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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1933-01-01 · X. Jahrgang Nr. 7 · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
X (1933-1934)
Issue
X. Jahrgang Nr. 7
Date
1933-01-01
Page
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FARBENFOTO-BILDNISSE nicht teurer eie gewöhnliche Fotoe FARBEN-FOTOGRAFIE WISTINMIDIR ATELIER UND AUSSTELLUNG MarlenptraBe 3Ca / Telefon 03084 Clm Hause Mode - F rasch) Stuttgart, lm B «■ r t h o 1 d AuerbaA-Wr- >- i n sprach am 6. Juni vor einem stattlichen llorerkrris* Be/.-Habb. I)r. Tänzer. Göppiniren. über ..D as Judentum in der Neuzeit". Mit der dem Redner eigenen hervor rap-nden Art behandelt er sein Ihema und grab rille zusumui, nfassende Darstellung des Schick- -uls der Juden von der Zeit der Emanzipation bis zur Jetztzeit, wobei »er besonders die jüngsten Ereignisse und die hieraus zu ziehenden h^irequenzen darlegte. Aulierordcntlich wert- \ . II war der Leberblick. den Dr. Tänzer Uber die durch die Lnt«icklung der \erhäitnisse bedingte Haltung der deutschen Juden gab. Der \ ortrag. dein sich eine kurze Aussprache an- -chbdi gipfelte in der Feststellung-, daß nui ein aufrichtiges und stolzes Bekenntnis zum Judentum den Weg zu einer besseren Zukunft bilde. Langau ballender Beifall dankte dem Redner. Stuttgart. Die Ortsgruppe des R.j.F. veranstaltete vor kurzem einen Kamerad- - ch ,t f t s a b e n d . der außerordentlich gut besucht war. Der Ortsgruppcnviursitzentle berichtete eingehend über die Berliner Hauptversammlung. Stuttgart. Da» vom Jüdischen Frauenh i u d 'dien im Frühjahr geplant gewesene vv a.ip.ipen kontert, .das audringenden < -rundii verschoben werden mußte. Findet nunmehr unter der bewährten Leitung von Direktor Karl A d I e r am >onntag. den 9. Juli, vormittags | | p hr. in der Synagoge ‘Hospitalstrußet statt. Das ' iuheitliche npd zugleich abwechslungsreidie Programm enthält durchweg wertvolle Werke fiir C.esang - und Instrumentalsolisten. Chor. Orchg-Mer und'Orgel, die ob ihrer edlen Melodik hohen musikalischen Genuß bereiten werden, i - ist außerordentlich dankenswert, daß sich eine stattliche Zahl musikfreudiger Gemeindeinitgliecler alsl Mitwirkende zur Verfügung gestellt hat. Damit hoffen sie. den Zuhörern eine erhebende Stunde zu bereiten. Vielleicht wird durch cli< Veranstaltung erwiesen, daß wir auch in unserem eigenen Kreise Kräfte habn. die auch später zur Vermittlung musikalischer. künstlerisch hochwertiger Darbietungen berufen sind. Die Finirittspreise 7— 1.5« RM. und t RM. — sind außeiordentlich nieder gehalten, damit jedem Genic-indemitgliad der Besuch ermöglicht ist. Niemand sollte vcjrsäumen. an diesem Konzert teilzunehmen und bei seinen Bekannten für den Besuch desselben zu werben. Nachdem auch in anderen Großstädten Konzerte in Synagogen mit außerordentlichem! Erfolg stattfanden, darf man auch in Stuttgart mit einem starken Zuspruch rechnen. Fs empfiehlt sich daher, die Eintrittskarten im Vorverkauf zu lösen. (Siehe Anzeige Seite 62.i Stuttgart. An d Le Mandanten der Rechtsanwälte. Es liegt kein Anlaß zur Befürchtung vor. daß die durch Jüdische Anwälte vertretenen Parteien von den Gerichten in irge ndeiner Weise benachteiligt werden. Es muß im Gegenteil festgesiellt werden, daß bisher jedes Gericht den nadi Durchführung des Anw altsgc-M'tze« 7iigelas<|enen Rechtsanwälten in v Hein l mfange ausreichende Gelegenheit zur Wahrnehmung der Reihte ihrer jüdischen oder ui-ht jüdischen Mandanten gegeben und ihre Ausführungen in derselben Weise wie die der nichtjüdischen Anwälte beachtet hat. Es ist daher kein G r 11 n«l gegeben, bei der A e r g e b u 11 g von Mandaten j ii d i s ch e Anwälte a 11 s z u s a 1 t e n. Stuttgart. Man schreibt uns: Inmitten des nördlichen Schwarzwaldes. in unmittelbarer Nahe des ll'o Meter hohen Hornjsgrindegipfels. des Muminelsec - und