landenberger und Dr. von Burkhardt. Bei Ausbruch des Krieges stellte er sich dem Heere zur Verfügung und leitete als Oberstabsarzt eine Abteilung im Fulkcrt-Lazarett. 1912 wurde ihm der Titel eines Sanitätsrates verliehen. Sanitätsrat Dr. Sigmund Weil war einer der gesuchtesten Arzte Stuttgarts. Sein hervorragendes W isscn. vor allem seine große Bedeutung als Diagnostiker. sicherte ihm das große Ansehen, seine feinfühlige Art in der Behandlung der Kranken das Zutrauen der Patienten. Dr. Weil widmete sich auch in ganz hervorragender Weise den jüdischen Vereinen; seine Tätigkeit im Israelitischen Waisenhaus und im Israelitischen Kranken-Uuterstützungsverein wirkte sich ganz besonders segensreich aus. Wir entbieten dem Jubilar, dem als Arzt und Menschenfreund viele dankbare Herzen schlagen, auch unsrerseits die herzlichsten Glückwünsche zu seinem Ehrentage. Stuttgart. Am 26. Juni beging Siegfried Fl^ursheinier seinen 70. Geburtstag. Im Auftrag des Israel Oberrats überreichte ihm Stadtrabbiner Dr. Rieger mit Worten hoher Anerkennung ein Glückwunschschreiben. Auch vom Gfmeindevorsteheramt wurde der Jubilar aufs herzlichste beglückwünscht. Eine Abordnung des 1 s r. M ä n nerve r e i n s f ü r K r a n k c n p f 1 c g c u n cl I.e i ch e nbestattung. geführt vom Vorsitzenden Leopold Levi. überbrachte die Glückwünsche des Vereins. Leopold Levi würdigte mit beredten Worten die Verdienste Siegfried Fleursheimers, der mehr als eineinhalb Jahrzehnte dem Ausschuß angehört und in dieser langen Zeit rat- und tatkräftig die Arbeit des Vereins förderte. Ihm herzlich zu danken und ihn zu beglückwünschen, empfinden Ausschuß und Mitglieder als eine gerne erfüllte Pflicht. Als Zeichen dankbarer Anerkennung wurde dem Gefeierten ein sinniges Kunstwerk überreicht. Die zahlreichen Glückwünsche, die dem Jubilar an seinem Ehrentage zugingen, sind ein sprechendes Zeichen der Beliebtheit, deren er sich in weiten Kreisen zu erfreuen hat. Audi wir bringen dem verehrten Gemeindemitglied unsere wärmsten Glückwünsche-zum Ausdruck. Stuttgart. Am 3. Juli beging das in weiten Kreisen bekannte Beleuchtungshaus Joseph J U d e 11 . llgenplatz 5, sein 25jährigcs Geschäftsjubiläum, das gleichzeitig auch ein persönliches Jubiläum für den gleichnamigen Besitzer, der das Geschäft gründete und es seither führt, ist. , Wir beglückwünschen die Firma Jüdell zu ihrem Ehrentage aufs herzlichste. Stuttgart. Wir verweisen nochmals auf die zurzeit Gartenstr. 30/11 untergebrachte Kunst« usstel*- lung der Stuttgarter Jüdischen Kunstgemeinschaft. Der Besuch der interessanten Ausstellung sollte von niemand versäumt werde n. Stuttgart. Die diesjährige M i t g I i e<I c r versa m m I u n g des Vereins Jüdisches I.ehrhaus findet am 25. Juli statt. Mit derselben wjrd eine Gedächtnisfeier für den verstorbenen Dichter Bialik Verbunden sein. _ — Stuttgart. Die jugendliche einheimische Pianistin SusiStrauß wird, wie wir hören, um Sonntag, den 22. Juli, abends 8.30 Uhr im Basler Sentier Werke von Bach spielen. Viele unserer Leser werden natürlich gerne die Gelegenheit benützen, der künstlerischen Darbietung aus der Ferne zu lauschen. TlachdcfUeH aus dem £ande. Dettensee (Hohen/ollern). Am I. Juli starb hier das . letzte männliche Mitglied der ehemals stattlichen jüdischen Gemeinde. Hermann II i r s ch . im Alter von 74 Jahren. Am Grube hob Lehrer Spier. Huigcrloch. die jahrzehntelange treue Sorge des Verstorbenen für die Heiligtümer. Sv nagoge und Friedhof, seiner aufgelösten