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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1933-01-01 · X. Jahrgang Nr. 5 · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
X (1933-1934)
Issue
X. Jahrgang Nr. 5
Date
1933-01-01
Page
[Seite] (sequence 7)
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inUKMUlllMMi I »feEemedkra Lceo««ed I sprechen und um Israel zu klagen. Noch nie hatte ihn einer der Jünger bei diesem Beten gesehen. Es war nicht Neugier, sondern heilige Sehnsucht, welche einen der Jünger veranlagte, sich im Hause des Rabbi zu verbergen, um den betenden Meister zu belauschen. Wie erstaunte er, als der Rabbi Bauernkleider anlegte, über den verschneiten Hof zum Keller schritt und sich eine Last Holz auflud. Heber den knirschenden Schnee schritt der Rabbi bis zu einer armseligen Hütte am Ende des Ortes. Hier lud er seine Last ab, und der Jünger erlebte ein wundersames Bild. Der Rabbi trat in die Hütte. Dort lag in frostkalter Kammer ein fieberndes Weib, das ein weinendes Kind an die Brust preßte. Der Rabbi trat an das Bett: „Ich habe eine Last Holz zu verkaufen, mag aber in der Nacht nicht weitergehen — willst du sie mir abkaufen?“ Die Frau antwortete: „Ihr müßt schon weiter wandern, ich. habe keinen Groschen im Hause.“ „So werde ich mir das Geld ein andermal holen. Nehmt nur mein Holz!“ Die Frau widersprach nochmals: „Was soll mir dein Holz? Ich habe keine Kraft, es zu spalten.“ „Dafür laßt mich sorgen,“ erwiderte der seltsame Bauer. Und während er das Holz klein schlug, betete und sang der Rabbi den Anfang des Mitternachtsfebetes. Dann trug er das Holz in die Stube und eizte den Ofen und dabei sang er die zweite Hälfte der Mitternachtsklage. Dann schritt er still, wie er gekommen, in die Nacht hinaus, seinem Hause zu. Der Jünger berichtete aber sein Erlebnis mit den Worten: „Erst damals habe ich verstanden, daß der Rabbi die höchste Stufe der Menschlichkeit erstiegen. Irdisch glich er dem schlichtesten Menschen. Geistig war er ein Engel der dienenden Liebe.“ Von wahrer Liebe. Weinselig saßen zwei Bauern in der Schenke. Sie tranken schweigend ihren Wein. Plötzlich begann der eine zu fragen: „Bruder, hast du mich lieb?“ „Ich liebe dich sehr“, lallte weinschwer der andere. „So sage mir, was mir fehlt; denn, wenn du mich wirklich lieb hast, dann weißt du mein Leid und kennst du mein Glück.“ „Er hat mich die Liebe gelehrt“, so erzählte Rabbi Mose von Sassow. „Nicht das ist die Liebe, daß ich wortreich von ihr rede, denn Liebe ist eine schweigsame Kunst. Das ist die Liebe, daß wir wissen, was dem anderen fehlt, daß wir sein Leid und seine Lust wie eigenes Leid und eigene Lust erleben.“ Aus xLec SpoetweÜ. Bad Mergentheim. Vor kurzem schlossen sich die jüdischen Turnerinnen, die vordem dem Deutschen Turnverein angehörten, zu einer Turngruppe zusammen.„In dankenswerter Weise spendeten fast sämtliche Gemeindemitglicdcr Beträge zur Anschaffung von Matten und Geräten. Rosl Hony-Hirnheimer und F 1 o r i Rosenthal haben sich der Turngruppe als Turnlehrerinnen zur Verfügung gestellt. Ulm. Walter V o 11 w e i 1 e r , der bekannte Mittelstürmer des Ulmer F. V. 1894, den die angesehene Münchner Sportzeitung „Der Fußb a 11“ vor einigen Monaten als „die interessanteste Spielererscheinung des Jahres in derGruppe Südbayern“ bezeichnete und der beim Leipziger Bundespokal.spiel gegen Mitteldeutschland unter hoher Anerkennung der gesamten Sportpresse zum erstenmal als Mittelstürmer repräsentativ herausgestellt wurde, hat seine spielerische Tätigkeit bei Ulm 94 eingestellt und ist Berufsspieler beim Racing-CIub in Paris geworden. Tleue iBüchet. Der „Große Brockhaus“, Band 12, Mai—Mud. Auch der vorliegende Band des „Großen Brockhaus“ ist ein Beweis dafür, daß der Verlag F. A. Brockhaus in Leipzig mit der neuen Herausgabe des „Brockhaus“ einen außerordentlichen Beitrag zur deutschen Kultur leistet. Man muß nur immer wieder staunen, mit welcher eingehenden Sorgfalt jeder Artikel dieses Standardwerks behandelt wurde. Ein besonders eindrucksvoller Beweis für diese Feststellung, sind Jedes Buch durch Buchhandluna . Madr. Stahl Poatstr. » / Tel. ZMM — 51 — die Artikel „Mensch“, „Menschenrassen“ usw., die durch ein zerlegbares Modell des menschlichen Körpers sowie 6 Tafeln ergänzt werden. Für die Zuverlässigkeit des „Großen Brockhaus“ zeugt weiterhin der Artikel „Mond“. Auch hier sind es wieder vortreffliche Aufnahmen — eine große Mondkarte, photographische Aufnahmen der Mondoberfläche usw. — die das Verhältnis der behandelten Materie außerordentlich erleichtern. So können wir auch diesmal wieder unseren Lesern nur wärmstens empfehlen, sich den „Großen Brockhaus“ anzuschaffen. Der Verlag sendet das Heft „Der Große Brockhaus neu von A—Z“ gerne kpstenlos zu. Aus der Gescfi <Tftstrett Die „Raum und Heim**, Ausbau- und Ansstattungsgenossenschaft Stuttgart G. m. b. H., die vor einiger Zeit in Stuttgart Kronprinzstr. 24, ihre Verkaufsräume eröffnet hat verdient das Interesse aller, die auf wahre Wohnkultur Wert legen. Diese Neugründung, deren Zweck Arbeitsbeschaffung und Wiedergewinnung des Groß- Stuttgarter Marktes für die im Ueberflufi vorhandene einheimische, qualitativ hochstehende Arbeiterschaft ist. entspricht auf dem Gebiete moderner Möbelgestaltung weitgehendsten Ansprüchen. Wir verweisen auf die Anzeige.in dieser Nummer. OSad THetgeuiheim Hotel Caf6 Wien Bes.: JOSEF PFRIEM F«lnM Konditor«) - Cat* Groß« Auswahl In Spazialltftttn / Nauzaltl. Haus / Framdsrv zimmsr ✓ Slmtlich* Zimmer mit ZantrtftaJzg. u fllafi. 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