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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1933-01-01 · X. Jahrgang Nr. 7 · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
X (1933-1934)
Issue
X. Jahrgang Nr. 7
Date
1933-01-01
Page
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'Jleuestes in JCäcae. (i.t.a.) Inland. t-'iner soeben ersdiienenen Verordnung infolge haben die ] citer iämtlidier PrivaUdiulcn (allgemein bildende Volks-, Mittel- und höheren Sdiulen; Sprathschnlen. Vorbereilungsanstalten, Kunstsdmlen: Tanz-, Ballett-, Gymnastik-, Turn-, Theater- und Filmsdiulen) sowie alle Inhaber von Unterrutiiserlaubnissdieinen bis zum 1. August dem zuständigen '.liuirat ihre arisdie oder niditarisdie Abstammung sowie jhre deutsdie oder niditdeutsdie Staatsangehörigkeit nadizuweisen. Die bisher in Mannheim bestandene Volkshodixihiilc wird in eine „Deutsdie Sdinle" umeewandelt. Infolgedessen wird ,udi die der Volkshodisdiule angefrliedrrte „Bernhard .ihn-Lesehalle“ aufrclöst, zu deren Unterhaltung der New •sirker Bankier und gebürtige Mannheimer Kahn bisher inen bedeutenden Zusaiufi gegeben hatte. Wie das „Israelitische Familienblatt** mitteilt, hat Reichspräsident von Hiodenburg die Ehrenpatenschaft über den am 9. Mai ds. Js. als achtes lebendes Kind geborenen siebenten Sohn des Herrn Michael Jerochim-Berlin übernommen. Der Herr Reichspräsident hat den Eltern des Kindes seine herzlichsten Glückwünsche ausgesprochen und für das Kind eine Ehrengabe gespendet. . Am IV Juni wurde in Berlin der „Rcichsrcrband des Jüdischen Mittelstandes" gegründet. Dem bei vielen Tausenden von Geschäftsleuten. Gewerbetreibenden und Angehörigen der freien Berufe infolge der Entwicklung im letzten Halbjahr entstandenen Wunsch nach engerem wirtschaftlichen /usammenschluK ist durch diese Gründung Rechnung getragen worden. Im Zusammenhang mit den Meldungen über die Nichtzulassung von Juden zur Promotion an preußischen Universitäten teilt der Rektor der Universität Frankfurt a. M.. Professor Kricck. mit. daß diese Nachricht für die Frankfurter Universität nicht zutreffe. Somit besteht nur noch an der Universität Breslau vorläufig ein Promotion verbot für Juden. Wie der „Völkische Beobachter** mitteilt, soll an der Universität Leipzig ein Lehrstuhl für Rassenkunde errichtet und zu Beginn des nächsten Semesters besetzt werden. Ein erster Einführungskurs in die Rassenkunde für Aerzte findet im Oktober statt. Wie der Dortmunder „Generalanzeiger** mitteilt, bat der Dortmunder Polizeipräsident den Verein selbständiger jüdischer Handwerker Dortmund-Stadt und Umgegend auf Grund des I 1 der Verordnung des Herrn Reichspräsidenten vom 28. Februar IW verboten. Wie dem „Israelitischen Familienblatt** aus Leipzig berichtet wird, sind dort 200 jüdische Angehörige des sogenannten ambulanten Gewerbes (Markthandel) mit ihren Familien in stärkste Not dadurch geraten, daß es ihnen unmöglich gemacht wird, auf Märkten und Messen fernerhin Ware zu verkaufen. Seitens der zuständigen jüdischen Stellen sind die notwendigen Maßnahmen unternommen worden. Die „Vossische Zeitung** meldet: Der Hauptausschuß des Münchener Stadtrats hat einstimmig beschlossen, die Grabdenkmäler der Novemberrevolutionäre Kurt Eisoer im Ostfriedhof und Gustav Landauer im Waldfriedhof sofort entfernen zu lassen. Dib beiden Ascheurnen sollen der israelitischen Kultusgeroeinde zur Verfügung gestellt werden. Im Zusammenhang mit der Ausschaltung jüdischer Konfektionsfirmen bei der Belieferung der Kommunalbebörden mit Bekleidungsstücken für Wohlfahrtserwerbslose wird in einer Zuschrift an das ..Berliner Tageblatt** der Nachweis versucht, daß der gegen die jüdischen Firmen erhobene Vorvurf, minderwertige Ware geliefert zu haben, unbegründet