des Ruhesieins haben vor Jahren diemittelbadisihc-n Jugendbünde, insbesondere der J. J. B. und J. P D. Offenburg ein jüdisches Jugendheim errichtet. (Es enthält zwei Schlafriuimc. getrennt für Jüngens und Mädels, mit insgesamt 22 Betten, einen großen, freundlichen — 64 - Schlaflied für Mirjam Von Richard Beer-Hofmann Schlaf mein Kind - schlaf, es ist spät l Sieh, wie die Sonne zur Ruhe dort geht, Hinter den Bergen stirbt sie im Rot Du — du weißt nichts von Sonne und Tod, Wendest die Augen zum Licht und zum Schein; Schlaf, es sind soviel Sonnen noch dein, Schlaf mein Kind — mein Kind, schlaf ein! Schlaf mein Kind — der Abendwind weht; Weiß man, woher er kommt, wohin er geht? Dunkel, verborgen die Wege hier sind, Dir, und auch mir, und uns allen, mein Kind! Blinde — so gehen wir und gehen allein. Keiner kann Keinem Gefährte hier sein — Schlaf mein Kind — mein Kind, schlaf ein! Schlaf mein Kind und horch nicht auf mich! Sinn hat's für mich nur, und Schall ist’sfür dich; Schall’ nur, wie Windeswehn, Wassergerinn, Worte — vielleicht eines Lebens Gewinn! Was ich gewonnen, gräbt mit mir man ein. Keiner kann Keinem ein Erbe hier sein — Schlaf mein Kind — mein Kind, schlaf ein! Schläfst Du, Mirjam? — Mirjam mein Kind, Ufer nur sind wir, und tief in uns rinnt Blut von Gewesenen, zu Kommenden rollt’s Blut unsrer Väter, voll Unruh und Stolz. In uns sind Alle. Wer fühlt sich allein? Du bist ihr Leben — ihr Leben ist dein — Mirjam, mein Leben — mein Kind, schlaf ein! Wohnraum und eine vollständig eingerichtete Küche. Wir haben uns jetzt entschlossen, das Heim der gesamten hündischen und nichtbündischen Jugend zur Verfügung zu stellen und jede Wandergruppe, soweit uns die Plätze zur Verfügung stehen, nach vorheriger Anmeldung aufzunehmen. Die Gebühren betragen 40 Pfg. für Nacht- und Tagesaufenthalt. Anmeldungen und Anfragen an: Siegfried Schnurmann. Offenburg (Baden), Hauptstr. 73. Buchau. Am 9. Juni fand die Beisetzung des im Alter von nur 54 Jahren verstorbenen Kaufmanns Adolf Beer statt. Die große Anzahl Leidtragender aus allen Kreisen der Bevölkerung bewies, welch große Sympathien der Verstorbene genossen hatte. Er war ein eifriges Mitglied des Synagogenchors und hatte auch in anderen jüdischen Vereinen eifrig gewirkt. Sein Andenken wird nie verlöschen. Creglingen. Am 10. Juli vollendet Frau Jette Sinsneimer in ungetrübter geistiger Frische das 90. Lebensjahr. Auf ein bewegtes, arbeitsreiches Leben kann die Jubilarin, deren Erinnerungsvermögen noch ungetrübt ist, zurückblicken. Reiche Geistesgaben, unbegrenzte Friedensliebe und Herzensgüte sind heute noch Eigenschaften, durch welche die jetzt Neunzigjährige sich die Zuneigung und Verehrung sämtlicher Gemeindemitglieder und darüber hinaus weiter Kreise erworben hat. Von 1907 bis 1923 war Frau Sinsheimer Vorsteherin des hiesigen Israelitischen Frauenvereins, den sie mit viel Geschick und Umsicht leitete. Bei ihrem Rücktritt von diesem Vorstandsposten kam die Verehrung, deren sich die Jubilarin erfreute, in der Errichtung einer ..Jette.Sinsheimer-Stiftung“, die noch heute im hiesigen Frauenverein verwaltet wird, zum Ausdruck. Leider ist die nun ins Patriarchenalter Tretende seit zwei Jahren nahezu erblindet: aber mit frommem Sinn und heiterem Gemüt trägt sie dieses Schicksal. Möge auch weiter Gottes Segen auf ihr ruhen! Göppingen. Der „Landesverband Württemberg des Jüdischen Frauenbunds“ hielt am 11. Juni hier eine gutbesuchte Arbeitstagung ab. Die Vorsitzende des Ortsverein.