Gemeinde hervor, ebenso, aber auch seine vorbildliche Heimattreue. Eine große An zahl Glaubensgenossen aus den Nachbarorten und fast die gesamte Einwohnerschaft Dettensees erwiesen dem Toten die letzte Ehre. — Von der ehemaligem jüdischen Gemeinde ist nun nur noch die Schwester des Verstorbenen. Frl. Luise Hirsch, übrig geblieben. Eßlingen. Am 7. Juli konnte die Finna'D a n i e I Jeittcles in Eßlingen ihr 73jähriges Geschäftsjubiläum und zugleich ihr jetziger Seniorchef Wilhelm Jeittcles sein tojähriges Arbeitsjubiläum begehen. Das Unternehmen — eine Lederhandschuh fabrik — wurde im Jahre |87<) von dem Vater b/w. Großvater der jetzigen Inhaber. Daniel Jeittc les. ins Leben gerufen. ,1 in Jahre 1900 starb der Gründer, nachdem sein Sohn Wilhelm Jeittcles. der nun Alleininhaber der Firma wurde, schon vorher ins Geschäft eingetreten war. Jetzt sind auch dessen beide Söhne. Walter und Herbert Jeittcles-seit 1925 bz.w. 1928 in der Firma mit tätig. Das Unternehmen entwickelte sich aus kleinsten Anfängen zum Großbetrieb. Um einem Hauptfaktor der Fabrikation von Lederhandschuhen, gerecht werden zu können, hat das Unternehmen auch eine eigene Gerberei und Lederfärberei errichtet. Die Zahlen der Belegschaft wuchsen ständig. Die erfolgreiche Beschickung von Ausstellungen machten mit der Firma auch die Stadt Eßlingen als Handsthuhindustrieort in aller Welt bekannt: und es gehört zu dem Verdienst Daniel Jeittcles', daß nicht nur Eßlingen selbst, sondern die ganze württembergis.tie Ilnndschuhindustrie hieraus Nutzen zog. Möge der Firma Daniel Jeittcles auch in den Fol ge- Jahren unter der bewährten Leitung ihrer jetzigen Inhaber erfolgreiche Betätigung beschießen sein. Haigerloch. Am Freitag, den 29. Juni, fand unter starker Beteiligung seitens der Gemeinde eine The evtl o r II e r z 1 - G edenkfeier statt. Hebräische Gesänge leiteten die Feier ein. Nach dem Vortrug eines Gedichtes von Hugo Zuckermann sprach Lehrer Spier über ..Ilerzls Leben und Werk". Mit dem Vortrag eines Gedichtes von Nordau und dem Gesang der llutikwah fand die Veranstaltung einen würdigen Abschluß. Heues vom indischen Sport. — Stuttgart. Die Bundesleitung des R.jlF. hat den nachstehenden Mitgliedern der Sportgruppcde« R. j. F. Stuttgart den silbernen Sportwinkel verliehen: Hugo Kauffmann. Kurt Levy. Werner Levy. Hans Sommerfeld. Ludwig Marx. Walter II e u m a n n . Erwin Mi’ /- ger. Werner Kuhn, Manfred Ilirschheiroer. Peter Su fl mann. Florette Levy, II i 1 d e W e i 1. A n n c 1 i e s e A r o n . R u t h Le v y. LeniMezger. Der Landessportleiter Hugo N~a t h a n nahm die , Verteilung vor und hielt dabei eine kurze Ansprache, in der er besonders hervorhob. wie sehr sich die mit dem Ehrenzeichen Bedachten - um den Aufbau der Sportgruppen verdient gemacht halten. Der alljährlich zur Verteilung gelangende „silberne Sportwin- Alleinverkauf der Weltmarken Bally Angulus Domdorf Edox-Sdmh-Co. Königstrafte 19 B iltm a.T>. TROGLENzULM I SpesiaJ - Geschäft für Beftellungen Pünktlicher-Versand nddi auswärts Feinste Praline eigener Herstellung Mohren «Apotheke August Heiss Allopathie / Homöopathie Grolles Spezialitäten - Lager Fernsprecher Nr. 2298 Olgastraße 8 - Telef. 2188 Robert Bundschuh Herrensohneiderei Blumengeschäft h«cft-3Bcfi«l-ettak< 1 (£««9*at)l») Rudolf Wledenbeck Telefon 3395 T«L S.A. sw Inh.: Georg Schlnmberger PUixga*« <7 empfiehlt: tiglich trlachea Katteem. TeegebEck diverse Kuchen Spexlalltlt: Roggenbrot, Berches- Brot- und Feinbackerei IN. Hess