Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- X (1933-1934)
- Issue
- X. Jahrgang Nr. 5
- Date
- 1933-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
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flcrrcahcmica aadiNM Tadelloser Sit* billige Freie# Mrrttt m 4er HMK auitwbr«—w BohntioSetroao Nr. IM, Baltestelle WoltraaistraBe Kuufmann und Mensdi die hohe Wertschätzung weiter Kreise genießen durfte. Er war die Seele seiner Firma, die sich in der Geschäftswelt höchsten Ansehens erfreut. Die überaus zahlreiche Beteiligung aller Kreise an der Beerdigung zeugte für die Svmputhie. die dem aufrechten, in seiner soliden Lebensauffassung ' vorbildlichen Mann überall entgegengebracht.wurde. Sein Andenken wird stets in hohen Ehren gehalten werden. Heilbronn. Vor kurzem wurde Frau Emma S t o I) e z k i zu Grabe getragen. Rabbiner Dr. Bainberger. Stuttgart, entwarf in seiner Trauerrede das Lebensbild der Entschlafenen, deren schweres Erdendasein von aufopfernder Liebe für ihre Familie erfüllt war. Lehrer F 1 a m in fand als Freund des Hauses Stobczki besonders ergreifende Worte für die \erstorbene. die den Ehrennamen einer „Esches chajil" verdient. Ihr Andenken wird zum Segen gereichen! Laupheim. Nach vorausgegangener Auflösung des Jugend Vereins hat sich vor kurzem unter dem Namen „Deutsch-jüdischejugendg e. in e i n s ch a f t Lauphei m" ein neuer Verein gebildet, der die Jüdische Gemeinde für Sumstug. den 15. Mai. zu einer Feier eingeladen hatte. In dem außerordentlich guten Besuch dieser Verunstaltung dokumentierte sich die innere Verbundenheit der Gemeinde mit der neuen Jugendorganisation. deren Vorstandschaft den Versammlungsraum im „Hotel zum Kronprinzen“ würdig uusgestuttet hatte. Alle Tische waren mit freundlichen Blumen geschmückt und über der Tribüne hing Max Liebermanns Bild „Den Müttern der Zwölftausend“. Rudolf Kurz begrüßte die Anwesenden und zeigte den Werdegang des neuen Vereins auf. Paul und Rudolf Bergmann trugen ein Musikstück für Klavier und Violine vor, und Ruth Bergmann rezitierte einen stimmungsvollen Prolog. Sodann hielt Lehrer Silberm a n n ein ausgezeichnetes Referat über „Jugend und Gemeinde“, das in einem packenden Bekenntnis zur jüdischen Gemeinschaft gipfelte. An den Vortrag schloß sich die Bekanntgabe des Programms der Arbeitsgemeinschaft durch Fritz Hofheimer, dann wurde die Diskussion eröffnet. Simon L. Steiner wünschte der Jugendgemeinschaft als Vorsitzender des Vorsteheramts erfolgreiche Arbeit und versprach wärmste Unterstützung der Gesamtgemeinde. Jonas Weil als Vorsitzender der C.-V.-Ortsgruppe und Frau Marco Bergmann als Vorsitzende des Frauenbunds sprachen sich in gleichem Sinne aus. Ludwigsburg. Am 50. Mai durfte unser ältestes Gemeindemitglied, Hermann Kahn, in voller körperlicher und geistiger Frische seinen 80. Geburtstag begehen. Der Jubilar ist noch heute ein fleißiger Besucher des Gottesdienstes und ist in allen Kreisen beliebt und geachtet. Möge ihm auch weiterhin ein gesegneter Lebensabend beschieden sein! Ludwigsburg. Kurz vor der Vollendung des 80. Lebensjahres verschied am 6. Mai Jakob ötlenheimer, der es verdient, an dieser Stelle nochmals Erwähnung zu finden. Jakob Ottenheimer kam mit seinem Vater und seinen vier Brüdern vor 60 Jahren von Gemmingen nach Ludwigsburg, wo sich die Familie bald die Wertschätzung weiter Kreise erwarb. Der Verstorbene war ein Mann voll tiefer Religiosität. Sein