Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- X (1933-1934)
- Issue
- X. Jahrgang Nr. 5
- Date
- 1933-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
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versinnbildlichen soll. Das Werk, für großes modernes Orchester — mit all seinen Strauß'sthen khingwlindern — geschrieben, ist zugleich eine lohnende Aufgabe für den Dirigenten. Geht man nun zu Werken mit jüdischem Milieu aus nichtbiblischer Zeit über, so ist Halevis ..J ü d i n“ z i nennen, deren Inhalt als bekannt vorausgesetzt werden darf. Die Oper erzwang sich durch ihren dramatischen Text größte Spannungswirkungen und steht auch jetzt noch auf dem Repertoire mancher Bühne. Die ..Jüdin“, die ja eigentlich gar keine ist. wurde vor hundert Jahren komponiert. Die Handlung der Oper spielt 1414 zu Konstanz, in einer Zeit schwerster jüdischer Bedrängnis, ähnlich unserer heutigen. Im Anschluß hieran folgen Werke mit einzelnen jüdischen Typen. So findet man eine Volks ..per des Böhmen Karl Weiß ..Der polnische J i, d e". Der Mord an einem solchen und seine siijlme bild-rn den aufregenden Inhalt des Stückes. Auch Waltershausen mit seinem Opus 17. ..Der Rauhensteiner Hochzeit“, muß liier erwähnt werden. Es kommt darin ein Jude Lebelang vor. den der Dichterkomponist als wucherischer Charakter und besonders unsympathischen Menschen zeichnen zu müssen glaubte, wendet man sich ein Jahrhundert zurück, so findet man in Mar-ahners ..Templer und J ii d i n" einen Stoff, in dem ein Jude Isaak und -eine T.-chter Rebekka die Geschehnisse ent- - h.-idc 1-d weiterflechten. Die Handlung ist dem ‘■.■kennten >i ott*then Roman ..Jcanhoe“ entnommen. Endlich bringt auch Maseagni in seinem Er. und ritz.“ einen Rabbiner auf die; :--in . ’-.-s.-n i.e-mlt sympathisch wirkt. \ Mir!'!i v -i-t auch die leichtgeschürzte Muse, ii,!>;: -.eite, jüdische Gestalten auf. Wir alle - 50 - kennen Herrn Wolf Bär Pfefferkorn aus Meister Lehars 1902 entstandenem „R a s t e 1 b i n d e r“. Diese ungemein sympathische Figur verdanken wir dem Textdichter Victor Leon, der eigentlich Spitzer heißt. Aber auch Franz Lehar hat mit seinen echt jüdischen Klängen teil an der Wirksamkeit dieser dankbaren, schon fast klassischen Rolle und Episodenfigur. Zurückblickend gewahrt man eine andere heitere Type in Herrn Mydas aus der ..Schönen Galathce“ von Suppe. Diese Rolle stellt den Juden in der Karikatur dar in der Gestalt eines Kunstmäcens. wie er n i <h t sein soll, wichtigtuerisch, in Sprache und Bewegung zu Uebertreibungen neigend. Viel sympathischer hingegen, ein gutmütiger, doch witziger Typ. dabei findiger Kopf, ist Herr Jaimkel aus Jean Gilberts „Spiel um dieLieb e“. Der jüdische Komikertyp der Jetztzeit, dessen Vorläufer im Herrnfeldtheater zu finden ist. bot in Siegfried Arno und Felix Bressart zwei Prominenzen allerersten Ranges. Die von ihnen geschaffenen jüdischen Gestalten in modernen Operetten atmen angenehme und eigenwillige Kulissenluft, so zum Beispiel in Benatzkis reizender Kammeroperette ,.M eine Sch weiter und I di“, wo Bressart die Rolle des Schuhwarenhändlers Filosel auf jüdische Art. einfallsreich und überwältigend komisch darstellt. Zum Schluß nenne ich noch zwei weitere jüdische Gestalten. Mussorgskis Klavierwerk „Bilder einer Ausstellung“, instrumentiert und 1925 iin Breslauer Opernhaus als Ballett aufgeführt, zeigt im sechsten Bild Herrn Samuel Goldenberg und Herrn Sdimuyle — der eine reich, der andere arm — sich zankend. Die dazugehörige Musik zeigt synagogalen Einschlag. Es ist interessant, aus diesem Leberblick fest- PAUI BRENNER STUTTGART Nikolausstraße Nr. 15-19 Fernsprecher 406 57 Roh bauarbeiten Schreiner- und Glaserarbeiten zustellen, daß die Juden auf der musikalischen Bühne — von wenigen Ausnahmen abgesehen — längst nicht so böswillig verzerrt sind, wie z. B. in manchem Drama oder Roman. Man pflegt sie musikalisch in ihrer wahren Gestalt zu beleuchten, je nach der Auffassung, nicht geschmeichelt. aber auch nicht entstellt. Aus der jüd. Märchen' und Sagenwelt. Stufen der Menschlichkeit. Die Pest wütete in Polen. Sie hielt eine furchtbare Ernte. Angst lähmte die Kraft zum Widerstand. Der Rabbi von Sassow aber ging furchtlos in die Häuser der Leidenden. Unbekümmert um sein Leben half er den Kranken und tat ihnen die niedrigsten Dienste. Man warnte den Rabbi. Er aber erwiderte den Warnern: Wer nicht die Kraft hat. mit seinen Lippen den Eiter aus den Beulen der Pestkranken zu saugen, steht noch auf der untersten Stufe der Menschlichkeit. . Der Rabbi war siech und krank, und doch ließ er es sich nicht nehmen, tagtäglich um Mitternacht aufzustehen, um das Mitternachtsgebet, zu 9leMw4m u.H. Fleinerstratze 35/37 liaaiHriBPMgMaaeiaiadRBMBMaBi Tennis-Artikel Empfehlen Sie diese Rubrik weiter! 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