Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- XI (1934-1935)
- Issue
- 7 (1.7.1934)
- Date
- 1934-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
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dir It-iMunp.Lihigt'rrn Gcmeicten des lindes in stärkerem Umfang als bisher zu der Unterstützung der in kleineren Orten wohnhaften jüdischen Bevölkerung beitragen müssen, wurde in den meisten Fällen als selb-twTständliche jüdische und sittliche Pflicht erkannt. Die Gemeinde Stuttgart versorgt selbstcerstandlidt wie immer ihre Hilfsbedürftigen mit eigenen Mitteln, wozu sich jetzt auch die Gemeinde lleilbronn bereit erkläre hat. \ndiesem kurzen Bericht über die Tätigkeit de« Stuttgart. Die Sitzung des Israel. Vorsteheramts com'20. Juni wurde in Abwesenheit des ( Vorsitzenden von Karl Levi eröffnet, der einleitend den Bericht der Finanzabteilung erstattete. Kr berichtete u. a. über einige Bewilligungen der Abteilung, so über die Gewährung eines monatlichen Beitrags an die vereinigten Betvereine I uiatli Hazedek und Agudas Mbit», und beschäftigte - ch dann nochmals mit der in der Sitzung vom 17. Mai sihon erörterten Gehalt-fro^e der Beamten und Angestellten der Gemeinde. Die Finanzabteilung muffte in einigen Fällen einschlägige Beschwerden behandeln. die sie aber zariukgew iesen hat. Dieselben sind nunmehr dem Ob.-r nt zuzuleiten. Den Bericht <!■■: r i e d h o f a b t e i 1 u n g erstattete Dr. Kie«. |),t. Kvangel. Stadtdekanatamt ist ira Zusammenhang nit einem geplanten Kirchenbau an die Gemeinde mit der Bitte herangetreten, sich mit einem Gren/uU'gleitb am Ende* des Pragfriedhofs einverstanden /ü e rklären. Die Abteilung hat unter gewissen \ oi .nissetzungen ihre Zustimmung hierzu erteilt. l,r»In sondere hat sie die Bedingung gestellt, daff ein K.in in verlast für vorgesehene Gräber nicht entstehen darf. Der Obmann der Finanzabteilung hat in Gemeinschaft mit dem Gemeindeplleger wegen des Stcinhaldenfeld-Friedhofs Verhandlungen mit den zuständigen Städt. Behörden geführt. Hierbei wurde von seiten der Gemeinde eindringlich auf die Notwendigkeit einer baldigen endgültigen Zuteilung des von ihr erworbenen Geländes hingewiesen. Die Behörden haben beschleunigte Erledigung zugesagt. _ Der Stadtrabbiner gab dann den Bericht der Gottesdienst- und Unterrichtsabteilung. Er berichtete eingehend über die Vorbereitungen für die Gottesdienste an den Hohen Feie rtagen in der - Svnagoge sowie im Sic gb-Haus. Es wurde dann auf Xntrag der Abteilung nach ausgiebiger Debatte beschlossen. daß in Zukunft jedweder Sologesang bei Barmizwahfeiern zu unterbleiben hat. damit der einheitliche Charakter dieser Feier gewahrt bleibt Dr. Rieger gab dann noch auf verschiedene Anfragen Auskunft und verneinte u. a. in einem ausführlichen - 60 - L.I.W. geht hervor, daff dieser in der.Hauptsache — natürlich mit Ausnahme der Tätigkeit der Darlehenskasse und der „Arbeitsvermittlung, Berufsberatung und Auskunftsstelle der Jüdischen Nothilfe in Württemberg" — vorwiegend der rein erhaltenden „unproduktiven" Wohlfahrtspflege dient. Da aber trotz aller Bemühungen immer ein erheblicher Teil von Menschen nicht mehr in das Wirtschaftsleben eingeordnet werden kann, müssen wir auch diesen Menschen nach unseren Kräften zu helfen versuchen. Gutachten die Frage, ob gegen die Tätigkeit eines jüdischen Organisten in der Synagoge am Sabbath religionsgesetzliche Bedenken bestehen. Eine rege Aussprache entspann sich anschließend an den Vorschlag von Oskar Rothschild, der inzwischen den Vorsitz übernommen hatte, an den Hohen Feiertagen für die Jugend einen besonderen Gottesdienst einzurichten. Die Debatte führte za dem Beschluß, daff für sämtliche Schulkinder die notwendige Anzahl von Bankreihen — und zwar jeweils die vorderen — im Siegle-Haus zur Verfügung gestellt werden und daff die Mitnahme von Kindern in die Synagoge grundsätzlich nicht mehr gestattet wird. Der Stadtrabbiner, der am 2. Tage des Nenjahrfestes im Siegle-Haus amtiert, wird seine Predigt auf die Schuljugend einstellen. Dr. Tänzer berichtete über einen Beschluß der Jugendabteilung, die Jugend bis zu zwölf Jahren in einem jüdisch-überparteilichen Jugendkreis zu vereinigen. Die erste Veranstaltung ist für den 10. Juni vorgesehen. Als Führer der einzelnen Jugendgruppen haben sich Lehrer der Jüdischen Schule. Religionslehrer, einige Leiter der Jugendbände sowie Dr. Walter Strauß