Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- X (1933-1934)
- Issue
- X. Jahrgang Nr. 7
- Date
- 1933-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
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— 63 — In letzter Zelt sind Dollar und Pfund gefallen Brillanten u. Gold gestiegen Die beste Kapital-Anlage sind daher heute JUWELEN Besonders vorteilhaft kaufen Sie diese, von der elg. Fabrik in Pforzheim, bei STUTTGART KÖNIJ3STR. 17 amn botenbUnd ein Jubel und eine Freude! Auf dein ganzen Hadar Hakarniel, besonders auf der Herzlstrafle. einem ganz breiten, kilometerlangen Boulevard, wogte es bis in die späte Nacht hin und her. Kaum zum Durchkommen. Die ('afes und alle Gaststätten überfüllt. Wie und wo die Leute aber nächtigten, möchte ich wohl wissen. Von manchem hörte ich. daß sie einfach in offenen Autos die Nacht zubrachten, oder in den öffentlichen Gärten. Ueberall blau-weifle Fahnen und Fähnchen mit dem Mögen Doyid. Triumphbögen mit unzähligen elektrischen Lichtern. die ganz große Fassade des Technikums herrlich illuminiert, in dessen Hof die Versteigerung der Erstlinge vor sich ging. Auf den Straßen wurde begeistert die Horra — der jüdische Nationaltanz — getanzt. So viele Araber sah man auch als Xuschauer dabei. Und „Schalom. Schalem. Schalom“ auf der ganzen Linie. Man wünscht sich nur, daß daran auch unsere Freunde in der Heimat hätten teilnehmen können oder zum wenigsten den „Schalom“ ebenso hätten, wie die Menschen hier. stand und Ehrenvorsitzenden Sanitätsrat Dr. Emanuel Weil. Nie wird vergessen werden, was dieser edle Mann in hingebender Tätigkeit für den Verein geleistet. Der Vorsitzende konnte hierauf von einem normalen Verlauf des letzten Geschäftsjahrs berichten. Es wurden, "ie beabsichtigt, zehn neue Zimmer ausgebaut. Besetzt war das Asyl von 41 Personen (17 Männer upd 24 Frauen). Ein weiterer Zugang von vier Personen wird in den nächsten Wochen erfolgen, worauf das Haus voll belegt ist. Besonderen Dank zollte der Vorstand der Schwester Oberin, deren tüchtige Leitung es ermöglicht, den Pfleglingen der Anstalt auch in diesen schweren Tagen einen angenehmen, friedvollen Lebensabend zu bereiten. Begreiflicherweise gebe es neben vielen Zufriedenen auch manche Unzufriedene. Aber er könne versichern, daß allen Beschwerden auf den Grund gegangen werde: es zeige sich dann stets, wie wenig sie begründet seien. Auf eine Anfrage Max Os t erbe r g s , ob die hochanzuerkennende sparsame Wirtschaftsführung nicht auf Kosten der Pfleglinge ermöglicht werde, wurde festgestellt, daß dies in keiner Weise der Fall sei, und daß auch in Hinsicht der Kost keine Klagen vorliegen. So konnte der Bericht des Vorstands, wie der vervielfältigt vorliegende Kassenbericht mit größter Befriedigung entgegengenommen werden. Dem Ausschuß des Vereins und insbesondere dem Vorsitzenden, Dr. Ottenheimer, gebühren für die umsichtige Leitung wärmster Dank, und Anerkennung. Zum Schlüsse gelangte noch ein Brief des 2. Versitzenden. Isaak Israel, Ileilbronn, zur Verlesung, in dem er in Rücksicht auf seine angegriffene Gesundheit um Entbindung von seinem Amte nachsucht. Dr. Ottenheimer rühmte mit warmen Dankesworten das segensreiche Wirken des 2. Vorsitzenden und gab der Hoffnung Ausdruck, daß seine baldige Genesung es ihm in nicht zu ferner Zeit ermöglichen möge, wieder