Andenken wird stets in Ehren gehalten werden. Rottweil. In außergewöhnlicher körperlicher und geistiger Frische feierte am 22. Mai Frau Esther Rothschild. Witwe des Budidrukkereibesitzers und Zeitungsverlegers Moritz Rothschild, ihren 80. Geburtstag. In vorbildlicher Weise erzog die Jubilarin ihre sieben Kinder — fünf Söhne und zwei Töchter — und unterstützte ihren Gatten noch bei der Buchführung und bei der Herausgabe der „Schwarzwälder Bürger- Zeitung“. Vier Söhne zogen in den Weltkrieg, drei wurden Offiziere, einer fiel als solcher im Kampfe fürs Vaterlands Ein Sohn lebt seit dreißig Jahren in Amerika. — Die Jubilarin ist in allen Kreisen unserer Stadt geachtet und beliebt; ihre tiefe Religiosität ließ sie auch die schweren Tage ihres Lebens standhaft überwinden. Bis in ihr hohes Alter hat sie sich einen erfrischenden Humor bewahrt. Ihre Mildtätigkeit ist weithin bekannt. Täglich liest sie ohne Brille die vielen im Zeitungsbetrieb einlaufenden Zeitungen, verfolgt sie mit größtem Interesse die Vorgänge in Welt, Politik und Wirtschaft. Durch eine umfangreiche Korrespondenz hält sie die Verbindung nicht nur mit ihren vielen Verwandten sondern — 49 - auch mit den vielen Bekannten und Freunden aufrecht. Mögen der Greisin noch viele Jahre in Gesundheit und Freude im Kreise ihrer Familie und der hiesigen Gemeinde beschieden sein! Seuitteton. Jüdische Gestalten auf der musikalischen Bühne. Von Julius Sachs. So groß der Anteil der Juden an der Entwicklung der musikalischen Kultur auch ist, so verwunderlich ist die Tatsache, daß es bis jetzt noch kein einziges Werk gibt, das den jüdischen Menschen auf der Opernbühne skizziert hat. Man kann durch die ganze Menschheitsgeschichte hindurch verfolgen, daß das Theatralische immer eines der stärksten volksbildenden Elemente gewesen ist, allerdings auch manchmal volles verhetzender Tendenz. Ich glaube deshalb, daß es allgemein interessieren wird, wenn ich in meinen folgenden Ausführungen einen Ueberblick über die wichtigsten jüdisdien Gestalten bringe, die in Opern, Operetten und sonstigen mit Musik verbundenen Theaterstücken Vorkommen. Die abendländische Musikentwicklung besitzt Opern, in denen sich das Judentum in biblischen Stoffen offenbart. Es gibt weiterhin Werke mit ausgesprochen jüdischem Milieu; ferner Werke, in denen nur eine jüdische Gestalt im dramatischen Zusammenhang erscheint; endlich Werke mit karikierendem Einschlag, wie sie in der Operettenentwicklung älteren und jüngeren Datums zutage tritt. Nimmt man zunächst Gelegenheit. Opern mit rein biblischem Stoffe, also ganze biblische Vorgänge festzuhalten, so sei zuerst auf die Oper „K a i n“ von Eugen D’Albert hingewiesen. Auch Felix Weingartner schrieb £ine Oper „Kain und A b e 1“. Von Michael Gnessin, einem Schüler Rimski Korssakofs, der zu der Gruppe national jüdischer Komponisten in Rußland gehört, besitzen wir eine Oper, „Die Jugend Abraham s“. Weitaus bekannter ist die bibl. Oper.ijosef in Aegypten“ von Mehul. Hier ist die Handlung unverfälscht die allgemein bekannte Geschichte von Josef, und zwar die Begegnung mit dem Vater und den Brüdern. Das Werk kommt ob seiner gehaltvollen Musik noch öfter auf die Bühne. Schade ist nur, daß der dramatische Höhepunkt, nämlich die Erkennungs- FARBENFOTO-BILDNISSE nieM teurer eie oewöhnliotie Fotoe FARBEN-FOTOGRAFIE WIST1NMLDKR ATELIER UND AUSSTELLUNG MarlenetraBe 3ea f Telefon 03984 CI m Hauee Mode - Fratch) sz.ene