«. Frau Dr. Steiner, begrüßte die Versammlung. die Vorsitzende des Landesverbands, Frau Bergmann, Laupheim. wies mit ernsten PAUL BRENNER STUTTQ AIRTi Nikolausstraße Nr. 15-19 Fernsprecher 40657 [Rohbauarbeiten' Schreiner- und Glaserarbelten Worten auf die Verantwortung jeder Frau für ihre Gemeinde hin. Den Kassenbericht erstattete Frau Rothschild, Göppingen. Es wurde der Beschluß gefaßt, die fälligen Neuwahlen des Vorstands im Interesse der Stetigkeit der Arbeit zu verschieben. Frau Lucie Levi, Stuttgart, sprach dann in trefflicher Weise über „Fra uenuufgaben in nächster Zei t“. Das Referat forderte neue Leistungen der Vereine für alle in Not geratenen Stände, besonders auch für Jugendliche, so Austausch von Ferienkindern. Gastquartiere für Wandergruppen usw. Eine rege Aussprache zeigte, daß in re Anregungen auf fruchtbaren Boden gefallen waren. Der Nachmittag brachte einen ausgezeichneten Vortrag der Berufsberaterin der Jüdischen Nothilfe in Württemberg, Frl. Ilse W o 1 f f, über „Berufsumschichtun g“. Die Rednerin forderte für alle einschlägigen Fragen eine größere Bereitschaft und zeichnete die Voraussetzungen für eine planvolle Berufsumschichtung und Berufswahl. Sie betonte die Bedeutung der persönlichen Eignung und einer abgeschlossenen handwerklichen Ausbildung für das berufliche Fortkommen und untersuchte auch die Möglichkeiten der Berufsumschichtung für ältere Menschen. Frl. Ilse Wolff beschäftigte sich dann eingehend mit den Berufsfragen des jüdischen Mädchens, das heute in der Hauswirtschaft ein breites Betätigungsfeld finden kann und muß. Bei allen diesen Fragen ist eine neue Wertung der Handarbeit bei Eltern und Jugend unerläßlich. Die wertvollen Ausführungen, die noch durch wichtige Anregungen von Frl. Thekla Kaufmann ergänzt wurden, fanden größte Aufmerksamkeit. Frau Bergmann schloß die Tagung mit de r Aufforderung zum persönlichen Einsatz in schwerer Notzeit. Laupheim. Die „Deutsch-jüdische J u - fendgemeinschaft“, welche auch den portgedanken pflegt hatte für einen Vortrag von Hedi Adler, Stuttgart, über das Thema „Welchen Anteil hat die Gymnastik an der Erziehung zur Persönlichkeit“ eingeladen, an dem die Gesamtgemeinde teilnahm. Die Rednerin legte in vorzüglicher Weise die Bedeutung einer systematischen Gymnastik in ihrer körperlichseelischen Wechselwirkung dar und zeichnete ihrensAnteil an der Schaffung eines freien, kraftvollen Menschen. — Der Vortrag fand lebhaften Beifall. Laupheim. Am 2t. Juni feierte in voller körperlicher und geistiger Frische Frau Fanny Guggenheim geb. Obernauer ihren 85.Geburtstag. Am Vorabend brachten junge christliche Nachbarn der Jubilarin, welche die älteste Frau unserer Gemeinde ist, ein Ständchen, und am nächsten Tag häuften sich bei der würdigen Greisin die Gratulanten aus allen Kreisen der Bevölkerung. Auch das Isr. Vorsteheramt ließ durch die Herren Simon L. Steiner und Lehrer Silbermann seine Glückwünsche zum Ausdruck bringen. Möge Frau Fanny Guggenheim, deren Leben so recht im Zeichen echt jüdischer Nächstenliebe stand, auch weiterhin ein gesegneter Lebensabend beschieden sein! Ulm. Am 19. Juni hielt Rabbiner Dr. Cohn seinen ersten Vortrag über „D as Judentum, seine Lehre und seine Geschichte“ in der Synagoge. Der Redner, dem eine ansehnliche Hörerschaft lauschte, beleuchtete in fesselnder Weise die seelische Haltung des deutschen Judentums der Gegenwart und zeigte, wie im 18. Jahrhundert die Aufklärung und im 19. Jahrhundert der damals moderne Materialismus auf jüdisch-religiöses Fühlen eingewirkt hat. Heute sei die Sehnsucht nach Rückkehr in weiten jüdischen Kreisen lebendig geworden. Der einzige Weg. der sich hier biete, führe über das j ü - dische Wissen zum Willen fürs Judentum. Diesem Ziele sollen die weiteren Vorträge die- ‘ nen. (Nächster Vortrag 10. Juli.) E.G.SEEGER / STUTTGART 0—4NRff bOOwfafarik» Euchdrucktr«! / PaulinMctrafl« SO F>rnEprtchtr «20 41/42 •aaahlftaMcHar, Katelage, Pulallatea, B»each«reii, Werbadraeke, Preapefcte, Fa/beadraeke. Karfeanäfwcka, Kertelkartea, ZalteakiMtea, DarohecItraibMcHar, Schrelbwarba, Papterbaadal Jeden Einkauf bei unseren Inserenten! Seidenstoffe preiswert und gut Gebrüder Frank Königstraße 56, Eingang durch den Hausgang

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