Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- X (1933-1934)
- Issue
- X. Jahrgang Nr. 11
- Date
- 1933-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
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Wertpapiere, FetaHM- ■yppttckca, Spartwafca [i'BaHkcommandüe Sieqttumd Weil Mann, tiiTTiiirTnhih— tss«4/4s I’nd «las Unvermeidliche trat ein. Ist die Vergangenheit fiir den modernen Juden tot. so ist d> r moderne Jude für seine \ergangenheit tot. I liier diesen Umständen konnte die Hochschule dem osteuropäischen Juden nichts bieten, denn dieser war in einer anderen Sphäre aufgewach- '!’i l iir ihn war das Judentum etwas Lebendiges und kämpfendes, .etwas, was nach neuen! itw ickliingsformm strbbte. So versuchte ich /um I5e|spiel. mit den Hochschullehrern eine! ntc-rhultung über die neue hebräische I.itera- *nt. über unsere bedeutenden modernen Schrift steiler ugcl leichter an/utniipfen. abe r sie begriffen mich einfach nicht, iiir sie war Hebräisch ■ ■tu.!' V ergangenes und alle Bemühungen, es /II u nein leben /u erwecken, schienen ihnen als n iiisti Kraftvergeudung. 1 S »,ir unter den Hochschullehrern Sitte, einige ■l«i 'Studenten zum \ orabend des l'eliachfesies dill.ciis ein/ulndeii. Ich erhielt eine \ufforic ring von I >r. \l.cv Imiiiii. Die Krklärungen. die ch au -c nein Vbc'iid über die traditionellen Sitte i I Ile (<ebiäuciie de< F’-cssahfestc-s aus dein \l■•nde eines ..nioderui n" Gelehrten zu heireu i.< kam w.-Heiterten in Spitzfindigkeiten mit den li w egig'ten De utung' » der alten Maggidim lue lu ' 11• iinat. Und alle' zielte auf das eine zi. be weisen, dal! der nationale Gedanke e.malin der jiidi'chcin Geschichte eine Holle — 90 — gespielt hätte. Selbst die dramatische Episode des Auszugs aus Aegvpten sollte nur als Symbol aufgefaßt werden, fcfi lenkte das Gespräch mit Absicht auf den neuerwachenden Geist der osteuropäischen Juden hin und sprach von der neuen hebräischen Literatur, die in Rußland im Aufblühen war. Dr. Maybaum glaubte, mich mit einem Keulenschlage niederschmettern zu müssen und sagte feierlich: „Ich schreibe grundsätzlich nicht" hebräisch." Als ich ihn dann fragte: ..warum nicht?", antwortete er ruhig: ..weil ich Deutscher bin." Ich reagierte darauf nicht weiter, aber etwas später am Abend lenkte ich das Gespräch auf die englische Sprache und sagte ebenso feierlich: ..Ich schreibe grundsätzlich nicht englisch." Dr. Maybaum. der mich nicht verstand, »ah mich verblüfft an und fragte: ..warum nicht?" Ich antwortete ebenfalls sehr ruhig: ..Weil ich die Sprache nicht beherrsche.“ Ein zweites Mal wurde ich zu Dr. Maybaum nicht eingeladen. Trost aus der Geschichte. Von Studien rat Dr. Willy Cohn-ßreslau. Der jüdische Mensch, der die letzten Monate ohne Zusammen hang mit der Vergangenheit seiner Gemeinschaft erlebt hat. stand den Ereignissen meist innerlich fassungslos gegenüber. Immer wieder fragte er sich, warum gerade ihm und seiner Generation dies geschehen mußte, warum gerade er es plötzlich zu erfahren hatte, daß man ihn nicht zu dem Volke zählte, unter dem er seit Generationen lebte. Wer aber die Geschichte des Judentums nur in großen Zügen kennt, der weiß, daß das. was wir erfahren, lediglich eine Wiederkehr des Gleichen ist: er wird die Ereignisse mit viel stärkerer Dem Andenken meiner Schwefter. Gottes Wille war es heute, Daß die heißgeliebte Schwefter Wurde fdinell des Blitzes Beute. In den fo geliebten Bergen, In den Alpen, Gottes Werken, Hauchte sie ihr Leben aus . . . Durch des Ewigen gnädig’ Walten Wird sie ihren Lohn erhalten. Sie verdienet ihn mit Reiht, Sie, die wahrhaft, fromm, gerecht. Siegfried Einftein, Laupheim Wie an anderer Stelle dieser Nummer mitgeteilt, wurde bei einem Ausflug ln den Bergen Clärle Einstein, Laupheim, von einem Blitzstrahl tödlich getroffen. Der I3jahr. Bruder der Verewigten, der Zeuge dieses tragischen Geschehens war, widmet seiner Schwester vorstehende Verse. Die Schrlftleitung. inne rer Eassung über sich e rgehen lassen, und ct wird sich mit den unzähligen Generationen der Vergangenheit gleichen Sinnes fühlen, die keine Katastrophe in ihrem Willen zum Judentum, in ihrem Willen zum Judesein gehemmt hat. So sollen im folgenden diejenigen Epochen der jüdischen Geschichte, die ähnliches gezeigt haben und doch wieder abgeklungen sind und zu neuem Leben geführt haben, aufgezeigt werden. Der erste Tempel war zerstört. Die Juden waren in babylonische Gefangenschaft geführt, es schien am Ende zu sein mit der Volkskraft. Lud schaute man auf andere Völker, die ähnliches erfahren haben, so mußte man sich damit Bei unferer Ueberfiedlung nach Buenos Aires fagen wir allen unferen lieben Freunden und Bekannten ein herzliches Cebewohl. 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Abteilung des Karl-Olga-Krankenhauses in Stuttg. lHolrat Dr. Lcube, Dr. Blezinger), an der Univ.-Klinik für Haut- und ücsdil.-Krankheiten in Tübingen (Prof. Dr. Linser) u. an der Hautklinik von Dr. Veiel in Bad Cannstatt, habe ich mich als praktischer Arzt niedergelassen. Dr. med. Hugo Stern Bad Cannstatt, Moltkestr.77p.,Tel.50350 Sprechstunden 11-1 Uhr, 5'/i-7Uhr, Samstags 11 -1 Uhr verzogen nach Neckarstraße S1 (Haltestelle Sehillerstreße) Sprechzeit 11 1 und 4—6 Uhr (außerdem nach Vereinbarung) Samstags 11 1 Uhr Fernsprecher 256 17 Zugelassen bei sämtlichen Krankenkassen ünssdiank vorzfltfLKaHees HOTEL WESIHEIHER Rotoslr. 2B Von heute ab betreibe aufier meinem altbekannten Hotel- und Restaurationsbetrieb in meinen Parterre-Räumlichkeiten sowie im Sälchen des 1. Stocks noch ALBERT WESTHEIMER mit Gebäck speziell eigener Erzeugung Ich lade zu zahlreichem Besuche höfl. ein Gleichzeitig empfehle meine bekannt grobe Auswahl erstkl. 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