ohne Musik ist. also nur gesprochen . wird. Einen biblischen Stoff suchte sich auch Rossini mit seinem „M oses" heraus. In seiner bekanntesten Oper „S a-m son und Dalila" führt Camille Saint-Saens den Hörer in die Kämpfe der Hebräer mit den Philistern. Und Carl Goldmarks erster großer Erfolg war die „Königin von Sab a“, deren Liebesgeschichte zu Salomos Zeiten spielt. Daß auch von Gounod eine Königin von Saba existiert, dürfte hiebt allgemein bekannt sein. Ebenso seien Rubinsteius ..M akkab ü e r“ genannt. Diese Oper, die die Kämpfe der Juden gegen die Syrer behandelt, ist längst vergessen. Auch ein 1842 erschienener „Nebukadn e z a r“. Verdis dritte Oper, streift jüdisches Gebiet. Das Werk schildert den Gegensatz zwischen dem durch Nebukadnezar vertretenen Heidentum und der zarten Gottgläubigkeit der Juden. personifiziert durch den Hohen Priester Zacharias und König Ismael von Jerusalem. Arthur Neiser schildert in seinem Verdi-Werk „die Musik fast wie aus altisraelitischen Tepipel- (resängen entlehnt“. Eine Oper von auserlesener Schönheit! Die Lebersicht darf nicht geschlossen werden, ohne Strauflens „S a 1 o m e“ Erwähnung zu tun. Diesem erfolgreichen Werk liegt Qskar Wildes bekanntes Drama zugrunde. Hier kommen in einer Szene fünf Juden vor. die als zanksüchtig dargestellt sind, aus dem Motiv heraus, die Person des Propheten Jochanaan desto leuchtender hervortreten zu lassen. Immerhin ist die Zanksucht dieser Gestalten nicht bösartig gemeint. sie wirkt durch das unangenehm kreischende eher etwas unfreiwillig komisch. Wie aus der Partitur zu ersehen ist und wie die Regieanweisungen bei einer Probe, der ich beiwohnte, erkennen lassen, sind diese Rollen musikalisch und darstellerisch ungemein schwierig auszuführen. Richard Strauß nahm sich noch einen biblischen Stoff zur Vertonung, die „J o - sefslegend e“. Zu dieser Ballettpantomime schrieb der Komponist eine sieghaft reine Musik, die gewissermaßen die Reinheit Josefs im Gegensatz zu der Lüsternheit von Potiphars Frau CxutHsUUt0' WrW RICHARD SCHNEIDER DAMEN- UND HERREN-FRISEUR BAHNHOFSTRASSEf7 BAUGESCHÄFT Ernst Schüler Neubau - Umbau - Reparaturen Denneratr. 5® - Telefon 52942 Carl Menner Bauschlosserei lutillittn / VuwnidBt CANNSTATT larbtnls 52, Tillfii 51124 Alle einsdilägigen Artikel aus der Kannen~Drogerie Kräuterhaus EMIL BRENNER, Seelbergstr. 2 Mitglied des Rabattsparvereins Stuttgart —— Simmendiiifier Das Fachtleechgft für a|le Qummiwaren u. Artikel zur Krankenpflege In Cannstatt, Schlllerstr. 1« Hermann Knoter Gas und Wasser Sanitäre Antagen Zentralheizungen Bauftasdmerei Ctnistibtr.42 44.Til.5155* £udwias&uca Elektro- und Radiohous OTTO LOCHMANN Secstr. 77. beim HohenioflempUiz z Telefon 5760 in« fir lacto wms uckAfra tm iretcr latwau Kfeaiipunca F. Baomlärtner umm Nachf. J. Helder NCOlMIllCR UmbABlcn BciMU’alDTCR Ludwigsburg, Reithansplatz 21, Telef. 4037 Bürsten- Reichardt m Aneialplati das Spozialgeschflft BANKHAUS BENDER & KRAFT K O M M'A N DIT - GESELLSCHAFT erledigt alte Ihre bankmäßigen Geschäfte prompt u. gewissenhaft X leteDefellerwn. Kohlen / Holz «n gras eh detail Miro und Ligir nur Frow»öRBWtr.11,Toie311 Hcfrtdi Wart TaMeaUstBluMrtr.l« Ausführung sämtlicher Dach- und Asphalt-Arbeiten. Verkauf von Dachpappen. A Carl Beßler staatt. gepr. Optiker und Uhrmacher Ludwigsburg, vord. Schloßsir. t, Telefon 3066 OroEtankstelle Peter Frans oeenstraase 11 Telefon 3911 Wagenwäschen