zur Verfügung gestellt. Dr. Merzbacher erstattete anschließend den Bericht der Schulabteilung. Er gab bekannt, daß das gesamte Schulgeldsoll 1860 RM. beträgt, ln Ansehung der gewährten Schulgeldermäßigungen wird sich aber ein Abmangel von etwa 1800 RM. ergeben, der wahrscheinlich vom Schulverein übernommen w ird. Der vom Schulrat eingesetzte Sdinlgeldausschuß hat Ermäßigungen bisher nur für das laufende Halbjahr bewilligt, so daß für das nächste Halbjahr neue Anträge gestellt werden müssen. Er hat sich grundsätzlich auf den Standpunkt gestellt daß ein völliger Schulgeldnachlaß nicht in Betracht kommt. Als Mindestbetrag wurde ein Viertel des jeweiligen vollen Solls festgesetzt. Dr. Merzbacher teilte weiter mit daß die t. Sitzung des Schulrats am 6. Juni stattfand. Die Jüdische Schule wird zurzeit von 77 Kindern besucht. Der geplante Schulbau ist nun baupolizeilich genehmigt worden. Es soll eine Schülerbibliothek er Sierbegeldversidieniiig der nichiarischen Kriegsopfer. ln der Nummer 4 der „Gemeindezeitung“ wurde die Erhaltung der Sterbegeldansprüche besprochen, die von nichtarischen Kriegsopfern erworben waren. Inzwischen hat die Bundesleitung des R.j.F. mit der Allianz und Stuttgarter Lebensversicherungsbank AG. einen Gruppen- und Sterbegeldversicherungsantrag abgeschlossen. Die Genehmigung des Aufsichtsamts für Privatversicherung steht noch aus, es darf aber mit ihr gerechnet werden. Neu ist, daß die Fortführung der Sterbegeldversicherung nicht nur den früheren Mitgliedern von Sterbekassen bei Kriegsbeschädigten- und Kriegerhinterbliebenen-Organisationen möglich ist. sondern auch den ehemaligen nidhtarischen Mitgliedern einer Sterbekasse des Kvffhauserbunds. I)er Prämienbetrag wird vom Reichsbund an die Allianz ausbezahlt. Der Reichsbund seinerseits zieht die Beiträge durch Vermittlung der Ortsgruppe ein. Der Beitrag, den der einzelne Sterbekasseninteressent zu zahlen hat. beträgt RM. —.10 für jeden rückständigen Monat. Dazu kommt der einmalige Unkostenbeitrag von RM. —.60. Zahlung ist über die Ortsgruppen des R.j.F. zu leiten. Die Ausgabe von Mitgliedsbüchern und Quittungsmarken steht bevor. Pünktliche Zahlung der .Monatsbeitrage durch den Versicherten ist Voraussetzung der Erhaltung der Sterbegeldansprüche. Die Versicherungssumme beträgt RM. 100.—. bei Versicherten, die im Zeitpunkt des Eintritts das 61. Lebensjahr erreicht haben. RM. 75.—. Da bei Nichtfort Setzung der Versicherung die früher bezahlten Beiträge verloren sind, kann die Fortsetzung der Versicherung, zumal bei dem niederen Beitragssatz, empfohlen werden. Dr. Liebmann. richtet werden, nm deren Förderung durch Buchspenden gebeten wird. Bezüglich des Landschulaufenthaltes der 2. und 1. Klasse in Mühringen sind die Hauptschwierigkeiten, die sich aus dem Erfordernis der rituellen Verpflegung ergaben, als beseitigt anzusehen. Der Vorsitzende beschloß die Sitzung, an die sich eine nichtöffentliche anschloß, mit verschiedenen Mitteilungen über Jahrtagsstiftungen usw. Zu erwähnen ist hier noch der Beschluß, der Südwestdeutschen Arbeitsgemeinschaft für kulturelle Veranstaltungen beizutreten. Stuttgart Am 8. Juni veranstaltete* der B e r t h o 1 d Auerliach-Vf rein eine von Gemeindeplleger Dr. Ma rt in Cohn geleitete Freitagabend-Feier, die einen schönen Verlauf nahm. Lehrer Berlinger erfreute die Anwesenden durch einige Jurgon-Lieder. ' Sehr wertvoll sind die Allgemeinen Ausspracheabende des B.A.V.. auf die wir einmal besonders hin- Aus deri Gemeinden Württembergs. STUTTGART PauUnenstr.SO U- LL L L L L ».'J CCrctrrrrr rr rr rr] Empfehlen Sie unser Blatt weiter BANKHAUS BENDER ft KRAFT QfSCHXFTSBUCHER KOMMANDIT-QISILLSOHAPT erledigt alle Ihre bankmäßigen Geschäfts prompt u. gewissenhaft Carl Beßler staatl. gepr. Optiker und Ukrmadter Ludvigsburg, vord. Sthloßttr. 1, Telefon 3968 MUUER* REICHERT malergeschAft Werbet für die Israelitische Gemeindezeitung schmerzlos M. R. RUN, Poststraße Nr. 17 (■au 1888*11.88a PwtpUU. TU. Mt 71 H. LEHNER - EPPLE KONIOSTRASSK Ml Corsettea / Corsslstts Blsteabatter / HMtftrtel Billigste Preise / Reparaturen UHR1MHAUS BOSCH H—s«aHtl»»*ti.ä3EAeChrtstophitr Uhren, Eheringe, Bestecke Oute Stahlwaren Eingang Weinstr. b. Alten Postplat* HAAR FÄRBEN, BLEICHEN, DAUERWELLEN nmr beim $pe*)*liti zu billigsten Preisen, frei Haus. Alois Dinger KftaigstmBe 41 (gegen, d. 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