sei. Im Anschluß daran wird die Frage aufgeworfen, ob nicht in Analogie zum Beamtengesetz diejenigen jüdischen Firmeninhaber die Frontkämpfer gewesen sind, als Inhaber eines „deutschen Geschäfts** anerkannt werden sollen. Ausland. An dem Begräbnis des in Jerusalem plötzlich verstorbenen bekannten amerikanischen Kantors Joselle Rosenblatt haben 6000 Personen teilgenommen. Die jüdischen Kreditkooperativen Palästinas haben beschlossen. einen Fonds von 9000 Pfund aufzubringen, der zur Gewährung von Aufbaukrediten an deutsche Juden bestimmt ist. Der bekannte jüdische Bankier Bernhard Baruch ist als wirtschaftlicher Berater des Präsidenten Rooscvelt Mitglied der. amerikanischen Regierune ohne Portefeuille geworden. Bernhard Baruch, der zur Zeit der Wahl des Präsidenten Roosevelt zum Staatssekretär für die Finanzen ausersehen war. gilt als einer der hervorragendsten Autoritäten auf wirtschaftlichem Gebiet in den Vereinigten Staaten. Der ehemalige Direktor des Deutschen Volkstheaters in Wien. Dr. Rudolf Beer, hat in Wien einen Tonfilmpalast gepachtet, der zu einem Theater umgestaltet wird, auf dem im Herbst mit einem Ensemble hervorragender Bühnenkünstler Schauspiele zur Aufführung gelangen sollen. Dem Ensemble wird auch die jüdische Schauspielerin Elisabeth Bergner angehören. Bei der in Warschau stattgefundenen Internationalen Solotanzkonkurrenz hat die jüdische Tänzerin Ruth Sorel- Abrahamowitz. die bis vor einiger Zeit als Solotänzerin an der Berliner Oper engagiert war. den vom Präsidenten der polnischen Regierung gestifteten ersten Preis von 3000 Zloty errungen. Im Sheldonian Theatro in Oxford fand in Gegenwart des § «samten Professorenkollegiums der Oxforder Universität ic Promotion Max Reinhardts zum Ehrendoktor des bürgerlichen Rechts statt. Die Ebrendoktorwürde ist die höcnste Auszeichnung, die die Universität Oxford zu vergeben hat. Beim Vizekanzler der Universität fand zu Ehren Reinhardts ein Dinner statt. Die medizinische Fakultät der Belgrader Universität hat beschlossen, den früheren Leiter des Berliner Krebsforschungsinstitnts Dr. Ferdinand Blumenthal als Professor an die Fakultät zu berufen. Wie der Warschauer Tageszeitung \ „Hajnt" mitgeteilt wird, ist an den früheren Polizeivizeprioitdenten von Berlin. Dr. Bernhard Weiß, der sich gegenwärtig in Prag aufhält, seitens einer Reihe amerikanischer Städte die Einladung ergangen, nach Amerika zu kommen, um die Polizei in den betreffenden Städten nach dem Muster der Berliner Polizei zu organisieren. Das von den beiden jüdischen Gempindeverbänden in Holland eingesetzte Komitee für jüdische Interessen beabsichtigt, gemeinsam mit dem jüdischen Frauenbund während der Sommermonate 400 Kinder deutsch-jonischer Familien bei jüdischen Familien in Holland unterzubringen In Betracht kommen Knaben und Mädchen im Alter von sechs bis fünfzehn Jahren. Am Begräbnis des jüdischen Juweliers Norbert Futterweit, der bei dem gegen sein Geschäft verübten Bombenanschlag ums Leben gekommen ist, haben 9000 Juden teilgenommen. Der Präsident der Wiener Isr. Kultusgemeinde Dr. Desider Friedmann hielt eine Ansprache, in der er darauf hinwies, daß Futterweil zu Kriegsbeginn als Kriegsfreiwilliger in die österreichische Armee eingetreten sei und vier Jahre lang än der Front gekämpft habe. Am 18. Juni wurde der am 16. Juni erschossene Leiter der Palästina-Executive der Jcwish Agency Dr. C h a i m Ar- I o s o r o f f in Tel Awiw unter ungeheurer Beteiligung der Bevölkerung zu Grabe getragen. Die Straßen, durch die sich - 65 - s der Lcichenzug zum Friedhof bewegte, waren von dichten Menschenmassen eingesäumt. 