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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1933-01-01 · X. Jahrgang Nr. 5 · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
X (1933-1934)
Issue
X. Jahrgang Nr. 5
Date
1933-01-01
Page
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\ das Verhängnis, das über das deutsche Judentum gekommen, durch eine bejahende Lebenseinstellung dem Mann und der bamilie leichter ertragen helfen. Zeige ihnen, wie man ohne Murren dulden und entbehren kann, wie Gottvertrauen und I.itfbe auch die schwersten Munden verklären. Zuerst gib der eigenen bamilie Seelenkraft. Lebenshalt und dann frage deine Hilfsbereitschaft hinaus zu den jüdischen Menschen, die «ler inneren Aufrichtung und der w irtsdiaftliihen 1 nterstut/ung bedürfen, Eine Gemeinschaft, fes! und innig gefugt, durdi ()j>ferbereitschaft Verblinden. limIf unser deutsches Judentum heute sein. Bedenke alter auch, da!» du. verantwortlich bist der indischen Gesamtheit, dail von deinem Auftreten die Beurteilung des Gesamtjudentumabhängt. Deshalb achte darauf. «lall deine I ebensfuhrung irn grollen wie im kleinen »,-Ibst scharfer Kritik der Lin weit standhaften kann. Jede Gefallsucht, jedes Protzentiiiii sei dir fern. >chiichtcs Kiiiordnen in die l initebuug. Zuruikhabting und Bescheidenheit i't heute höchstes Geltot \uch bei der Berufsutn-chichning und Berufsumbildung der deutsdien Juden. Itei der Ausbildung und der Berufswahl der Jugendlichen kann und soll die brau bewullt mitwirketi. Das Problem der jtidis<hen Hausangestellten - \ii'liildung, Anstellung. Lin- — 48 - Ordnung) ist ausschließlich von der Frauenwelt zu lösen. Die Geringerbewertung des Hausangestelltenberufes anderen Berufen gegenüber muß energisch bekämpft und endlich überw unden werden. Die jüdische brau muß für sich und für ihre Kinder ein neues Lebensideal erstehen lassen, das nicht nach Khre, Geld Und Erfolg geht, sondern das ein Ideal der Verinnerlichung, der Verbundenheit mit den Urkräften des Lebens und der Religion ist. Vielseitige ernste Pflichten sind uns auferlegt, den Alltag zu meistern und der Gemeinschaft zu dienen. Möge sich die jüdische brau in dieser Schicksalsstuude Itewähren! Möge die Prüfungszeit, die wir erleben, uns bereit finden, unser Judentum zu vertiefen und in die Seelen unserer Kinder zu pflanzen. Stärker denn je fühle ich - und sicherlich tausende mit mir «laß die Mission des Judentums noch nicht erfüllt ist. und wir an seiner Krfiillung initberufen sind. An uns liegt es, was wir aus dem Schicksalsschlag, der uns getroffen, machen. Nicht kleinlich verzweifelt wollen wir die Hände ringen, nein, groß werden an Liebe und stark im Glauben. Die Heimsuchung wollen wir aufnehmen als eine Fügung Gottes, aus der wir und unser iudentutn. von .'schlacken ltefreit, reifer und heiliger ervorgelten wollen. ,M. R. Aus den Gemeinden des Landes. Stuttgart. Der „I - r a e 1. ürtsarnirn v erein" und der ..V er ein zur Lnterstüt- / ii n l' h i e ' i g e r u n «1 d u r dt r e i s e n d o r i - t .i r I. \ i in e n". die unter gerne in-ame r Leitung 'teilen hielten am -I. Mai ihre geincin- '«hafllitne M i t g I i e den er ».u in in I u n g ab. Der \ ur-il/rnde. Otto B .1 tu I» e r g e r . eröll nete die \ er'ummlung mit einem wannen Nachruf auf die itu letzten \ ereinsjahr ge-loi benen Mitglieder und gedachte hiebei besonders der g rollen ’»\ ohltatc rin h rau D. A. G u t in a n n . die alles für andere, nichts für -ich begehrte. Die hierauf erstatteten Geschäfts- und Kassenberichte für 19 »2 gäben zu keiner Beanstandung \nlalf. Auch in diesen \ «-reinen macht sich die Not der Zeit durch verringerte Einnahmen und 'teigende Anforderungen geltend. Die an die Armen zu verabreichenden Gaben müssen immer mehr verkleinert werden und reichen kaum ziii Stiftung der äußersten Not. Die Bitte, die Mitgliedschaft zu erwerben und durch reichlichere >peiuleii bitterste Not einigermaßen steuern zu helfen, geht an (Me w eite'ten .K reise. Wir kommen gerne dem an'uns gerichteten brsudien nach, unseren Lesern die Bitte zu unterbreiten. Helfe jeder, d e r II o di h e 1 f e n kann! Dem \ii"thul!. insbesondere dem verdienten kassier > i g in und K a 1 I m a ii u . w urde Entlastung erteilt und aus der Mitte der \ersamra- Iiincr Dank und Anerkennung ausgesprochen. In einer folgernden allgemeinen Aussprache wurden wertvolle Vii'kiinfte über die Fürsorgetätigkeit in unserer Gemeinde erteilt, an» denen zu entnehmen vvar. daß mit tiefem Ernst und heißem Bemühe» Maßnahmen getroffen werden, die große in weilen Kreisen herrschende Not nach Möglichkeit zu mildern. Stuttgart. Bert h old \ u e r h a cfi - \ e r e i n. Viil Ib Mai sprach Be/irk'-llabbiner Dt. Beermanu. Heilbronn, über ..Die Geschichte d e r J u d e n i m M i t t e I a I t e r". Der Referent der die wes(-ntlich'teri Abschnitte der mittelaherlicheu Geschichte mit den wechselnden Schicksalen der deutschen Judenheit in instruktiv er Wci'e behandelte, gestaltete seinen \ ortrag durch den Vergleich mit den Ereignissen der Gegenwart besonders aktuell. De r vom Referenten am Schluß seiner Ausführungen an die zahlreichen Hörer gerichtete Appell, trotz der schweren Mtnck'alsschläge mutig an der Zukunft zu bauen, machte tiefen Eindruck. Leber die -G e s ch i ch t e der Juden in ihren e r ' t e n S i e d 1 u n g e n" referierte am 25.M;ti Madtrahbiner Dr. R ieger. Der Redner gab ein umfassendes Bild von den ersten Siedlungsanfängen der deutschen Juden, die weit in die Zeit vor der Völkerwanderung zurück reichen I )r. Rieger behandelte auch eingehend die soziale Lage der Juden zur Zeit ihrer ersten Siedlungsanfänge auf deutschem Boden lind I»eiegte seine hochinteressanten Ausführungen mit vielen Angaben aus der Literatur und Archäologie. Der \ortrag klang in der Feststellung ans daß allein die Siedlungsge schichte der deutschen Juden ih¬ Reform: Speisehaus Charlottenstr. 8 Vegetarisch - Rohkost - Diät Telefon Jede Mahlzeit ein Genuß und 26545 ein Dienst an Ihrer Gesundheit 1 nen schon ein Heimat recht auf deutschem Boden gehen müsse. Dem Redner dankte starker Beifall. Stuttgart. In Fortsetzung de-' Kurses über J ii - «lisch«- Geschichte veranstaltet der Bert hold A ii <- r I» a ch - \ e r e i ii am 6. und I'. Juni \ ortragsabeode mit Bezirks-Rabbiner Dr. F ä II - z e r. Göppingen, und Rc-cfitsanw alt Dr. W alter b i n ' t e i ii. W ir verweisen auf die Anzeige Seit« 46. Stuttgart. Wir machen unsere Leser auf die Anzeige de-' Israel. I r u ti e ii v e r e i n s (siehe Seite 4b dieser Nummer) ganz besonders aufmerksam. Das Angebot des brauenvereins stellt eine Hilfe dar. die von vielen Lesern dankbar begrüßt werden wird. Stuttgart. In stiller Zurückgc/ogeuhcit begingen am 24. Mai die Eheleute Louis Hirsch das best der Golde ii cn II o ch zeit. Da der Jubilar nach glück lief» überstandent-r Krankheit noch schomingshedürftig war. unterließen wir es auf W misch, schon in letzter Nummer auf den Ehrenlug des Goldene» Brautpaares hinzuweisen. I.ouis Kirschs aufopfernde.Tätigkeit im öffentlichen Lehen, insbesondere im Dienste unserer Gemeinde und ihrer Wohltätigkeitsvereint-. sichen, ihm einen Ehrenplatz in der Geschichte unserer Gemeinschaft. Grundzüge seines Wesens sind unbedingte Korrektheit und höchste Pflichterfüllung, erwachsend aus seiner restlosen Hingabe an Deutschtum und Judentum. Alles Schöne und Gute findet in ihm einen begeisterten Förderer. Frau Helene Hirsen war ihrem Gatten stets treueste Weggenossin. Ihre Zustimmung war für den Jubilar stets bester Beweis dafür, in seinen Entschließungen das Rechte getroffen zu haben. End diese vorbildliche Gattin vvar auch stets eine vorbildliche Mutte r. Ganz still sollte der Festtag aber doch nicht vorübergehen. Die Jubilare wurden durch einen Glückw unscfi de> Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg. durch ein ehrendes Schreiben des Israel. Oherrats unter gleichzeitiger Uebersendung eines goldenen Ehrenbethers durch Glück wünschedes Israel. Vorsteheramts sowie durch zahlreiche ßltimenspendcu von \ «»reinen und Einzelpersonen hoch geehrt. Unseren schon mündlich zum Ausdruck gebrachten Glückwunsch wiederholen wir nochmals an dieser Stelle: Mögen den Eheleuten Louis Hirsch noch viele frohe und gesunde Jahre im Kreise ihrer Kinder und Enkel beschieden