tatkräftig für das Asyl zu wirken. Von einer Veröffentlichung einzelner Zahlen aus dem Verwaltungsbericht möchten wir ubsehen. nur das eine sei festgestellt, daß alle Ausgabeposten gege nüber den früheren Zahlen eine Eiimäßigung aufweisen. Die Kosten des Ausbaus wurden durch freiwillige Spenden gedeckt. .Möge das Asyl, eine Schöpfung, auf die unsere Religionsgemeinschaft mit Stolz blicken kann, für seine Pfleglinge eine Stätte friedvollen Verweilens nach oft so hartem Lebenskampf sein und bleiben. M. O. 9Ceii&coatt Stuttgarter jüdische Jugend und Berufsumschichtung. Seit kurzem besteht hier eine besondere Arbeitsgemeinschaft hiesiger Jugendbünde für Berufs Umschichtung. Ihre Aufgaben sind: 1. Die Zusammenfassung der auf Hachscharuh befindlichen jüdischen Menschen in Stuttgart und Umgebung, sowie solcher, die beabsichtigen, in absehbarer Zeit eine Berufsumschichtung vorzunehmen, insbesondere auch soweit sie bisher einem Jugendbund nicht angehörten. — Unter „llachscharah“ ist die Vorbereitung auf einen landwirtschaftlichen oder handwerklichen Beruf, insbesondere für Palästina, zu verstehen. 2. In engster Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen vermittelt diese Arbeitsgemeinschaft angesichts der Notwendigkeit der Berufsumschichtung die Beschaffung von Hachscharahstellen. nach welchen andauernd eine starke Nachfrage besteht. 3. Die inderen Aufgaben der Arbeitsgemeinschaft sind: Die Erziehung derer, die sich für Palästina vorbereiten, für das jüdische Leben in Palästina: die Erlernung der hebräischen Sprache ist Pflicht für jeden Einzelnen. Man beschäftigt sich mit allen Palästina berührenden Fragen. Der für das Lehrhaus geplante palästinakundliche Kurs wird daher lebhaft begrüßt, an ihm werden die Mitglieder geschlossen teilnehmen. Ebenso nehmen sie an den bereits stattfindenden hebräischen Kursen teil. 4. Zu den Aufgaben der Arbeitsgemeinschaft gehört vor allem auch die Behandlung aller Fragen der ihr angehörenden Menschen, wozu die stattfindenden Zusammenkünfte und Fahrten dienen. Nach Beendigung der llachscharah. die in der Regel 1 bis 2 Jahre beansprucht, erfolgt die Zuteilung eines Zertifikats durch die Zentralstelle des ..Hechaluz“ in Berlin. Da für die auf H a ch - scharah vorbereiteten Menschen die Erlangung eines Zertifikats zur Einreise nach Palästina unerläßlich ist, steht die Arbeitsgemeinschaft in ständiger Verbindung mit dem „Hechaluz“. — Es werden daher alle, die beabsichtigen, auf Hachscharah zu gehen, aufgefordert, sich der A rbeitsgemeinschaft anzuschließen. Anmeldung und Auskunft bei Bernhard Neumann, Stuttgart-O, Hackstraße 7 (Tele- Ehon 425 98). Anmeldung zum hebräischen Kurs ei der Israel. Gemeindepflege, Hospitalstraße. Aus den Qememdm lüiuttemUe^s. Stuttgart. Die Mitgliederversammlung des Israel. Landesasyl - und Unterstützungsvereins für Württemberg e.V. am 25. Juni wurde eingeleitet durch einen warmherzigen Nachruf des Vorsitzenden, Rechtsanwalt Dr. Ottenheimer, auf den im Laufe des Vereinsjahrs verschiedenen langjährigen VoriPf€y fiarae chcadcr a. Hartl. Tai. 4SI* Die schönsten und MUigsten SUunten von Feine Briefpapiere Büro-Artikel aller Art Büromaaekinen - Büromöbet SpeztalUAi, Füllhalter CHOLL NACHF. Wasch und PutxmHtel Damenu. Harren-Salon SpszIalltJt! Da uor-, Wsmr u. 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