30 000 Menschen, unter ihnen hohe Regterungsbeamte und das gesamte Konsularkorps von Tel Awiw, folgten dem Sarge. Zum Zeichen der Trauer war etne eintägige Arbeitsruhe angeordnet worden, auch sämtliche Schulen blieben geschlossen. Dr. Felix Rosenblütn, mit dem Dr. Arlosoroff sein letztes Gespräch geführt hat. unmittelbar, bevor er den verhängnisvollen Spaziergang am Strand von Tel Awiw antrat, mit, daß sich Dr. Arlosoroff mit ihm eingehend über Probleme des bevorstehenden Zionistenkongresses und über den von Arlosoroff aufgestellten Plan eines großzügigen Palästinawerks zur Ansiedlung deutscher Juden unterhielt. Ob die bisher festgenommenen Personen, die der zionistisch-revisionistischen Partei angeboren, die Mörder sind, konnte noch nicht bestimmt festgestellt werden. Beschlüsse der Reichsvertretung deutscher Juden. Die Reidisvertretung der jüdischen Landesverbände Deutschlands erörterte im Anschluß an zur Einigkeit mahnende ßegrüßungsworte des Präsidenten. Kammergerichtsrat Wolff, die Grundlagen für die politische Arbeit der Reichsvertretung; es wurde in einer F.ntsdiließung ausdrücklich festgestellt, daß keine der jüdischen Richtungen irgendwie eine unterschiedliche staatsrechtliche Behandlung anderer Richtungen verlangen dürfe. Die weiteren Beratungen galten Fragen des inneren jüdischen Lebens, besonders dem Stande der Schulfrage. Von mehreren Seiten wurde die Krrichtung eines Bildungsamts bei der Reichsvertretung als zentraler Stelle für alle Schulangelegenheiten angeregt. Das Präsidium wurde beauftragt, bis zur nächsten Sitzung die Schaffung eines derartigen Rildungsumts vorzubereiten. Besonderer Wert wird darauf gelegt, daß die politische Arbeit in engster Zusammenarbeit mit den großen jüdischen Verbänden erfolgt. Deren Führer sollen in einem eigenen Ausschuß der Reichsvertretung zu gemeinsamer Arbeit zwecks Wahrnehmung der Interessen der jüdischen Gesamtheit zusammengefaßt werden. Sabbath-Schutzbestimmungen in preußischen Schulen. Vom Preußischen Landesverband gesetzestreuer Synagogengemeinden wird mitgeteilt. Oskac Jieckec Offenbacher Lederwaren nur noch CAadottenstc. 2 daß in verschiedenen Schulen des Landes die Geltung der Bestimmungen über die Befreiung vom Schulbesuch am Sabbath bzw. vom Schreiben usw. in Frage gestellt war. Auf Vorstellung hat der Minister für Wissenschaft. Kunst und Volksbildung die Weitergeltung der Bestimmungen bestätigt. Darnach kann jüdischen Eltern, welche aus religiösen Motiven ihren Sohn (Tochter) um Sonnabend ganz oder für die Stunde des Gottesdienstes vom Schulbesuch entbunden zu sehen wünschen, die gebührende Berücksichtigung nicht versagt werden. Auch jüdische Schüler sind auf ausdrücklichen Wunsch der Eltern um Sonnabend vom Schreiben lind Zeichnen zu befreien. Tleue Jbichee. Der „Große Brockhaus“, Band 14 Osu—Por. Der vorliegende Band ist ein neuer Beweis für den praktischen Wert des „Großen Brockhaus“. Ein jeder ßrockhausband ist eine Welt im Kleinen, die zu studieren man nicht müde wird. Welche Anregungen der „Große. Brockhaus“ vermitteln kann, das erfährt besonders der „schmökernde Leser“. Da gibt es kein Gebiet, über das nicht eingehend und aktuell berichtet wird. Wer sich z. B. für Palästina ilim a.Q. Adolph Moos Wiaobu- ». Aaaatattaa§a§aaakUt Fabrikation von Leiband BatfSacb« Bett« — Matratarn — Gardinen Anfertigung Tcppkfw — Vorlagen BAHNHOFHOTEL Inh.; Barlogar BestgefUhrtes Haus Täglich Treffpunkt des Israel. Lesevereins Otto- SeMoedt' Kondltorol und CafO Mohranköpfle Bei Nervosität, InsMssi, Appetitlosigkeit trinke man ■•BIOsKRAFT* wohlschmeckendes, weinartiges Getränk */» Liter Flasche.RM. 2. — In allen Apotheken erhältlich KRO N-APOTH KK E, ULM TauioiT STM BnUais. Mia» dt»» fcrtsUmt Varaand n. anaarlrta IptL: Hi 1. CfMM Ukdrfabrlfc FRIEDRICH Leonhardt 83 Jahre In Ulm Laotestr.34 ALBERT WIELAND linieret. 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