sein! Stuttgart. Das plötzliche Hinscheiden des Cafetiers Samuel Gottlieb, der als Pächter des ..Cafe» Eberhardbau“ weiten Kreisen bekannt ist. hat überall herzliche Teilnahme ausgelöst. Seit 25 Jahren führte er das „Cafe Eberhardbau" und hat, es durch sein liebenswürdiges Wesen verstanden. sich weit über Stuttgarts Grenzen hinaus vieletreue Freunde und Gäste zu erwerben. Mit S. Gottlieb ist ein Mann aus dem Leben ge- Fleisch sbo Wurst Hühner 2-6 Pfund. Pfund RM. 1.20 Adolf Friedmann, Stuttgart Katharinenstraße 3S - Fernsprecher Nr. 2S206 Aufsicht Rabbiner Dr. Bamberger Jxage eine. Mische Standla&ch — und Du gewinn Reizende Model’ in großer Auswahl t ,j OSKAR BECKER Offenbacher Leder wa i Charlottenstr. 2 RotebQhlstr. IB schieden der für das Caföhatis-Gcwerbe * n außerordentlich viel geleistet hat. Von allen ihn kannten, wird ihm immer ein ehrendes vudc-nken bewnhrt werden! — Stuttgart. Wer vermag zu glauben, daß I - f r «»d A ii c» r b a ch . Frankfurt a. M„ der aud in Stuttgart bestens bekannte Schriftsteller i ml Vortragskiinstler. am 9. Juni d. Js. sechzig Janre ult wird? — Wer Alfred Auerbach, der der Familie unse res Schwurzwalddichters Bc-rthold \uerbach entstammt kennt, wer ihn insbeson« rrcseine Dialektschnurren vortragen hörte und -eine httmorigen Skizzen in der Tagespresse >is «ler weiß «laß Alfred Auerbach weit davon « ntfernt ist. sieh als würdiger ..Jubilar“ zu ftilm ii.' Alfred Auerbach ist in Stuttgart geboren, vvar von 1898 uii Mitglied des Frankfurter Schauspielhauses und wurde 1906 als Nachfolger von l’rof. Herrmann ins Hoch sehe Konservatorium berufen. Auerbach hat eine umfangreiche sdirift'.ellerische Tätigkeit entfaltet und ist auch du ich den Rundfunk weitesten Kreisen bekunnt geworden. Möge es ihm vergönnt sein, noch viele J.thre zu seiner und se iner Freunde Freude tatkräftig zu wirken! Stuttgart. Unter dem Motto „Unterstüt. t unsere jüdischen Musiker und Künstle r durch Pflege guter Haus m u s i k" wird uns von einem Mitglied des Jüd. Frau ihtintlcs folgendes geschrieben: Wenn es etwas gibt, das neben der Religion über das Alltagsleben emporzuheben und in reine Höhen zu entrücken vermag, so ist es die Kunst, aus deren Schöpfungen wir neue gcstige Spannkraft holen und die unsere Her/i n erhebt. Arm wäre das Leben ohne sie, vor allem ohne die Musik. Wir leben in einer ernst« n. schweren Zeit, in der es gilt Tränen zu trockne» und Elend zu lindern. W ieviel Freude bringt d t rute Musik! Darum pfleget Hausmusik! Euch zur roude und als ein Zeichen dafür, dafl wir in schweren Zeiten unsere in ihrer Existenz bedrohten Künstler nicht vergessen! Wir besitzen in unserer Gemeinde die besten Vertreter der Vokal- und Instrumentalmusik, uusgebildete Lehrkräfte für Gesang. Klavic . Geige». Cello. Orgel usw.. die bei mäßigem Hon< rarsatz ausgezeichneten Unterricht erteilen. Anfragen und Auskunft erteilt gern Frau He >1 - w t g Reif, Langestrafle 8, Telefon 25969. Stuttgart. Wie das „Deutsche Volksblatt“ i seiner Ausgabe vom 17. Mai mitteilt, wurde I: Tiihiuger Genieinderat ein nationalsozial'-rischer Antrag betreffend Neuregelung des Frcibadewesens angenommen, wonach Juden uiul Fremd rassigen der Zutritt zu der Städtische-' Freibadeanstalt verwehrt wird. Berüchingen. Im sechzigsten Lebensjahr verstarb Feodor Roberg, der der Israelitischen Gemeinde als Kultusbeamter treue Dienste gt - leistet hat. Bei der Beerdigung kum die Wert Schätzung des Verstorbenen durch die Anteil nähme auch nichtjüdischer Kreise zum beson deren Ausdruck. Am Grabe sprachen neben den Bruder des Verstorbenen sowie dem Sohn«-. Lehrer Roberg (Würzburg), Lehrer Flamm (He! brontt). Lehrer Berlinger und Aron Berlinger eh rende Gedenkworte. Heilbronn. Unerwartet rasch wurde der Mit begründer und Teilhaber der Firma L. & J Schloß A.-G. Isidor Schloß, aus seinem ar beitsreidien Leben gerissen. Rabbiner Dt. Beermann schilderte in seinem Nachruf den unermüdlichen Fleiß des Verstorbenen, der als Sanitäisariikel Gummiariikcl Leibbinden STERN-DROGERIE Stuttgart. Sophienstr. fO, b. Alten Postplet* Kauft bei unseren Inserenten!

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